Beiträge von grany

    Hallo Annie90,


    stark dass du da warst!


    Schade, dass du dich so schlecht jetzt fühlst. Das selbstzufügen resultiert ja aber gerade aus solchen Gefühlen! Und hat somit einen Zweck, hilft dir also auch bei iwas, d.h. so "böse" ist das auch wieder nicht. Wenn du kannst, distanziere dich etwas von den aktuellen Gefühlen. Du hast ja gerade eben etwas dagegen unternommen, dass du dich weiter schädigst. Das Gefühl ist also nicht ganz so realistisch, dass du dich dafür "hasst (?)", ausgerechnet in dem Moment, wo du etwas Zustand für den du dich "hasst" geändert hast. Wichtig wäre, zu versuchen, nicht nach dem Gefühl zu handeln.


    Wenn du diesen Weg weiter verfolgen möchtest, dann ist auch nicht jedes Bera-Gespräch so schlimm und stressig. Der hilfreiche Aspekt /Routine / Sicherheit im Gespräch gewinnt dann mehr Bedeutung.


    Du brauchst wahrscheinlich ein paar Tage, damit sich das setzen kann? Dannach kannst du ja mal schreiben, ob du den zweiten Termin wahrnehmen möchtest und ob sich etwas zu deiner Bereitschaft zur Therapie verändert hat.


    Jetzt wünsche ich dir aber erstmal gutes Verankern im Hier und Jetzt.

    Hallo Anni90,


    vielleicht hilft es dir, auch zu wissen, dass bei Essstörungen die Schuld- und Schamgefühle zum Krankheitsbild dazugehören. Sieh es mal so: wenn du dich ständig schuldig fühlst und schämst und deine Handlungen von diesen Emotionen leiten lässt, sprich dich nicht zur Beratungsstelle traust, dir die Schuld gibst etc. -> was passiert dann? Handelst du nach diesen Emotionen (die aus deiner Krankheit entspringen), verstärkst du deine Krankheit, weil du nichts verändern kannst, keine Hilfe in Anspruch nimmst, nicht darüber sprichst,... -> optimale Voraussetzungen für erneutes ungesundes Essverhalten. Das hattest du so schon. Daher ein paar Impulse: darfst du dir nicht helfen lassen, wenn du "schuld" hast? Was passiert wenn du den Satz bejahst mit dir, wie entwickelst du dich dann?


    Vielleicht gelingt es dir, diese Schuld und Schamgefühle wahrzunehmen, aber dir zu sagen, dass du auch noch mehr bist als das. Und es nicht darum geht, wer oder was schuld ist. Du hast ein Problem. Du brauchst Hilfe. Wie das Problem zustande kam wird gar nicht bewertet oder steht jetzt nicht auf dem Arbeitsplan. Die Schuld- und Schamgefühle sind ein anderes Thema, jetzt ist der Istzustand, nicht der wie-ist-das-passiert-Zustand-> was passiert wenn du so denkst? Ich denke, du bleibst handlungsfähig und kannst daran arbeiten. Bei dem anderen Ansatz wirst du leider eher nichts verändern, außer dich "zusammenzureißen, Kontrollversuche und dann wieder daran zu scheitern,etc.etc." Wenn jemand z.B. Alkohol trinkt, werden die eigentlichen Gefühle verstärkt, Dinge, die unalkoholisiert eine gemäßigte Gefühlsregung auslösen, sind jetzt ein Orkan und haben nur noch wenig Bezug zur ursprünglichen Auslösesituation. Ähnlich ist es bei Essstörungen. Die Schuld- und Schamgefühle sind manchmal wie ein Orkan. Aber man kann es sich auch als Welle vorstellen, je länger du nicht danach handelst, desto mehr nimmt sie ab. Natürlich gibt es Rückfälle, aber es wird langfristig besser. Wenn du das Gefühl aber ständig fütterst, wird es auch immer mehr Raum einnehmen, obwohl es jetzt gar nicht dran ist und dann der Raum für das eigentlich - die aktuelle Problemsituation - gar nicht mehr gesehen werden kann.


    Was zwischen dir und deinem Mann ist, muss jetzt auch hier nicht beurteilt werden. Es kann sein, dass du da einfach momentan deine Wahrnehmung benötigst, da es tatsächlich eine Schutzfunktion hat. Erst in einer stabilien therapeutischen Bindung, wo Sicherheit herrscht, sollte man an sowas feilen, mit einer Vertrauensperson. Allerdings gibt es auch Anteile in dir, die zumindest eine Teil-problematik da jetzt aktuell sehen, wie es scheint. Es ist auch wichtig, die Wahrnehmung so stehen zu lassen. Es kann für dich mehrere Wahrheiten gleichzeitig geben. Solange du für deine äußere und innere Sicherheit etwas tust, ist das für den Moment manchmal nötig, bis du es verändern kannst/willst.


    Solche Impulse und Strategien lernt man übrigens in einer Therapie ;) Wirklich, ich würde es mir für dich wünschen. Du kannst jederzeit aus dem Bera-Gespräch gehen. Nur weil du dahingehst, passiert wie gesagt gar nichts. Keine Veränderung. Du hast komplett die Kontrolle und du musst gar nichts machen. Bloss weil du dahingehst, heisst das nicht, dass du dann weitere Sachen machen musst. Schau es dir einfach an. Der erste Schritt ist getan, du hast hier geschrieben, du hast dir einen Helfer (dein Freund) organisiert und einen Beratermin vereinbart. Wenn du dich wirklich verändern willst, schaffst du es auch, über die Hürde der Schuld-/Scham zum Gespräch zu springen. Das wäre schon ein Schritt der Veränderung, weil du entgegen dem Muster handelst. Schon allein dafür lohnt sich das Gespräch. Aber es ist deine Entscheidung. Und das kann dir niemand abnehmen. Denn du musst auch bereit für Veränderung sein, sonst wird schnell alles wieder zurück auf Anfang gehen. Zumindest meiner Erfahrung nach.

    Hallo Anni90,


    ein großer Schritt in Richtung gesundes Leben! Wirklich mutig, aber auch der einzige Weg, wenn du die Richtung verändern willst. Klar, dass es erstmal schlimm erscheint, das gewohnte zu verlassen und etwas zu verändern, das kostet auch sicherlich innere Sicherheit. Aber es muss schließlich anders werden, um anders zu sein. Und wenn du es selbst in die Hand nimmst, hast du wieder mehr Kontrolle in deinem Leben, auch wenn es sich vielleicht erstmal nach dem Gegenteil anfühlt.


    Es hat ja auch einen Grund, warum du die Sachen die du schreibst hier schreibst. Ein Teil von dir scheint ja schon bereits zu ahnen, wo was los ist. Ich will dich nicht schocken, aber ich mache auch so Sachen der Verharmlosung nicht mit. Ich habe jetzt lange drüber nachgedacht, aber Transparenz wärt am längsten. Und ich denke du hättest sowas nicht geschrieben, wenn du es nicht eigentlich wissen würdest:


    Zitat

    Weiter geschehen Dinge in meiner Ehe, die ich manchmal nicht richtig einordnen kann..

    Auch dann, wenn ich damit nicht einverstanden bin...oder dann, wenn ich bereits schlafe.

    Ich formuliere es mal um: Dein Ehemann schläft also mit dir, auch wenn du dagegen bist oder nicht zustimmen kannst, weil du schläfst? Das ist in Deutschland eine Vergewaltigung: 177.html . Und daran ändert auch eine Ehe oder ein Kinderwunsch nichts. Kein Wunsch rechtfertigt das. Du liebst ihn? Liebt er auch dich? Überleg mal, wie du reagieren würdest, wenn dir deine beste Freundin das von ihrem Mann erzählt.

    Ist okay, wenn du das erstmal auf sich beruhen lassen willst. Aber bitte fang auch an bei der Beratungsstelle, wenn du Vertrauen fasst darüber zu sprechen. Bloss weil du darüber sprichst, mit welchen Worten auch immer, heisst das nicht, dass sich irgendetwas verändert! Auch hier nicht. Du verlierst nicht deine Familie oder deinen Mann, weil du mit jemand fremden darüber sprichst. Du hast die Kontrolle darüber, was passiert, wenn du redest, heisst das nicht, dass etwas anderes passiert - darüber kannst du dann gesondert entscheiden. Also hab keine Angst, da mal mit jemanden gemeinsam hinzuschauen. Erstmal ändert sich im Außen gar nichts, wenn du nicht willst.

    Hallo SecretMe,


    was sind die Vorteile davon, es deiner Bera nicht zu erzählen? Vermeidest du damit unangenehme Gefühle (beim Erzählen?)

    (Und die Vermeidung davon ist eigentlich kein Vorteil)

    Oder ist es eher so, dass du die Reaktion deiner Bera nicht magst? Was passiert negatives (mit dir), wenn du es erzählst?


    und was sind die Vorteile, es der Bera zu erzählen?


    Und wieso verwendest du mehr Energie darauf, das zu entscheiden, als zum Tun? Bzw. über die Entscheidung, dass du dich entscheiden musst zu sinnieren / das zu terminieren. Wieso nicht sofort entscheiden und mehr Energie ins Tun /bzw. Akzeptieren des Nichttuns geben und das darüber Grübeln lassen. Das wäre deutlich zeit- und energiesparsamer, oder?


    Nur meine Gedanken dazu ;)

    Hi Anni,


    naja, ich denke die Frage ob du eine Essstörung hast oder nicht, kann/sollte dir nur ein Arzt/Psychologe oder du selbst beantworten. Dass sich das von dir beschriebene Verhalten außerhalb des gesunden Umgangs mit Essen und Gewicht befindet, ist aber offensichtlich. Auch das Ausmaß deiner Scham ist ein Indiz dafür.

    Die Frage stellt sich, ob du das auch so siehst? Weil aus deinem Text geht eine ambivalente Wahrnehmung hervor, einerseits kommst du "gut zurecht" gleichzeitig aber sprichst du von Kontrollverlust, etc. Die Frage ist doch: wie willst du denn leben? Nimmst du weitere Freßattacken, eine Essstörung und Kontrollverlust in Kauf um abzunehmen? Hoffst du (noch), dass du Kalorien einsparen kannst, ohne Heißhungerattacken zu unterliegen und du dich "nur zusammenreißen" musst o.ä.?


    Für die Diagnose einer Bulimie braucht es auch kein Erbrechen, das gibt es auch als sog. non-purging. Nur weil man nicht erbricht oder andere Kriterien nicht erfüllt, bedeutet es nicht, keine Essstörung zu haben. Vom Verlauf her ist es meist so, dass die Hemmschwellen eh mit der Zeit nachlassen und auch weitere Kriterien erfüllt werden.


    Ich kann dir nur dringend empfehlen, der Frage nicht anhand von zusammengeschusterter Internetdiagnostik nachzugehen, sondern mit externer Unterstützung zu reflektieren. Z.B. durch Arzt, Therapeut, Ernährungsberater, Beratungsstelle o.ä. Es ist auch zumeist im Verlauf so, dass die Hemmschwellen abnehmen, die Scham und Schuld zu und das ambivalente Verhalten zwischen Fasten/Hungern und Essanfällen mit der Zeit extremer werden. Das lässt sich nicht einfach mit "Willen" oder "Kontrolle" in die andere Richtung bringen. D.h. auch so Kontrollverluste wie du den im Büro beschrieben hast, werden irgendwann vermehrt auftreten - wahrscheinlich.

    Auch wenn du keine Essstörung hast, lohnt es sich doch auch so, sich rechtzeitig beraten zu lassen, da du deinen Selbstwert scheinbar unlängst an dein Gewicht/Essverhalten gekoppelt siehst, oder?

    Hi SecretMe,


    was spricht denn dagegen, hinzugehen?

    Die Frage ist wohl auch nicht, was du tun sollst, sondern was hilfreich für dich ist. Und zwar auch langfristig gesehen, nicht nur kurzfristig. Ist es für dich hilfreich über die Stärke deiner Suizidgedanken mit der Bera zu sprechen oder nicht?

    Hi siam96,


    hey, cool, dass du dich um eine Traumatherapie kümmerst! Davon profitierst du bestimmt.


    Vielleicht brauchst du die ES-Strategie derzeit auch einfach noch. Allerdings wäre es halt gut, wenn du es nicht zu destruktiv werden lässt, sprich akkut gesundheitsgefährdend. Zumindest bis du es ändern kannst. Hast du dich deswegen schon mal an einen Arzt gewandt um das einschätzen zu lassen?


    Zitat

    Ich spreche sie manchmal darauf an, dass wir überhaupt keine Familie sind und dass ich keine Lust mehr habe, sich immer nur anzuschweigen.

    Das ist doch schon mal mutig. Allerdings hast du wohl nie gesagt, was das mit dir macht, oder?

    Allerdings, ...

    Zitat

    Mein Stiefvater ist auch Alkoholiker und alle richten ihr Leben nur nach ihm

    ist das ja auch was sehr heftiges. Insgesamt scheinen die Familienverhältnisse nicht konstruktiv zu sein. Da hilft dann wohl auch ein Ansprechen deiner (Gefühls-)lage nicht. Du wohnst noch Zuhause und studierst, richtig? Wie schaut es damit aus, dich von deiner Familie abzugrenzen, sprich auch alleine zu leben? Gibt auch so Psycho-Theorien, v.a. bei Essstörungen, dass die Person krank sein "muss(te)", aufgrund der Familienstruktur.


    Zitat

    Du musst dir die Motivation mit dem abnehmen ca. so vorstellen: Du willst erfolgreich werden, du willst Kontrolle über dein eigenes Leben haben. Du tust und machst, du arbeitest dich hoch und der Erfolg den du erntest gibt dir bestätigung und belohnt dich für deinen Ansporn. Aber irgendwann merkst du, dass du dich überarbeitest hast und brichst zusammen [...]

    Nö, blöd finde ich sowas keinesfalls. Aber auffällig, dass du das "du" wählst und nicht das ich. Noch auffälliger, dass du schreibst, du visualisierst Gefühle... aber von Gefühlen habe ich hier nichts lesen können :) Ich hab keine Ahnung, wie du dich dabei fühlst. Ich weiss, wie ich mich fühlen würde, aber ich denke in solchen Situationen nicht so.

    Bei mir kommt dann sowas: "ja, ne, dass sind krankheitsbedingte Schwarz-Weiss-Gedanken. Entweder ich bin gar nichts und arm oder ich zerstör mich um zu funktionieren. Aber ich weiss, dass das keine reale Basis hat, sondern es auch was außerhalb des entweder-oder gibt und ich mich durchaus jederzeit verändere. Und ich weiss, dass solche Gedanken eine Ohnmacht und Hilflosigkeit auslöst, die mich daran hindert, mein Verhalten zu ändern. Es sind krankheitsaufrecht erhaltende Gedanken ohne reale Grundlage sondern nur aufgrund von alten Mustern, etc. Also mache ich kleine korrigierende Erfahrungen um zu lernen, dass es auch was außerhalb gibt, ohne dass ich die Panik nicht aushalten kann. Real gesehen heisst es nicht den totalen Kontrollverlust, wenn ich ein Kilo zunehme, das ist eine Angst, die keine reale Grundlage hat. In Wirklichkeit habe ich Kontrolle, wenn ich mich frei dafür entscheiden kann der Angst zu folgen oder nicht ohne in Panik vor Konsequenzen zu sein oder die Auswirkungen nicht ertragen zu können. etc etc...." - jetzt nur als Beispiel. Aber vielleicht hilft dir das, wenn ich dir meine Erfahrungen bei sowas mal darstelle.

    Hi siam96,


    die Frage ist doch: welche Erwartungen hast du denn an dich selbst? Bist du nur wertvoll, wenn du die Erwartungen von anderen erfüllst? Sind deine Erwartungen an dich realistisch gesetzt oder über- /unterfordernd? Sodass das gar nicht "gut" für dich ausgehen kann?


    Solange der gefühlte sekundäre Krankheitsgewinn höher und angenehmer ist, als der "Kampf" zur körperlichen Gesundheit, wird es vermutlich schwer, da Ziele zu erreichen, oder?


    Bist du in Therapie oder denkst drüber nach? Vielleicht wäre ein bisschen Unterstützung dabei, neue Muster bzw. deine Wertlosigkeit zu bearbeiten, gut? sowas lässt sich selten alleine schaffen. Da ist ja ein (Selbstwert-) Mangel in deinem Innern und meiner Erfahrung nach, kann das durch nichts im Außen gefüllt werden. Höchstens kurzfristig gedeckelt. Da muss sich erst was innerlich verändern, damit das äußerlich folgt/so wahrgenommen werden kann. Zumindest ist das der klassische Verlauf ;)


    Hast du versucht, deiner Mutter und deiner Schwerster direkt zu sagen, dass du das vermisst am Tisch? Und hast du selbst bereits versucht, von dir was zu erzählen, ohne dass sie den Schritt auf dich zugehen mussten? Wenn ja, wie war das dann?

    Hi siam96,


    so ungewöhnlich oder a-typisch finde ich das gar nicht. Was du beschreibst klingt nach sekundärem Krankheitsgewinn. Es geht wahrscheinlich primär gar nicht darum, ob du schon körperlich krank bist - psychisch scheint da doch was vorhanden zu sein, oder?

    Fraglich ist, wird dein Bedürfnis nach Zuwendung auch dadurch erfüllt? Oder ist das deine Vorstellung, dein Wunsch?


    Ist das dann echtes Interesse, wenn sich Personen für dich interessieren, wenn du dich partiell umbringst? Oder wird dann nur eine Krankheit beachtet? Bist das wirklich du als Person die da "gesehen" wird?

    Sprichst du auch mal über das Gefühl "nicht gesehen" zu werden oder "nicht interessant" (bzw. was du da eben so empfindest)?


    Welchen "gesunden" Weg gibt es, gesehen zu werden?

    Und ist das Bedürfnis, dass du versuchst über die Krankheit zu füllen ein gesundes oder eher überzogen? ist deine Wahrnehmung, dass es fraglich ist, ob sich jemand für dich interessiert real oder bereits so verändert, dass du dich auf abstruse Weise der Bindungen zu versichern versuchst, die du auf normale Weise nicht bestätigt bekommst/lassen kannst? Nicht weil dir das Umfeld das zu wenig rückmeldet, sondern weil die Rückmeldung nicht so bei dir ankommt?


    Wenn du die schwierigen Verhältnisse erwähnst - passiert das wahrscheinlich nicht ohne Grund. Vielleicht musstest du dich auf ungesunde Weise der Zuwendung deines Vaters versichern, weil es eben auf gesund nicht ging und ein Kind Zuwendung braucht um zu überleben. Jetzt bist du erwachsen, willst du das Muster ändern oder weiter füttern, indem du versuchst, Bindungs-Feedback über die Methode "Krankheit" zu "erzwingen"? Ist nur eine Theorie, aber du kannst das ja mal bei dir überprüfen.

    Es sollte doch eine bewusste Entscheidung sein, wie du deine Beziehungen zu Menschen lebst und nicht etwas, was einem kindlichen Automatismus entspringt.


    Fragen über Fragen, aber vielleicht hilft dir das ein oder andere, dich/dein Verhalten zu reflektieren.

    Hi SecretMe,


    gut, dass du jemanden an deiner Seite hast, für den Fall der Fälle. Es macht insofern Sinn, von den Suizidgedanken zu berichten, dass es entlastend wirkt, wenn man das tut. Wenn das reale Leben derzeit nicht ertragbar wirkt, ist es klar, dass man sich "weg" wünscht. Das ist dann quasi eine momentane Schutzfunktion, wenn man suizidale Gedanken hat. Heisst aber nicht, dass es nicht auch wieder anders wird. Sowas kann aber auch schnell zum Automatismus werden, dann ist das ein arges Problem. Würde mich voll für dich freuen, wenn du dich traust, das anzusprechen. Und auch klar machst, dass du gerade HIfe brauchst, in etwas engmaschigerem Umfang.

    Drücke dir dafür die Daumen. Dass du deinen Papa so vermisst, ist sicherlich schwer. Ich hoffe, dass du auch darüber gut mit der Bera sprechen kannst, auch weil es da ja noch einiges ungeklärtes gibt und das sicherlich auch viel Kapazität zieht. Vielleicht sogar auch lebensbejahende Kapazitäten?


    Halt die Ohren steif, es bleibt nicht für immer so.

    Hey SecretMe,


    morgen geht es dann ja los. Ich hoffe, deine Angst macht dich nicht wahnsinnig.

    Hast du eigentlich Notfallpläne gemacht und bereitliegend?

    Bei Beras muss man nicht zwingend telefonieren, eine E-mail tut es auch oft, wenn dir das leichter fällt. Wichtig ist, denke ich, einfach, dass du ein Helfernetzwerk hast und so aktiv merkst, dass du nicht allein gelassen bist und es immer mehrere Handlungsoptionen gibt.


    Wenn es gar nicht geht, dann kannst du entweder gehen oder du nimmst dir tatsächlich eine Auszeit und lässt dir erstmal helfen. Das Abi rennt nicht weg. Falls es daran hängt.


    Ich denk an dich.

    • hat ziemlich To-Do-Druck
    • freut sich daher aufs Training nachher
    • bemerkt, dass sich mächtig viel bewegt
    • wünscht uns einen schönen Sonntag
    • findet gerade die Likefunktion nicht (mehr)
    • fragt sich, ob die jetzt raus ist
    • ist zu faul nachzuschauen
    • liked striders letzten Beitrag auf diesem Weg ;)
    • muss sich jetzt mal um eigenen Kram kümmern
    • fasst sich an die eigene Nase

    Hallo SecretMe,


    wann machst du dann denn Abi? Nächstes Jahr ist das noch nicht, wenn du erst in 18 Monaten das Auswahlverfahren hättest?



    Das mit der Beratungsstelle klingt gut. Konntest du dort gut reden? Gehst du nochmal hin? Ich bin froh, dass du Skills usw. schon kennst und dich selbst da auch. Langfristig, wenn die Zeit dafür da ist kannst du bestimmt noch einen weiteren Skill für Hochanspannungszustände finden. Jetzt scheint aber ja erstmal anderes wichtiger.


    Wann bist du mit deinem Bruder alleine? Was gibt es für Möglichkeiten, dich zu schützen, falls du dich nicht sicher fühlst? Hast du einen Notfallplan: wenn er das und das macht, mache ich das und das? Z.B. eine Freundin anrufen und sie in der Leitung haben... oder gleich direkt eine gepackte Tasche haben und woanders übernachten. Raus gehen, wenn er aggressiv wird... sowas. Gibt es da für dich Möglichkeiten?


    Nein. Selbst wenn du sein Hemd pink färbst und es verbrennst, ist das kein Grund, dass er dir ggü. aggressiv wird. Soll er sich selbst um sein Hemd kümmern.


    Du hast keine Schuld. Und ich glaube, strider hat sich dahingehend lediglich etwas unglücklich ausgedrückt, oder? Er meinte wahrscheinlich, dass du Verantwortung für dich selbst hast. Und handlungsfähig, nicht ohnmächtig bist. Dass die Agression dahin gehört, wo sie hingehört: zu deinem Bruder. Nicht gegen dich. In einigen Punkten muss ich strider allerdings vehement widersprechen.

    Und ich finde, strider, du bist hier für meinen Geschmack viel zu weit mit "pushen" gegangen, sorry. Macht mich traurig, wenn ich mir vorstelle in so einer Lage zu sein und dann noch sowas wie "friss oder selbst schuld gefressen zu werden" "du bist verantwortlich dafür deinen Bruder zu erziehen" zu hören, von Schuldzuweisungen ganz zu schweigen. Das ist in Hochanspannungssituationen meiner Meinung nach nicht angezeigt, v.a. wenn man das Alter von SecretMe und die bisherigen und aktuellen Erfahrungen berücksichtigt. Bin da einfach anderer Ansicht. Es kann in so einem Umfeld kein Lernen, wie etwa von Abgrenzen, erfolgen. Das ist nachgewiesen. Kuschelkurs muss nicht sein, aufwecken darf sein,... aber aus meiner Sicht war der Ton nicht hilfreich, für keinen.


    Selbst wenn du, SecretMe, die Verantwortung für dich nicht übernimmst, hat dein Bruder kein Recht, deine Sicherheit zu gefährden. Man muss auch erstmal lernen, sich um sich zu kümmern. Das hat nichts mit Bequemheit zu tun. Es kann gute Gründe geben, wenn einem so etwas schwer fälllt. Zumal in einem Umfeld, wo man nicht sicher ist und unter Hochanspannung leidet. Da kann rein biologisch gesehen schon mal gar kein Lernen stattfinden.


    Und Konfrontation ist nicht immer der Richtige weg. Manchmal, aber nicht immer. Es ist auch nicht deine Aufgabe, deinen Bruder zu erziehen. Es ist deine Aufgabe zu schauen, was du für dich tun kannst. Und das kann auch einfach erstmal bedeuten, sich Hilfe und Unterstützung zu holen, wenn du überfordert und hilflos bist.


    Falls es noch Dinge gibt, die du mit deinem Vater klären möchtest. Es gibt z.B. in der Psychotherapie sogenannte Stuhltechniken. Wo du ihn z.B. imaginär auf einen Stuhl setzt und ihm das noch ritualhaft stellvertreten sagst. Oder einen Brief schreibst, etc. Das sind Techniken, die entlasten können. Vielleicht denkst du mal über sowas nach.


    Halt die Ohren steif, lG,

    grany

    Hallo SecretMe,


    herzlich Willkommen hier. Das mit deinem Vater tut mir leid. Waren deine Eltern getrennt oder hat dein Vater auch bei euch gewohnt? Dass dein Körper um Hilfe schreit, ist gut nachvollziehbar. Gibt es denn jemanden, der dir zur Seite steht bei all dem Trubel? Kümmert sich jemand um dich, dem du vertraust?


    Was wünscht du dir für die Zeit nach dem Abi? Hast du ein Ziel für dein Leben?


    Das was dein Bruder macht ist nicht okay. Es gibt keine Rechtfertigung für Gewalt. Selbst wenn du ihn provozieren würdest. Das ist nicht deine Schuld. Wie schlimm sind denn die körperlichen Übergriffe seinerseits? Hast du Angst vor ihm? Theoretisch könntest du ihn ja auch anzeigen, hast du in so eine Richtung mal gedacht? Oder ihm damit gedroht?


    Dass du auch noch Schuldgefühle wegen deinem Vater hast, ist schade. Man kann nie wissen, was in der Zukunft passiert. Und selbst wenn du gewusst hättest, dass er stirbt, hättest du keine Pflicht gehabt, ihn anzurufen. Gibt es denn etwas, dass du noch geklärt oder gesagt hättest?


    War deine Mutter schon immer so dir gegenüber? Das macht mich betroffen. Sie sollte eigentlich für ein sicheres Zuhause sorgen und nicht noch psychisch nachtreten. Wie ist euer Verhältnis, ohne dass es um deinen Bruder geht?


    Ich kann dir nur anraten, gut für dich zu sorgen. Auch wenn du dich nicht danach fühlst. So Gefühle, wie etwa Schuld oder (?) Selbsthass auszuhalten ist sehr schwer. Aber wenn man nach ihnen handelt, um sie wegzubekommen, werden sie nur verstärkt. Sie gehen nicht weg, sondern sind nur abedämpft, bis sie dann wieder voll durchkommen. Und je mehr du danach handelst, desto mehr nimmst du Situationen so wahr. Wenn du dich schuldig fühlst, wirst du viele Dinge so wahrnehmen, als wenn du Schuld hättest - auch wenn dem nicht so ist. Kennst du Skills, DBT oder sowas? Das könnte helfen.

    Hallo Laura52146,


    dann ist es doch gut, dass du hier schon etwas geschrieben hast. Aus wem besteht denn dein Umfeld und woher weisst du, dass keiner etwas mit deinen Problemen zu tun haben möchte?


    Wann soll die berufsvorbereitende Maßnahme starten? Und was sind es für Befürchtungen, die dir dabei Angst machen?


    Ich denke, du hast schon viel hinbekommen. Du bist immerhin noch am Leben und hast diesen Beitrag geschrieben. Manchmal ist sowas schwer genug.


    Wie merkst du, dass du "am Ende bist"? Wie manifestiert sich das?


    Hast du und kennst du Skills die dir helfen, wenn du nur noch Überforderung und Hilflosigkeit fühlst? Hast du bereits was Therapiemäßiges außerhalb der notfallmäßigen Aufenthalte gemacht? Das sind oft ganz andere Intentionen bei einer geplanten Therapie.


    Gibt es iwas, dass dir Kraft und Freude schenkt? Wenn du magst und es dir gut tut, erzähl doch ein wenig von dir.

    Hey Snowflake,


    wie lange konsumierst du das Zeug denn schon in dem Ausmaß?


    Warst du in letzter Zeit beim Hausarzt und hast ein Blutbild machen lassen? Oder darüber gesprochen? Wenn du täglich 2,5 L davon trinkst, nimmst du ja 250 g Zucker/Tag auf, von der starken Überdosis an zugesetzten Vitaminen, wie B12 und B6, etc. ganz zu schweigen. Kein Wunder, wenn dich das pushed und abhängig macht. Allein bei dem Zuckerkonsum dreht jeder Körper durch. Nieren, Hormone, etc...

    Zitat

    Gibt eh keine Lösung für mich, in einer Suchtstelle würden die mich sicher auslachen, weil es eben nur Energys sind


    Zigaretten sind auch "nur" Zigaretten und dennoch gehen Menschen deswegen oder wegen Essstörungen zu Suchtberatungsstellen. Was hast du zu verlieren? Das sie dich wieder wegschicken,... wohl kaum.


    Bist du wegen den psychischen Sachen in Therapie und/oder beim Psychiater? Du nimmst das ja, um deine Psyche zu kompensieren, zumindest liest sich das so. Vlt. gibt es Medis, die dich alternativ entlasten können?


    Ich habe das Zeug auch eine Weile getrunken, allerdings zuckerfrei (nicht besser). Aber nie in dem Ausmaß wie du. Dennoch hat es sich schnell in meinen Blutwerten wiedergefunden, durch die Vitaminüberdosis. Fand es vergleichsweise schwer, mir das wieder abzugewöhnen.

    Hm, mir hat die Option gefehlt, dass das Likesystem verändert werden kann, aber ich die Dislike-Funktion lieber nicht hätte. Deswegen egal.

    Dachte mir dabei, wir befinden uns im Selbsthilfebereich, hier sollte Kritik konstruktiv sein. Dislikes ohne Erklärung sind das in meinen Augen zumeist nicht. Allerdings sind wir ja auch schon alle groß und die Leute können nachfragen, bei Dislikes. Deswegen hatte ich egal gewählt.