Beiträge von nintje

    • sieht die Stadt im Nebel
    • fühlt sich neblig
    • hat viel zu wenig geschlafen, schnarchende Zimmergenossin
    • ist durcheinander und hoffnungslos
    • trinkt Kaffee, schaut in den Nebel und grüßt in die Runde
    • hat vernünftig geschlafen
    • nimmt medis
    • hat Angst vor der neuen Station
    • versucht, tapfer zu sein und daran zu glauben, dass es irgendwann besser wird
    • lässt niemanden die Wundemehr zwischendurch versorgen, macht das selbst
    • hat die Nase voll davon, dass ihr Aufmerksamkeitsheischerei vorgeworfen wird
    • zieht sich lieber zurück
    • freut sich für ganesha, hat auch ein E-Bike und genießt die sanfte Hand im Rücken, wenn es den Berg hochgeht.
    • hat gerade total Lust auf Radfahren, sitzt stattdessen im Krankenhauszimmer

    Es fühlt sich an, wie eine bedingungslose Kapitulation.

    Ich hab aufgehört, zu kämpfen. Der Schmerz hat nicht mehr ausgereicht, um die Suizidgedanken in Schach zu halten. Ich war einfach nicht stark genug, ihn auszuhalten.

    Ich hab sie im Stich gelassen. Meine Familie.

    Und ich hab den Thera enttäuscht. Er dachte, ich sei stark. Stark genug, es ambulant zu schaffen.

    Ich bin nicht stark.

    Jetzt werde ich aufbewahrt.

    Bekomme Medis, die ich brav schlucke.

    Sitze auf dem Bett, schreibe manchmal. Meist starre ich vor mich hin.

    Svv geht trotzdem, ich muss nur geschickt sein.

    Dee Drang ist weniger stark.

    Essen geht nicht.

    Egal.

    Ich kann nicht mehr.

    Wie soll ich da jemals wieder rauskommen?

    Die Gefühle sind viel zu groß.

    Wie soll ich überhaupt hoffen, das hinzukriegen?

    Er sagt, ich muss svv aufhören. Ich soll meinem Leid Ausdruck verleihen, ohne mich zu verletzen.

    Wie soll das gehen?

    Es tut so weh. Wie soll ich dem Schmerz Ausdruck verleihen?

    Es ist zu groß

    Er hat auch gefragt, ob er die Stelle sehen darf. Ich müsse nicht, er sei nur neugierig. Ich hab sie gezeigt.

    Er war sehr sachlich. Sagte, dass die Stelle deutlich größer geworden wäre.

    Ich hätte es besser wissen müssen. Ich dachte, es wäre ein Vertrauensbeweis. Und dass ich ihm das schuldig sei, weil ich nicht zum Doc gehe die nächsten zwei Wochen und weil ich ihn so... fordere.

    Die Scham schlug beim erneuten Verbinden richtig zu. Dafür aber heftig. Und würgt mich immer noch.

    Ich hab keine Hausaufgaben bekommen. Ich solle mir nur klar machen, dass ich das "Martyrium" (seine Worte), das ich früher erlebt habe, mit dem svv fortsetzen würde. Martyrium... Was für ein großes Wort...

    Weil das gehört alles in die Therapie, genau so wie es ist.

    Das hat nicht geklappt, das mit den Sorgen werde ich mal ansprechen. Das ist ein Thema für sich.

    diese Dinge haben kaum andere Kanäle über, als sich körperlich verstärkt zu manifestieren

    Diese Panik hat sich auch heute in der Therapie gezeigt. Er hat es gesehen und angesprochen. Ichbhab gesagt, dass ich nur die körperlichen Sachen fühle. Er meinte, dass ich eine erstarrte Angst spüren würde, dass das eine andere Angst sei, als zum Beispiel Höhenangst.

    Er hat mich gebeten, sie zu beschreiben, als ich drin war. Das war sehr.... schwierig.

    Stimmt das wirklich oder ist das ein Gedanke, der aus deiner Stimmung heraus entspringt?

    Hm, gute Frage. Ein bisschen beides? Ich bin enttäuscht, dass ich immer wieder Rückschritte mache. Und dass es mir schlechter geht. Und ich das offenbar will.

    Heute bestand er darauf, zu schauen, ob es eine Alternative zum svv gibt. Ich hab versucht, zu erklären, dass es eine Wunde braucht. Dass es objektiv zu sehen sein muss. Und hab auch das mit den Studien erklärt.

    Er fragte, wofür das svv da sei. Ubd zum Thema Wunde fragte er, wenn es objektiv sei, warum würde ich sie dann nicht zeigen? Ich würde die Wunde ja nur meinen Behandlern zeigen.

    Irgendwas an dieser Ecke ist wichtig. Sehr wichtig. Sobald ich versuche, darüber nachzudenken, verstubbelt es in meinem Kopf und ich kann mich nicht mehr konzentrieren.

    Wir haben heute auch ein paar Erinnerungen angeschaut.

    Und er hat gefragt, was ich in den vorherigen Therapien bearbeitet habe hätte. Und was das gebracht hätte.

    Es tat weh. Denn ich hatte plötzlich das Gefühl, dass ich nichts geschafft hätte. Denn das, was ich damit bekämpfen wollte, ist ja wieder da.

    Und plötzlich kam ein Riesengefühl hoch.

    Es hat sich wie ertrinken angefühlt (so stelle ich mir ertrinken vor). Schwarz. Allein. Ein Sturz in die Tiefe. Hass.

    Besser konnte ich es nicht benennen. Ich war mittendrin.

    Ich bin nach Hause gefahren und hab mich hingelegt, weil ich so k. O. war. Dieses Gefühl ist ganz nah, die ganze Zeit.

    Ich soll auf mich aufpassen.

    Klar, gar kein Problem :dg:


    letztlich geht es darum, dass du dir selbst zugestehst, dass du ein Leiden hast.

    Wir haben das Thema Leid schonmal hier gehabt.

    Auch da ging es um die Stelle. Und das Thema war heute auch in dee Thera. Es verstrubbelt sich in meinem Kopf, aber das ist wichtig.

    Also nochmal Schritt für Schritt.

    Ist die zentrale Frage für mich "darf ich leiden"?

    Der Thera fragte zum Schluss, ob es eine Möglichkeit gibt, dass ich mein Leid ausdrücken kann, ohne mich zu verletzen. Und alles in mir schreit Nein.

    Es ist mir klar, dass Leid individuell ist. Und wenn ich an die Studien denke, habe ich einen absolut egozentrischen Blickwinkel. Ich denke überhaupt nicht darüber nach,

    dass auch alle andere Menschen im Verhältnis z.B. zu traumatischen Ereignissen - die quasi objektiv "als so und so traumatisch eingestuft werden" leiden müssen

    Ich schaue nur auf mich.

    Ich bin in einem Akademikerhazshakt groß geworden. Mein Vater war eher der gefühlssbetontere Elternteil, aber er war Ingenieur durch und durch. Erst im Alter ubd nachdem ich mich viel mit ihm auseinander gesetzt habe, hat er Gefühle als genauso wichtige Argumente anerkannt, wie Fakten (nicht mehr sondern eben gleichberechtigt).

    Vielleicht kommt daher das Ansprechen aufvdie objektiv messbaren Kriterien.

    Mir einzugestehen, dass ich ein Leiden hab....

    Tue ich das nicht?

    Ich verstehe absolut, dass du dich nach einer externale "Leidensberechtigung" sehnst.

    Das trifft es genau, ich hatte das Gefühl, nicht leiden zu dürfen.

    Und ohne svv... Leide ich da?

    Mir ist gerade schlecht... Ich komm nicht dahinter, aber das ist wirklich wichtig.

    Es ist seltsam. Ich schreibe sehr oft, dass ich Angst habe, oder Panik.

    Oft habe ich auch klassische Symptome, Zittern, hektischer Atem, Herzklopfen, Schwindel, Übelkeit,...

    Aber das Gefühl, das ich von Angst kenne, zum Beispiel, bei Höhen, das kommt da nicht. Eigentlich fühle ich nur die körperlichen Sachen. Und schreibe dann, je nachdem, wie stark die körperlichen Symptome sind, ob ich Angst oder Panik habe.

    Ich denke, grüble über die kommende Therapiestunde nach.

    Ich muss rausfinden, ob er sauer ist. Oder es etwas gibt, was... Keine Ahnung... Vom letzten Telefonat übrig ist.

    Genervt sein? Verärgert? Ablehnend?

    Wäre absolut nachvollziehbar, ich hab viel zu tief gezeigt. Hab den Drachen gezeigt. Der verärgert. Zeigt, wie dumm ich bin, wie unfähig, diese Gedanken zu kontrollieren. Ich hätte nichts davon zeigen dürfen.

    Das zweite Telefonat war sowieso ein absoluter Fehler. Es anzunehmen. Ich hatte doch die Wahl, warum hab ich es nicht gelassen???

    Sorge?

    Noch schlimmer. Sorgen haben den Nachteil, dass sie Menschen zu Handlungen treiben, ohne dass ich einen Einfluß darauf habe. Dass irgendwas passiert, was ich nicht will. Nicht ertragen kann. Und dass sie mir ein Gefühl geben, das ich nicht haben darf.

    Und ich sollte ihm berichten, dass ich die nächsten zwei Wochen nicht zum Doc gehen kann. Ich schaffe das nicht, mich nich jemandem zu zeigen. Es sind schon zu viele, viel zu viele.

    Vielleicht lässt er sich ja auf einen Deal ein. Keine Doc-Kontrolle, dafür ordentlich selbst versorgen (dass ich das eine Zeug nicht mehr kriege, heißt nur, dass ich es nicht perfekt versorgen kann, nicht, dass es schlecht versorgt ist) und die Tabletten nehmen.

    Und ich sollte auch von den wissenschaftlichen Studien berichten und was das für eine Wirkung auf mich hat.

    Viel zu viel.

    Hab 4h geschlafen, einen Kaffee getrunken. Zittere vir Anspannung oder vom Medikament.

    Was die Stelle angeht, es ist mir gleichgültig, was damit ist oder wird. Zu einem anderen Doc gehe ich nicht. Das schaff ich nicht noch mal