Beiträge von cijay

    Hi und vielen Dank für die Glückwünsche.

    Ja dramatisch ist es nicht, dass er es vergessen hat. Das ist das kleinste Problem in der ganzen Misere. Heute war er bei seiner Ärztin und hat noch Medikamente gegen das schlechte Schlafen bekommen. Er hat trotzdem Ziele und will mit dem Fachabitur im August anfangen. Ich habe bei der Ärztin gefragt ob er das überhaupt bewältigen kann. Sie meint schon, wenn er sich weiter stabilisiert. Sie denkt auch das der Konsum doch sehr zurück gegangen ist. Es ist für die Gefühle ein hin und her. Bei den Links die du mir gegeben hast sind schon ein paar Sachen dabei die helfen.

    Vielen Dank nochmal.

    Seine Psychotherapeutin will da auch wöchentlich mit ihm arbeiten. Das beginnt jetzt regelmässig für Ihn. Er ist da auch nicht abgeneigt.

    Ich hoffe das die Zeit für ihn eine dauerhafte Abstinenz bringt. Ich werde weiter berichten.


    Bis dahin

    Liebe Grüße

    Cijay

    Da bin ich nun wieder.


    Was soll ich sagen. Heute ist mein 50er Geburtstag. Diesen Tag sollte man eigentlich ausgelassen und zufrieden begehen können. Mein Sohn hat den Tag vergessen. :-( Dann hab ich es ihm irgendwann gesagt und er hat sich entschuldigt und hat geweint. Irgendwann ist er gegangen und kam meines Erachtens bekifft wieder. Er liegt mit tiefen Augenringen und völlig fertig in seinem Bett. Jedes Reden über einen erneuten Entzug lehnt er ab. Seine Freundin scheint clean zu sein. Nach seiner Aussage hat er letzte Woche Donnerstag das letzte mal gekifft. Naja, ich glaube ihm nicht. Geht das so weiter sehe ich das Ende kommen. Ich weiss nur noch nicht wer zuerst dran ist. Unaushaltbar. Mittlerweile fehlt mir das Gespür dafür wann er was genommen hat und wann nicht. Seine Freundin hat nach dem Gerichtstermin nun die Auflage 4 Monate ein Drogenscreaning zu absolvieren. Er hat in 14 Tagen einen Gerichtstermin und ich bete zu Gott, dass man ihn einen Langzeitentzug verordnet. Er hat Verfolgungswahn, Stimmen und verschiedene Ängste entwickelt. Ich versuche ihn auch die Geschichte des " Dominik Foster" näher zu bringen. Ohne Erfolg. Wir sind am Ende und müssen zuschauen wie er langsam stirbt ;-(. Ich suche dringest nach einer Möglichkeit für Familien in Ostthüringen. Hat jemand eine Adresse für eine Selbsthilfegruppe für Eltern in unserer Nähe.


    LG Cijay

    Franz, vielen vielen Dank.


    Du hast vollkommen Recht. Bei der nächsten Entgleisung wird es so geschehen. Ich war vor zwei Monaten schon beim Richter. Er meinte bloss, trifft er einen körperlich halbwegs stabilen Menschen an kann er nicht viel tun, sonst müsste er permanent Menschen von der Strasse einweisen lassen. Er hat neulich in seinem Wahn einen Zettel geschrieben " Ich will sterben". Er hat ein Datum drauf geschrieben und auch noch unterschrieben. Das müsste eigentlich reichen. Er hat jetzt die letzte Chance und wenn der nächste massive Rückfall da ist geht er ab. Er macht das schon nicht mehr mit Absicht sondern weil er krank ist.

    Ich hoffe er übersteht diese schlimme Zeit und wird irgendwann ein halbwegs glückliches Leben führen können.


    LG Cijay und Danke für die Hilfe!

    Hallo Franz, vielen Dank für die Antwort,


    nun neues update. :-( Eben ist der Notarzt raus. Weil sein Laptop so laut war bin ich in sein Zimmer. Er ist in seinem Essen eingeschlafen und als ich ihn wecken wollte hat er nur gelallt. Er war absolut neben sich. Dann habe ich mir erlaubt in seinen Beutel zum sehen. Da habe ich eine 6 eckige Tablette gefunden mit der Aufschrift P & U 66. Er meint es ist Aprazolam, in Amerika unter Xanax bekannt. Er ist kaum noch in der Lage für sich zu sorgen. Ich kann einfach nicht mehr :-( . Eine Mitnahme ins Krankenhaus hat er abgelehnt. Ob in dieser Tablette wirklich das Medikament steckt ist auch fraglich. Also hat der Entzug nichts gebracht. Die Kombi von Xanax und Olanzapin ist sicher nicht günstig sondern gefährlich. Die Notärztin meinte nur wir sollen uns anfangen selbst zu schützen. Ich kann doch meinen Sohn nicht aufgeben. In den Langzeitentzug will er nicht oder noch nicht. In solchen Augenblicken will man einfach nicht mehr. :-( Ich bin kaum noch in der Lage meinen Beruf auszuüben. Er wird so lange machen bis er es geistig nicht mehr hinbekommt und er ein Pflegefall wird.

    Ich appelliere an alle. Bitte last die Finger von jeglichen Drogen. Wir sterben hier alle einen langsamen Tod als Familie.

    Entschuldigt bitte meine Wortwahl. Bin nur noch am Ende.


    Cijay

    Hallo

    Also, wie erwartet muss er zu einer MPU und muß Abstinenz mindestens ein halbes Jahr nachweisen. Ist auch richtig so. Er ist glaube noch nicht soweit um nicht für sich und seine Mitmenschen eine Gefahr im Straßenverkehr darzustellen. Ich würde ihm das sehr wünschen ein ganz normales Leben zu führen und er auch von seinen Mitmenschen geachtet wird. Gestern hat er seinen Laptop repariert und ein paar Physikformeln waren auch auf Anhieb da. Grins. Er verfällt aber immer wieder seinen alten Trott und läuft draußen mit weissen Cannabissocken rum, über die Hose. Wäre da nicht die Vergangenheit würde ich ja schmunzeln, es zeigt mir aber, dass er das Zeug noch nicht verteufelt. Er kämpft gerade wahnsinnig mit seinen innerlichen Stimmen. Gestern mußte er 1 1/2 Tabletten, also 15mg Olanzapin nehmen. Das macht einen übel schläfrig und man denk er hat wieder gekifft.

    Ich geh ihm mit Sicherheit sehr auf die Nerven. Aber was kann ich tun? Er sollte seit 14 Tagen einen Termin bei seiner Therapeutin machen. Heute hat er es geschafft, sagt er zumindest. Beim Zahnarzt ein Termin zu machen ist auch eine wahnsinnige Herausforderung. Aber er muß das selber hinbekommen. Morgen geht er ev. wieder zum Baskettballtraining. Ich hoffe das er es durchhält. Was meint ihr, bin ich zu nervig und sollte ihn überhaupt nicht mehr agitieren oder doch immer mal anstoßen? Ich hab mittlerweile schon Angst vor mir selber und weiß nicht mehr was richtig ist.

    Blöder Zustand :-( Theoretisch ist er jetzt 5 Wochen clean und die Arbeit beginnt erst für ihn.

    Hat jemand Erfahrung mit Olanzapin?


    Liebe Grüße Cijay

    Leider möchte er die Langzeittherapie nicht angehen. Ich hoffe das er es so schafft. Wenn nicht wird er nochmal richtig aufschlagen :-(. Er hat eben seine eigenen Vorstellungen das zu bewältigen. Nun ist er 18 und ich kann nichts mehr tun. Aber im Moment ist er clean. Morgen muß er zum Test um seine Fahrerlaubnis zu bekommen.

    Bin echt gespannt wie das ausgeht.

    Ich werde berichten.

    Hallo zusammen,


    nun möchte ich aktuell berichten. Nach einem 3 wöchigen Entzug in der Klinik ist mein Sohn wieder zu hause. Laut Blutwerten ist er nun clean. Leider hat er immer mal Halluzinationen und hört manchmal Stimmen. Im Großen und Ganzen ist er gesundheitlich mit einem blauen Auge davon gekommen. Alle Werte sind top auch seine kognitiven Fähigkeiten haben momentan keine spürbaren Einschränkungen, laut Arzt. Er hat sich Ziele gesetzt und möchte das 2019 umsetzen. Natürlich geht das nicht von jetzt auf gleich. Er muß kleine Erfolge, Schritt für Schritt erarbeiten. Er bekommt momentan Olanzapin, was beträchtliche Nebenwirkungen aufweisen kann. Er nimmt am Tag 10 mg und wird dann nach der Einahme sehr schläfrig. Ich hoffe, dass er da nicht in eine neue Abhängigkeit kommt. Die Stimmen die er hört sind leiser und nicht mehr so laut. Man meint auch, dass er es durchaus verlieren kann. Die richtige Arbeit steht ihm noch bevor. Wenn der Suchtdruck kommt hat er Techniken bekommen um die 30 extremen Minuten zu überstehen. Diese Menschen brauchen extrem viel Verständnis und Halt. Ich hoffe das er keinen Rückfall bekommt und wieder an seine Zukunft denken kann. Er ist nun 18 und ich muß trotzdem lernen ihm Selbstbestimmtheit zu gewähren. Es ist wirklich ein super Gefühl wenn Menschen wieder aus diesem" vernebelten " Befinden zurück kommen. Jeden Tag bangen wir das er nicht schwach wird. Ich kann jedem empfehlen als Motivation einen Entzug zu machen. Man bekommt wieder eine Tagesstruktur und kann mit Betroffenen in einen Austausch gelangen. Wenn man die Neuankömmlinge mit ihrem müden Blick sieht ist man nur betroffen. Trotzdem muss ich sagen das der Entzug ein sehr vernünftiger Weg ist und der Start in eine neues Leben sein kann.

    Liebe Betroffene, ich möchte Euch nur sagen, bitte versucht es immer wieder davon los zu kommen. Der Kampf lohnt sich.

    Ich werde weiter berichten und hoffe, dass ich in geraumer Zeit wieder Positives posten kann.


    LG Cijay

    Hallo Franz,


    vielen lieben Dank für Deine Worte. Alles Gute und Liebe im neuen Jahr. Ja, du hast in dem was du schreibst recht. Es hat sich mittlerweile etwas getan. Positiv, wie leider auch negativ da wir nun noch mehr wissen. Er hat am 31.12. einen Vertrag mit seiner Freundin von allein aufgesetzt. Ich zitiere: Wir möchten ab dem 31.12.2018 unser Leben um 180 °C drehen und einen Entzug machen. Zum Glück konnten er das mit unserer Hilfe, da er doch wieder schwankte, umsetzen. Er ist nun im Entzug. Hier tut sich nun das ganze Ausmaß auf. Wahrscheinlich ist auch Crystal im Spiel. Er sieht aus wie ein Wrack. Vor einem Jahr ist er noch Skateboard gefahren. Er tut mir so leid. Er ist glaube im inneren noch ein ängstlicher und trotz seiner Verfehlungen ein herzensguter Mensch. Genau Sylvester hatte er eine Attacke im Krankenhaus und schrie mir ins Telefon"Holt mich hier raus...sofort" Die Pfleger waren gerade draussen und haben sich das Feuerwerk angesehen. Da habe ich überall versucht jemanden zu erreichen. Man hat ihm dann Benzos gegeben um ihn zu beruhigen und in einen Beobachtungsraum gelegt. Er hat jemanden in dem Moment gebraucht, den er in den Arm nehmen konnte. Ich konnte nicht zu ihm. Das hätte alles kaputt gemacht. Das war die bisher schwerste Stunde meines Lebens. Heute waren wir bei ihm und er ist fix und fertig aber wieder stabiler und hatte interesse an Sport. Er wiegt bei 1,8m nur noch 58 kg. Das ist der Hammer. Zum Glück scheint dieser extreme Missbrauch nur ca. ein Jahr gewesen zu sein, mit Abstinenzphasen. Wenn er keine Symptome hat ist er unglaublich beim Reden und auch inhaltlich erzählt er keinen Quatsch. Man sagte mir, dass er durch diese kurze Zeit noch gute Chancen hat. Morgen beginnt die Therapie für 3 Wochen. Danach beginnt die eigentliche Arbeit und ich hoffe wir finden da das richtige Konzept. Meines Erachtens sollte er für 6 Monate in eine Therapie, wo er wieder die normale Lebensweise erlernt. Erst wenn das gelingt kann er an eine Ausbildung denken. Das ist aber wirklich gerade eher nebensächlich. Hauptsache ist er lernt sich wieder zu lieben und sich seine Verfehlungen zu verzeihen. Er erfährt von uns bedingungslose Liebe wenn er sie möchte ohne Verurteilung. Ich will ihn auch nicht erdrücken und will ihm zeigen, dass er doch ein ernstzunehmender Mensch ist und meinen vollen Respekt bekommt. Er wird in 3 Wochen 18 Jahre. Das soll er glücklich in Erinnerung behalten.

    Was gibt es für Erfahrungen im Umgang mit den Betroffenen Menschen? Oder hat jemand Ideen für die Zeit nach der Entgiftung?

    Mich wird die ständige Angst vor einem Rückfall begleiten. Die Liebe zu seine Freundin scheint Halt und Hindernis zu sein. Was das Mädel mit 16 von sich gibt ist der Hammer. Er ist absolut hörig und Trennung würde ihn zerbrechen.

    Ich weiß nicht was ich tun kann um andere Eltern zu sensibilisieren. Was hier los ist, ist erschreckend. So viele sind betroffen. (Ostthüringen)

    Ich werde jetzt ein Tagebuch anfertigen und mit seiner Zustimmung Bilder von Ihm machen und seine hoffentlich Genesung für Ihn festzuhalten oder einfach meinem (unseren) Schmerz Worte zu Geben. Wenn meine Frau (Stiefmutter) nicht so geduldig wäre, würde ich das hier glaube nicht mehr schreiben können. Sie ist eine unglaubliche Stütze und ich danke ihr übermäßig für diesen Halt.

    Vielen Dank fürs Lesen und wenn es Tipps gibt werde ich alles wohlwollend aufsaugen.


    Ich wünsche allen die nötige Stärke zum Durchhalten.

    Es wird besser.


    Cijay

    Hallo Alleswirdbesser,


    auf jeden Fall ist dein Weg der Richtige. Schmeiss das Zeug alles weg. Das ermöglicht dir in schwachen Momenten nicht so schnell an so etwas zu kommen. Entzugserscheinungen hat man in jedem Fall. Schweißausbrüche unruhiges Schlafen und div. andere körperliche Erscheinungen. Das schaffst du. Schwieriger scheint es später mit der Psyche zu werden. Dein Körper wird bestimmt noch lange danach schreien. Ich weiß das durch Unterhaltungen mit meinem Sohn. Er macht gerade wieder einen Tiefpunkt durch. Vielleicht bei guten Freunden anrufen oder mit ihnen etwas unternehmen. Hauptsache ablenken. Die Probleme werden weniger, aber das dauert.

    Ein ganz großer Schritt ist es, sich hier zu öffnen. Da gehört meines Erachtens viel Mut dazu. Du hast den Teufel in dein Leben gelassen und diesen zu vertreiben bedarf viel Kraft. Ich sehe das absolut bei dir.

    Wenn du aufhören möchtest darfst du nicht einen Zug mehr davon nehmen. Nur ein bisschen gibt es nicht. Aber die Einsicht hast du selbst.


    Du bekommst das hin. :thumbup::thumbup:

    Cijay

    Neuer Stand,


    nach 3 Tagen auf MDMA haben wir gestern den Notarzt geholt. Die waren wirklich super und haben eine Stunde auf ihn eingewirkt um einen Entzug zu machen. Er hatte Kieferspasmen. Puls und Blutdruck waren normal. Leider hat er nicht zugesagt. Es war schon alles vorbereitet. Ich hatte auch in der Klinik angerufen das sie ihn zwangsaufnehmen. Wir hätten das dann noch mit dem Richter geklärt. Leider ging es dann wieder nach hinten los. Er sagte dann ich bin jetzt hochmotiviert und will die Drogen nicht mehr. Die Ärztin meinte dann zu mir, dass es bei MDMA nicht ohne fremde Hilfe mehr geht. Das ist in der Regel nicht zu Schaffen. Sie hat viele Jahre Bereitschaftserfahrung und muß bei solchen Menschen zusehen wie sie über die Jahre verfallen. Ich verstehe nicht warum die jungen Leute diesen Strohhalm nicht greifen wollen. Nur ein ja und man hat die Chance auf ein neues Leben.

    Nun muß ich zuschauen bis er das nächste mal wieder abstürzt. Ich hoffe so auf den Richter, das er ihn das als" Strafe " auferlegt.


    :-( Cijay

    Hi ich nochmal,


    du schreibst in einem anderen Thread über Gedächtnisprobleme. Ich denke schon, dass sich da einiges verbessern kann oder auch völlig gesunden kannst. Das Hirn ist sehr flexibel. Da braucht man auch Geduld und Training.

    Ich bin so in einer Zwickmühle mit meinem Sohn. Ich liebe ihn ohne Ende und mache hier bestimmt ohne Ende Fehler. Er braucht klare Linien und Aufgaben. Bei mir nimmt er das leider nicht mehr an. Hab schon überlegt ihn zu schnappen und 5-6 Wochen auf ne Insel in Schweden oder nach Kuba. Aber was ist dann? Vielleicht hat er mich dann noch mehr satt.

    Alles Mist.

    Naja, die Zeit wird es zeigen. ich wünsche dir so sehr aus diesem Teufelskreis heraus zu kommen. Das Leben ist eigentlich so geil.


    Cijay

    Vielen Dank,

    das ist echt lieb. Er wird jetzt richtig runter fallen und das auch müssen, denke ich. Ganz viele Menschen um ihn haben sich für Ihn eingesetzt und stark gemacht. Leider hat es nichts gebracht. Nun ist er an der Reihe sich zu helfen. Ich hoffe das trifft so zu. Ich finde Deine Ehrlichkeit und dein Interesse, dich da rauszuziehen Wahnsinn. Das zeugt von innerer stärke. Mir kommen gleich die Tränen, weil ich diese Kraft meinem Sohn auch wünsche. Bis vor einem Jahr war er noch top fit. Hat Parkour gemacht, geile Beats am Rechner programmiert und wollte Tontechnik studieren. Mir fällt es schwer mich in einen 18 jährigen hinein zu versetzen, das sich da ganz viel verändert. Das ist bei mir schon lange her ;-). Er sollte doch trotzdem vor sich den Respekt nicht verlieren.

    Demnächst hat er seine Gerichtsverhandlung und ich werde die Jugendgerichtshilfe auf Knien anflehen ihn in einen Zwangsentzug zu bringen und danach eine mehrwöchige psychische Betreuung. Wenn er aufwacht, wird das für ihn der Hammer werden. Jede Sozialarbeit oder Geldstrafen würden ihn kalt lassen. Vielleicht nach dem Entzug.

    Lieber Bijuu, ich wünsche Dir von ganzen Herzen ein erfülltes und sorgenfreies Leben.


    LG Cijay

    Liebe Forumsmitglieder,

    seit einem Stubendurchgang (Polizeiliche Durchsuchung) in unserm Haus, wurden wir von einer Minute zur Anderen in eine uns völlig fremde Welt hineinkatapultiert. Seit ca. 4 Jahren hat er mehr oder weniger mit Cannabis zu tun gehabt. Seit 2 Jahren ist bei ihm Mischkonsum und dealen bekannt. (Seine eigene Aussage) das Ging über Pilze, Koks, LSD, MGMA, Medikamente. Zum Glück noch kein Crystal und Heroin. er hat die 10 Klasse auf dem Gym geschafft. Wir haben ihn dann aber im April kurz nach der Durchsuchung von der Schule genommen. Es kam keine Leistung mehr und wir haben den Druck rausgenommen. Er wurde 3 mal erwischt und nun folgen noch zwei gerichtliche verfahren die aber vermutlich mit Sozialarbeit oder Geldstrafe enden.

    Wir haben alles unternommen, um ihn in den Entzug zu bekommen. Seine Freundin hat ähnliche Probleme. Eine Lehre hat er nicht begonnen, wollte aber nächstes Jahr doch beginnen. Er war zwischenzeitlich auf einem guten Weg und der Drogentest auf Cannabis ging von 400 ng/ml auf 33 ng/ml zurück. Er hatte mit einen 400 Euro Job begonnen. Zu Weihnachten wollte er nicht mit der Familie feiern, was jetzt erstmal nicht ganz so schlimm wäre. Leider hat er gewartet bis wir ausser Haus waren und hat dann hier ne Party ca 3-4 entsprechende Personen losgetreten. Obwohl er für so etwas Verbot hatte machte er es hat trotzdem. Dann haben wir hier entdeckt, das man Plastikbeutel verteilt hat. Da war mir alles klar. Da er teilweise schon wo anders geschlafen hat, habe ich ihm gesagt er soll seine Sachen packen. Nun haben wir seit 2 Tagen keinen Kontakt mehr. Wie gesagt wir haben alles ausgereizt um ihm zu helfen. Viele Drogenberatungen, Kinderpsychiatrie, Notarzt war da und wir hofften das er ihn zum Entzug mitnehmen kann. Ich war schon beim Richter und wollte ihn Zwangseinweisen. Dieser meinte "treffe ich einen halbwegs normalen nicht suizidalen Menschen an, nehme ich ihn nicht mit". Also es geht nur freiwillig. Er wird demnächst seine während dieser Zeit bestandene Fahrerlaubnis verlieren. Ich hoffe nun auf den Richter bei der Verhandlung, dass er ein Urteil spricht, wo er zum Zwangsentzug verurteilt wird. Nächste Woche bin ich bei der Gerichtshilfe und hoffe da nochmal auf eine Möglichkeit ihm zu helfen.

    Mittlerweile ist unser komplette Familie ( Großeltern) maximal zerstritten, sie haben sich immer massiv in alles reingehängt. Meine Frau (seine Stiefmutter) ist eine unglaubliche Stütze für mich.

    Mit Sicherheit haben wir auch eine gewisse Schuld. Trotzdem möchte ich ihm auf lange Sicht helfen.

    Mit dem Rauswurf hoffe ich, ihm mehr Verantwortung für sein Leben gegeben zu haben. Ich habe auch die ständigen Lügen und das Hintergehen nicht mehr ertragen. Möglicherweise braucht er den ganz tiefen Fall. Als er neulich noch klar war, war er wie ausgewechselt. Das war eine wahnsinnig schöne Erfahrung und gibt mir Hoffnung, das sein Hirn noch nicht so großen Schaden genommen hat. Für ihn ist noch alles möglich.

    Hat jemand Erfahrung mit ähnlichen Situationen? Leider kann ich nicht mehr zu viel tun, da er im Januar 18 wird.

    Ich bin auch seit längeren wegen Überlastung in einer Psychotherapeutischen Behandlung und erfahre dadurch sehr viel Unterstützung.

    Die Verzweiflung hat mittlerweile ein Maximum erreicht.


    Vielen Dank fürs Lesen.


    LG Cijay