Beiträge von grany

    Hi nintje,


    dann antworte ich gleich mal zügig, damit du weitermachen kannst.

    Denn unkommentiert möchte ich nicht weiter schreiben. Und das schreiben hier ist derzeit ziemlich wichtig für mich,das möchte ich nicht aufgeben.

    Denn das sollte eigentlich nie so sein, finde ich. Wenn ich etwas schreibe, kannst du jederzeit sagen "das kommentiere ich irgendwann" oder "nie" "geht grad nicht" "passt nicht".. oder sonstwas - ist ja auch ein Kommentar und würde völlig reichen, wenn du gerade eigentlich dein Schreibbereich für etwas anderes benötigst. Darfst so einen Post von mir auch jederzeit ignorieren und bei dir bleiben, aber du wolltest es nicht so stehen lassen, glaub ich. Grundsätzlich steht es mir nicht zu über jmd. zu richten oder seine Posts zu bewerten, falls etwas davon so ankam, sorry - das ist nie meine INtention.


    Es ist schwer für mich, auch hier meine Worte auf die Silbenwaage zu legen. Ich interpretiere deinen Post als Appell, ausgewogen, fair und reflektiert zu schreiben.

    Stimmt das denn?

    Himmel nein. Das war weder ein Appell ausgewogen, fair und reflektiert zu schreiben, noch möchte ich jemals an jemanden implizit appellieren, dass er seine Worte auf die Goldwaage legen sollte. Ich versuche es zu erklären.

    Denn ich schreibe (auch), um mir meine Gedanken anzuschauen. Meine Hoffnung ist, durch das Schreiben dessen, was ich denke, möglichst unzensiert und unabgewogen, einen Weg für mich zu finden.

    Das klingt doch super. Es ist für mich als Lesende nur echt nicht ersichtlich (gewesen). Ein Beispiel:


    Zitat

    Ich kann nur hoffen, dass dee unfähige Doc auf die Wunde schaut und wieder nicht mitbekommt, um wieviel größer sie geworden ist.


    Wie kann ich das einordnen, wenn du sowas schreibst? Sind das jetzt deine Gedanken oder bist du davon überzeugt? Der Unterschied für den Rezipienten ist: z.B. wenn jmd. im Dialog immer sagt "ich bin dumm." - dann ist dahinter ein Appell für denjenigen die Seite zu übernehmen, die sagt "nein, bist du nicht, aus dem und dem Grund..".

    Das geht mir hier genauso, wenn du etwas drachiges schreibst. Ich hab dann keine Ahnung, ob du selbst siehst dass es drachig ist (ich denke, ich bin dumm) oder voll drin in der Wahrnehmung bist. Niemand ist dauerreflektiert. Ich will gar nicht, dass du reflektierter wirst, das ist dir selbst überlassen, was da gut für dich ist. Ich will nur gerne bei dir weiterhin mitlesen und schreiben können. Und das kann ich für nicht, wenn ich ständig überlegen muss, ob du z.B. sowas:

    Was ist wenn.... [...]

    Wenn das alles stimmt

    Was ist dann?

    rhetorisch meinst und für dich zur Reflexion hierlässt, oder willst (bewusst oder unbewusst) dass jemand den Gegenargumentpart für dich einnimmt, weil du es derzeit nicht kannst. Vielleicht irritiert mich auch nur der Titel so "Berichte" ist für mich mit was anderem assoziiert.

    Es wäre für mich einfach total hilfreich, wenn du z.B. nur sowas vorweg setzt wie "der Drache denkt:" oder "zu meiner Reflexion", dann kann ich das zuordnen, dass du nicht unbewusst wünscht, für dich zu reflektieren / den Gegenpart einzunehmen. Es ist auch völlig in Ordnung, wenn du möchtest, dass man den GEgenpart einnimmt, das kann superentlastent und hilfreich sein. Ich weiss einfach immer nie, ob du diese Dinge nun als Glaubenssätze glaubst oder sie als Gedanken dalässt. Ob du dazu ein Kommentar eine Einordnung von außen willst oder nicht. Für mich liest es sich in letzter Zeit nur noch nach Glaubenssätze, aber scheinbar ist es nicht so. Und das will ich ungerne verpassen kommunikativ.


    Das hat aber nicht damit zu tun, dass du deine Worte nicht sorgfältig abwägst oder so. Sondern mit Kommunikation. Es findet ja hier Kommunikation statt. Und somit hat es genauso viel mit mir zu tun, dass das bei mir ausgelöst wird und es mir schwer macht, dich zu lesen.


    Hm, dieser Absatz kränkt mich.

    Ich hab die vielleichts als etwas empfunden, das mir Hoffnung gibt.

    Das aufrechnen, also das ausdrücken, dass ein vielleicht weg ist (das meintest du doch?) ist für mich wieder ein Prozess. Ich versuche dadurch zu zeigen, wie es innen aussieht. Wie schnell manchmal Hoffnung verschwindet und dafür woanders wieder auftaucht.

    Ich bin dabei viel im Außen, das ist absolut richtig. Jetzt, wo ich drüber nachdenke, gibt es auch innere vielleichts. Zum Beispiel das letzte, dass es kein großes Svv gab, nachdem ich meinem Mann davon berichtet habe. Nebenbei bemerkt hatte ich gestern den ersten Tag komplett ohne svv, hab auch gegessen und geschlafen. Und das erfüllt mich mit Hoffnung und Angst gleichzeitig.

    Tut mir leid, dass dich das kränkt. Und auch, dass du dich (so kommt es daneben bei mir an) von mir nicht gesehen fühlst. Ich formuliere es mal anders: für mich lesen sich die Vielleichts einfach wie ein kognitives Abwägen zwischen Leben /Veränderung Vs. Hoffnungslosigkeit / Aufgeben / Unveränderlichkeit und somit letztlich für mich Tod.... sowas. Für was steht das Vielleicht? Vielleicht doch im Gegensatz zu? Hoffnung für was? Und für was steht dann Hoffnungslosigkeit?

    Ich mache mir einfach Sorgen, dass du dich für mich so aussehend sehr massiv auf "äußerliche" Marker von einzelnen Ereignissen/TAgen stützt, die dann beeinflussen, ob du Hoffnung hast, dass es weitergeht. Ich mache mir Sorgen, dass du einzelne Tage/Ereignisse als Marker für die Entscheidung von grundsätzlicher Hoffnung oder Hoffnungslosigkeit gibst. Ich weiss auch hier nicht, ob du jetzt sagst: heute war gut. Ich betone das postive durch die Vielleichts - aber dann frage ich mich, wieso du das Viellleicht dann hinteher wieder aufhebst, statt es zu lassen. Und dann zu sagen: heute war nicht gut. (anstatt, jetzt ist kein Vielleicht mehr da). ? Das liest sich für mich dann eher einfach so, als ob du das positive wieder relativierst, obwohl es für diesen Moment, wo das vielleicht entstand, ja wirklich so war. Weiss nicht, ob ich jetzt den Unterschied nachvollziehbar ausgedrückt habe. Die Vielleichts fallen einfach wieder komplett weg, auch wenn sie einige gute Auswirkungen hatten, will ich sagen. Wenn ich z.B. differenziere: das wer eine hilfreiche Erfahrung und das war heute keine hilfreiche Erfahrung - dann bleibt das erste bestehen, auch wenn das zweite eintritt und eine Erfahrung mit der gleichen Person betrifft. Darin liegt für mich die Linearität des "Aufrechnens


    Und den letzten Absatz stehen zu lassen, ohne ihn zu verändern, ohne zu prüfen, was ich vergessen haben könnte,....

    Ja, voll gut, dass du das kannst. Das ist doch kein Vielleicht, aber ist hier das Label "neue Erfahrung" oder? Und die muss sich nicht immer sofort gut anfühlen (muss sich das gut anfühlen, damit du ein vielleicht setzt?). Das dauert :)


    Es tut mir daher einerseits leid, dass du jetzt so viele Ressourcen verbraten hast, um meinen Beitrag zu kommentieren. Weil, das ja was mit Kommunikation, also mit Sender UND Empfänger zu tun hat - also auch zu meinem Wohlbefinden dient.

    Andererseits habe ich die kleine Ahnung, dass das auch Teil dessen ist, woran du gerade arbeitest...

    Dann bist du bedürftig.

    Wie jeder andere Mensch auch.

    Säuglinge "manipulieren" auch zum Überleben. "Manipulieren" tut eigentlich jeder.

    Nur hast du vielleicht (noch) nicht gelernt, das gesund dir und anderen gegenüber zu signalisieren. Und wenn du dich nicht ausreichend um deine eigene Bedürfnisse kümmerst (vielleicht weil du es nicht anders gelernt hast), dann passiert eben so eine Kanalisierung. Das ist quasi normal, denke ich.


    Ganz ehrlich, für mich ist es derzeit schwer, bei dir mitzulesen. Für mich ist sowas:

    Ich kann nur hoffen, dass dee unfähige Doc auf die Wunde schaut und wieder nicht mitbekommt, um wieviel größer sie geworden ist.

    eher schwer zu lesen, weil das für mich in so einer Formulierung Richtung hier geschrieben Co-abhängigkeit geht. Mir wäre es viel lieber, wenn du z.B. schreiben würdest: "Ein Teil von mir fühlt, oder jetzt gerade wünscht sich... aber ich weiss, dass mir das nicht hilft.." - sprich, dass du mehr Distanz aufbaust. Will nur sagen, es liest sich quasi für mich wie: "hoffentlich sieht der doofe Doc die Einstichstellen nicht, damit ich mir den nächsten Schuss setzen kann" und diese Haltung wird ja befördert, wenn du dich ihr komplettt ergibst und das so hier aufschreibst. Klar fühlst du bestimmt so... aber du fühlst so. Du bist ja nicht nur das und wenn du aufhörst, da zu differenzieren, befürchte ich, dann kommst du da auch nicht raus, weil du zu vereinnahmt vom "Drache-sein" bist.


    Auch wenn du mit dem Personal teilweise nicht zurechtkommst.. nochmal: das ist keine homogene Masse, die dir oder deinem Drachen gegenüber den Feind bildet und an deine Geheimnisse und Schwächen kommen will. Klar, du willst den Drachen loswerden, hasst ihn vielleicht, und zugleich tust du alles um ihn nicht herzugeben, weil du noch keinen Ersatz hast. - Auf mich wirkt es so, dass du für das Nicht-Hergeben viel mehr investierst als für das Ersatzfinden und das Nicht-Hergeben dadurch immer mehr verstärkt wird. Mir hilft bei sowas das Nicht-Hergeben nicht zu verteidigen, sondern auf ein "noch-brauchen" abzuändern und dann Stück für Stück zu einem differenzieren und neue Wege suchen überzugehen, ohne gleich den eigenen Drachen zu "verteufeln" oder "loswerden" zu wollen. Letztlich ist der Drache ein Teil von dir und arbeitet für dich, es obliegt quasi dir, ihn zu erziehen, da er sich selbst eben nicht anders zu helfen weiss, als "drachig" zu sein. Wenn du mal so tun würdest, als wäre der Drache ein unbeholfenes Kind, dass noch nicht gelernt hat, wie man mit den eigenen Bedürfnissen umgeht - dann erklärt das doch auch deine Ambivalenz etc... aber ihn bildlich zu bestrafen, zu verurteilen,... etc. ändert sein Verhalten genauso wenig, wie zu versuchen ihn loszuwerden oder zu ignorieren. Er kämpft und kämpft für dich und um dich auf die einzige Art, die er kennt, und alles was er kriegt ist entweder verdeckte Zuwendung = Nicht-Hergeben oder "Wir gegen den Rest, ich verstecke deine Taten" Vs. Hass --> wie soll er da jemals nicht rebellieren oder sich entwickeln können und langsam lernen, dass er nicht so handeln muss, um sich zu kümmern oder Berechtigung zu haben? Stell dir mal vor, du gehst so mit einem Kind um...


    Naja, das ist nur das, was ich sehe. Schon lange. Das mag hart klingen, aber das ist so ein Punkt, wo ich nicht mehr zuschaue.


    Auch dieses Aufrechnen von manchen "vielleichts" und dann wieder doch nicht, ist zwar nachvollziehbar, allerdings ist das auch so eine Sache, dass du alles in einer Linie vom Verlauf her siehst und es so natürliche Prozesse wie Ausprobieren - weiten, etc. einengt. Deine Vielleichts lesen sich so, als seien sie immer von Menschen abhängig. Als wärst du bei den anderen und absolut vom äußeren abhängig. Ich vermisse ein Vielleicht für dein INneres. Weil die äußeren Vielleichts bestärken nur allzu oft "Drache du und ich gegen den Rest der Welt" auf Handlugnsebene, wenn auch nicht auf gedanklicher oder gefühlter Ebene.


    Meine Meinung / das was ich empfinde und sehe, wenn ich hier lese. Heißt nicht, dass ich richtig liege! Und heißt nicht, dass du etwas falsch machst! Oder falsch bist!

    Hi nintje,


    tja, am liebsten würde ich dir gerade mal ein Pausezeichen in den Kopf setzen. Also nicht, dass du hier nicht mehr schreiben solltest, im Gegenteil, sondern dass die Dynamik die sich da für mich mitliest sich immer weiter reinschraubt.


    Du fühlst dich ohnmächtig und ausgliefert - verständlich. Die Rahmenbedingung haben auch viel Ähnlichkeit mit derartigen destruktiven Situationen. Und deine Wahrnehmung liest sich so, als wäre sie davon stark vereinnahmt.

    Für mich liest es sich so, als würdest du diese Dynamik voll befahren und diesen Zug kaum mehr anhalten können.


    Denn...

    Ich brauche irgendeinen Ausweg. Einen Plan B. Damit ich Plan A durchziehen kann. Kann das niemand verstehen?

    Na klar kann man das verstehen. Aber es wird sich dennoch niemand mit einem derartigem Plan B hier solidarisieren.
    Ganz einfach, weil das einer Co-Abhängigkeit vom SVV entspräche. Und für Außenstehende sichtbar ist (behaupte ich jetzt mal) wie sehr dich die Dynamik gerade im Griff hast, sodass alle Situationen / Kontexte gerade in diese Richtung laufen, mit Vollspeed, ohne konstruktive Handlungsalternativen.


    Was ist real, was stimmungskongruente Wahrnehmung / Interpretation... oder besser: Was ist Jetzt konkret da?

    Bsp: du bist in einem klinischen Kontext mit ständig wechselndem Personal in einer angespannten Situation.

    Aber: musst du dich "anvertrauen", im psychischen Sinne, am Wochenende zwischen Tür und Angel bei Personen zu denen du keine Bindung hast? Nö.

    Es geht um das klinische. Hast du das Symptom suchtdruck: Ja. Was triggert das an: diese Gedanken. Was verstärkt das Verhalten: das Geheimhalten. Bist du handlungsmächtig? Ja.

    Sprechen ist handeln. Das hat nichts mit Vertrauen zu tun und dafür bedarf es auch keine Person mit der du "gut kannst". Natürlich kann es blöd laufen und du kannst mehr Medis verpasst bekommen. Aber du kannst auch artikulieren, dass das bei dir eine Sackgasse erzeugt, weil du annimmst, dass du dann nur mehr Pillen bekommst. Das wäre ein Anfang.


    Du musst weder über dein Leben reden noch über sonst was.
    Hat man dir Verbandszeug weggenommen, damit du das alte nutzen musst - oder welchen andere Interpretation gibt es dafür noch? Warum sollen Patienten in einer psychiatrischen Klinik kein eigenes Verbandszeug haben? ...

    Ist die anonyme Masse um dich rum wirklich so anonym und bedrohlich oder lässt sich das noch besser differenzieren, statt unter diesen Aspekten als eine "Masse" Leid erzeugen zu müssen.

    Muss Plan B ein solcher Plan sein?


    Klar wehrt sich da was, wenn man dir das SVV "wegnehmen" will. Das ist ja eine "gute Freundin". Das macht Druck und Angst, vorallem, wenn dann noch so viel - sorry dafür, aber so liest es sich für mich - eingetrübte Wahrnehmung hinzukommt. Du siehst gerade alles im Schleier des "Ohnmachts-Modus". Wahrscheinlich kannst du gerade auch gar nicht anders. Aber es hilft schon allein, sich dessen bewusst zu werden und auch zu sehen: Hey es ist Sonntag Abend. Da wird jetzt nicht viel passieren, in der Klinik. Dynamik ist volle Rotze da. Es wird sich nicht viel tun lassen. Außer, mit dieser Dynamik umzugehen, bis sich etwas tun lässt.


    Klar schreit dich da jetzt ein Hintertürchen an... aber das eilt nicht. Du brauchst jetzt keinen Plan. Es gilt nur, aus dieser Dynamik rauszukommen, für den Moment, damit du den Abend überstehst. Und ja, der Plan B ist vielleicht eine Möglichkeit "rauszukommen", ist aber leider ein falscher Freund und Teil der Dynamik, sodass die Dynamik ja nur verstärkt wird.


    Lange Rede, kurzer Sinn: Vergiss das Atmen nicht. Jetzt und Jetzt und Jetzt.

    Hi nintje,

    erstmal wünsche ich dir viel Kraft für die Therastunde.. aber vielleicht ist das ja auch schon erfolgt.

    Wie "findest du" das denn raus? Den ganzen Abschnitt würde ich ihm wie er ist in die Hand drücken... ;) Weil das gehört alles in die Therapie, genau so wie es ist. Nicht du musst irgendwas. Sondern jemand schaut sich das mit dir an und brainstormt mit dir drüber.



    Und ich sollte auch von den wissenschaftlichen Studien berichten und was das für eine Wirkung auf mich hat.

    Das lernen Therapeuten auch. Und das ist übrigens schon länger bekannt. Auch per Metastudien. Für mich persönlich liest sich das sehr hart, dass du Ursachen mit Erlaubtem Leid in Beziehung setzt und auch dass das wissenschaftlich belegt sein muss, wie sehr man leiden darf. Das gibt dir einen kognitive Berechtigung.. ja.. aber diese Ansicht bedeutet ja im Umkehrschluss, dass auch alle andere Menschen im Verhältnis z.B. zu traumatischen Ereignissen - die quasi objektiv "als so und so traumatisch eingestuft werden" leiden müssen. Die Studien sagen nichts über Individuen aus, wenn sie nicht so angelegt sind. Und das sind diese nicht.

    Ich verstehe absolut, dass du dich nach einer externale "Leidensberechtigung" sehnst. Aber das ist nicht die Lösung. Letztlich schätzt nämlich nur du ein, wie groß dein Leid ist - ist mit Schmerzempfinden genauso. Für jeden fühlt sich Schmerz anders an. Und anders intensiv, trotz gleicher Wunden. Und egal wie du das kognitiv external bewertet siehst - ob du "eine Dramaqueen bist oder dein Leid berechtigt" ist - spielt meiner Ansicht nach keine echte Rolle, weil letztlich geht es darum, dass du dir selbst zugestehst, dass du ein Leiden hast.


    Eigentlich fühle ich nur die körperlichen Sachen. Und schreibe dann, je nachdem, wie stark die körperlichen Symptome sind, ob ich Angst oder Panik habe.

    Das ist nicht seltsam. Psychosomatik. Und du versuchst ja zu funktionieren.. d.h. diese Dinge haben kaum andere Kanäle über, als sich körperlich verstärkt zu manifestieren.

    Zwei Schritte vor, drei zurück

    Stimmt das wirklich oder ist das ein Gedanke, der aus deiner Stimmung heraus entspringt?


    Was ich mich frage: Tut es dir eigentlich gut, Aufzuführen, was du an welchem Tag wie geschafft hast? Das liest sich manchmal für mich wie eine (ungesunde) Mama, die ihr Kind 10..000 mal pro Tag fragt, ob er/sie auch wirklich genug für die Schule gemacht hat und was er gemacht hat und ob er das hinbekommen hat und je nachdem gibt es dann Zuwendung oder Enttäuschung. Tja, das wird "sicherlich" zu mehr intrinsicher Motivation führen... Nicht. Das Kind wird das iwann mit der Schule verbinden und gar kein Bock mehr drauf haben, weil selbst wenn es sich anstrengt, dass nur für den Moment gut genug war, aber das Kind an sich nicht. Keine Ahnung, ob das so ist, aber ich will eigentlich nur sagen: du bist mehr als das, was du "gegen" SVV leistest und dein Tag darf unabhängig davon frei verlaufen. Der Rest ist vielleicht falsch von mir assoziiert.

    Sorry für das strubbelige Geschreibsel. Ich hoffe, es ist verständlich, was ich zu sagen versuchte

    Ich fand dein Geschreibsel verständlich.

    Ich hab aber gar nicht gezweifelt, dass du dein Bestes gibst. Oder wollte gar ausdrücken, dass du nur noch "etw." tun solltest.

    Ganz bewusst schau ich da nicht genauer hin, sonst würde ich sie mir auch verbieten.

    Aber verbietest du sie dir nicht genau dadurch bereits vorweg?

    Es ist oft so, dass man erst diese Skills benötigt, damit die anderen überhaupt wirken können. "Reiz"-Skills können den "Reiz" irgendwann eben nicht mehr ersetzten, wenn man sich da dran gewöhnt hat. Das ändert ja auch nichts am Druck.. andere Skills, die auf Emotionen und Kognition abzielen schon. ... Deswegen habe ich gefragt. Meiner Erfahrung nach kann man sich zu Tode mit dem Erlernen von Skills abmühen, wenn man nur auf Reiz- und Anspannungszustände achtet. Ist nur meine Erfahrung und das wollte ich dalassen. Weil das muss sich ja nach ständigem Scheitern anfühlen, wenn man versucht und verscuht und versucht und es "nicht hinbekommt".

    Magst du vielleicht mal konkret beschreiben, wie und welche Skills du in Bearbeitung hast und inwiefern sie dir wann helfen sollten, wenn du sie wirksam einsetzen könntest?

    Ich frage, weil ich gerne wissen würde, ob dein "Methodenkoffer" entsprechend dem Hass strukturiert in Arbeit ist.

    grany , danke, dass du mir antwortest. Das ist sehr sehr hilfreich. Es bewirkt, dass ich mich verstanden fühle, dass ich mich nicht mehr so alleine fühle und dass ich für die Therapie Wörter finde. Das ist unschätzbar für mich. :blume:


    Und gleichzeitig möchte ich noch mal sagen, dass ich das hier nicht schreibe, damit du antworten musst. Nur sicherheitshalber, ja? Soll nicht übergriffig sein. Ich möchte nur sicher sein können, dass kein Verpflichtungsgefühl aufkommt.

    :S weiss ich. Ist für mich auch kein "muss", sondern eher ein "ah, glaub ich versteh das und mich erinnert das an / ich weiss dazu.." - also keinerlei Verpflichtung bei mir. Und manchmal bin ich auch mal wochenlang still. Hat dann auch nichts mit dir zu tun.

    Außerdem habe ich dann viele Phantasien, welche Phantasien die andere Seite haben könnte und die machen mir dann auch Angst. Zum Beispiel, dass der Doc denkt, mein Mann tut mir was. Und die daraus folgenden Konsequenzen...


    Das alles läuft so schnell ab, dass ich erst hinterher denke, dass das nicht gut war oder dass ich etwas anderes oder nix hätte machen oder sagen sollen, müssen, können.

    Da wäre echt eine Pausetaste hilfreich, die ich drücken kann.

    Ich glaube, es wäre wirklich wichtig, dass du das ansprichst. Vielleicht auch tatsächlich, was bei dir ablief, bevor und nachdem du deine Verletzungen zeigen "musstest" und was die Gedanken dabei waren. Du kannst auch einfach aufschreiben - wenn das leichter für dich ist. Weil da ist ja ein Machtgefälle, dass dich dazu zwingt, dich "ausliefert" in diesen Momenten und es scheint da noch mehr Unterstützung zu brauchen, damit du dich sicher genug fühlst, die freie Wahl zu haben und somit die Kontrolle über die Situation. Ich kann mir gut vorstellen, dass das einen rießen Unterschied bei der Arztsache wäre! Und da ist dein Thera gefragt. Perfektes Übungsbeispiel, was sich dann bei dir abspielt, was du alles "musst" sodass du im außen "musst" und dich gar nicht entscheiden kannst und warhscheinlich daher auch ein deutlicher Batzen Überforderung mit solchen Situationen herkommt (meine Interpretation - bitte gegenchecken). Hier steckt eine große Chance, an diesem eindeutigen Rädchen zu drehen um dir ein wenig Druck zu nehmen... glaub ich. SVV ist ja auch das Thema von Kontrolle und kontrolliert werden.

    Es hat mich zum Weinen gebracht, was du geschrieben hast,

    Hmpf, scheint öfter zu passieren..



    Es fühlt sich nur so an, wie die Vorbereitungen damals.

    Und was unterscheidet die Situation heute von der Situation damals, wenn du dir Stulpen nähst? Ich frage, weil es kognitiv vielleicht klar ist, dass heute nicht damals ist, aber emotional oft eben stimmungsmäßig entsprechende Reaktionen erfolgen. Der Ähnlichkeit bist du dir emotional bewusst, mir hilft es dann, auch die Unterschiede hervorzuheben, auch wenn sie eigentlich klar sind. Noch klarer betont ist da nicht verkehrt, glaube ich.


    Sowohl da,..

    Was kann passieren: der Profi fragt, was passiert ist, wie es passiert ist.

    als auch da...

    Er fragte mich.

    ein kleiner reminder: du hast die Kontrolle. Es passiert gar nichts schlimmes, wenn du sagst, dass du das nicht erzählen / zeigen möchtest. Es ist keine Beichte. Es ist deine Entscheidung, dir Begleitung zu holen. Keinen Richter, Zuschauer oder Kommentator oder Kontrolleur sondern Begleitung. Und das geht sowieso nur, wenn du es zulässt. Vielleicht macht es dir auch weniger Angst, wenn du in solchen Situationen, gerade beim Arzt sagst, dass du nicht darüber sprechen möchtest und der Arzt das zu respektieren hat, ohne weitere Erklärung. - Ist es dir eigentlich möglich, dich auf eine solche Arzt von "Fragen" "Forderungen" von prof. Seite her abzugrenzen. Weil du bist die Auftraggeberin die medizinische Seite der Auftragnehmer. Auch wenn da vllt. die Frage kommt, mich welchem Werkzeug und wann es erfolgte, weil das zur medizinischen Behandlung ggf. nötig ist - ein warum, wieso, wer,... erklärung, Nachfragen, Kommentar - muss nicht sein, das kannst du bestimmen.

    Behandlung ja, Bewertung nein. - Kannst du den Situationsrahmen dafür schaffen gegenüber eines Arztes? Sonst wäre das noch ein Therapiethema, oder? Da gut für dich zu sorgen, sodass es das erst braucht?

    Hallo alexandar,


    vielleicht ist es für hier sinnvoller, wenn du deine Probleme mit der BA beschreibst? Und eben nicht eine (destruktive?) forumsfernere Lösungsmöglichkeit erfragst ohne Angabe des Problems ;)

    An deiner Uni gibt es vielleicht auch eine Schreibberatung und einen entsprechenden Kurs für Abschlussarbeiten, je nachdem eben, welche Schwierigkeiten du eigentlich hast.

    Hallo nin,

    es fühlt sich bestimmt furchtbar stark nach einem Fehler an. Diese Gefühle bleiben aber nicht so stark.

    Und nachdem du deinen Thera erneut gesehen hast und erfahren konntest, dass alles okay ist und nichts schlimmes passiert, vergeht auch die Scham nach und nach. Auch wenn sie vorher bestimmt noch mal ganz laut brüllt.

    Und dann ist es nicht mehr so schlimm. Und irgendwann... in einiger Zeit ist es vielleicht auch gut.


    Nicht das lauteste, was brüllt ist immer das, wonach man handeln muss...

    Die nächsten Tage werden bestimmt hart, aber du überlebst das und es wird besser.

    Liebe nin, das ist Mut. Und meiner Erfahrung nach löst sich nur so Scham-Dynamik auf.

    Hallo nin,


    ich habe dich gelesen.

    was heißt das? Stationär? Abbruch?

    Vielleicht heißt es nur, dass sonst die Therapie keinen Sinn macht - ist ja auch nachvollziehbar. Frag deinen Therapeuten genau was das für Konsequenzen hätte falls nicht - klingt ja sonst bedrohlich und deine Gefühle haben anlass zur Spekulation und zu "und dann" und dann... und dann... kommen lauter Emotionen, die dich blockieren, das zu tun, was hilfreich wäre - zumindest würde es mir in der Situation so gehen.


    Vielleicht siehst du es auch nicht als "beichte" oder irgendwas an, das SVV... und du kannst einem Arzt genauso einen Brief in die Hand drücken. Er wird dafür bezahlt, Wunden zu versorgen und ist ein Dienstleister. Wie ein Postbote auch Briefe austrägt, auch wenn sie noch so persönlich schwierig sind.


    Hast du denn einen ärztlichen Ansprechpartner, der dafür geeignet sein könnte?


    Kann mir vorstellen, dass dir das ganz schön Druck macht und die Scham im Dreieck springt. Aber letztlich zeigst du "nur" eine Wunde deinem Arzt, der sowas dann doch häufiger sieht und kennt normalerweise. - Das passiert objektiv.

    Deine Gefühle subjektiv... ist was anderes. Manchmal hilft es zu differenzieren: was passiert real - was kann real passieren, wie wahrscheinlich ist das und was wären dazu "angemessene und berechtigte Gefühle" und was machen die eigenen Gefühle draus, wo kommen diese anderen her? Und warum sind die subjektiven Gefühle zwar angemessen und richtig, aber nicht (nur) der realen Situation entsprechend.. was schwingt da mit und was muss rausdifferenziert werden ... Das ist auch ein Skill aus der DBT.


    Würde dir gerne ans Herz legen, dich mal mit einem Skillstraining aus der DBT für Patienten zu beschäftigen... das hat mir zumindest eine Basis gegeben.

    Hallo nintje,

    bevor ich jetzt Romane schreibe, was gegen die nachfolgenden Überzeugungen faktisch spräche... mal andersrum. Woher beziehst du deine Infos, dass du das folgende glaubst? Wie kam dieser Glaube zustande, z.B. dass ein einziger "Betreuer" dir dein Kind weggnehmen kann, weil du dich selbst verletzt oder dass es "Akten mit Vermerke" als Stempel drauf gibt? Auf welchen Informationen / Erlebnisse basieren deine Annahmen über das Jugendamt: ?


    Wieso muß ich keine Angst vorm Jugendamt haben? Wenn wir einen blöden Betreuer haben, der nicht zuhört und Vorurteile hat, dann laufen wir Gefahr, dass uns das Kind weggenommen wird.


    Es würde ihr viel mehr wehtun, wenn sie weg müsste.

    Und selbst wenn nicht, wir stehen dann für immer unter Beobachtung, haben einen "Aktenvermerk" . Das Kind auch. Stempel drauf.


    Es gibt auch tolle Betreuer, das weiß ich. Aber ich weiß auch, dass es Deppen überall gibt. Und Deppen mit Macht, denen gehe ich so gut wie möglich aus dem Weg.


    _______

    Bin k. O.... wegen ein bisschen organisieren

    Ein "bisschen" organisieren im Handeln Bereich, viel zu verdauen im emotionalen Bereich - ich stelle es mir durchaus sehr anstrengend für dich vor und bin nicht verwundert, dass du ganz schön platt bist.

    Jetzt hab ich genug gemacht, oder?

    Sorry, ich werde keine Absolution erteilen, dass du als "Mutter" gut genug bist und "genug gemacht" hast. Das würde suggerieren, dass das ein Leistungsprinzip ist und von außen beurteilbar wäre. Du bist als Mutter gut genug, dafür braucht es keine Leistung. Du bist auch als Mensch "genug". Wenn ich das jetzt bestätige, dass du "genug" machst, dann gebe ich dir von außen etwas vor, stülpe dir meine Bewertung über, sodass dein Selbstwert sich an der Bestätigung von außen bemisst. Das ist m.M. nach eher krankheitsfüttern, da es wegnimmt, dass du dir selbst zugestehen kannst - ohne Fremdbewertung - genug als Mutter zu sein. Ich sehe: Du gibst dir verdammt viel Mühe - und das bemisst sich nicht daran, wie viel du "machst". Was diese Baustelle in der Mutter-Kind-Beziehung angeht, hast du ja alle notwendigen Schritt eingeleitet - da muss jetzt ein bisschen rumprobiert und gewartet werden, bis das richtige zu euren Bedürfnissen passt. Aber das weisst du glaube ich, selbst. Ich glaube nämlich, dass du eigentlich ein ziemlich gutes Gespür hast, dafür, was es braucht und was du tust in der Mutter-Kind-Rolle, sodass es da gar keine kognitive Fremdbewertung benötigt, sondern vielleicht nur das Erweitern der Handlungsalternativen - was du ja gemacht hast. Auch wenn das Gespür gerade nicht so präsent fühlbar ist, bin ich mir ziemlich sicher, dass du es hast und irgendwo auch einfach weisst...auf gut deutsch: Ich glaube dein "Mamaradar" ist nach wie vor in Takt, auch wenn es da viel Unsicherheit gibt :)