Beiträge von grany

    Hi Jenno,


    das muss sich ja praktisch nahezu so anfühlen, als hättest du ein weiteres Kind zu Gast, dem du eine schöne Zeit bereiten sollst. Es liest sich für mich absolut so, als wärst du die einzige Erwachsene in dieser Familie. Für mich sehr nachvollziehbar, dass du wütend bist. Du schulterst ja nicht nur die praktischen Aufgaben, sondern auch die emotionalen und die Fürsorge insgesamt. Hast du eigentlich überhaupt jemanden, mit denen du deine Ängst und Sorgen teilen kannst? Da ist sicherlich wenig Zeit für über, oder?


    Krankheit hin oder her - das ist ja offensichtlich auch ein Einstellungsproblem. Hast du ihm schon die Grenze kommuniziert, dass du so nicht mehr kannst und auch nicht willst? Heißt ja nicht, dass er von null auf hundert seine Rolle einnehmen muss, aber zumindest doch mal einige Prozent als Prozess wären drin und dich auch nicht zusätzlich eifersüchtig in Beschlag zu nehmen.


    Zeit zu verbringen okay, aber d.h. da muss dann auch jeder seinen Teil beitragen, damit man das kann. Kannst du denn überhaupt noch? Willst du überhaupt noch? Gibt es eine Frist, wann sich das so ändert?

    Das sind doch wichtige Neuigkeiten. Ihr habt den Weg und die Richtung somit schon bestimmt. Angesichts des Problems ist es wirklich toll, dass eure Tochter sich euch anvertraut hat, selbstintrinsisch motiviert zu sein scheint und ihr sie auch noch unterstützt. Das sind sehr gute Voraussetzungen. Das liest man auch nicht so oft.

    Hallo Kerstin,


    wahrscheinlich ist das der Komminkation geschuldet. Vielleicht hat es deine Tochter so aufgefasst oder sie hat es euch nicht hinreichend erklärt. Dem Konsum liegt ja wahrscheinlich ein Problem zu Grunde. Wahrscheinlich soll ihr diese Übung ein Bewusstsein für den Konsum verschaffen und in einem zweiten Schritt darauf aufmerksam machen, was sie damit verhindert.


    Von heute auf morgen aufzuhören kann schon funktionieren, dann ist aber eben die Gefahr gegeben, dass sich das Problem eine andere destruktive Lösung sucht. Fraglich ist auch, was eurer Tochter langfristig hilft. Und ob ihr helfen wollt oder nur eine schnelle Lösung für die unmittelbar nächsten Wochen auch hinsichtlich der Schule sucht.


    Das ist ja auch kein feststehender Zustand, wenn ihr das zunächst geraten wurde. Sie soll jetzt alles auf einmal hinbekommen: Schule, Clean werden, klar kommen? Wenn das vorher nicht einfach so funktioniert hat, wie soll es das jetzt? Das ist nicht ausschließlich eine Entscheidung, sie ist ja noch nicht erwachsen, ihr fehlts da an Kompentenzen und die muss sie erstmal entwickeln können. Und unter (elterlichem) Druck lernt man leider nur schwer.


    Ich würde euch auch dringend raten, selbst den Kontakt zu einer Suchtberatung oder Selbsthilfegruppe zu suchen. Falls es nötig ist, dann könnt ihr euch ja eine eigene Beraterin / Berater suchen, damit diese für eure Tochter parteiisch bleibt. Nicht in dem Sinne, dass sie weiter konsumiert, sondern dass sie sich verstanden fühlt und Vertrauen fassen kann ohne zuzumachen. D.h. natürlich auch, dass euch die Inhalte ihrer Gespräche nicht direkt mitgeteilt werden.

    Hallo terraexist,


    natürlich doof, dass die Situation für dich so leidvoll ist. Es wäre wahrscheinlich einfacher für dich, wenn du ihr Verhalten ein bisschen mehr einordnen könntest? Würdest du dann auch besser mit einer "Abfuhr" zurechtkommen?


    Ich meine, du schreibst derzeit alles ihrer Krankheit zu. Identifizierst sie damit und auch deine alten Erfahrungen sind alle aktiv. Aber Borderline ist immer noch nicht gleich Borderline! Das ist ein rießiges Sprektrum und immernoch eine Auffangdiagnose. Es macht ehrlich gesagt überhaupt keinen Sinn, ihr Verhalten unter Borderline zu verorten. Es geht nicht nur um sie, sondern um euch. Und sie besteht sicherlich nicht nur aus der Krankheit. Das allgemeinen Borderline-Beziehungsverhalten zuzuordnen ist wenig hilfreich, es sei denn, sie hat dir schon genaustens erklärt, wie sich Borderline bei ihr auswirkt - das ist total individuell! Zudem: wer sagt, dass ihr Verhalten ihrer Krankheit geschuldet ist und nicht einfach einem Gesinnungswandel oder dem etwas unreifen Versuch dir Grenzen zu setzen und die Beziehung "sanft" zu beenden? Wenn jemand eine Hormonwechselstörung hat und deswegen phasenweise im Verhalten zur Furie wird und sich dann aufregt, dann fragt man u.U. auch mal nach, ob das jetzt "ernst" ist oder den Hormonen geschuldet und übermorgen wieder anders ist. Die Leute können das meistens zielgenau rückmelden, wenn man sie offen darauf anspricht. Wenn deine Freundin das noch nicht kann, dann ist sie auch kaum beziehungsfähig. Aber dann wird sie dir auch nicht sagen können, dass sie dir eigentlich noch zugewandt ist. Zumindest meiner Meinung nach.

    Sie hat ihre Bedürfnisse doch erstmal kommuniziert - durch "Nichtkommunikation" quasi. Sie hat sich nicht weiter erklärt, aber dir trotzdem Grenzen verpasst oder? Das ist blöd für dich, ja, weil du es nicht zuordnen kannst.


    Wie wäre es, wenn du diese Grenze grundsätzlich beachtest und ihr aber nochmal kommunizierst, ohne Vorwürfe, dass du unsicher bist aufgrund ihres Borderlines ob das symptomatisch ist und sie gerade in einer "geh-weg-Phase" ist oder ob es ein krankheitsunbedingtes Grenzenziehen ganz generell ist. Und dass du einfach damit für dich umgehen möchtest, ob sie dir da mit einem kurzen Feedback helfen kann, auch um sie in ihren Bedürfnissen zu repektieren und um für dich die Situation zu sortieren. Das tut dann vielleicht weh, aber dann könntest du es bestimmt bessser für dich einsortieren?


    Grundsätzlich ist es vielleicht auch mal sinnvoll, dein eigenes Bindungsverhalten anzuschauen. Hast du ja auch bereits begonnen. Deine negativen Erfahrungen übertragen sich, wie du es beschreibst. Und wirken somit fort. Uncool, oder? Auch wenn du z.B. schreibst, dass du siehst, dass sie online ist, etc. und deine Angst spricht ja auch für Leidensdruck der von dir aus kommt. Denn mit einer psychisch gesunden Person wäre deine Angst bei sowas wahrscheinlich da. Und es hat sicherlich auch einen Grund, dass du dich psychisch instabilen Personen zugewandt fühlst. Das ist kein Vorwurf, nur ein paar Impulse.

    Hallo Dorle,


    bei Freunden von mir hat sich letztlich rausgestellt, dass das beim Mann organische Ursachen hatte. Seine Testosteronwerte waren einfach komplett außer Rand und Band.


    Bevor man da psychisch total viel reininterpretiert, lohnt sich vielleicht auch mal der Blick auf den Hormonspiegel, zur Sicherheit.


    Euer Sexualleben zu beurteilen ist fragwürdig, denn was ist schon "normal". Ihr seid nur mit euren Bedürfnissen so derzeit nicht ganz kompatibel. Das muss jetzt nicht heißen, dass einer "falsch" ist. Dennoch ist ein Blick hinter die Kulissen auch nicht ganz abwegig und schon so manch eine Sexualtherapie hat eine Ehe gerettet. Da ist ja auf beiden Seiten erheblicher Leidensdruck vorhanden. Liest sich, als lohnt es sich für eure Lebensqualität Hilfe in Anspruch zu nehmen.

    • ist gut drauf
    • sitzt gerade an meinereiners gerade eingetroffenem neuen Ultrabook
    • freut sich darüber sehr
    • genießt einfach mal einen Moment, wo alles okay ist
    • wurde vorhin sehr krass die Vorfahrt genommen
    • konnte sich nur durch einen extremen Sprung retten
    • findet das passend zur Woche
    • befindet sich wohl an einem Wendepunkt

    Hallo SecretMe,


    EMDR ist gut erforscht. Aus Studien geht ganz klar hervor, dass dies eine Methode ist, die bei Mono-Traumata, die zudem nicht entwicklungsbedingt sind am Besten wirkt, aber bei frühkindlichen oder Poly-/komplexen Traumata nicht wirksam, tendentiell ungeeignet ist. Traumatische Inhalte werden bei Erfolg in das eigene Leben integriert und können so verarbeitet werden.


    Bei aktuer oder posttraumatischer Belastungsstörung ist es aber eben ähnlich wie bei Borderline: Das Spektrum der Krankheit ist weit. Nicht jede Methode passt in jedem Fall. Was für den einen gut ist, ist es nicht unbedingt für den anderen, trotz gleicher Krankheit. In der Traumatherapie gibt es vielfältige Methoden, EMDR ist nur eine von vielen. Wird aber derzeit häufig standardisiert angewandt, weil sie klinisch eben ganz gut belegt ist.


    Besonders relevant ist bei EMDR auch das Therapeuten-Klienten-Verhältnis. Und natürlich auch, welche EMDR-Qualifikationen und Traumata-Kompetenzen der Behandelnde hat. Da gibt es fachlich gewaltige Unterschiede. Die therapeutische Beziehung sollte auf jeden Fall schon tragfähig und stabil sein.


    Ich kann dir nur so allgemein antworten, weil das eben für jeden individuell ist.

    Ich denke, du solltest für dich überlegen, welche der Alternativen dich langfristig gesehen gesund macht.


    Was behindert dich, es ihr zu erzählen? Ist es ein Bindungsaspekt, ist es Scham, die Sorge um dein Gegenüber?


    Und wenn du diese Fragen für dich beantwortet hast. Kannst du hinterfragen, welche dieser Antwort-Gedanken für deine Gesundheit förderlich sind, welche nicht. Und dich dann entscheiden, ob du nach diesen Gedanken handelst oder nicht.


    Es bringt nichts, wenn wir hier diese Arbeit für dich übernehmen. Aber vielleicht bringt es dir was, deine Antworten hier festzuhalten, und Feedback zur Sortierung zu bekommen. - Das denke ich ;)

    ...freut sich über Zynas "Verirrung"

    ...drückt pamuk fest die Daumen

    ...wird langsam klüger in manchen Belangen

    • wird es gerade auch hier etwas zu viel
    • macht sich daher ein paar Tage rar
    • wünscht (uns/) allen eine gute Zeit

    Hi,


    was bräuchte es denn, dass du darüber sprechen kannst? Was könnte schlimmsten Falls passieren, was sind da konkret deine Befürchtungen?


    Glaubst du, dass du sofort alles ansprechen musst?


    Wann möchtest du das angehen?


    Dass das sehr unangenehm ist, können hier, denke ich, viele nachvollziehen. Das sind oft die Startschwierigkeiten vor einer Therapie...

    Auch den Gedanken endgültig ver-rückt zu werden ist den meisten wohl nicht fremd. Mit diesen Dingen bist du echt nicht alleine. Klar gibt es auch gute Tage. Es gibt aber auch schlechte. Der Mensch ist halt nicht so konstant, wie wir uns das vorgaukeln. Man muss auch nicht non-stopp leiden, um Hilfe in Anspruch zu nehmen (können/dürfen).


    Vielleicht magst du hier ein bisschen Vorarbeit leisten und darüber nachdenken, ... wie es wäre, prof. Hilfe in Anspruch zu nehmen und eben - was dich daran hindert.


    Viele Grüße

    • hat jetzt auch wieder funktionierendes Internet
    • muss sich daran erstmal wieder gewöhnen
    • legt eine Nachtschicht ein, heute
    • winkt in die Runde

    Naja, es stimmt schon, dass es bei der Verbeamtung sein kann, dass man aufpassen muss mit Psychotherapie. Man wird ja z.B. auch u.U. wegen Adipositas nicht verbeamtet.


    Ist aber immer von Laufbahn und Bedingungen abhängig. Zumeist werden die letzten zwei Jahre Krankengeschichte einbezogen und der Amtsarzt entscheidet im Einzelfall - da muss man dann eh die Schweigepflicht für den Zeitraum abtreten, sonst wird man nicht verbeamtet. Danach auch noch die Probezeit. Also u.U. ist durchaus auch eine ambulante Psychotherapie ein Problem. Aber das ist nicht pauschal so!


    Allerdings kann man sich auch an einen Arzt, z.B. Psychiater, wenden, der sich mit Beamtenrecht auskennt und einem entsprechend bescheinigt, dass die psychische Krankheit und die Therapie selbiger keinen Einfluss auf die Berufsprognose hat. Gibt nicht so viele, die das drauf haben, aber es gibt sie. Man kann sich da auch beim Anwalt etc. informieren! Man kann Therapie machen und verbeamtet werden - ja. Aber man muss das clever angehen, was u.U. viel Arbeit und Zeit erfordert.


    Dennoch muss man auch überlegen - was passiert, wenn ich eine Behandlung noch vier Jahre aufschiebe? Bei Zwangsgedanken etc. - sind vier Jahre .... oje! Dann hat man vielleicht eine Verbeamtung (vielleicht!) und kann damit nichts mehr anfangen, weil das ganze Leben ruiniert ist oder man eh nicht mehr arbeitet. Bei Zwängen ist meiner Erfahrung (als Angehörige) nach entscheidet, schnell Hilfe zu suchen, da man sonst Jahre länger braucht.


    Auf jeden Fall MagicThoughts kannst du einen Termin beim Psychiater etc. vereinbaren - das ist keine Therapie. Und in eine Beratungsstelle für psychisch Kranke gehen. Vielleicht ist z.B. auch Beratung (z.B. Diakonie) als Übergang eine Option? Oder du zahlst die Therapie privat. Vielleicht findest du ja auch schnell einen Arzt, der sich mit Beamtenrecht auskennt. Und du solltest genau wissen, wie deine Verbeamtungs-opitionen real aussehen. Wenn das nur "iwann" im Raum steht z.B. - dann ab in die Klinik!


    Alles Gute :)

    Hi,


    viele die hier mitlesen sind wohl aufgrund von Konsum, Medikamention, Erkrankung, mehrere Sexualpartner oder auch SVV vom Spenden ausgeschlossen, denke ich. Allerdings besteht dann dennoch die Möglichkeit das Blut für Forschungszwecke zu spenden.


    Ich war phasenweise regelmäßig Blutspenden. Das ist bei mir wichtig und ich werde auch sehr häufig kontaktiert, da ich eine sehr seltene Blutgruppe habe und mein Blut zudem irgendwie besonders zum Spenden ist. Letzteres hat sich nach einer Blutspende rausgestellt, wo etwas nicht im Parameter gemessen werden konnte und ich Post von der Blutspendestelle bekam, mit einem Messset und der Bitte zum erneuten Blutabnehmen beim Hausarzt, der dann wiederum die Proben an die Forschungsstelle des Blutspendedienstes einschickte. In meinem Fall wird daher abgewogen, ob mein Blut doch verwendet wird. Da bin ich dann auch immer 100% ehrlich, wie es in letzter Zeit aussah mit Ausschlusskriterien. Und hab immer ein wenig schlechtes Gewissen, der Allgemeinheit gegenüber, wenn ich nicht gehen kann.


    Ich hab mit Blutspenden null Probleme, abgesehen davon, dass es manchmal schwer ist, eine geeignete Stelle zu finden. Ich habe bereits selbst Blutkonserven benötigt und bin froh, dass es sowas gibt. Von daher ist es auch meine Verantwortung, das zu unterstützen.

    Hi 6tati5,


    die Telefonseelsorge hat inzwischen auch Seelsorge per E-mail. Das ist übrigens überkonfessionell.


    Ansonsten gibt es natürlich auch die Möglichkeit z.B. über deinen Hausarzt. Oder du wendest dich an deine Krankenkasse zwecks einer therapeutischen Sprechstunde oder direkt an Therapeuten, die eine anbieten. Dann kannst du erstmal reinschnuppern, ob du dir eine Therapie vorstellen kannst und bekommst professionelles Feedback, ob das für dich ein Weg wäre. Das ist erstmal unverbindlich.

    • freut sich sehr über pamuks good vibes
    • hofft Fenellas kommende Woche wird besser
    • war gerade wählen im leeren Lokal
    • kämpft sich so durch

    Hallo nochmal,


    Nein, mein Sohn weiss nicht dass ich hier schreibe. Es ist anonym, also wo ist das Problem.

    Kein Problem. Das hatte ich nachgefragt, weil ich wissen wollte, ob es vielleicht einen Handlungsauftrag/-bitte von deinem Sohn an dich gab.


    Manchmal kann es helfen, die Ebenen ein bisschen zu differenzieren. Es geht ja (beispielsweise so ausdifferenziert) um

    - deinen Enkel als Person

    - reale Hilfsmaßnahmen für ihn

    - die Beziehung zwischen Vater und Sohn (und Mutter)

    - die Folgen und das Erleben für/des Vaters als Person

    - die Beziehung zwischen dir und deinem Enkel

    - die Beziehung zwischen dir und deinem Sohn

    - um dein Erleben.

    Oder?


    Und da du hier schreibst, wollte ich einfach mehr zu den Sachen wo man über dich am meisten Bezug hat - zu deinem Erleben, zu der Beziehung zu deinem Sohn und Enkel etwas erfahren, nachdem du schon was zum Rest gesagt hast.


    Dein Erleben hatte ich nur indirekt durch das Schildern über die anderen Ebenen aufgenommen, deswegen habe ich es nochmals direkt erfragen wollen. Manchen hilft es ja manchmal, z.B. hinzuschauen, wenn dein Sohn dir davon erzählt und dir sein "Leid" zeigt, was das mit dir ganz genau macht. Z.B. erzählt er dir von deinem Enkel informativ oder will er (unbewusst) Rat oder Trost oder Rettung o.ä.?

    Und was macht das dann in so einem Gesprächsmoment mit dir? Und wie kannst du für dich da sorgen. Z.B. hast du das Bedürfnis hilfreich zu sein, deinen Sohn zu schützen, fühlst du dich ohnmächtig und das alles gleichzeitig, oder oder oder? Und kannst du dann real auf der Handlungsebene was tun. --> Das war meine Frageintention. Hast du ja aber auch schon z.T. beantwortet. Und muss für dich ja nicht unbedingt hilfreicher sein, das so zu zerlegen. Ich war mir nur nicht sicher, ob du auch bei dir bist und nicht nur bei Sohn und Enkel, aber den Zweifel hast du nun ausgeräumt.


    Ich finde es gut, dass du hier schreibst, so wie du es beschreibst ist das ja auch schon eine Art Selbstfürsorge, denke ich. Du kümmerst dich dadurch ja auch um dich. Und bist somit ein gutes, gesundes Vorbild für deinen Sohn und Enkel. Vielleicht gibt es noch mehr, was dich da "angstfreier" macht?


    Ich drücke fest den Daumen, dass es durch die neuen Entwicklungen eine entscheidende Wende gibt.


    Rabert : Wenn dir eine Antwort auf deinen Post wichtig ist, schlage ich vor, wir machen am Wochenenden einen neuen Thread im Offtopic auf und ich nehme dazu Stellung, o.k.? Ich möchte mich dir nicht entziehen, ich hab das in die Runde geworfen. Für mich könnte ich es auch mit dem jetzigen Dissens belassen.

    Hallo,


    zwar habe ich keine große Lust auf eine Grundsatzdiskussion, allerdings sprechen wir hier immernoch von Minderjährigen. Und da muss ich quasi aus beruflicher Perspektive antworten. Sonst plagt mich nachts mein Gewissen, weil mein innerer Beschützerinstinkt, geprägt durch meine Arbeitserfahrungen rauskommt ;)


    Den in Analogie gestellten Kausalschluss von "dem Bösen" bei Menschen - hier bei Kindern und Jugendlichen in den Raum zu stellen, aufgrund von drei Quellen, die nicht gerade für den geschilderten Fall einschlägig sind und vor diesem Grund eine Handlungsempfehlung zu äußern kann ich nicht unkommentiert lassen.


    Gut der ein oder andere hat wohl ein Weltbild, das dem entsprechen mag. Aber generell hilft es niemanden von einem FAll auf den anderen FAll und dessen Verlauf zu übertragen. Wir Menschen neigen ab und an dazu die gemachten Erfahrungen auf andere zu übertragen, was gut und was schlecht sein kann. Allerdings ein "Kind" oder einen "Jugendlichen" als quasi unheilbar schädlich für die Eltern darzustellen, per Ferndiagnose, halte ich für ausgesprochen - tja, tastächlich gefährlich. Gefährlich, weil es eine Einstellung stützt die suggeriert es gäbe eine "Schuld". Gerade wenn es um Mode-Ferndiagnosen z.B. des "Narzissmus" geht. Wer weiss den schon, was eigentlich passiert ist? Vielleicht gab es Missbrauch oder ein Trauma oder die Bindungsprblematik oder sonstwas. Natürlich keine Entschuldigung dann andere zu "terrorisieren", auch nicht durch die eigene Destruktivität. Aber es ist immer Aufgabe der Erwachsenen, erwachsen zu bleiben. Und im Falle einer Überforderung oder (Selbst-)Gefährdung sich entsprechend Hilfe zu holen. So ein Fall ist nie hoffnungslos, auch wenn es so aussehen mag. Professionelle Anlaufstellen können durchaus damit umgehen und helfen. Es muss nur die passende Hilfe sein. Das kann u.U. bis dahin gehen, dass Sorgerecht freiwillig abzugeben. Das Kind als Zerstörer der Eltern - sorry, das gibt es nicht. Beruflich hatte ich noch niemals einen einzigem Fall, wo bei sowas das Familiensystem oder die Erziehung "gesund" verlaufen wäre. Wie gesagt, keine Entschuldigung, aber Kontexte darf man nie außer Acht lassen und schon gar nicht isolierte pauschalisierte Aussagen über Kinder treffen. Da werd ich sauer. Ich seh zu oft, was mit solchen Kids passiert. Es gibt Hilfe und Distanz für solche Fälle. Man muss den Kids wirklich nicht den Stempel des Narzissmuses, der Schuld oder des "bösen" aufstempeln. Zumal man sie gar nicht persönlich kennt. Klar, hilft es sich schneller davon zu distanzieren, aber ansonsten ist das eine etwas einfache Wirklichkeit. Und wenn wir als Gesellschaft so eine Kultur der Abstempelung mittragen, was macht dass dann mit Kindern generell? Das ist eine Art von Mobbing. Mobbing durch Erwachsene. Und wenn da tatsächlich dann ein ganz anderer Kontext dahintersteht, als es für Außenstehende sichtbar ist kann es ganz schlimm werden. Aber selbst wenn kein Kontext dahintersteht, muss man sich mal vor Augen halten: ist es denn normal, dass sich ein 15 jähriger derart selbst schädigt, indem er die Zukunft an den Nagel hängt? Macht er das, weils ihm so viel Spaß macht? Und er gerne seine Eltern und die Insitutionen ärgert? Es mag sein, dass ihm alles egal ist, ... aber dann ist er sich selbst am allermeisten egal. Das muss überhaupt nicht damit einhergehen, dass man z.B. assoziale oder dissoziale Tendenzen hat. Davon kann ich hier nicht die Spur erkennen. Das geht in die gleiche Richtung, wenn ein Kind sich lasziv verhält und ein Erwachsener nicht die erwachsene Rolle übernimmt und sich davon abgrenzt. Ist das Kind dann auch schuld? Klar, ein krankes Kind kann zu viel für eine Familie sein.


    Das Kind, das seine Eltern zersört ist schuld, dass die Eltern kaputt sind ist eine Hexenjagd. Eltern sind nicht Opfer ihrer Kinder. Außer sie machen sich selbst dazu. Es gibt immer ein Gefälle zwischen einem Erwachsenen und einem Minderjährigem. Klar gibt es auch schon Kinder, die sind sehr krank, unbeschulbar, gewalttätig, etc. - allerdings sind sie niemals unheilbar krank oder gar böse. Das ist kein unabwendbarer, unheilbarer Stauts. Und Eltern müssen sich deswegen auch nicht "terrorisieren" lassen. Sie müssen "nur" der elterlichen Verantwortung nachkommen und sich entsprechend Hilfe holen! Nicht nur für die Kids, auch für sich selbst.



    Aus der Perspektive der Oma, ist es natürlich, sich um den Sohn zu sorgen, wenn beim Enkel so viel schief läuft. Aber das ist längst kein Grund, den jungen Mann zu verteufeln. Der Sohnemann ist Erwachsen. Und anscheinend bereit, seine elterliche Rolle weiter einzunehmen. Das was man indirekt von ihm faktisch zugetragen wird, ist die Sorge um die finanzielle Belastung, Hilflosigkeit und Überforderung. Der Sohn ist allerdings weder für Beziehung noch für die Boutique noch für die Lebensführung der Kausale Grund. Vielleicht hat er damit zu tun, ja. Aber es gibt ausreichend Unterstützung, wenn man mit der elterlichen Rolle überfordert ist, diese Überforderung geringer zu halten. Der Sohn hat ja schon entsprechende Maßnahmen ergriffen. Vielleicht wäre es sinnvoll, dass hier eine Therapie oder eine Elternberatung oder ähnliches stattfindet, damit diese Belastungen in der Elternrolle aufgegriffen werden kann. Vor einer finanziellen existenziellen Bedrohung - da lässt sich, wie Franz schon angedeutet hat, auch einiges machen.



    Ich frage mich, Erbsbohne, was möchtest du eigentlich? Wie geht es dir damit, diese Szene zu betrachten? Weil bisher versuchst du Hilfe für deinen Sohn zu suchen, so wirkt es zumindest? Aber weiss er überhaupt, dass du hier schreibst? Und wie viel hast du eigentlich mit deinem Enkel zu tun?

    Vielleicht hilft es, einfach auch bei der Sache zu bleiben. Und nicht über dich, über deinen Sohn über deinen Enkel zu sprechen... - Du machst dir doch Sorgen um deinen Sohn und möchtest für ihn Entlastung erreichen? Es geht hier doch mehr um Angst um den Sohn und um den Umgang damit, denn um die reale, auf Fakten beruhende Situation, oder?

    Wie gehst du mit diesen Sorgen um? Was macht das mit dir? Glaubst du, dein Sohn bekommt das alleine hin? Wie gehst du damit um?