Wir wünschen euch schöne Pfingstfeiertage ...

Beiträge von cijay

    Hi,


    wow, das muss ich erstmal alles aufnehmen und wohlwollend verarbeiten. Vielen Dank für die ausführlichen und wirklich hilfreichen Worte. Im Laufe der Zeit wird man betriebsblind und sieht Dinge teilweise völlig verzerrt. Ich bin wahnsinnig dankbar, dass man

    wirklich hilfreiche Tips und und Denkansätze bekommt.

    Mein Zusammenbruch ist erstmal gut überstanden aber es hinterlässt halt jedesmal mehr und mehr Spuren. Meine Leistungsfähigkeit ist schon ziemlich herabgesetzt. Meine Frau und ich versuchen uns so gut es geht zu erholen und immer wieder Kraft zu tanken.

    Wichtig ist, das mein Sohn durch diese schwierige Zeit halbwegs gesund kommt und er irgendwann selbst noch zu der Erkenntnis kommen kann, was er da mit sich gemacht hat. Vergessen und verzeihen kann ich ganz gut, weil alles was geschehen ist liegt immer in der Vergangenheit. Ein Neustart ist nie zu Spät.

    Heute hat er auf YouTube seine 14 Titel veröffentlicht und ich muß sagen, ich bin da schon Stolz, dass er das so durchgezogen hat. Ich möchte es mir aber nicht so tiefgründig anhören, weil es eben die ganze Zeit um die Drogen und seine Erfahrungen damit geht.

    Ist wahrscheinlich für ihn wie eine Aufarbeitung. Ich ziehe aber absolut den Hut davor, wie er das hier in unserem kleinen Studio zusammengeschraubt hat.


    Leider bist du nicht ganz genau auf die Situation eingegangen, warum dein Sohn so massive Probleme mit dieser Situation (Cannabis Kauf der Freundin auf einem Bild) hatte.
    Ich kann nur vermuten, dass er einfach zu tiefst enttäuscht war, aber vielleicht kannst du das ja noch mal genauer erklären.
    Es ging auch nicht genau aus deinem Text hervor, ob er nun auf diesen ominösen Dealer oder auf seine Freundin zu sauer war …


    Du hast vollkommen Recht. Er war enttäuscht, weil sie ihn belogen und das heimlich hinter Ihrem Rücken gemacht hat. Anderseits hat er das selbe ja 14 Tage vorher auch gemacht. Also, sie kommt aus dem Urlaub zurück und er hat kurz vorher Speed genommen. Gekifft haben sie die Wochen vorher gemeinsam . So lange die Beiden zusammen sind, wird es wahrscheinlich keine Ruhe geben. Heut wurde mir gesagt das das Mädel schon wieder Extasy genommen hat. Das wird mein Sohn noch gar nicht wissen. Ich sag es ihm natürlich auch nicht. Auf den Dealer wird er nicht sauer gewesen sein. Ich denke er bezieht von ihm auch. Alles eine total wirre und komische Konstellation.


    Auch im Bereich eurer Ängste was Rückfall angeht, muss sich wirklich etwas ändern, man sollte handeln wenn es dazu kommt und wenn es euer Sohn wünscht.
    Kontraproduktiv ist es aber, wenn man mehr oder weniger auf dem Rückfall wartet und den Sohn tagtäglich begutachtet, ob er nun Drogen genommen haben könnte …

    Genau das ist der Punkt. Ich warte Regelrecht auf den Rück- b.z.w Vorfall wie mir ein Klinikleiter unserer Psychiatrie sagte. Jeden Tag schwirrt mir dieser " Mist" im Kopf rum. Man sehnt sich nach einem normalen Leben.

    Ich hoffe ich schreibe hier nichts falsches oder vielmehr verletzendes für euch, ich versuche einfach zwei Blickwinkel zu sehen ...

    Nein, wie gesagt ganz im Gegenteil. Austausch kann nur gelingen , wenn man zuhört (liest). Deine Erfahrungen sind maximal hilfreich und ich versuche die Ratschläge zu beherzigen.


    Vielen lieben Dank für die Unterstützung.:thumbup:


    Liebe Grüße

    Cijay

    Hallo mal wieder,


    letzte Woche Donnerstag hab ich meinen Sohn vom Praktikum abgeholt um einige vereinbarte Termine wahrzunehmen. Ich schaute noch aus dem Auto, wo er mir gutgelaunt entgegen kam. Dann bekam er eine Nachricht und man konnte sehen wie er mehr und mehr abdrehte. Wir sind dann losgefahren und ich merkte richtig wir er sich in Rage pumpte. Grund war eine Nachricht an Ihn von einem angeblichen Dealer, der mit einem Bild zeigte, dass die Freundin meines Sohnes Cannabis gekauft hatte. Die Worte die er hier über seine Freundin verloren hat möchte ich nicht wiedergeben. Massiv menschenverachtend und für mich das unterste was so geht. Dieser Mensch wandelte sich neben mir in eine unkontrollierte Gefahr, sodass ich mitten auf der Strasse anhalten musste. Zum Glück kam kein Fahrzeug. Ich merkte langsam wie mir meine Kraft entwich, konnte ihn aber halbwegs beruhigen. Nachdem ich dann mit Müh und Not die wichtigsten Behördengänge erledigen konnte, welche ja eigentlich ihn betrafen, fuhren wir nach hause. Dort angelangt ging das Theater wieder los. Kurzum, nach einer mehrstündigen Odyssee hatte ich dann einen Zusammenbruch, was dann mit dem Notarzt und Blutdruck knapp 200 für mich endete. In dieser Phase hat er sich dann doch mir zugewandt und versucht mich zu beruhigen. Ich gehe von einer massiven Psychose aus, welche er durch den Cannabisentzug und der Speedproblematik eine Woche zuvor getriggert hat. Mir geht seit dem nicht mehr aus dem Kopf, das er sein Hirn doch soweit geschädigt hat, dass es kaum noch einen Rückweg zur Normalität gibt. Anfangs war er motiviert und meinte das er sich wieder zur psychologischen Betreuung anmeldet und div. Versprechen u.s.w.

    Nun ja, so etwas hält vermutlich nicht ewig an.

    Anderseits macht er mit seinem Freund Rap- Musik und ist maximal aktiv. Neulich bis früh um 4. Also sie nehmen ein Album auf und schreiben natürlich durchgehend Texte über Ihre Erfahrungen. Verherrlichungen der Drogen kann ich da nicht raushören. Eher eine Verarbeitung. Sie haben demnächst einen Auftritt und er ist da richtig engagiert.

    Jetzt haben wir ein Buch gelesen von Peggy Mann mit dem Titel " HASCH Zerstörung einer Legende" Da wird mir Himmel Angst. Was da an Nervenzellen durch das Kiffen unwiederbringlich kaputt geht macht mir massiv Angst. Da ist normales Rauchen fast eine Kur. Ich werde meinen Jungen nie wieder so in den Zustand wie vor seiner Drogenkarriere bekommen. Abgesehen davon was er seinen nachkommen durch Erbgut-Schädigung antut.

    Wenn er mit seiner Musik Erfolg hat, ist die Frage wie er dann damit umgeht. Lässt er sich von den ganzen Drogenkosumenten wieder mit runterziehen? Denn welcher nicht Betroffenen möchte die ganzen Texte über die Sucht hören. Oder er bleibt stark und sieht das als Therapie.

    Sollte wieder so ein Absturz auf Ihn und uns zukommen werde ich das glaube nicht mehr wegstecken können. Da ist es schon möglich, das die Stabilität, die meine Frau und ich noch versuchen für uns zu erhalten, wie auch immer ins wanken kommt. Ich weiß, dass es bei vielen Familien noch bedeutend schlimmer zugeht. Ich hab da absolute Ehrfurcht vor dieser Leistung und der Kraft die Familien da aufbringen.

    Ich kann nur allen Menschen, welche vom Kiffen u.s.w. loskommen möchten, maximale Kraft wünschen. Man hat, wenn man es schafft davon loszukommen, die unglaubliche Macht unzählige Menschen glücklich zu machen.

    Ob mein Sohn erneut konsumiert hat kann ich nicht beurteilen. Da mir die Sensibilität mittlerweile fehlt. Ich würde sagen seit dem letzten beschriebenen Vorfall nicht. Das weis aber nur er.


    Liebe Grüße

    Cijay

    Hallo und vielen Dank für die Unterstützung und die richtigen Worte,


    alles was ihr geschrieben habt trifft zu. Ich denke und hoffe, dass auf der Leiter nach oben dies nur eine Sprosse nach unten war und es jetzt weiter geht. Letzte Nacht war schlimm für ihn. Er war bei uns und hat im Prinzip nicht geschlafen. Die Cannabis- Entzugserscheinungen waren wieder schlimm. Trotzdem ist er in die Schule und hat durchgehalten. Das kann man nicht verstehen. So viel Geld für den Konsum und was hat man zum Schluß, nichts. Das ist leider das Problem der Sucht. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass er es schaffen wird.

    Ich sage ihm nur, dass er nichts Besonderes darstellt, im Bezug auf Drogen oder er nicht der Einzige ist der etwas auf Abwegen ist und er auch kein schlimmer Mensch ist. So viele positve Dinge hat er auch bisher geleistet.


    Ich werde weiter berichten. Nochmals viele Dank:wink:

    Hallo zusammen,


    nun ist einige Zeit vergangen. Glücklicherweise hat mein Sohn das erste halbe Jahr in der Schule überstanden und ein wirklich gutes Halbjahreszeugnis bekommen. Leider war er noch nicht stark genug und hat die letzen 3 Wochen durchgängig gekifft und zu guter letzt vor 2 Tagen Speed genommen. Das hat ihn massiv zurück geworfen. Er sagte nur gestern ich will das nicht mehr ich war so dumm. Jetzt beginnen wieder die Entzugssymptome. Der Kampf wird wieder viel Kraft kosten. Er bekommt auch langsam Angst, dass er nicht mehr normal wird. Morgen beginnt auch wieder die Schule. Bis jetzt will er auf alle Fälle weiter gehen. Er hat auch dieses Gefühl der Derealisation und Depersonalisation. Er war jetzt bestimmt 3 Monate total Clean. In einem Monat steht wieder ein Drogentest an. Ich hoffe, dass er es wieder schafft clean zu werden. Ich hoffe das es nur ein Vorfall auf dem Weg nach oben war. Ich muß mir jetzt erstmal die Tränen wegwischen ;(


    Liebe Grüße Cijay

    ;-) es geht weiter aufwärts.

    Vielen Dank für das Hoffnung machen. Es ist unglaublich wie ein Mensch wieder zurückkehren kann. Er fühlt sich wohl. Man unterhält sich mit einem erwachsenen Menschen. Er ist in seiner Klasse in der Schule einer der Besten. Er hat Erfolg. Ich kann es noch gar nicht glauben. Die Stimmen in seinem Kopf sind eigentlich nicht mehr da, nur noch manchmal etwas Paranoia. Das Olanzapin nimmt er seit ca 14 Tagen nicht mehr. Am Freitag hat er voraussichtlich seinen Drogentest. Ich hoffe so sehr für ihn, dass es ohne Beanstandung ausfällt. Die Fahrerlaubnis will er sich nun auch zurückerkämpften. Ich hoffe er hat die Kraft weiterhin standhaft zu sein. Seine Freundin hat in einer Woche auch einen 3 wöchigen Cannabisentzug hinter sich. Da kann man nur hoffen das beide zusammen stark sind. Ich wünsche allen die mit dem Entzug kämpfen nicht aufzugeben. Es lohnt sich die Welt nicht mehr durch einen Schleier zu sehen. Vielleicht hilft das Lied von Gregor Meyle " Ich glaub an Dich". Zieht Euch mal diesen Text rein.


    Ich werde weiter berichten.

    Danke fürs Lesen

    Cijay

    Hallo und vielen Dank für die Rückmeldungen.


    Ich finde leider jetzt erst Zeit mich zu melden. Es ist immer noch alles im Lot. Zumindest das was ich mitbekomme. Er geht in die Schule und hat auch schon eine 1 und ne 2. Hat auch das Praktikum begonnen was zum Fachabi gehört. Das ist eine super Erleichterung.

    Er hat Olanzapin genommen um seine Schizophrenie in den Griff zu bekommen. Soweit ich weiß nimmt er es momentan nicht regelmäßig bis gar nicht und kommt so ganz gut klar. Die Stimmen sind momentan selten da. Ich habe trotzdem vor einem Rückfall Angst. Er hat soviel erreicht. Leider ist seine Freundin noch nicht so sicher, mit dem Weglassen dieses Zeuges. Es ist schon ziemlich viel Druck den er sich auch selbst macht. Ich hoffe das er mit dem Älterwerden etwas ruhiger wird.

    Zum Glück macht er Musik am Rechner und ist da richtig fit. Ist halt Rap mit entsprechenden Inhalt. Es geht meistens in den Texten um das Verarbeiten seiner Drogenlaufbahn. Also eher die Beschreibung des Zustandes und das es doch eher nicht so gewinnbringend ist. Das Gute ist, das er da geistig wirklich viel machen muß um ein vernünftiges Endergebnis zu bekommen. Da zieh ich wirklich meinen Hut.

    Falls jemand von den Eltern von Betroffenen mitliest. Wir besuchen eine Selbsthilfegruppe in Jena. Uns hat das wirklich gut getan. Wenn Interesse besteht, einfach bei mir nachfragen.


    Viele Grüße

    Cijay

    Hallo zusammen.


    nun ist einige Zeit vergangen. Kurzes Update. Seit 3 Tagen macht er sein Fachabitur. Ich bin erstmal heilfroh, dass er es begonnen hat. Auch eine Wohnung hat er seit Mai. Leider hat er es nicht ganz geschafft clean zu bleiben und hat im letzten Drogentest 6ng THC über der Nachweisgrenze gehabt.Es ist ein auf und ab. Ich weiß auch noch nicht wie die Bewährungshelferin damit umgeht und letztendlich das Gericht. Aber ich hoffe, dass es weiter bergauf geht.

    Was mir Sorgen macht ist eine Situation wie eben. Hier würde ich gerne mal eine Frage an die Betroffenen stellen. Er hatte gerade eine stressige Situation. Mit einem mal fing er an unruhig zu werden, bekam Kieferspasmen und schwankte von einem Bein aufs Andere. Auch seine Psychose machte sich wieder durch Stimmen bemerkbar. Kann das immer noch nach ca 3-4 Monaten MDMA Abstinenz auftreten oder könnte da ein erneuter Vorfall gewesen sein. Können solche Erscheinungen noch länger anhalten? Also solche Psychosen können lange bis dauerhaft bleiben aber diese Muskelverkrampfungen und Schweißhände bei einem Puls von 77 finde ich etwas ungewöhnlich. Er hatte eigentlich keine großartige Gelegenheit MDMA zum nehmen. Dafür war er zu normal.


    Würde mich freuen wenn jemand schreibt.


    Vielen Dank

    Cijay

    Hallo lieber r1tze,

    ich finde es unglaublich willensstark, wie du dich von diesem Zeug getrennt hast. Das danach eine Zeit des Wiederfindens kommt ist auch klar. Das solltest du erstmal nicht negativ sehen. Es ist im Allgemeinen schwer in einer neuen Umgebung gleich neue Kontakte zu knüpfen. Das liegt nicht an dir. Hab noch Geduld. Zu denken, dass man nach 2 1/2 Monaten das alte Leben wieder hat, ist glaub etwas zu früh. Aber das kommt wieder.

    Mein Sohn geht gerade in die entgegengesetzte Richtung und ist nicht mehr in der Lage normale Dinge des Lebens zu regeln. Ich hoffe er beginnt demnächst seinen 2. Entzugsversuch. Du bist soooooo weit und das ist wirklich eine unglaublich Leistung. Ich bin seit 1 1/2 Jahren in psychotherapeutischer Begleitung um das durchzustehen. Vielleicht ist das auch eine Option. Viele Menschen nehmen das aus unterschiedlichsten Gründen in Anspruch. Fitnessstudio ist auch eine super Option. Aktiviert das Belohnungszentrum.

    Ich drücke dir weiterhin die Daumen. Du bist schon sehr weit.


    VG Cijay

    Hi und vielen Dank für Deine Gedanken dazu.

    Völlig richtig wie du das schreibst. Aber zu viel sorgen kann auch erdrücken. Ich komme immer mehr zu dem Schluss, dass er Abstand braucht und das radikal. Wir haben mit seiner Zustimmung hier eine geniale 38m2 Wohnung mit Küche für ihn.Warm 310€ .Er soll seit einer Woche bei der Nochmieterin anrufen. Das bekommt er nicht hin. Ich mach´s jetzt wie im Tierreich auf die harte Tour. Ich ruf da jetzt selbst an und zerre ihn mit zum ansehe. Und wenn das halbwegs gut ist, geht er da rein ob er will oder nicht. Vor 14 Tagen war das noch genau das was er wollte. Er ist in dem Aufgang allein, weil dort sonst nur die Wohnungsgenossenschaft ist. Also am WE völlig Ruhe. Im Notfall wären wir ca 1 km entfernt.

    Bier scheint er durchgehend, seit 3 Wochen zu trinken. Das ist jetzt auch noch nicht so das Ding, aber aus Erfahrung ist er bei Dingen die ihn lallig machen, nicht zu Bremsen.

    Die Justiz ist da meines Erachtens völlig daneben. Einem Süchtigen per Befehl zu sagen du hörst auf ist Dilettantismus sonders Gleichen. Dann kann er sich noch aussuchen wo er seine 120 Sozialstunden abarbeitet. Das läuft dann bei uns hier im Jugendhaus wo die ganzen Pappnasen rumhängen. Ich bin wirklich entzückt. Ich hätte, um ihm wirklich zu helfen und dem Staat halbwegs zukünftige Kosten zu ersparen, die 6 Monate Entzug verordnet, Punkt. Apps habe gerade gemerkt, dass ich das so schonmal geschrieben habe. Das beschäftigt mich halt sehr.

    Alle aus der Familie, würden ihn wenn er will, mit offenen Armen aufnehmen und unterstützen. Ich denke er badet aber gerade darin der Badman zu sein. Unglaublich was ein verschobener Geist so alles anstellt um ja nicht "normal" zu werden.

    Und ich lasse mich da noch mit reinziehen. Ich war immer wahnsinnig ausgeglichen und glaube kein so schlechter Vater aber es hat wohl doch nicht gereicht. Das fragen sich sicher viel Eltern.


    LG

    Cijay

    Hi,

    zur Psychologin geht er auch zur Psychotherapie geht er auch. Aber die Abstände sind zu groß. Er müsste engmaschig betreut werden. Nächste Woche bekommt er seine Bewährungshelferin. Er bräuchte jemanden der ihn verordnet mit in die Berge zum Auspowern mitnimmt. Ich würde das auch gerne tun, aber ich bin der Vater und das nervt. Viele junge Leute haben Gespräche angeboten. Jetzt hat er einen Ersatz gefunden (BIER).

    Das wird nun die nächste Stufe. Das geht jetzt so seit 1 Tagen. Vorher war das kein Thema. Er sagte es schmeckt mir überhaupt nicht. Naja, wie es halt so ist. Nach einer Weile Gewöhnung schmeckt halt auch das. Wenn ich ihn nur mal 6 Wochen irgendwie entführen könnte sodass sein Körper die Möglichkeit zum klaren Denken bekommt. Die Gerichte bringen da leider nicht viel. Da bekommt ein wirklich erkrankter Mensch Arbeitsstunden und Abstinenznachweis aufgebrummt obwohl man weiß das man Sucht so nicht bekämpfen kann. Da müßten ein 6 Monatsentzug verordnet werden.

    Naja, es ist halt schwer und für ihn sicher auch eine verzweifelte Situation.

    Meine Frau, also seine Stiefmutter ist eine top Stütze. Sie holt mich oft aus manch falschen Denkweisen heraus. Auch seine Mutter ist sehr engagiert, aber mittlerweile auch sehr angeschlagen deswegen. Das Umfeld und Freunde sind sehr hilfsbereit und noch keiner hat irgendwelche Vorwürfe gemacht. Das hilft sehr.

    Ich habe auch den Dominik Forster angeschrieben, welche die Bücher sein ehemaliges Drogenleben geschrieben hat. Da kamen auch sehr hilfreiche Infos.


    Viele Grüße

    Cijay

    Neues Update,


    Gerichtsverhandlung und Bewährung bekommen. Nun könnte er neu starten. Er muß für die nächsten 2 Jahre nachweisen, dass er clean ist sonst steht die Option Gefängnis. Er hat Probleme mit seiner Freundin, weil sie ähnlich geartet ist wie er. Nun sagt er, weil sie was genommen hat musste er auch. Also, wieder Ecstasy um seine Schmerz zu lindern. Er ist hochgradig psychisch erkrankt und ich weiß nicht wie ich reagieren soll. Alle Pläne sind erstmal auf Eis gelegt. Er muß dringend in den Lanzeitentzug. Das Zeug ist die Hölle. Zum Glück war immer noch kein Crystal dabei. Er bemitleidet sich ohne Ende und meint, ihn will sowieso keiner mehr. Er hat alles verkackt, wie er meint. Er hat es schon zig mal probiert, aufzuhören und es wird nichts. Wir versuchen ihn immer wieder zu motivieren. Es wird bloß von mal zu mal schwerer. Momentan ist die Belastung für die Familie enorm. Die Richterin hätte ihm 6 Monate Entzug auferlegen müssen. Gefängnis würde nichts bringen. Diese Erfahrung wird ihn brechen.


    Danke fürs Lesen

    LG Cijay

    Hi und vielen Dank für die Glückwünsche.

    Ja dramatisch ist es nicht, dass er es vergessen hat. Das ist das kleinste Problem in der ganzen Misere. Heute war er bei seiner Ärztin und hat noch Medikamente gegen das schlechte Schlafen bekommen. Er hat trotzdem Ziele und will mit dem Fachabitur im August anfangen. Ich habe bei der Ärztin gefragt ob er das überhaupt bewältigen kann. Sie meint schon, wenn er sich weiter stabilisiert. Sie denkt auch das der Konsum doch sehr zurück gegangen ist. Es ist für die Gefühle ein hin und her. Bei den Links die du mir gegeben hast sind schon ein paar Sachen dabei die helfen.

    Vielen Dank nochmal.

    Seine Psychotherapeutin will da auch wöchentlich mit ihm arbeiten. Das beginnt jetzt regelmässig für Ihn. Er ist da auch nicht abgeneigt.

    Ich hoffe das die Zeit für ihn eine dauerhafte Abstinenz bringt. Ich werde weiter berichten.


    Bis dahin

    Liebe Grüße

    Cijay

    Da bin ich nun wieder.


    Was soll ich sagen. Heute ist mein 50er Geburtstag. Diesen Tag sollte man eigentlich ausgelassen und zufrieden begehen können. Mein Sohn hat den Tag vergessen. :-( Dann hab ich es ihm irgendwann gesagt und er hat sich entschuldigt und hat geweint. Irgendwann ist er gegangen und kam meines Erachtens bekifft wieder. Er liegt mit tiefen Augenringen und völlig fertig in seinem Bett. Jedes Reden über einen erneuten Entzug lehnt er ab. Seine Freundin scheint clean zu sein. Nach seiner Aussage hat er letzte Woche Donnerstag das letzte mal gekifft. Naja, ich glaube ihm nicht. Geht das so weiter sehe ich das Ende kommen. Ich weiss nur noch nicht wer zuerst dran ist. Unaushaltbar. Mittlerweile fehlt mir das Gespür dafür wann er was genommen hat und wann nicht. Seine Freundin hat nach dem Gerichtstermin nun die Auflage 4 Monate ein Drogenscreaning zu absolvieren. Er hat in 14 Tagen einen Gerichtstermin und ich bete zu Gott, dass man ihn einen Langzeitentzug verordnet. Er hat Verfolgungswahn, Stimmen und verschiedene Ängste entwickelt. Ich versuche ihn auch die Geschichte des " Dominik Foster" näher zu bringen. Ohne Erfolg. Wir sind am Ende und müssen zuschauen wie er langsam stirbt ;-(. Ich suche dringest nach einer Möglichkeit für Familien in Ostthüringen. Hat jemand eine Adresse für eine Selbsthilfegruppe für Eltern in unserer Nähe.


    LG Cijay

    Franz, vielen vielen Dank.


    Du hast vollkommen Recht. Bei der nächsten Entgleisung wird es so geschehen. Ich war vor zwei Monaten schon beim Richter. Er meinte bloss, trifft er einen körperlich halbwegs stabilen Menschen an kann er nicht viel tun, sonst müsste er permanent Menschen von der Strasse einweisen lassen. Er hat neulich in seinem Wahn einen Zettel geschrieben " Ich will sterben". Er hat ein Datum drauf geschrieben und auch noch unterschrieben. Das müsste eigentlich reichen. Er hat jetzt die letzte Chance und wenn der nächste massive Rückfall da ist geht er ab. Er macht das schon nicht mehr mit Absicht sondern weil er krank ist.

    Ich hoffe er übersteht diese schlimme Zeit und wird irgendwann ein halbwegs glückliches Leben führen können.


    LG Cijay und Danke für die Hilfe!

    Hallo Franz, vielen Dank für die Antwort,


    nun neues update. :-( Eben ist der Notarzt raus. Weil sein Laptop so laut war bin ich in sein Zimmer. Er ist in seinem Essen eingeschlafen und als ich ihn wecken wollte hat er nur gelallt. Er war absolut neben sich. Dann habe ich mir erlaubt in seinen Beutel zum sehen. Da habe ich eine 6 eckige Tablette gefunden mit der Aufschrift P & U 66. Er meint es ist Aprazolam, in Amerika unter Xanax bekannt. Er ist kaum noch in der Lage für sich zu sorgen. Ich kann einfach nicht mehr :-( . Eine Mitnahme ins Krankenhaus hat er abgelehnt. Ob in dieser Tablette wirklich das Medikament steckt ist auch fraglich. Also hat der Entzug nichts gebracht. Die Kombi von Xanax und Olanzapin ist sicher nicht günstig sondern gefährlich. Die Notärztin meinte nur wir sollen uns anfangen selbst zu schützen. Ich kann doch meinen Sohn nicht aufgeben. In den Langzeitentzug will er nicht oder noch nicht. In solchen Augenblicken will man einfach nicht mehr. :-( Ich bin kaum noch in der Lage meinen Beruf auszuüben. Er wird so lange machen bis er es geistig nicht mehr hinbekommt und er ein Pflegefall wird.

    Ich appelliere an alle. Bitte last die Finger von jeglichen Drogen. Wir sterben hier alle einen langsamen Tod als Familie.

    Entschuldigt bitte meine Wortwahl. Bin nur noch am Ende.


    Cijay

    Hallo

    Also, wie erwartet muss er zu einer MPU und muß Abstinenz mindestens ein halbes Jahr nachweisen. Ist auch richtig so. Er ist glaube noch nicht soweit um nicht für sich und seine Mitmenschen eine Gefahr im Straßenverkehr darzustellen. Ich würde ihm das sehr wünschen ein ganz normales Leben zu führen und er auch von seinen Mitmenschen geachtet wird. Gestern hat er seinen Laptop repariert und ein paar Physikformeln waren auch auf Anhieb da. Grins. Er verfällt aber immer wieder seinen alten Trott und läuft draußen mit weissen Cannabissocken rum, über die Hose. Wäre da nicht die Vergangenheit würde ich ja schmunzeln, es zeigt mir aber, dass er das Zeug noch nicht verteufelt. Er kämpft gerade wahnsinnig mit seinen innerlichen Stimmen. Gestern mußte er 1 1/2 Tabletten, also 15mg Olanzapin nehmen. Das macht einen übel schläfrig und man denk er hat wieder gekifft.

    Ich geh ihm mit Sicherheit sehr auf die Nerven. Aber was kann ich tun? Er sollte seit 14 Tagen einen Termin bei seiner Therapeutin machen. Heute hat er es geschafft, sagt er zumindest. Beim Zahnarzt ein Termin zu machen ist auch eine wahnsinnige Herausforderung. Aber er muß das selber hinbekommen. Morgen geht er ev. wieder zum Baskettballtraining. Ich hoffe das er es durchhält. Was meint ihr, bin ich zu nervig und sollte ihn überhaupt nicht mehr agitieren oder doch immer mal anstoßen? Ich hab mittlerweile schon Angst vor mir selber und weiß nicht mehr was richtig ist.

    Blöder Zustand :-( Theoretisch ist er jetzt 5 Wochen clean und die Arbeit beginnt erst für ihn.

    Hat jemand Erfahrung mit Olanzapin?


    Liebe Grüße Cijay

    Leider möchte er die Langzeittherapie nicht angehen. Ich hoffe das er es so schafft. Wenn nicht wird er nochmal richtig aufschlagen :-(. Er hat eben seine eigenen Vorstellungen das zu bewältigen. Nun ist er 18 und ich kann nichts mehr tun. Aber im Moment ist er clean. Morgen muß er zum Test um seine Fahrerlaubnis zu bekommen.

    Bin echt gespannt wie das ausgeht.

    Ich werde berichten.

    Hallo zusammen,


    nun möchte ich aktuell berichten. Nach einem 3 wöchigen Entzug in der Klinik ist mein Sohn wieder zu hause. Laut Blutwerten ist er nun clean. Leider hat er immer mal Halluzinationen und hört manchmal Stimmen. Im Großen und Ganzen ist er gesundheitlich mit einem blauen Auge davon gekommen. Alle Werte sind top auch seine kognitiven Fähigkeiten haben momentan keine spürbaren Einschränkungen, laut Arzt. Er hat sich Ziele gesetzt und möchte das 2019 umsetzen. Natürlich geht das nicht von jetzt auf gleich. Er muß kleine Erfolge, Schritt für Schritt erarbeiten. Er bekommt momentan Olanzapin, was beträchtliche Nebenwirkungen aufweisen kann. Er nimmt am Tag 10 mg und wird dann nach der Einahme sehr schläfrig. Ich hoffe, dass er da nicht in eine neue Abhängigkeit kommt. Die Stimmen die er hört sind leiser und nicht mehr so laut. Man meint auch, dass er es durchaus verlieren kann. Die richtige Arbeit steht ihm noch bevor. Wenn der Suchtdruck kommt hat er Techniken bekommen um die 30 extremen Minuten zu überstehen. Diese Menschen brauchen extrem viel Verständnis und Halt. Ich hoffe das er keinen Rückfall bekommt und wieder an seine Zukunft denken kann. Er ist nun 18 und ich muß trotzdem lernen ihm Selbstbestimmtheit zu gewähren. Es ist wirklich ein super Gefühl wenn Menschen wieder aus diesem" vernebelten " Befinden zurück kommen. Jeden Tag bangen wir das er nicht schwach wird. Ich kann jedem empfehlen als Motivation einen Entzug zu machen. Man bekommt wieder eine Tagesstruktur und kann mit Betroffenen in einen Austausch gelangen. Wenn man die Neuankömmlinge mit ihrem müden Blick sieht ist man nur betroffen. Trotzdem muss ich sagen das der Entzug ein sehr vernünftiger Weg ist und der Start in eine neues Leben sein kann.

    Liebe Betroffene, ich möchte Euch nur sagen, bitte versucht es immer wieder davon los zu kommen. Der Kampf lohnt sich.

    Ich werde weiter berichten und hoffe, dass ich in geraumer Zeit wieder Positives posten kann.


    LG Cijay

    Hallo Franz,


    vielen lieben Dank für Deine Worte. Alles Gute und Liebe im neuen Jahr. Ja, du hast in dem was du schreibst recht. Es hat sich mittlerweile etwas getan. Positiv, wie leider auch negativ da wir nun noch mehr wissen. Er hat am 31.12. einen Vertrag mit seiner Freundin von allein aufgesetzt. Ich zitiere: Wir möchten ab dem 31.12.2018 unser Leben um 180 °C drehen und einen Entzug machen. Zum Glück konnten er das mit unserer Hilfe, da er doch wieder schwankte, umsetzen. Er ist nun im Entzug. Hier tut sich nun das ganze Ausmaß auf. Wahrscheinlich ist auch Crystal im Spiel. Er sieht aus wie ein Wrack. Vor einem Jahr ist er noch Skateboard gefahren. Er tut mir so leid. Er ist glaube im inneren noch ein ängstlicher und trotz seiner Verfehlungen ein herzensguter Mensch. Genau Sylvester hatte er eine Attacke im Krankenhaus und schrie mir ins Telefon"Holt mich hier raus...sofort" Die Pfleger waren gerade draussen und haben sich das Feuerwerk angesehen. Da habe ich überall versucht jemanden zu erreichen. Man hat ihm dann Benzos gegeben um ihn zu beruhigen und in einen Beobachtungsraum gelegt. Er hat jemanden in dem Moment gebraucht, den er in den Arm nehmen konnte. Ich konnte nicht zu ihm. Das hätte alles kaputt gemacht. Das war die bisher schwerste Stunde meines Lebens. Heute waren wir bei ihm und er ist fix und fertig aber wieder stabiler und hatte interesse an Sport. Er wiegt bei 1,8m nur noch 58 kg. Das ist der Hammer. Zum Glück scheint dieser extreme Missbrauch nur ca. ein Jahr gewesen zu sein, mit Abstinenzphasen. Wenn er keine Symptome hat ist er unglaublich beim Reden und auch inhaltlich erzählt er keinen Quatsch. Man sagte mir, dass er durch diese kurze Zeit noch gute Chancen hat. Morgen beginnt die Therapie für 3 Wochen. Danach beginnt die eigentliche Arbeit und ich hoffe wir finden da das richtige Konzept. Meines Erachtens sollte er für 6 Monate in eine Therapie, wo er wieder die normale Lebensweise erlernt. Erst wenn das gelingt kann er an eine Ausbildung denken. Das ist aber wirklich gerade eher nebensächlich. Hauptsache ist er lernt sich wieder zu lieben und sich seine Verfehlungen zu verzeihen. Er erfährt von uns bedingungslose Liebe wenn er sie möchte ohne Verurteilung. Ich will ihn auch nicht erdrücken und will ihm zeigen, dass er doch ein ernstzunehmender Mensch ist und meinen vollen Respekt bekommt. Er wird in 3 Wochen 18 Jahre. Das soll er glücklich in Erinnerung behalten.

    Was gibt es für Erfahrungen im Umgang mit den Betroffenen Menschen? Oder hat jemand Ideen für die Zeit nach der Entgiftung?

    Mich wird die ständige Angst vor einem Rückfall begleiten. Die Liebe zu seine Freundin scheint Halt und Hindernis zu sein. Was das Mädel mit 16 von sich gibt ist der Hammer. Er ist absolut hörig und Trennung würde ihn zerbrechen.

    Ich weiß nicht was ich tun kann um andere Eltern zu sensibilisieren. Was hier los ist, ist erschreckend. So viele sind betroffen. (Ostthüringen)

    Ich werde jetzt ein Tagebuch anfertigen und mit seiner Zustimmung Bilder von Ihm machen und seine hoffentlich Genesung für Ihn festzuhalten oder einfach meinem (unseren) Schmerz Worte zu Geben. Wenn meine Frau (Stiefmutter) nicht so geduldig wäre, würde ich das hier glaube nicht mehr schreiben können. Sie ist eine unglaubliche Stütze und ich danke ihr übermäßig für diesen Halt.

    Vielen Dank fürs Lesen und wenn es Tipps gibt werde ich alles wohlwollend aufsaugen.


    Ich wünsche allen die nötige Stärke zum Durchhalten.

    Es wird besser.


    Cijay

    Hallo Alleswirdbesser,


    auf jeden Fall ist dein Weg der Richtige. Schmeiss das Zeug alles weg. Das ermöglicht dir in schwachen Momenten nicht so schnell an so etwas zu kommen. Entzugserscheinungen hat man in jedem Fall. Schweißausbrüche unruhiges Schlafen und div. andere körperliche Erscheinungen. Das schaffst du. Schwieriger scheint es später mit der Psyche zu werden. Dein Körper wird bestimmt noch lange danach schreien. Ich weiß das durch Unterhaltungen mit meinem Sohn. Er macht gerade wieder einen Tiefpunkt durch. Vielleicht bei guten Freunden anrufen oder mit ihnen etwas unternehmen. Hauptsache ablenken. Die Probleme werden weniger, aber das dauert.

    Ein ganz großer Schritt ist es, sich hier zu öffnen. Da gehört meines Erachtens viel Mut dazu. Du hast den Teufel in dein Leben gelassen und diesen zu vertreiben bedarf viel Kraft. Ich sehe das absolut bei dir.

    Wenn du aufhören möchtest darfst du nicht einen Zug mehr davon nehmen. Nur ein bisschen gibt es nicht. Aber die Einsicht hast du selbst.


    Du bekommst das hin. :thumbup::thumbup:

    Cijay