Mütter, die ihre Kinder aussetzen/umbringen

  • Hallo ihr lieben,

    gerade habe ich mal wieder einen Bericht über Mütter gesehen, die ihre kleinen Kinder/Babys umbringen, mehr oder weniger absichtlich töten, aussetzen usw. Wie denkt ihr über solche Mütter? Sind sie Opfer, die Hilfe brauchen, weil sie überfordert sind oder sind sie berechnende Monster?

    Ich bin ganz ehrlich: Ein entscheidender Grund, warum ich keine Kinder haben will ist der, dass ich eine dieser Mütter dann sein könnte. Ich traue es mir durchaus zu, dass ich in einer Überforderungssituation (z.B. wenn das Kind dauernd schreit und man nicht weiß warum) mein Kind zu sehr schütteln könnte etc. und es damit schwer verletzen oder eben auch töten könte. Nicht mit Absicht, nicht mit Vorsatz, aber eben doch töten. Deswegen kann ich ein gewisses Maß an Verständnis und Mitgefühl für diese Mütter aufbringen.

    Wie seht ihr das ganze?

    Liebe Grüße
    gelberose

  • Ginge mir wahrscheinlich auch so.

    Ich kann allerdings nicht sagen, ob ich mich einer aktuellen Situation schon bei Bekanntwerden der Schwangerschaft aus solchen Gründen gegen ein Kind entscheiden würde.
    Ich denke, es gibt bestimmt auch Mütter, die nicht abtreiben wollen, und ihre Kinder dann nach der Geburt weggeben, weil sie selbst nicht Mutter sein wollen oder können. Die Gründe können da natürlich alle möglichen sein.

    Ich füchte, es gibt auch Mütter, die ihre Kinder wissentlich und beabsichtigt umbringen. Genauso, wie es Väter gibt, oder sonstige Verwandte, die das tun. Aber ich hoffe doch sehr stark, dass das wirklich nur sehr sehr wenige sind. Und ja, die würde ich dann als "Monster" abstempeln!
    Aussetzen geht mal überhaupt nicht! Das Kind dem Nichts überlassen, mit dem Wissen, dass es allein nicht überleben wird, ist Totschlag und das gehört für mich zur gleichen "Kategorie" wie das eben genannte.

    Wenn jemand sein Kind zum Beispiel zur Adoption freigibt oder in einer Babyklappe abgibt, dann ist das natürlich für das Kind nicht schön, aber besser als die bereits genannten Dinge.
    Ich denke, die Beweggründe dafür sind viel zu individuell als dass ich da was pauschalisieren will. Und da ich selbst nicht sicher bin, wie ich auf eine solche Situation ggfs. reagieren würde - vielleicht würde ich (m)ein Baby ja auch zur Adoption freigeben, wenn ich mich aus irgendwelchen Gründen nicht in der Lage sehe, es gut zu betreuen - werd' ich da auch gar keine feste Meinung haben können.


    Gruß .fibra.

  • Da geht es mir ähnlich wie .fibra., ich denke, man muss jeden dieser Fälle einzeln betrachten, und kann sich nur über jeden einzelnen Fall speziell eine Meinung bilden. Es gibt ja so viele Möglichkeiten, warum es zum Tod eines Kindes kommen kann. Pauschal möchte ich da eigentlich auch nicht urteilen.

    Anders sehe ich es beim Thema Aussetzen. Es gibt heute genug Möglichkeiten, ein Kind "abzugeben", zum Beispiel auch anonym in der Babyklappe, dass es gar nicht mehr sein muss, ein Kind auszusetzen.
    Aber auch da gilt, man kennt die Motivation der Mutter nicht, um wirklich ein Urteil fällen zu können. Ich jedenfalls traue mir das nicht zu.

  • Für Mich ganz klar - kein Verständnis, kein Mitgefühl für Mütter/Väter/Eltern die ihre Kinder misshandeln, missbrauchen, oder gar töten!

    Unfall, zu jung, Überforderung gilt nicht - Es gibt in Deutschland genügend soziale Einrichtungen, wo sich Hilfesuchende in Ausnahmesituationen hinwenden können.

    Kein Mensch (auch nicht die Mutter) hat m.E. das Recht, ihre Unfähigkeit mit IHREM Leben klarzukommen, auf das Kind abzuwälzen - über das Leben eines unschuldigen, noch dazu völlig wehrlosen Menschen (egal ob "ausversehen", oder nicht), zu entscheiden!


    Wenn jemand mit seinem Leben nicht klar kommt, soll er sich doch die Kugel geben. Aber bitteschön dem jungen Leben noch seine Chance lassen!

    just my 2 cents


    Jo:fo:....hartes Thema, harte Meinung:ej:


    Gruß
    Dry

  • Ich hab da auch ne ziemlich klare Meinung.

    Ich mach da auch keinen Unterschied. Die "Ausrede" schwere KIndheit zählt da einfach nicht. Es gibt genug Möglichkeiten sich in der Schwangerschaft oder eben auch nach der Geburt Hilfe zu holen oder eben das Kind abzugeben.

    Für mich sind diese Mütter/Eltern zwar keine Monster, aber eben nah dran. Für Kindesmißhandlung/Mißbrauch oder Tötung hab ich so gar kein Verständnis.

    lg
    desty

  • Hallo,

    hmmm...ganz grundsätzlich bin ich überhaupt kein Freund der "Opfertheorie". Der Begriff "Opfer" ist so problematisch, weil er "Handlungsunfähigkeit" mit sich bringt. Darum bevorzuge ich ganz deutlich das Wort "Betroffene/r".
    Ich denke, Frauen, die ihre Kinder töten, haben Probleme. Und sie "täten" Hilfe benötigen. Allerdings finde ich, daß da auch Abtreibung dazugehört. Auch wenn ich natürlich einräume, daß das noch keine "Kinder" sind - aber sie würden welche werden, wenn man sie nicht auskratzen und wegwerfen würde. Und ich würde keine Frau verurteilen, die sich dazu entschließt. Das denke ich, muss einfach die Entscheidung der Frau sein. Aber es ist eine fies schwere Entscheidung. Ich begreife überhaupt nicht, wie man sie so "leicht" fällen kann und sie als "leichter" als Adoption empfindet. Von daher mach eich da nicht viel Unterschied - ich finde es genauso wenig ok, wenn sie nen anderen Erwachsenen tötet, wobei der halt etwas mehr Chancen auf Widerstand hat.

    Das Weggeben von Kindern hingegen halte ich für sehr legitim. Sogar für einen sehr liebevollen und verantwortungsvollen Akt. Es gibt keine größeren Wunschkinder als Adoptiv- oder Retortenkinder. Und was soll daran verkehrt sein?

    Da hab ich mich jetzt zwar bestimmt auch etwas krass ausgedrückt - aber wat solls, so empfind ich es.

    LG Wolke

  • Monster Nein - Menschen ja. Die wenigsten Eltern bringen ihre Kinder sadistisch vorsätzlich um. Die wenigsten Eltern misshandeln ihre Kinder aus einer sadistischen Lust heraus. In den meisten Fällen ist es Überforderung, eingelernte Verhaltensmuster von den eigenen Eltern etc. Nein das ist keine Entschuldigung und keine Rechtfertigung und nein ich kann es nicht nachvollziehen wie man einen Säugling schütteln kann, das konnte ich nie. Ich habe eine ganz besondere Geduld und Sanftheit bei Kindern. Aber ich versuche die Abgründe zu verstehen, die eine Mutter, einen Vater oder beide dazubringen kann, soweit zu gehen. In der einfachen Darstellung Täter nur als Monster zu sehen wird man niemals auch nur eine einzige solche Tat verhindern können. Mitleid gibt es bestimmt keines von mir, aber ich werte nicht sondern ich frage nach den Gründen, warum jemand sich so verhält wie er sich verhält.

    Kinder zur Adoption freizugeben, KANN ein verantwortungsvoller Akt sein, wenn man an das Wohl des Kindes als erstes denkt und soweit reflektieren kann, um diesen Schritt zu gehen. Liebevoll ist für mich etwas anders. Adoptiveltern sind nicht die echten Eltern und auch wenn sie es vom Gefühl her 100% sind, wird das Kind sich immer und immer wieder fragen, wo ist eigentlich meine wirklich Mutter und warum, kann ich nicht so wie xyz bei ihr sein. Ich betrachte die ganzen Adoptionsthemen sehr sehr differenziert, da es in den meisten Fällen früh oder spät zu Krisen kommt und eine Adoptivfamilie kann die leibliche Familie einfach niemals ersetzen oder das Gefühl wett machen "abgegeben" "aufgegeben" worden zu sein.

  • Beim Besten Willen und allem Verstaendnis was ich da aufbringen koennte aber da hoert alles auf.

    Da gibt es kein Mitgefuehl oder Verstaendnis fuer die toetenden Eltern. Die vergreifen sich an ein anderes Leben welches selbst nicht in der Lage ist sich zu wehren. Und da kann mir auch keiner was von Ueberforderung oder so einem Scheiss erzaehlen. Das Kind ist wohl seltenst der Grund fuer eine Ueberforderung die abzuschaffen ist.

    Und wenn ich in solchen Faellen Richter waere dann wuerde das Urteil heissen Lebenslang ohne Aussicht auf Bewaehrung mit anschliessender Sicherheitsverwahrung und das ohne Ausnahme.

    Sorry, aber da kann ich einfach kein Verstaendnis fuer aufbringen denn kein Grund kann so schwerwiegend sein das iEltern ihr Kind toeten muessen...egal ob maennlein oder weiblein.

    Siegfried

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