Beiträge von Ninjana

    Ich hab es jetzt verstanden. Ihr hattet alle recht. Ohne Therapie geht da gar nichts. Ich bin so unglaublich naiv und dumm, dass ich ihn voller Hoffnung und in einer kurzen cleanen Phase zu mir geholt habe. Es waren schöne, wenige Wochen, aber natürlich ist uns alles wieder um die Ohren geflogen und dermaßen eskaliert, dass es jetzt kein zurück mehr gibt, aber das ist auch besser so.

    Nachdem ich immer misstrauischer wurde und ihn auf immer wieder fragte, ob er einen Rückfall hat, kamen immer Ausflüchte und schließlich fantastische Lügenkonstrukte, die mich sogar dazu bewegten ihm erneut viel Geld zu geben.

    Ich steh drei Wochen vor dem ET und war natürlich wenig erfreut darüber zu hören, dass er mal wieder entziehen muss nach gerade mal wenigen Monaten und einen Junkie möchte ich auch nicht bei der Geburt dabei haben.

    Langer Rede kurzer Sinn: er konnte damit nicht umgehen, dass ich nicht weiter mit ihm zusammen sein möchte, zumal er nicht einmal Therapie machen will. Er hat mich also die halbe Nacht tyrannisiert und mich dann dreimal ins Gesicht geschlagen, weil ich ja so aggressiv bin und ihn wichser genannt habe. Das war’s dann. Over und out... mit einem Menschen, der mich schlägt und das auch noch, wenn ich sein Kind im Bauch trage möchte ich nichts mehr zu tun haben.

    Oha, kleines Update:


    Er hat mich angerufen, sich entschuldigt und ist bereit sich therapeutische Hilfe zu holen und nimmt meine Bedingungen an.... bleibt wohl spannend.

    Freut mich jedenfalls sehr, dass er drüber nachdenkt und bereit ist sich die ganze Sache nochmal anzuschauen mit nem Therapeuten.

    Hallo SOccerlady,


    Ich war etwas empfindlich bei deiner Reaktion, weil die so in etwa einszueins von meinen Eltern hätte sein können.

    Ja, ich hab nochmal mit ihm gesprochen und wie erwartet ist er nicht dazu bereit, denn er hat alles unter Kontrolle und meine Bedenken und Sorgen liegen an meinem mangelnden Vertrauen, was ja davor auch schon so war. Und wenn ich nicht an ihn glaube und daran, dass er den Scheiss jetzt mal lässt, dann wird es mit uns auch nicht weitergehen....

    Also er schiebt mir jetzt den Schwarzen Peter zu, hat meiner Meinung nach null Gespür dafür, worum es hier eigentlich gerade geht und merkt auch überhaupt nicht, dass er sich eigentlich mal ganz etwas reumütiger präsentieren sollte anstatt hier zu versuchen, das Ganze aussehen zu lassen als hätte ich es versaut mit meinem mangelnden Vertrauen ins als müsse er deshalb gehen🤣.


    Wie ihr euch wahrscheinlich schon gedacht habt, läuft es hervorragend. Is mir aber egal meine Yogamatte ist gestern angekommen. Kann weitergehen!

    Liebe Grüße

    Hallo Rf,


    Mir ist durchaus bewusst, dass nimm die Beine in die Hand der Tipp ist, der in den meisten Fällen am hilfreichsten ist, aber Franz hat es zumindest 10 Jahre geschafft.... das ist ja schon mal ne starke Zeit.


    Er wäre eigentlich im Anschluss an seine Ausbildung, die er jetzt beendet zu uns gezogen, aber dazu hab ich ihm schon gesagt, dass er sich was eigenes suchen soll. Das ist mir jetzt nach allem, was war definitiv zu riskant.

    Ich hab ne eigene schöne Wohnung und ich bin finanziell unabhängig. Das ist schon mal sehr gut.


    Er ist halt auch nicht mehr der jüngste, daher denke ich, dass er er schon schaffen könnte, wenn er sich seinen Weg nochmal genau anschaut und mit seiner langjährigen Therapeutin nochmals bespricht, was Stolpersteine waren und welche Skills er nutzen kann, damit das nicht wieder passiert. Ich denke, es wäre auch sinnvoll mich als Partnerin zu einem späteren Zeitpunkt mit ins Boot zu holen.

    Er hat viele Ressourcen, die ihn stärken können. Und ich möchte jetzt nichts entschuldigen, aber ich glaube diese Ausnahmesituation „Corona“ war für ihn schlimmer als er dachte.


    Ich verstehe die Ratschläge, aber in mir sagt etwas, dass er noch eine letzte Chance verdient hat unter gewissen Voraussetzungen und wenn dann nochmal so ein derber Rückfall passiert, muss ich endgültig gehen.

    Vielleicht ist das dumm und naiv... das werde ich dann sehen.


    Ich danke euch allen für eure Hinweise, Ratschläge und Anteilnahme.

    Lg

    N.


    Hallo Rf,


    Mir is gerade aufgefallen, dass ich auf einige deiner Fragen gar nicht eingegangen bin....


    Er hätte im Anschluss an die Ausbildung noch Zeit für eine Kurzzeittherapie, aber er möchte anfangen in seinem neuen Berufsfeld zu arbeiten und er ist da manchmal auch etwas stur, wenn ihm jemand versucht den Weg zu weisen. Er fühlt sich dann bevormundet. Kann also durchaus doch noch passieren, dass er sagt, ich mach’s, aber dazu braucht er das Gefühl, dass es seine Entscheidung war.

    Das mit den UKs hab ich bereits angelehnt ( bin ja schließlich nicht seine Therapeutin😉)

    Das mit dem Geld: mein oberstes Gebot -und das hab ich mir jetzt sowas von hinter meine Ohren getackert- lautet: mein Geld bleibt mein Geld!

    Was er dann mit seinem macht, kann und möchte ich nicht kontrollieren.

    Lg nochmal

    Hallo Soccerlady,


    Also zum einen möchte ich mal sagen, dass es hinter der Sucht auch noch einen Menschen gibt und der ist ganz fabelhaft. Ja, er hat in seinem Leben ein paar falsche Abzweigungen genommen und ist dadurch in etwas hineingerutscht, was er als junger Mensch nicht abschätzen konnte.

    Also mal ganz im Ernst zieh ich den Hut vor jedem, der es schafft clean zu bleiben und auch vor jedem, der den Kampf mit der Sucht aufnimmt.

    Vor dem Jugendamt hab ich deswegen keine Sorge, da mein Hirn ganz gut funktioniert und meine Kinder definitiv vor jedem Mann stehen. Das kannst du mir glauben.

    Also sollte das mit uns weitergehen irgendwie irgendwann dann nur wenn er clean ist und ich könnte auch mit nem einmaligen Ausrutscher umgehen, aber nicht mit nem wochenlangen Rückfall.

    Was du mir auf Dauer aufwachsen mit einem Drogensüchtigen Vater meinst, erschließt sich mir nicht ganz.... das ginge natürlich nur, wenn er clean ist, sprich nicht abhängig. Süchtig bleibt er sein Leben lang.

    Ihr bekommt das Kind, er ist überfordert, wird wieder rückfällig, du bist allein mit dem Kind, irgendjemand bekommt mit, dass der Vater Drogen konsumiert (egal wer und aus welchen Gründen) und dann steht eines Tages das Jugendamt vor der Tür und du darfst um dein Kind bangen....

    Was soll mir dieses Horrorszenario jetzt genau bringen? Du skizzierst hier ein Bild von mir alleine mit Kind und er hat irgendwo nen Rückfall.... meinst du ernsthaft da kommt das Jugendamt zu mir? Und selbst wenn, was hätte dann ich damit zu tun?

    Anders sähe es vllt. Aus wenn er bei uns leben würde und das Kind davon direkt betroffen wäre.


    Peace

    N.

    Danke Franz,


    Hab mir schon gedacht, dass du das sagst und wahrscheinlich hast du auch recht...ich denke, er ist nicht einmal zu dieser doch recht abgespeckten Variante bereit und dann ist eigentlich eh schon alles klar.

    Ich frage mich halt auch, ob es mir das wert ist mich überhaupt auf so einen Lebensweg einzulassen, denn manchmal kommt es mir so vor als sei das Leben mit einem Süchtigen wie ein Tanz um ein rohes Ei. Und wenn jemand, der derart schwerwiegende Probleme mit in eine Partnerschaft bringt, sich nicht bewusst ist, was für ein Wagnis das für den Nichtsüchtigen darstellt und dann nicht bereit ist den Forderungen des Partners auch nur etwas entgegen zu kommen, dann ist fraglich wie stark der Wunsch nach einem cleanen Leben wirklich ist.

    Hallo,

    ich brauch mal einen Tipp oder einen Ratschlag basierend auf eurem Erfahrungsschatz mit Sucht.

    Und zwar befinde ich mich an einem Scheideweg in meinem Leben und bin mir nicht so sicher, ob ich richtig liege oder ob ich bestimmte Dinge einfordern kann als Bedingung dafür, dass ich mich wieder auf meinen Partner einlassen werde.


    Ich versuche es mal zu rekapitulieren und euch grob ins Bild zu setzten.

    Mein Partner ist süchtig und hatte leider im vergangenen Jahr mehrere Rückfälle. Den letzten erst um die Weihnachtszeit.... davor im Sommer...gefühlt alle paar Monate.

    Der letzte war für mich deshalb so schlimm, weil er mich belogen und hintergangen hat und meine Unwissenheit und Naivität ihm Raum und Zeit verschafft hat, ehe ich gemerkt habe, dass es sich leider nicht „nur“ um Kokain handelt, sondern er schon wieder einen Rückfall mit Heroin hatte.

    Mit Rückfall meine ich nicht einmaliger Umfaller, sondern wochenlanger heimlicher Rückfall.

    In Folge dessen habe ich ihn mitten in der Nacht aus meiner Wohnung geschmissen und gesagt, dass es das war. Wir bekommen in wenigen Monaten ein Baby, auf das wir uns beide sehr gefreut haben und lieben uns wirklich. Das heißt ich liebe den Menschen hinter der Sucht und wäre bereit ihm natürlich auch aufgrund der Schwangerschaft noch eine letzte Chance zu geben.

    Diese habe ich in meinem Kopf allerdings an gewisse Voraussetzungen gekoppelt, damit ich überhaupt eine Chance sehe.

    Die wichtigste davon ist, dass sich an den momentanen Entzug eine Folgemaßnahme anschließt.... dies müsste für mich nicht einmal was stationäres sein, aber zumindest einmal pro Woche ein Termin bei seiner ehemaligen und langjährigen Therapeutin und erneutes teilnehmen an einer Selbsthilfegruppe mit Exusern, die ihm in den Jahren seiner Cleanzeit eine gute Stütze waren.


    Sein bisheriges Angebot lautet: Er bleibt clean (hahaha) und ich kann jederzeit UKs einfordern.


    Das ist mir natürlich zu wenig und ich möchte diese Rolle in der Beziehung auch nicht einnehmen. Ich bin nicht seine Therapeutin oder was auch immer...


    Jetzt meine Frage an euch:


    Bringt es überhaupt was, wenn ich die Therapiestunden einfordere? Kann ich das überhaupt? Macht es Sinn oder müsste das von ihm kommen.


    Ich habe Bedenken, dass wir in ein paar Monaten am selben Punkt sitzen, denn das Leben wird ja nicht einfacher für ihn mit Kind und Stress und Corona hat mir gezeigt wie stabil seine Suchtpersönlichkeit so ist....


    Was meint ihr dazu?

    Ich bin für jede Einschätzung dankbar!

    Liebe Grüße

    N.

    Hallo Igraine,


    So ein Mist.... würde dich gerade mal gern in Arm nehmen und drücken.... oh jeee...is echt ne harte Entscheidung sich für oder gegen das Leben mit einem suchtkranken Menschen zu entscheiden. Hatte echt gehofft, dass es bei euch gut bleibt.

    Manchmal denke ich weshalb tun sich Frauen, es scheinen überwiegend Frauen zu sein, das an???

    Bekommen sie in cleanen Zeiten so viel von diesen Menschen zurück, dass es all den Schmerz, die Sorgen und das Leiden aufwiegt? Ich glaube fast nicht.

    Wie alt sind denn eure Kinder? Bekommen die das schon mit?


    Ich wünsch dir alles Gute.... auch du schaffst das und du wirst früher oder später die beste Entscheidung für dich und deine Kinder treffen.

    Alles Liebe

    Hallo,


    Ist zwar schon paar Jährchen alt, aber ich bin gerade drüber gestolpert und frage mich, was wohl jetzt 11 Jahre später aus dir geworden ist.

    Ich hoffe, du hast es gepackt und der Sucht in A**** getreten.

    Mich persönlich interessieren die Lebenswege der Menschen, die abhängig von dieser hinterlistigen Droge sind, deshalb weil ich einen Mann liebe, der immer wieder Rückfälle hat, obwohl er schon so sicher war, dass es nicht mehr passiert. Ich frage mich, lohnt es sich zu bleiben, daran zu glauben, dass er es irgendwann schafft ein cleanes Leben zu führen oder ist all der Schmerz, der Kummer und die Sorgen, die man als Angehöriger erleidet, vergeudetet Lebenszeit?

    Ich weiß, dass es darauf keine Antwort gibt und wie so oft im Leben gibt es dafür keine Garantie, aber viele meiner Freunde tendieren eher zu „lass es sein“, denn zu „steh zu ihm“, was ich auch gut verstehen kann, aber in meiner Brust schlagen zwei Herzen....

    Danke neuer Weg... ich finde das gerade überhaupt nicht schön. Ich wünschte es wäre nicht so und ich könnte die Zeit zurückdrehen und ich schäme mich so für diese Gefühle.... aber das ist leider die Wahrheit.

    Dieses arme Kind bekommt jetzt schon so viele negative Gefühle ab.... ich versuche mich auf es zu freuen, aber es fällt schwer.

    Such mir erstmal professionelle Hilfe, denn es zieht mich unglaublich runter

    Danke Franz,


    Das ist der Plan. Im Kopf ist manchmal alles ganz leicht.... bin schon dabei mich zu informieren, aber im Moment muss ich erstmal wieder etwas in mein Gleichgewicht kommen. Den Kontakt zu blockieren ist auf jeden Fall der erste Schritt dorthin.

    Ab jetzt schreib ich einfach wieder regelmäßiger in mein Tagebuch. Das ist allemal besser als ihm Nachrichten zu schicken und darauf hingewiesen zu werden, dass ich es ja so wollte und jetzt sehen kann wie ich das mit dem Baby hinbekomme....

    Liebe Grüße

    Hallo Sunnymoon,


    Ja, mein Verstand hat das alles klar... nur mein Herz will immer das Gute sehen.

    Ich mach mir jetzt schon Sorgen, dass das Kind alles mitbekommt und später mal zu Depressionen neigt oder so.... es fällt schwer positive Gedanken zu haben. Im Moment ist alles schwarz und grau.

    Ich würde einfach gern die Zeit zwei Jahre zurück drehen und mich dann anders entscheiden, aber das geht leider nicht.

    Er tut immer noch so als reagiere ich über... er mache das schon.... bis das Baby da ist wäre es alles in Ordnung....

    Jetzt da ich es beendet hab, sagt er mir, dass ich ja jetzt etwas habe um das ich mich kümmern könne und ich sei ne psychotante....jetzt denk ich idiot schon fast wieder überreagiert zu haben, aber bei Heroin ist dann echt Ende bei mir.... er sieht aus wie der Tod, abgemagert und ausgelaugt. Ich kann das nicht mit ansehen.

    Danke für deine Worte...

    Hallo neuerweg,


    Ja, er hat mal wieder einen fetten Rückfall.... wir waren schon auf Distanz seit Weihnachten und jetzt ist er zu mir gekommen und sah ziemlich übel aus. Ich hab in seiner Hose geschnüffelt und beides gefunden. Er wirft mir jetzt alles mögliche fiese Zeug vor.... hab ihn jetzt blockiert. Harte Lektion, aber da muss ich jetzt wohl durch. Selber schuld, ich hab halt nur das gute gesehen und wenn er clean ist, ist er super.... aber jetzt ein richtig fieser arsch....

    Kurzes Update:


    Die Situation ist total eskaliert. Nachdem ich in seiner Tasche H und K gefunden hab, bin ich ausgeflippt und hab ihn mitten in der Nacht total aufgelöst geweckt und angeschrien sofort die Wohnung zu verlassen. Nach einiger Streiterei ist er gegangen und ich hab gesagt, dass es das jetzt war. So etwas möchte ich weder für mein Kind noch für mich. Es tut mir so weh sich so in einem Menschen getäuscht zu haben. Er schickte mir noch eine Sprachnachricht, in der er mir nahegelegt hat einmal zu tun, was man mir sage und zwar solle ich doch das Kind abtreiben. 😢😢😢

    Danke loulou,


    Du hast recht... lass die Leute reden, sie reden ja eh.

    Und die die sich mal schämen können, sind die Typen, die nicht merken, wann es an der Zeit wäre den Kurs zu ändern, auch wenn das nicht immer leicht ist.

    Es tut gut zu wissen, dass man nicht alleine ist und andere in ähnlichen Situationen sind oder waren.... danke für deine Worte.


    Tschüss 2020, du Arschlochjahr, ich werde dich nicht vermissen.


    Rutscht alle gut rein und seid nett zueinander!

    Hallo RF,


    Ich finde auch, dass du die reißleine ziehen solltest.... manche Dinge ändern sich nie und wie du schon sagst vllt. Ändert sich nur dann was, aber selbst daran zweifelst du, also wozu der Schmerz und der Kummer?

    Ich hab mal ne Frage und zwar: ich kenn mich nicht so gut aus mit diesen Substanzen und bin leider auch oftmals ziemlich naiv und glaube, was man mir erzählt. Also dass man auch beim alleinigen Entzug von k Medis bekommt, weiß ich aber muss man dann wirklich kotzen und hat das Gefühl es „schält einem die Haut vom Körper“ und hat man dann körperliche Schmerzen oder hab ich mich schon wieder verarschen lassen und es ist auch H im Spiel. Was meint ihr dazu?


    Ich bin jetzt auf Abstand gegangen und das versuche ich auch durchzuhalten.

    Hallo RF,


    Hab mir hier deinen/euren Leidensweg durchgelesen. Ziemlich heftig und bewundernswert wie lange du an ihm festgehalten hast, aber das ist nicht gesund für dich. Ich hab mich gefragt, wo bleibt deine Selbstfürsorge, das hält doch keiner aus.

    Diese Rückzüge, Abstürze machen mich wahnsinnig. Lg