Beiträge von neuerweg1

    Hallo Tannenzapfen,

    diesen Beitrag zu erstellen kostet mich eine Menge Mut

    Das kann ich gut nachempfinden. Es fühlt sich vermutlich wie Verrat an. Das ist es aber nicht! Es kann ein allererster Schritt sein, das Ganze (Familiengeheimnis) an die Oberfläche zu bringen und zu bearbeiten. Wäre ich an Deiner Stelle, würde ich mich nach Gruppen für Erwachsene Kinder aus Suchtfamilien umsehen. Suche danach mal online. Es gibt auch einige gute Bücher dazu. Das kann helfen, weil man sich dort wiederfindet, in dem was man fühlt und denkt und dann evtl. weitere Schritte für sich unternimmt.

    Die meisten Angehörigen denken ja, dem Süchtigen muss geholfen werden und sehen überhaupt nicht, dass sie selber dringendst Hilfe brauchen.Sobald ihnen das hier gesagt bzw. geschrieben wird, sind sie meist ganz schnell wieder weg. Leider! Der Weg daraus, fängt aber immer bei einem selbst an.


    neuerweg1

    Ich denke, Drogen haben zur Zeit noch keine Nachteile für ihn. Die kommen ja meistens erst später. Deswegen ist da mit Einsicht wohl auch noch nichts, wie du ja auch selber bemerkst.

    Du hast dich entschieden mit ihm diesen Weg zu gehen.

    Ein Problem ist aber schon jetzt deutlich sichtbar. Wie muss ich mich verhalten, damit es IHM guttut? Willst du immer den Pausenclown machen, wenn er schlecht drauf ist? Vllt gehts dir auch nicht gut, weil seine ständige Übellaunigkeit dir auch den Tag verdirbt? Da hast du dir aber richtig etwas vorgenommen, ihn immer wieder vor sich selbst zu retten. Zu Aktivitäten willst du ihn schleppen, weil es ihm immer gut getan hat und du hast auch rund um die Uhr ein offenes Ohr für ihn.

    Keiner der das schon erlebt und überlebt hat, wird dich in deinen Maßnahmen und Ideen unterstützen. Es gibt Grenzen in Beziehungen- in allen Beziehungen! Du kannst deinen Partner nicht retten, er muss es selbst wollen und sein Leben in die Hand nehmen. Gut, dass ihr nicht zusammen wohnt. Lass ihn einfach machen und du kümmerst dich um deine Grenzen und Bedürfnisse mit Hilfe der Therapie. Übrigens kann er sich auch helfen lassen, aber von Fachleuten und nicht von der Partnerin.

    Was war denn da los vor etwa einem Jahr? Er ist 32 Jahre, hatte mit Drogen deines Wissens vorher nichts am Hut. Das finde ich merkwürdig. Mit 32Jahren, so dachte ich eigentlich, denkt man schon ein bisschen nach, bevor man sich den ganzen Mist kopflos reinzieht. Aber vllt täusche ich mich auch. Wahrscheinlich können Betroffene wirklich mehr dazu sagen. Du sprichst ja sogar schon von Drogenabhängigkeit. Das bedeutet, innerhalb eines Jahres ging es steil abwärts?

    Moin Kitty,

    ...inhaltlich kam von seiner Seite nur, ist ihm alles egal...Er hat eh kein bock auf sein Leben.

    Versuche ihn in solchen Momenten zu spiegeln. Übersetze ihm, was er dir da gerade an den Kopf schmeisst. Sage ihm, dass ihn sein Selbstmitleid keinen Schritt weiterbringt. Dann spürt er, dass das sein Problem ist, nicht deins. Auch wenn er so tut als ob er es nicht hört. Er hört es und das ist gut! Ich habe das noch viel krasser ausgedrückt. "Dein Selbstmitleid geht mir dermaßen auf den Senkel und ich lasse mich von dir nicht moralisch unter Druck setzen. Wenn dir dein Leben egal ist, kann ich das nicht ändern."

    Ich musste mir den ganzen Mist auch anhören und anfangs hat es genau das gebracht, was es wohl auch sollte: mich in die Knie zu zwingen, wenn es nicht nach seinem Gusto lief.


    Bleib stark und sei mutig!


    neuerweg1

    Hallo Janjul,

    Ich würde einfach nur gern verstehen wollen, warum man das macht? Warum greift man wieder zu den Drogen, obwohl man weiß, dass man dann wieder alles verliert.

    Das ist die Sucht.

    Ich würde ihm so gern auch helfen, aber ich weiß nicht wie.

    Du kannst ihm nicht helfen. Du bist seine Partnerin. Da müssen Profis ran und das allerwichtigste: er muss wollen!


    Und denkt jetzt was ihr wollt von mir, aber in diesem Moment war ich einfach nur froh, dass wir dort waren.


    Als ich nach Hause fuhr, war es, als würde mir ne Last von den Schultern fallen. Es klingt komisch, aber mir ging es besser. Ich musste keine Angst mehr haben, dass ich was falsches sage oder falsch gucke usw.

    Das klingt überhaupt nicht komisch, ist im Gegenteil, völlig verständlich. Du tickst nicht falsch, es ist genau umgekehrt. Dein Partner ist eine Last. Eigentlich bräuchtest du seine Unterstützung mit einem 13-jährigen und einem Säugling. Stattdessen saugt er deine ganze Aufmerksamkeit und Kraft.


    Ich denke, das Problem ist klar. Dein Partner hat ein starkes Suchtproblem. Es geht darum eine Lösung für dich und deine Kinder zu finden. Wenn ich es richtig verstanden habe, hast du eine eigene Wohnung und er wohnt nicht bei dir. Das ist gut!

    Wenn er sich wieder meldet und ihm natürlich alles wieder unsagbar leid tut :2:, dann solltest du stark sein. Bei dir läuft nichts mehr, wenn er sich nicht nachweisbar umgehend in Behandlung begibt. Die Tür bleibt zu! Das Spielchen kann jahrelang so weiter gehen, wenn du keinen Schlusspunkt setzt. Außerdem würde ich dir nahe legen, eine Suchtberatungsstelle für Angehörige aufzusuchen. Süchtige sind sehr tricky, können gut manipulieren, mit Gefühlen spielen, um ihr Ziel zu erreichen. Das ist nicht immer einfach zu durchschauen. Dabei hilft dir unterem auch eine Angehörigenberatung.Rückenstärkung brauchst du unbedingt und die findest du dort.


    Du gehst daran kaputt, wenn es so weitergeht! Schütze dich und die Kinder - ganz dringend! Und leider ist es nicht so, wie du derzeit denkst. Die Kinder bekommen alles mit, schon die Kleinsten. Dazu bedarf es keiner Worte. Es ist die familiäre Stimmung, die sie "einfangen".


    neuerweg1

    Ich schreibe hier nicht unbewusst, sondern überlege sehr genau. :2: Der Alkohol war nur ein Beispiel, weil es eben unterschiedliche Konsummuster gibt.

    Unterjubeln? Nee, ganz bestimmt nicht.

    Es geht doch um den Konsum deines Freundes und nicht um deinen Konsum oder habe ich da etwas falsch verstanden? Es geht darum, dass der Konsum deines Freundes zunehmend zum Problem für die Beziehung wird. Deswegen bist du hier, oder?

    Wie Franz schon schrieb, kann der eine kiffen ohne in der Suchtspirale zu landen und ein anderer eben nicht.

    Dein Freund scheint eher zu Letzteren zu gehören. Du bist aber nur damit einverstanden, wenn er deine Konsummuster an den Tag legt. Das tut er aber nicht, weil er es wahrscheinlich auch gar nicht kann. Und das ist der wesentliche Unterschied.

    Es ist der Umgang mit Drogen und nicht ob ich dies oder das zu mir nehme. Wenn das Thema so viel Platz in eurem Leben einnimmt, finde ich das bedenklich und wenn es schon ständig Streit darüber gibt, finde ich es noch bedenklicher. Ich trinke Alkohol, wenn auch selten. Ich mache mir null Gedanken über mein Trinkverhalten. Wenn es keinen mehr zu kaufen gäbe, wäre mir das vollkommen egal. Wenn ich mich aber regelmäßig alle 2 bis 3 Wochen unkontrolliert betrinke, müsste ich mir schon Gedanken machen. Was ich allerdings nicht verstehe, ist, warum du dein Konsummuster ständig mit seinem vergleichst?

    Ich denke, du weisst eigentlich ganz genau was los ist. Die Überschrift des Threads, das du hier im Forum aufgeschlagen bist und das du eine Suchtberatung kontaktierst.

    Außerdem will er weitermachen und droht mit Trennung, wenn es dir nicht passt. Sein Weg ist klar.

    Ich persönlich finde es ja gut, wenn jemand eine klare Ansage macht. Dann kann ich mich in Stellung bringen, aber dazu bedarf es natürlich einer Haltung gegenüber seinem Drogenkonsum und kein Jein.

    Viel Glück morgen und ich hoffe du bekommst Klarheit für dich.

    Anstecken kann man sich überall. Viele Leute wissen überhaupt nicht, wo sie sich mit Covid angesteckt haben könnten. Aber telefonisch ist das ja eh nicht möglich.

    Wenn ich deinen Beitrag lese, kommt bei mir folgendes an: Jein! Er kann ja...ich mache es ja auch...aber nicht so...er sollte mal Pause machen...ich weiss, er kann....oder kann er doch nicht....ist vllt doch viel schlimmer....ich kann ihm nichts verbieten...Aggressionen...

    Vergleiche mit anderen Suchtmachern bringen so gar nichts für eure Probleme. Das sind doch nur Nebenschauplätze. Ablenkung ist alles. :2:


    Suchtberatungsstellen haben Schweigepflicht. Was sollten die mit deinen Daten schon anfangen. Das kommt mir doch ein wenig vorgeschoben vor. :2:


    Grüße

    Moin Kitty_81,

    ich habe leider keine Ahnung von psychiatrischer Erkrankung plus Sucht und habe erst recht keine Idee, was deinem Sohn evtl. helfen könnte bzw. euch.

    Vielleicht haben andere Foristen Vorschläge oder Ideen.

    Irgendwann habe ich mal das Buch von Amon Barth "Breit" gelesen. Er war süchtiger Kiffer, Hamburger und irgendwann kam auch eine Psychose an die Oberfläche. Leider weiss ich nicht mehr wie es damals ausgegangen ist. Heute ist er allerdings erfolgreich unterwegs. Kannst ja mal googeln , wenn du davon noch nicht gehört hast. Vllt hilft es dir, nicht komplett zu verzweifeln und trotz allem Licht am Ende des Tunnels zu sehen.

    Alles Gute für euch!

    neuerweg1

    Es ist leider genauso wie du schreibst.

    Das größte Problem ist, dass er nicht einsieht, dass nicht das kiffen gegen die stimmen in seinem Kopf helfen, sondern deren "Wahrnehmung" nur verstärken.

    Und das ist leider auch sehr oft so.

    Und trotz seiner Probleme lehnt er Medikamente in dieser Richtung völlig ab

    Was ich aber komplett nicht verstehe, wie es sein kann, dass das Medikament nicht durch ein anderes ersetzt wurde?! Es gibt mehr als ein Medikament und in der Regel muss man auch erst einmal die beste Einstellung finden.


    Würdest du denn abgesehen von seiner psychiatrischen Erkrankung auch von Sucht sprechen?


    neuerweg1

    Jedenfalls hat sie mir gestern vorgeworfen, dass sie mich nicht wieder erkennt...

    Das solltest du als Kompliment auffassen, zeigt es doch, dass du einen anderen Weg eingeschlagen hast. Als du noch denselben Weg gegangen bist, habt ihr euch gut verstanden. Lass dich nicht einschüchtern, mit vorgeworfener menschlicher Enttäuschung oder so einen Blödsinn. Das ist schon richtig frech, denn sie scheint ihren Bruder ja sehr gut zu kennen und verlangt trotzdem von dir, das du bei ihm bleibst. Tja, es zeigt sich doch immer wieder, dass man sich auch vor Co-Abhängigen schützen muss, wenn man raus will aus dem "Suchtsystem".


    Deswegen müsse ich mich bei ihm melden und mit ihm reden

    Glücklicherweise hat sie gar nichts zu melden. Du bist der Chef in deinem Leben, nicht sie.


    Heut bekommt er post von der Anwältin und ich mache mir sorgen, dass er bald völlig ausflippen wird. Vielleicht will er sich dann umbringen oder ähnliches 😔

    Wie ich schon schrieb, ist jeder für sein eigenes Seelenheil verantwortlich. Das ist nicht deine Baustelle! Bleib bei dir und deinem Leben. Süchtige brauchen kein Mitleid. Sie sind keine Schwächlinge, auch wenn das oft in sie hineininterpretiert wird.


    neuerweg1

    Abhängigkeit betrifft immer alle in der Familie. Mit seiner Sucht mischt er natürlich auch seine Ursprungsfamilie auf.

    Selbstverständlich würde er auch seine Schwester benutzen, um an sein Ziel zu kommen. Wenn er nichts mehr bei dir erreichen kann, spielt er über Bande, nämlich über seine Schwester.

    Ich hoffe, sie kennt ihren Bruder und stellt dich und deine Entscheidung nicht infrage, sondern konfrontiert ihn mit seinem Drogenproblem.

    Sollte sie allerdings co-abhängig reagieren, halte dich fern von ihr. Sie würde dir nicht guttun, genauso wenig wie er.

    Suche dir Menschen, die dich ausschließlich unterstützen.

    neuerweg1

    Kamillentee78, ich bin begeistert. :thumbup: Du machst das super.

    Lass dir von ihm kein Ohr absabbeln. Er würde dir alles versprechen, damit alles bleibt wie es ist.

    400 km weit weg, Anwalt genommen....perfekt!

    Du lässt ihn im Stich? Denk mal drüber nach das er dich laufend im Stich gelassen hat und lässt. Er ist suchtkrank. Das Problem kann nur er lösen. Dafür gibt es Profis, die ihn begleiten können. Das hat er aber gerade alles wieder in den Wind geschossen. Damit ist doch klar, wofür er sich entschieden hat.

    Mache genau das, was du dir vorgenommen hast! Vielleicht wirst du dich wundern, wie schnell du und das Kind Schnee von gestern für ihn seid, wenn du dich auf seine Bedingungen nicht mehr einlässt.

    In Ninjanas Thread kann man das ja sehr gut nachlesen.


    neuerweg1

    Hallo Kamillentee78,

    du bekommst es nicht über den Kopf und durch grübeln auf die Reihe. Dein Gefühl sagt ja etwas ganz anderes. Deswegen würde ich dir dringend raten, Hilfe in Anspruch zu nehmen.

    Naja, lügen und Sucht gehören zusammen.

    Man muss einfach begreifen, dass jeder für sein eigenes Seelenheil verantwortlich ist. Du kannst die Drogen nicht für ihn weglassen und er kann deine tausend Ängste nicht auflösen. Ihr seid ja keine Therapeuten füreinander, sondern ein Paar bzw. eine kleine Familie.

    Wenn ihr beide Hilfe in Anspruch nehmt und dranbleibt und du dir jetzt unmittelbar Hilfe suchst, dann muss nicht alles zu Ende sein.

    Wenn das allerdings nicht klappt und ihr wieder Nullkommanix im alten Fahrwasser seid, dann wäre wohl eine Trennung das Allerbeste.

    neuerweg1

    Hallo Hope,

    eine Grundvoraussetzung ist der Wille deines Partners davon loskommen zu wollen. Hat er sich dazu geäußert? Lass dir helfen bei einer Suchtberatung für Angehörige. Dort findest du sehr gute Unterstützung. Es ist ein Irrtum zu glauben, nur der Abhängige braucht Hilfe und dann ist die Welt in Ordnung.

    Seine Gereiztheit und Launenhaftigkeit scheinen ja schon länger zu bestehen. Ich frag mal ganz provokativ:" Warum hast du da nicht schon die Reißleine gezogen?"

    Du tust dem Kind und dir keinen Gefallen bei ihm zu bleiben, wenn sich nichts ändert. Ganz im Gegenteil. Kinder sollten unter solchen Bedingungen nicht aufwachsen.

    neuerweg1