Beiträge von Alleswirdbesser

    Ist denn diese Appetitlosigkeit und die Verdauungsprobleme in der Phase normal? Das hält bei mir schon relativ lange an, seit der Zeit in der ich den Konsum so reduziert habe.

    Ist es normal, dass sich meine Gedanken fast ausschließlich um die jetzige Phase drehen? Selbst bei Ablenkung bekomm ich die Gedanken einfach nicht los.... :-(


    Ich versuche mir selbst immer wieder zu sagen, dass alles was ich jetzt durchlebe "normal" ist und zu dem Entzug gehört.

    Habe ich falsche Vorstellungen davon, wie die "normalen" Phasen (also außerhalb des Stimmungstiefs) laufen sollten? Ich wünsche mir dann quasi, dass dann meine Gedankenmacherei auch einfach aufhört....ist aber wahrscheinlich nicht realistisch, oder?

    Hallo Franz, hallo Cijay!


    Vorab erst mal vielen Dank für die aufbauenden Worte und die hilfreichen Tipps!

    Ich habe mich natürlich schon durch viele andere Threads gelesen und gemerkt, dass es wohl den meisten so ergeht wie mir.


    Ich möchte euch ein kurzes Update zu meinem jetztigen Status geben:


    Heute ist der 5. Tag gänzlich ohne Cannabis. Ich vermisse es wirklich gar nicht. Ich vermisse noch nicht einmal das High-sein. Wahrscheinlich aus dem Grund, dass ich weiß was passiert, wenn ich dann nicht mehr high bin - nein Danke. Diesen Zustand braucht kein Mensch und ich schon 3 mal nicht mehr.

    Die Sache mit dem Alkohol war wirklich schwierig zu beschreiben. ich habe nicht jeden Tag 4-5 Bier getrunken. Auch mal eine Woche lang gar keinen Alkohol. Habe und hatte dann auch absolut kein Verlangen danach.

    Ich war oder bin mehr oder weniger Gelegenheitstrinker, dann trinke ich aber ein bisschen mehr. Also die Gefahr der Suchtverlagerung sehe ich bei mir momentan nicht, sonst hätte ich längst zu mehr gegriffen, aber ich bin standhaft bzw. es schmeckt mir auch nicht mehr wirklich. Nur noch als Genuss zum Essen mal ein Glas Wein. Das wars dann auch schon.


    Wie ich bereits in meinem Eingangspost erwähnt hatte, waren die Stimmungsschwankungen innerhalb der ersten 4-6 Wochen der Reduktion (Cannabis & Alkohol) am heftigsten. Mittlerweile hat es sich so eingependelt, dass zu unbestimmten Zeitpunkten am Tag ein etwas "kleineres" Tief einschleicht. Gefühlt ist dieses Tief leicht abgeschwächt, kann aber auch sein, dass ich mir das nur einbilde.


    Dieses Tief bewirkt in mir folgendes:

    - ich fühle mich innerlich unruhig, gar schon genervt. Wenn Menschen um mich herum viel reden, nervt es mich sehr schnell. Laute Geräusche zum Beispiel stressen mich mehr, als sie mich sonst gestresst haben.

    - meine Gedanken fangen an, ihre Kreise zu ziehen. Ich hinterfrage die kleinsten körperlichen Anzeichen, ob das jetzt wohl alles mit dem Entzug zu tun hat. Ich denke und denke und denke....und es dauert, bis sich das wieder normalisiert


    Was den Schlaf betrifft:

    Ich schlafe schnell und gut ein, schlafe auch halbwegs durch und beginne wieder zu träumen. Ab und zu schwitze ich noch etwas stärker als normal, aber vielleicht auch, weil mich die Träume ins Schwitzen bringen.


    Was mich wirklich sehr stört, ist die temporäre Appetitlosigkeit. Manchmal habe ich Appetit, manchmal nicht...das zehrt wirklich an den Nerven. Habe auch schon das ein oder andere Kilo abgenommen. Ich freue mich über jeden Hunger und das Gefühl, gerne zu essen!

    Ebenso habe ich noch Verdauungsprobleme. An manchen Tagen wie heute heftiger Durchfall (kann aber auch daran liegen, dass meine Freundin die letzten 24 Stunden mit Durchfall zu kämpfen hatte, vielleicht geht momentan was rum)


    Kopfschmerzen sind auch vorhanden, halten sich aber in Grenzen.


    Was tue ich momentan?

    Ich gehe jeden Tag, sofern das Wetter es zulässt, ne gute Stunde spazieren. Ich nehme meine Mutter/Schwester mit, denen ich das alles auch erzählt habe. Auch Sie unterstützen mich und reden mir gut zu und machen mir Mut!

    Ich trinke viel Tee und viel Wasser. Esse viel Obst (Darauf habe ich komischerweise mehr Appetit als auf alles andere was ich sonst gerne esse).

    Aus dem Drogeriemarkt habe ich mich hochdosiertes Johanniskraut besorgt, in der Hoffnung, dass es in ein paar Tagen/Wochen etwas unterstützend wirkt.

    Baldriparan für die Nacht aus der Apotheke - auch hier die gleiche Hoffnung noch besser und ruhiger zu schlafen.


    Ein wirkliches Kiffer-Umfeld habe ich nicht, alle die es mal getan haben, haben schon lange aufgehört. Bis auf einen, aber den sehe ich nur unregelmäßig.

    Leider bin ich Raucher und glaube, dass ich momentan nicht noch einen Entzug verkrafte. Aber der Vorsatz aufzuhören besteht schon länger als der Vorsatz mit dem Kiffen aufzuhören. Das ist das nächste Ziel, wenn ich das hier alles gut überstanden habe.


    Ich bemerke jeden Tag eine minimale, wirklich sehr minimale Verbesserung, aber sie ist da. Vor Wochen war meine Stimmung noch den ganzen Tag richtig im Keller, mittlerweile sind es viele Stunden, in denen ich auf Normal-Null bin. Also so wie man es kennt.

    Ich wünsche mir echt nichts mehr, als dass diese Tiefs schnell aus meinem Leben verschwinden. Ich war vor und während der Konsumzeit ein gut gelaunter, offener und freudiger Mensch. Bin ich auch heute noch, nur scheint der Entzug das etwas zu dämpfen :-(


    Bitte entschuldigt, dass ich so "kreuz-und-quer" schreibe bzw. erzähle...ich tippe einfach ab, was mir gerade in den Sinn kommt.

    Und vielen Dank nochmal für eure Tipps und die aufmunternden Worte!!!!


    LG

    Alleswirdbesser

    Hallo Franz,

    Die Beziehung läuft normal und gut. Sie unterstützt mich in meinem Vorhaben. Sie selbst konsumiert nicht. Psychische vorerkrankungen auch keine bekannt. Laut Ärzten bin ich gesund, bis auf die rückenprobleme. ich gönne mir ab und zu noch ein bier oder ein glas wein, aber nicht oft. Urlaub habe ich noch bis zum 2.1.


    Viele Grüße

    Ich muss meine Konsumangabe von oben nach oben korrigieren...je nach verfügbarkeit waren es zwischen 5 und 10 gramm im monat. aber wirklich schwer zu schätzen... 😔

    Hallo zusammen,

    auch ich möchte hier gerne meine Erfahrungen der vergangenen Wochen teilen und hoffe auf guten Zuspruch und vielleicht etwas Hilfe.

    In vielen Beiträgen von anderen Betroffenen habe ich mich wiedergefunden, deshalb dieser Beitrag.

    Ich bin 34 Jahre alt und kiffe seit nunmehr über 10-12 Jahren regelmäßig. Meistens nur Abends, den typischen „Einschlaf-Joint“. Öfter auch mal mittags nach der Arbeit als „Zeitvertreib“. Gefühlt hatte ich nie wirklich Probleme mit der Kifferei, weiß aber, dass ich abhängig bin. Ich hatte ein Gefühl der Kontrolle darüber, da sich mein Mengenmäßiger Konsum doch in Grenzen hielt. Mit 5 Gramm bin ich meistens einen ganzen Monat ausgekommen, natürlich gab es Zeiten in denen war es ein wenig mehr, manchmal aber auch weniger, je nach Verfügbarkeit. Abends war es mal einer, dann auch mal 2. Mittags manchmal einer, mal auch keiner, je nach Lust, Laune und sonstigen Aktivitäten. Zusätzlich dazu trinke ich auch gerne mal Wein oder Bier, aber auch das war eigentlich (das weiß ich auch) zu viel. Wenn ich dann mal 4-5 Bier getrunken habe, habe ich mir noch einen Joint gegönnt und dann war das Licht aus – ab ins Bett und schlafen. Insgesamt ist mir heute klar, dass das alles über Jahre viel zu viel war.

    Nun zu meiner Geschichte, meinen Gefühlen und Emotionen

    Alles fing vor ca. 8 Wochen mit Schmerzen in der Leiste die in den Bauchbereich ausstrahlten an. Vielleicht bin ich von Grund auf hypochondrisch veranlagt, jedenfalls gingen bei mir im Kopf in den kommenden 4 Wochen die schlimmsten Gedanken von todbringenden Krankheiten durch den Kopf. Zusätzlich dazu, habe ich vor 3 Monaten einen Menschen aus meinem engsten Umfeld durch Krebs verloren.

    Innerhalb der ersten 4 Wochen habe ich mir selbst gesagt, dass das Kiffen mit Sicherheit meinen emotionalen Zustand noch verschlimmern wird und ich habe meine Dosis von jetzt auf gleich stark reduziert. Ich habe zwar abends noch einen halben Joint geraucht, aber auch die Menge darin war viel weniger als sonst. Geschätzt habe ich den täglichen Konsum um ca. das 4 oder 5-fache reduziert.

    Ich rannte von Arzt zu Arzt und ließ viele Untersuchungen über mich ergehen, die Symptome veränderten Sich. Mittlerweile stellte sich raus, dass meine Bauchschmerzen vom Rücken (mit dem ich schon seit vielen Jahren zu kämpfen habe) kamen. Als dann ja eigentlich alles „gut“ sein sollte, veränderten sich die Symptome. Ich bekam Muskelzucken in den Waden, nächtliche Schweißausbrüche die sich aber in Grenzen hielten. Und wieder fing mein Gedankenkarussell an sich zu drehen. Die schlimmsten Krankheiten malte ich mir aus.

    Mein Cannabiskonsum blieb weiterhin stark reduziert. Der Physiotherapeut behandelte mich und so verschwanden auch die Zuckungen in den Beinen und mein Körper normalisierte sich.

    Doch kaum war das überstanden, bekam ich ein Enge-Gefühl in der Brust, konnte zwar atmen, aber es trieb mich in den Wahnsinn. Als ich dann Abends noch den halben Joint geraucht hatte, trieb es meinen Herzschlag in die Höhe, es stolperte und das Gefühl wurde schlimmer. Ab ins Bett und versuchen zu schlafen. Es waren auch Tage dazwischen in denen habe ich gar nicht gekifft und mein gesamter Alkoholkonsum war mittlerweile auch um fast 1/3 reduziert.

    Und als eben diese Enge in der Brust einsetzte, fing es mir an psychisch immer schlechter zu gehen. Mich überkam in unregelmäßigen Abständen ein depressives Gefühl. Es ist irgendwie schwer zu beschreiben. Innerlich bin ich unruhig, angespannt und leicht reizbar. Meine Stimmung ist im Keller. Ich war wieder antriebslos wie in den „Hypochonder-Wochen“ davor, hatte irgendwie Angst vor der kommenden Zeit und dass ich dieses traurige Gefühl nicht mehr los werde. Ich konnte mich in dieser Phase auf und über nichts mehr freuen, zumindest konnte ich es nicht zeigen. Es war und ist, sobald der Zustand einsetzt, sehr anstrengend den Kopf „abzustellen“.

    Ich hatte die ganze Zeit nicht auf dem Schirm, dass ich durch die plötzliche Reduzierung von Cannabis und Alkohol eventuell Entzugserscheinungen bekommen habe. Erst ein Freund brachte mich gestern (Er kifft selbst und zwar viel viel mehr als ich es je getan habe) darauf, da er selbst beruflich mal für 2 Wochen komplett aufhören musste. Auch bei ihm traten ähnliche Symptome auf.

    Mittlerweile ist mein Schlafverhalten so, dass ich zwar relativ gut einschlafe, doch nach wenigen Stunden aufwache und nicht mehr einschlafen kann. Manchmal geht’s, manchmal nicht. Vergangene Nacht hat es gut funktioniert. Ich träume auch wieder – natürlich keine schönen Träume. Jeden Tag hoffe ich, dass dieses Depri-Gefühl ausbleibt.

    Zwischendrin habe ich ab und zu mal noch 3-4 mal an einem Joint gezogen und gemerkt, dass es irgendwie wieder gut ist, der Abfall danach war umso schlimmer.

    Gestern Abend habe ich dann den endgültigen Entschluss gefasst, kiffen komplett sein zu lassen und habe alle Utensilien direkt im Müll entsorgt. Ich will es nicht mehr!

    Hier nun meine Frage(n) an euch:

    Ist es möglich, dass ich durch die drastische Reduzierung bereits in eine Art Entzug gekommen bin, ohne es zu wissen? Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

    Kann ich Hoffnung haben, dass diese Stimmungsschwankungen wieder verschwinden?

    Ich meine, ich habe mir jetzt nicht jeden Tag die Birne komplett vernebelt, sodass mein Job oder meine Beziehung darunter gelitten haben.

    Mich beschleicht immer schnell diese hypochondrische Angst, krank zu sein bzw. zu bleiben….


    Viele Grüße und vielen Dank im Voraus für eure Beiträge!