Beiträge von nintje

    Und die Lösung, die ich zum Verbinden entwickelt habe, geht nicht mehr, das Produkt gibt es lt. Apotheken nicht mehr.

    Atmen.

    Egal. Es ist doch wirklich scheißegal.

    Zwei Schritte vor, drei zurück.

    Hey, ich nehme die medis. Muss heute wohl ein Versprechen gegen ein anderes eintauschen.

    Es hat sich etwas verändert in meinem Kopf. Was Gutes, glaube ich.

    Es zeigt sich, dass wissenschaftliches Denken helfen kann... Bemerkenswert, im wahrsten Sinne des Wortes....

    Einen in meinen Augen "echten" Grund zu haben, einen, der wissenschaftlich untersucht wurde und in vielen Studien, auch Metastudien, auftaucht, macht etwas mit mir.

    Ob es beim Weg durch Mordor hilft?

    Keine Ahnung. Ich weiß nur, dass ich heute mehr Hoffnung habe, als die letzten Wochen. Nicht viel, aber mehr.

    • fragt sich, was Naan ist
    • hat Medis genommen (3. Tag am Stück) =)
    • hat nicht neue Wunden vor dem Besuch beim Arzt gemacht, nur Trick 17
    • hat einen neuen Blick auf ihre Situation gewonnen
    • hat Schiss vor heute nachmittag
    • zittert, vermutlich wegen des Terninvereinbarens Doc

    Ich kann nicht schlafen. Denke an die Therapie morgen. Hab Angst, dass der Therapeut sauer auf mich ist, weil ich beim letzten Telefonat nicht richtig war. Ich hatte ihm nochmal geschrieben, dass es mir gut geht. Er hat nicht geantwortet und ich denke, dass er verärgert ist.

    Ich hab auch Angst vor dem, was vor mir liegt, denn die Reise durch Mordor fängt jetzt an.

    Die Erkenntnis von gestern Abend hilft mir insofern als dass ich zumindest glauben kann, dass die Ursache für das, was ich empfinde und tue das Bullying ist.

    Mein Mann hat verhalten reagiert, als ich ihm von den Studien berichtet habe. Er nahm die wenigen Worte, in denen ich versucht habe zu schildern was die Studien aussagen und was das für mich bedeutet, auseinander.

    Ich fühle mich gerade sehr allein. Ängstlich. Alarmiert.

    "Zwei Studien, die in den USA und Großbritannien durchgeführt wurden, ergaben, dass die Folgen von Bullying in Bezug auf Angstzustände und Depressionen bzw. affektive Störungen größer waren als die Folgen von sexuellem Missbrauch oder Misshandlung. Sie sind zumindest vergleichbar und genauso schwerwiegend.“

    An anderer Stelle steht auch, dass selbstverletzendes Verhalten ebenfalls signifikant häufiger vorkommt beim Bullying...

    Ich bin total durch den Wind.

    Ich hab mich immer gefragt, ob ich missbraucht oder misshandelt wurde, weil die Symptome passten. Hab mir das Hirn zermartert, weil ich keinen Grund dafür gefunden habe, warum ich depressiv war, schon so früh und so lange. Hab es nie begriffen und mir Vorwürfe gemacht, weil ich aus dem. Nichts heraus so etwas entwickelt habe.

    Und jetzt?

    Jetzt lese ich, dass der Grund, den derTherapeut gefunden hat, beileibe nicht so banal ist, wie ich es immer dachte. Sondern dass es zumindest vergleichbar ist!

    Ich hab grad einen Erkenntnisflash....

    Heute ist ein seltsamer Tag.

    Ich bin ziemlich angespannt, zittrig, aber es geht mir nicht schlecht.

    Heute morgen hab ich ziemlich viel svv gemacht, seitdem ist der svv Druck endlich mal deutlich weniger.

    Auch Medis hab ich genommen. Die wirken nicht so schnell, aber vielleicht ist es nur das Gefühl, es geschafft zu haben, sie zu nehmen. Oder das Zittrige ist eine Nebenwirkung, ich glaube, das stand im Beipackzettel.

    Ich hab sogar etwas gegessen, zwar ziemlich wenig und recht spät, aber es ist besser als sonst in den letzten Tagen.

    Morgen ist reguläre Therapie. Also nicht ganz regulär, eigentlich hätte ich heute gehabt. Aber er war heute noch im Urlaub. Und er hat gesagt, dass er mich in dieser Woche sehen will, bevor er in den Urlaub fuhr.

    Ob er es wohl bereut? Ich denke immer wieder über das Telefonat gestern nach. Was ich gesagt hab, was er gesagt hat. Ich hab ein ganz... schlechtes Gefühl. Ich kann es nicht genau benennen.

    Mal sehen, ob ich dem auf die Spur komme.

    Ich glaub, es war für ihn ebenfalls anstrengend, das Gespräch. Was ja eigentlich völlig okay wäre. Wie ihr hier schon geschrieben habt, es ist sein Beruf. Trotzdem hab ich das Gefühl, dass ich ihn.... benutzt habe? Erpresst habe?

    Ich glaube, er hat sich Sorgen gemacht. Um mich. :12::14::kotz: Er hat irgendwann gegen Ende des Gespräches gesagt, dass ich meinem Mann wichtig sei, meinem Kind und ihm auch.

    Und ich hab neben Ablehnung und Panik auch..... etwas anderes gefühlt.

    Ich hab Angst, dass ich davon mehr haben will..... Von diesem Gefühl. Ich möchte wegrennen vor diesem Gefühl, es abschneiden, wegbrennen. Denn sonst endet das in einer Katastrophe. Es kann nicht sein, was nicht sein darf....

    Ich hab es schon immer gehasst, wenn sich jemand Sorgen um mich macht. Ich bin immer vor diesem Gefühl weggerannt.

    Der Impuls, zu schweigen, nicht mehr zu zeigen, wie es mir geht, ist gerade übermächtig. Nichts mehr zu sagen in der Therapie. Gegenüber der Umwelt. Alles zurück zu drehen, zu sagen, "Hey, alles ein Irrtum, ich bin gar nicht krank, ich hab nichts", fröhlich zu sein, alles für mich zu behalten. Diese Gefühle zu begraben, so tief es nur geht. Sie zu vergessen. Einfach mein Leben wieder aufnehmen. Und die Schwärze in mir zu verbergen, allein damit zu bleiben und allein damit umzugehen. Alle Hilfe von mir zu weisen, weg zu schubsen.

    Ich spüre, wohin das führen würde.

    Die Frage ist doch, warum ich mich um Hilfe bemühe, mich um Therapie gekümmert habe, hier schreibe, mit S. gesprochen habe und mit C. Und dann kneifen will, alles wieder zurück drehen möchte.

    Gestern sagte der Thera, dass das svv nach seiner Einschätzung dann so eskaliert ist, als wir den Grund gefunden hatten. Diesen nichtigen kleinen Grund. Der so... banal ist, dass ich kotzen könnte. Ich kann nicht glauben, dass es so trivial ist. Nichts, wo jemand von außen sagen würde: "Ach, das ist dir passiert? Jetzt verstehe ich gut, warum du so leidest". Sondern eher etwas, wo die meisten (auch gesunden) Menschen sagen: "Ach, das ist dir passiert? Mir auch. Und noch schlimmer als dir (natürlich nicht so plump, ich höre, was sie erlebt haben und denke, dass es schlimmer war als bei mir) ".

    Die Reaktionen, die ich unwillkürlich zeige, wenn es zu diesem Thema kommt, sprechen eine andere Sprache. Es scheint tatsächlich der Grund zu sein. Zumindest ein großer Teil. Und einer, den ich in der Vergangenheit nicht bearbeitet habe, es gab andere Themen, Eltern vor allem, die aber alles in allem sehr gute Eltern waren.

    Ich hab vor ein paar Jahren ein Buch gelesen, das zufällig ziemlich genau beschreibt, was mir damals geschehen ist. Ich hab es geklaut (es war ein Bibliotheksbuch) bzw. gesagt, dass ich es verloren hätte und ein anderes Ersatzbuch gekauft.

    Ich werde es heute noch einmal lesen. Dann sehe ich ja, was passiert.

    triggern wir uns selbst, nin? hm? war der tag etwa zu gut?

    • muss bei der Vorstellung eines radelnden Hundes lachen
    • guckt gerade mit dem Kind Unsere kleine Farm und hat nostalgische Gefühle
    • überlegt, wie sie morgen zum Doc gehen kann
    • stimmt SoccerLady zu, dass es unlogisch ist, wie gerade hier agiert wird
    • hat Panik vor dem lockdown
    • trinkt Kaffee
    • macht sich daran, die medis zu nehmen, was gestern Abend noch ganz leicht klang aber jetzt ein Riesenberg ist

    • hat Medis genommen =)

    Ich muss einfach schreiben. Die Gedanken aus meinem Kopf kriegen, lesen können. Egal, wie durcheinander.

    Ich gehe das Telefonat von gestern immer und immer wieder durch.

    Es fühlt sich so furchtbar falsch an. Als hätte ich den Therapeuten in die Enge getrieben. Als hätte ich ihn getestet. Manipuliert.

    Er hat mich gefragt, was ich brauche, damit ich nach dem Telefonat nicht bezahle. Es gab nichts.

    Er schlug drei Dinge vor. Stelle versorgen, nicht zu tief und das dritte hab ich vergessen. Es war zu viel, ich hab regelrecht gemerkt, wie ich.... es fühlte sich nach ertrinken an. Stelle versorgen geht mittlerweile. Mit einem Trick.

    Er will morgen bei der regulären Therapiestunde darüber sprechen, wie man sich wehtun kann, ohne sich zu schädigen.

    Ich hab... Angst? Panik?

    Drängt er jetzt auch darauf, dass ich das svv aufgeben muss? Das ist schon bei der Ärztin zu viel. Ich hab es bisher nicht geschafft, hinzugehen.

    Ich hab geschlafen, fast 6h.

    Gestern auch etwas gegessen, nach dem Telefonat (vorher gar nichts)

    Beim Telefonieren wurde irgendwann ziemlich klar, dass jedes Mal, wenn es darum ging, dass ich ein Mensch bin, einen Wert habe, unabhängig davon, ob und was ich gebe oder bezahle, ich mit absoluter Panik reagiere.

    Warum ist eine solche Aussage so schlimm für mich?

    Die Liebe meines Mannes blende ich gerade ziemlich aus. Ich weiß (vom Kopf her), dass er mich liebt. Ich sehe es an seinen Handlungen. Ich frage ihn sogar ziemlich oft, ob es noch so ist. Fühlen tue ich es nicht.

    Gestern war die Liebe meines Kindes auch etwas, was nicht innen ankam. Ich sehe, wie sehr sie mich liebt und braucht. Ich umarme sie, geb ihr einen Kuss. Und bin innerlich distanziert. Das wird sie spüren... Fuck.

    Ich verstehe es einfach nicht, warum das so schwer ist. Ich wurde geliebt, vin beiden Eltern. Ich wurde nie misshandelt. Klar, es gab Probleme. Wie glaube ich bei allen Leuten. Wir haben gestritten und sicher haben meine Eltern mir nicht immer das geben können, was ich gebraucht hätte. Aber ich muss das vergleichen mit anderen Menschen, die ich kenne. Und ganz ehrlich, gegen anderes Leid ist alles, was ich erlebt habe, Pippikram!

    Ich hab darüber schon so oft nachgedacht. Warum kommt das so stark hoch? Ich glaube, mit 14 hatte ich das erste Mal Depressionen. Vielleicht auch früher. Das ist ja auch nicht so ungewöhnlich in der Pubertät.

    Ich hab mir das Hirn zermartert, ob ich vielleicht von irgendeinem Fremden oder irgendwelchen Bekannten mißbraucht wurde. Ich bin vom Fach. Einige Symptome sprechen eigentlich dafür. Aber da ist... NICHTS, egal wie oft oder wie konzentriert ich darüber nachdenke, nachspüre. Gar nichts. Eine normale Kindheit, vorwiegend glücklich.

    Und deshalb bin ich definitiv eine Dramaqueen. Steigere mich rein. Verletze mich, nur um Aufmerksamkeit zu bekommen. Manipuliere die Menschen. Ich bin nicht krank, ich bin dämlich. Mein schlechtes Gewissen, das ich derzeit jedes Mal habe, wenn sich jemand sorgt, um mich kümmert, das dafür sorgt, dass ich mich ständig entschuldige, ist einfach angemessen...

    Hab also mit dem Therapeuten gesprochen.

    Das Gespräch war ziemlich anstrengend. Ich glaube, für beide.

    Während und nach dem Gespräch ging es mir ziemlich schlecht. Wir haben darüber gesprochen, einen Waffenstillstand mit dem Drachen einzugehen, damit ich Therapie machen kann. Wir haben überlegt, wie uch etwas Gutes für mich tun kann, ohne zu bezahlen.

    Etwas ist hängen geblieben. Es ging um die Frage, was ich eigentlich erreichen will. Ich habe festgestellt, dass es zwei Impulse gibt. Der eine ist eher dee vom Drachen: sieh zu, dass du wieder funktionierst.

    Der andere Impuls ist von einem gesünderen Anteil in mir. Der sagt, dass ich eine "Grundsanierung" brauche, weil ich sonst früher oder später wieder am selben Punkt stehe wie jetzt.

    Wenn aber der Drache will, dass ich funktioniere, dann muss er doch ein Interesse haben, dass ich zum Beispiel die medis nehme.

    Dee Therapeut meinte, dass sich ja durch das nehmen eigentlich nichts ändern würde. Ich würde erstmal nichts anders machen. Nur vielleicht etwas besser funktionieren....

    Irgendwie empfinde ich das als Brücke. Als würde ich mich nicht gegen den Drachen stellen, wenn ich die medis nehme.

    Als müsste ich das svv nicht aufgeben.

    Es ist so bescheuert. Ich scheine das svv nicht aufgeben zu wollen. Obwohl ich wieder gesund werden will.

    Vielleicht, weil ich es noch eine zeitlang brauche.

    Zitat von Hannah Green "Ich habe dir niemals einen Rosengarten versprochen rororo taschenbuchverlag Auflage 878.-889. Tausend August 1997, S. 116 /117

    "Ich möchte Ihnen sagen, daß die Symptome nicht die Krankheit sind", sagte die Ärztin. "Diese Symptome sind Verteidigungsstellungen und Panzerungen. Ob Sie es glauben oder nicht, ihre Krankheit ist der einzige sichere Grund, den sie unter den Füßen hat. Sie und ich zusammen hacken Stückchen für Stückchen den Boden weg, auf dem sie steht. Daß es einmal einen anderen, festeren Boden für sie geben wird, nachdem dieser zerstört ist, kann sie nur glauben. Versuchen Sie sich das nur einen Augenblick vorzustellen, dann können Sie sehen, warum sie ihrem Äußeren nicht die geringste Aufmerksamkeit schenkt; warum sie solche Angst hat und warum die Symptome sich vermehren. "

    Das passt gerade so genau. Wie gut, dass es Literatur gibt:fr:.

    Die Therapie nimmt mir meine Sicht. Und ich kann dem Therapeuten nur glauben, dass es etwas besseres gibt und dass ich das schaffen kann.

    Deswegen wird der Drache so ausfallend, will immer mehr. Es sind Grabenkämpfe, Rückzugsgefechte. Er will keine Änderungen. Er will nur, dass ich wieder funktioniere, ohne irgendetwas zu ändern.

    Aber wenn ich mich überzeugen kann, die medis zu nehmen, ohne zu bezahlen, damit ich funktionieren kann...

    :h::ha::gt::bj::em::fg: