Beiträge von cijay

    Hallo Franz,


    vielen lieben Dank für Deine Worte. Alles Gute und Liebe im neuen Jahr. Ja, du hast in dem was du schreibst recht. Es hat sich mittlerweile etwas getan. Positiv, wie leider auch negativ da wir nun noch mehr wissen. Er hat am 31.12. einen Vertrag mit seiner Freundin von allein aufgesetzt. Ich zitiere: Wir möchten ab dem 31.12.2018 unser Leben um 180 °C drehen und einen Entzug machen. Zum Glück konnten er das mit unserer Hilfe, da er doch wieder schwankte, umsetzen. Er ist nun im Entzug. Hier tut sich nun das ganze Ausmaß auf. Wahrscheinlich ist auch Crystal im Spiel. Er sieht aus wie ein Wrack. Vor einem Jahr ist er noch Skateboard gefahren. Er tut mir so leid. Er ist glaube im inneren noch ein ängstlicher und trotz seiner Verfehlungen ein herzensguter Mensch. Genau Sylvester hatte er eine Attacke im Krankenhaus und schrie mir ins Telefon"Holt mich hier raus...sofort" Die Pfleger waren gerade draussen und haben sich das Feuerwerk angesehen. Da habe ich überall versucht jemanden zu erreichen. Man hat ihm dann Benzos gegeben um ihn zu beruhigen und in einen Beobachtungsraum gelegt. Er hat jemanden in dem Moment gebraucht, den er in den Arm nehmen konnte. Ich konnte nicht zu ihm. Das hätte alles kaputt gemacht. Das war die bisher schwerste Stunde meines Lebens. Heute waren wir bei ihm und er ist fix und fertig aber wieder stabiler und hatte interesse an Sport. Er wiegt bei 1,8m nur noch 58 kg. Das ist der Hammer. Zum Glück scheint dieser extreme Missbrauch nur ca. ein Jahr gewesen zu sein, mit Abstinenzphasen. Wenn er keine Symptome hat ist er unglaublich beim Reden und auch inhaltlich erzählt er keinen Quatsch. Man sagte mir, dass er durch diese kurze Zeit noch gute Chancen hat. Morgen beginnt die Therapie für 3 Wochen. Danach beginnt die eigentliche Arbeit und ich hoffe wir finden da das richtige Konzept. Meines Erachtens sollte er für 6 Monate in eine Therapie, wo er wieder die normale Lebensweise erlernt. Erst wenn das gelingt kann er an eine Ausbildung denken. Das ist aber wirklich gerade eher nebensächlich. Hauptsache ist er lernt sich wieder zu lieben und sich seine Verfehlungen zu verzeihen. Er erfährt von uns bedingungslose Liebe wenn er sie möchte ohne Verurteilung. Ich will ihn auch nicht erdrücken und will ihm zeigen, dass er doch ein ernstzunehmender Mensch ist und meinen vollen Respekt bekommt. Er wird in 3 Wochen 18 Jahre. Das soll er glücklich in Erinnerung behalten.

    Was gibt es für Erfahrungen im Umgang mit den Betroffenen Menschen? Oder hat jemand Ideen für die Zeit nach der Entgiftung?

    Mich wird die ständige Angst vor einem Rückfall begleiten. Die Liebe zu seine Freundin scheint Halt und Hindernis zu sein. Was das Mädel mit 16 von sich gibt ist der Hammer. Er ist absolut hörig und Trennung würde ihn zerbrechen.

    Ich weiß nicht was ich tun kann um andere Eltern zu sensibilisieren. Was hier los ist, ist erschreckend. So viele sind betroffen. (Ostthüringen)

    Ich werde jetzt ein Tagebuch anfertigen und mit seiner Zustimmung Bilder von Ihm machen und seine hoffentlich Genesung für Ihn festzuhalten oder einfach meinem (unseren) Schmerz Worte zu Geben. Wenn meine Frau (Stiefmutter) nicht so geduldig wäre, würde ich das hier glaube nicht mehr schreiben können. Sie ist eine unglaubliche Stütze und ich danke ihr übermäßig für diesen Halt.

    Vielen Dank fürs Lesen und wenn es Tipps gibt werde ich alles wohlwollend aufsaugen.


    Ich wünsche allen die nötige Stärke zum Durchhalten.

    Es wird besser.


    Cijay

    Hallo Alleswirdbesser,


    auf jeden Fall ist dein Weg der Richtige. Schmeiss das Zeug alles weg. Das ermöglicht dir in schwachen Momenten nicht so schnell an so etwas zu kommen. Entzugserscheinungen hat man in jedem Fall. Schweißausbrüche unruhiges Schlafen und div. andere körperliche Erscheinungen. Das schaffst du. Schwieriger scheint es später mit der Psyche zu werden. Dein Körper wird bestimmt noch lange danach schreien. Ich weiß das durch Unterhaltungen mit meinem Sohn. Er macht gerade wieder einen Tiefpunkt durch. Vielleicht bei guten Freunden anrufen oder mit ihnen etwas unternehmen. Hauptsache ablenken. Die Probleme werden weniger, aber das dauert.

    Ein ganz großer Schritt ist es, sich hier zu öffnen. Da gehört meines Erachtens viel Mut dazu. Du hast den Teufel in dein Leben gelassen und diesen zu vertreiben bedarf viel Kraft. Ich sehe das absolut bei dir.

    Wenn du aufhören möchtest darfst du nicht einen Zug mehr davon nehmen. Nur ein bisschen gibt es nicht. Aber die Einsicht hast du selbst.


    Du bekommst das hin. :thumbup::thumbup:

    Cijay

    Neuer Stand,


    nach 3 Tagen auf MDMA haben wir gestern den Notarzt geholt. Die waren wirklich super und haben eine Stunde auf ihn eingewirkt um einen Entzug zu machen. Er hatte Kieferspasmen. Puls und Blutdruck waren normal. Leider hat er nicht zugesagt. Es war schon alles vorbereitet. Ich hatte auch in der Klinik angerufen das sie ihn zwangsaufnehmen. Wir hätten das dann noch mit dem Richter geklärt. Leider ging es dann wieder nach hinten los. Er sagte dann ich bin jetzt hochmotiviert und will die Drogen nicht mehr. Die Ärztin meinte dann zu mir, dass es bei MDMA nicht ohne fremde Hilfe mehr geht. Das ist in der Regel nicht zu Schaffen. Sie hat viele Jahre Bereitschaftserfahrung und muß bei solchen Menschen zusehen wie sie über die Jahre verfallen. Ich verstehe nicht warum die jungen Leute diesen Strohhalm nicht greifen wollen. Nur ein ja und man hat die Chance auf ein neues Leben.

    Nun muß ich zuschauen bis er das nächste mal wieder abstürzt. Ich hoffe so auf den Richter, das er ihn das als" Strafe " auferlegt.


    :-( Cijay

    Hi ich nochmal,


    du schreibst in einem anderen Thread über Gedächtnisprobleme. Ich denke schon, dass sich da einiges verbessern kann oder auch völlig gesunden kannst. Das Hirn ist sehr flexibel. Da braucht man auch Geduld und Training.

    Ich bin so in einer Zwickmühle mit meinem Sohn. Ich liebe ihn ohne Ende und mache hier bestimmt ohne Ende Fehler. Er braucht klare Linien und Aufgaben. Bei mir nimmt er das leider nicht mehr an. Hab schon überlegt ihn zu schnappen und 5-6 Wochen auf ne Insel in Schweden oder nach Kuba. Aber was ist dann? Vielleicht hat er mich dann noch mehr satt.

    Alles Mist.

    Naja, die Zeit wird es zeigen. ich wünsche dir so sehr aus diesem Teufelskreis heraus zu kommen. Das Leben ist eigentlich so geil.


    Cijay

    Vielen Dank,

    das ist echt lieb. Er wird jetzt richtig runter fallen und das auch müssen, denke ich. Ganz viele Menschen um ihn haben sich für Ihn eingesetzt und stark gemacht. Leider hat es nichts gebracht. Nun ist er an der Reihe sich zu helfen. Ich hoffe das trifft so zu. Ich finde Deine Ehrlichkeit und dein Interesse, dich da rauszuziehen Wahnsinn. Das zeugt von innerer stärke. Mir kommen gleich die Tränen, weil ich diese Kraft meinem Sohn auch wünsche. Bis vor einem Jahr war er noch top fit. Hat Parkour gemacht, geile Beats am Rechner programmiert und wollte Tontechnik studieren. Mir fällt es schwer mich in einen 18 jährigen hinein zu versetzen, das sich da ganz viel verändert. Das ist bei mir schon lange her ;-). Er sollte doch trotzdem vor sich den Respekt nicht verlieren.

    Demnächst hat er seine Gerichtsverhandlung und ich werde die Jugendgerichtshilfe auf Knien anflehen ihn in einen Zwangsentzug zu bringen und danach eine mehrwöchige psychische Betreuung. Wenn er aufwacht, wird das für ihn der Hammer werden. Jede Sozialarbeit oder Geldstrafen würden ihn kalt lassen. Vielleicht nach dem Entzug.

    Lieber Bijuu, ich wünsche Dir von ganzen Herzen ein erfülltes und sorgenfreies Leben.


    LG Cijay

    Liebe Forumsmitglieder,

    seit einem Stubendurchgang (Polizeiliche Durchsuchung) in unserm Haus, wurden wir von einer Minute zur Anderen in eine uns völlig fremde Welt hineinkatapultiert. Seit ca. 4 Jahren hat er mehr oder weniger mit Cannabis zu tun gehabt. Seit 2 Jahren ist bei ihm Mischkonsum und dealen bekannt. (Seine eigene Aussage) das Ging über Pilze, Koks, LSD, MGMA, Medikamente. Zum Glück noch kein Crystal und Heroin. er hat die 10 Klasse auf dem Gym geschafft. Wir haben ihn dann aber im April kurz nach der Durchsuchung von der Schule genommen. Es kam keine Leistung mehr und wir haben den Druck rausgenommen. Er wurde 3 mal erwischt und nun folgen noch zwei gerichtliche verfahren die aber vermutlich mit Sozialarbeit oder Geldstrafe enden.

    Wir haben alles unternommen, um ihn in den Entzug zu bekommen. Seine Freundin hat ähnliche Probleme. Eine Lehre hat er nicht begonnen, wollte aber nächstes Jahr doch beginnen. Er war zwischenzeitlich auf einem guten Weg und der Drogentest auf Cannabis ging von 400 ng/ml auf 33 ng/ml zurück. Er hatte mit einen 400 Euro Job begonnen. Zu Weihnachten wollte er nicht mit der Familie feiern, was jetzt erstmal nicht ganz so schlimm wäre. Leider hat er gewartet bis wir ausser Haus waren und hat dann hier ne Party ca 3-4 entsprechende Personen losgetreten. Obwohl er für so etwas Verbot hatte machte er es hat trotzdem. Dann haben wir hier entdeckt, das man Plastikbeutel verteilt hat. Da war mir alles klar. Da er teilweise schon wo anders geschlafen hat, habe ich ihm gesagt er soll seine Sachen packen. Nun haben wir seit 2 Tagen keinen Kontakt mehr. Wie gesagt wir haben alles ausgereizt um ihm zu helfen. Viele Drogenberatungen, Kinderpsychiatrie, Notarzt war da und wir hofften das er ihn zum Entzug mitnehmen kann. Ich war schon beim Richter und wollte ihn Zwangseinweisen. Dieser meinte "treffe ich einen halbwegs normalen nicht suizidalen Menschen an, nehme ich ihn nicht mit". Also es geht nur freiwillig. Er wird demnächst seine während dieser Zeit bestandene Fahrerlaubnis verlieren. Ich hoffe nun auf den Richter bei der Verhandlung, dass er ein Urteil spricht, wo er zum Zwangsentzug verurteilt wird. Nächste Woche bin ich bei der Gerichtshilfe und hoffe da nochmal auf eine Möglichkeit ihm zu helfen.

    Mittlerweile ist unser komplette Familie ( Großeltern) maximal zerstritten, sie haben sich immer massiv in alles reingehängt. Meine Frau (seine Stiefmutter) ist eine unglaubliche Stütze für mich.

    Mit Sicherheit haben wir auch eine gewisse Schuld. Trotzdem möchte ich ihm auf lange Sicht helfen.

    Mit dem Rauswurf hoffe ich, ihm mehr Verantwortung für sein Leben gegeben zu haben. Ich habe auch die ständigen Lügen und das Hintergehen nicht mehr ertragen. Möglicherweise braucht er den ganz tiefen Fall. Als er neulich noch klar war, war er wie ausgewechselt. Das war eine wahnsinnig schöne Erfahrung und gibt mir Hoffnung, das sein Hirn noch nicht so großen Schaden genommen hat. Für ihn ist noch alles möglich.

    Hat jemand Erfahrung mit ähnlichen Situationen? Leider kann ich nicht mehr zu viel tun, da er im Januar 18 wird.

    Ich bin auch seit längeren wegen Überlastung in einer Psychotherapeutischen Behandlung und erfahre dadurch sehr viel Unterstützung.

    Die Verzweiflung hat mittlerweile ein Maximum erreicht.


    Vielen Dank fürs Lesen.


    LG Cijay