3 Rückfälle und ein Leben voller Scherben

  • Alles begann wieder mit einem Rezept über Lorazepam und Rivotril. Und ich war wieder so naiv zu glauben, ich hätte alles unter Kontrolle. Als könnte ich die Medimente nur in Akutsituationen nehmen und dananch wieder aufhören. Ich war so stolz auf mich, weil es anfags so gut geklappt hat, doch leider interpretierte ich jedes noch so kleiner Problemchen als Notsituation und dann war es wieder so weit - ich war sofort wieder mittendrinn. Daraufhin begann ich wieder Alkohol zu trinken und zu Kiffen und bildete mir ein mein Umfeld würde von all dem nichts merken.
    Als mein Freund davon mitbekam, sagte er mir, ich soll meine Koffer packen, denn er kann mich nicht länger ertragen. Ich sagte ihm, Rückfälle kämen immer vor, aber meinte, er hätte nicht mehr die Kraft dazu, an einen simplen einen Rückfall zu glauben, denn seiner Meinung nach bin und bleibe ich eine Süchtige, die lügt und deren man nicht mehr vertrauen kann. Ich würde ihn kaputt machen mit diesem ganzen Mist und daher machte Schluss mit den Worten, ich solle mich niewieder bei ihm melden.
    Habe mir grad wieder eine Rivotril eingeworfen, weil ich nicht wahrhaben will, dass jetzt alles zwischen uns - die ganzen zehn Jahre - aus sein soll. Aber selbst die Tablette änder nichts an meiner Wirklichkeit. Sobald ich wieder runter komme, wird mich dieser Schmerz übermannen und dann weiß ich nicht was dann passiert... Ich glaub ich pack das nicht. Er ist immer mein fester Anker gewesen und die Liebe meines Lebens...
    Ich fühle mich wie der letzte Versager und so, als hätte ich jeden Boden unter den Füßen verloren. Dieser Mensch war mein ein und alles - ich wollte mit ihm zusammen alt werden!
    Aber wieder mach ich alles kaputt und ich kann meinen Selbsthass kaum mehr ertragen.
    Ich bin ein niemand - eine einzige Erbärmliche Gestalt...

    Ich glaube an das Leben solange noch irgendein Mensch ein Lächeln für mich bereithält.

  • Du bist keine erbärmliche Gestalt und du bist kein Niemand.
    Du bist suchtkrank und hast es eben noch nicht ganz gelernt, damit umzugehen.

    Auch wenn es schwer ist, haue dir nicht gleich wieder was rein, sondern nutze die Schockenergie jetzt & gehe es wieder an.
    Wir können die Suchtmittel nicht kontrollieren, das ist wahr!
    Aber wir können lernen, UNS zu kontrollieren.

    Viel Kraft.LG.Gane

    never give up hope - better give up dope. :ab: übrigens: es gibt ein leben NACH den drogen!

  • Och Mensch - mach Dich nicht fertig.
    Dadurch bist Du kein schlechter Mensch. :(

    Wie gane schon sagt, nutze es für Dich.
    Du hast es doch schon einmal geschafft, und Du schaffst es auch wieder. Ganz sicher.
    Die Erkenntnis was ein einziges Mistrezept auslösen kann ... nutze auch diese, nie mehr ein solches Rezept anzunehmen.
    Hey - ich wünsche Dir ganz viel Mut und Kraft.

    Alles Liebe,

    Leben

  • Hallo Stella,

    als erstes gibts ein großes Paket Kraft. Und als zweites ein Paket Mut.

    Da hat die Sucht mal richtig viel kaputt gemacht. Verständlich ist vieles.....aber das nützt dir jetzt ja gar nichts.

    Meine Mutter hat für solche Situationen ein Bild, daß mir mal in so einer Komplett-Zusammenbruchs-Sache sehr geholfen hat.
    "Wenn es dir den Boden unter den Füßen wegzieht, und du ganz tief fällst, dann falle, falle, falle.....bis du unten angekommen bist. Bleib solange liegen, bis du dich wieder bewegen kannst, und dann setzt dich langsam auf, sortier die Knochen neu und steht wieder auf"

    Wo kannst Du denn jetzt hin? Hast du noch ne eigene Wohnung?

    Auf jeden Fall wird sich die Erde weiterdrehen. Hab Mut.

    Ganz liebe Grüße
    Wolke

  • Wieso kann ich nicht einmal ganz sterben anstatt jeden Tag ein Stückchen mehr? Ich habe keine Kraft mehr, habe kaum mehr Kraft zum Atmen. Mein Leben ist ein Trümmerhaufen, ich kann, will nicht mehr. Habe es satt zu kämpfen, gegen diese verdammte Sucht - letztlich ist immer sie es, die gewinnt. Bitte lieber Gott, lass mich sterben... Ich kann das alles nicht mehr ertragen...

    Ich glaube an das Leben solange noch irgendein Mensch ein Lächeln für mich bereithält.

  • moin stella,

    mein gott, du bist 30 jahre jünger als ich und willst schon sterben.:dg:
    da fängt das leben doch erst an.:gi:
    nun ist es so, als ich noch entzügig war, hatte ich auch solche gedanken. glaube mir, das vergeht, das muß man aushalten können.
    betrachte doch mal diese krankheit als dein schicksal. mir hat diese denke geholfen. die Sucht gehörte einfach zu meinem leben dazu. du mußt lernen damit zu leben, besiegen kann man eine Sucht niemals.

    lg uwe

  • Liebe Stella,

    bitte gib nicht auf. :dg:
    Lass das blos nicht zu.
    Dieses blöde Zeug hat schon genug kaputt gemacht - lass es nicht zu, dass es Dich ganz kaputt macht.
    In der Verfassung in der Du gerade bist, sollte man nicht alleine sein.
    Kannst Du zu Deinen Eltern? Freunden?
    Hast Du einen Therapeuten, den Du schnell aufsuchen kannst?
    Lass Dir bitte helfen, aber gebe NICHT auf. Das darfst Du nicht zulassen. :dg:
    Jetzt erst recht Stella - jetzt erst recht. Kämpfe - für DICH. Das solltest Du Dir wert sein. Du wirst es schaffen, ganz bestimmt.
    Bitte lass Dir helfen, hörst Du??????????????

    Fühl Dich lieb in den Arm genommen, wenn ich darf.

    Leben

  • Ich war gerade dabei mein Leben neu zu orden, hatte eben erst die mpu bestanden, hatte aufgehört zu rauchen und bin jeden tag joggen gegangen. ich dachte ich könnte jetzt endlich ein neues kapitel aufschlagen und alles was früher war vergessen.

    ich war sogar in der arbeit völlig breit und jeder hat es mitbekommen, ich muss sogar selbstgespräche geführt haben und habe leute gesehen, die gar nicht hier waren, hatte akkustische halluzinationen. und ich war so naiv zu glauben, dass mit der bestandenen mpu alles besser wird.
    jetzt bin ich nicht nur meinen freund los sondern auch meinen job. und das alles nur weil ich die finger einfach nicht vom gift lassen kann.
    ich weiß nicht mehr was ich machen soll, sitze total apathisch rum, habe schüttelfrost, 2 tagen nichts mehr gegessen und heule fast ununterbrochen.
    warum darf es mir nicht auch mal gut gehen - vor einer woche noch war ich zum ersten mal in meinem leben beinahe glücklich. und jetzt...
    es ist doch wirklich erstaunlich wie nah glück und schmerz beieinander liegen...

    Ich glaube an das Leben solange noch irgendein Mensch ein Lächeln für mich bereithält.

  • Hallo Stella,

    was war denn konkret vor einer Woche ...als Du beinahe glücklich warst?

    Bei Job und Freund - ja, das tut jetzt akut weh. Aber es ist eine Chance. Eine Chance vom Leben: es ruft: "halt ein und ändere etwas" ...so, wie es jetzt ist, macht dich dein Umgang mit der Sucht unglücklich. (klar - jede Sucht macht unglücklich und kaputt - aber die Momente, in denen man das realisiert sind nicht so häufig)

    Du bist jung....und du hast noch viel Zeit für neue Wege. Auch du kannst die Sucht überwinden udn lernen mit der Sucht zu leben. Du kannst Dir auch dabei helfen lassen.

    Ich weiß, Liebeskummer tut verdammt weh.

    (Schau doch zumindest, daß Du genug Wasser trinkst, ja?)

    LG Wolke

  • Konsumierst du im Moment gerade noch weiter - oder hast du schon nen Schlußstrich damit ziehen können?
    Und jo: Wo lebste denn zur Zeit eigentlich?

    LG.Gane

    never give up hope - better give up dope. :ab: übrigens: es gibt ein leben NACH den drogen!

  • Vielen lieben Dank für eure aufmunternden Worte. Es tut so gut zu wissen, dass man nicht allein da steht und verstanden wird anstatt nur kritisiert.

    Ich hab mich vorhin in den Schlaf geweint - jetzt hab ich nicht mal mehr Tränen. Hab mich dazu gezwungen ein Stück Kuchen zu essen - meine erst Mahlzeit seit 2 Tagen.

    Langsam komme ich von den Benzos runter und habe jetzt eine scheiß Angst davor, dass ein Entzug kommt. Ausreichend wäre die Dauer und die Menge der Benzos für einen Affen. Ich weiß nicht ob ich einen Entzug jetzt auch noch packen würde.

    Jetzt heißt es warten und beten, dass nichts kommt...

    ----------Beitrag automatisch hinzugefügt um 16:03 ---------- Vorheriger Beitrag war um 15:59 ----------

    Zitat von ganesha;214797

    Konsumierst du im Moment gerade noch weiter - oder hast du schon nen Schlußstrich damit ziehen können?
    Und jo: Wo lebste denn zur Zeit eigentlich?

    LG.Gane

    Ne ich nehme nichts mehr. Habe mir das Päckchen Rivotril jedoch aufgehoben, für den Fall, dass ich affig werde. Es ist ja ein Benzo, das meistens bei Epilepsie eingesetzt wird und müsste ich jetzt einen Kalten machen, wär das Risiko auf einen Krampfanfall sehr hoch.
    Aber nochmal durch die Hölle gehen - nein danke. Ich will weg von diesem Dreck.

    ----------Beitrag automatisch hinzugefügt um 16:06 ---------- Vorheriger Beitrag war um 16:03 ----------

    Ich wohne momentan bei meinen Eltern. Was mir auch nicht leicht fällt, weil es offensichtlich ist, wie sehr ich sie enttäuscht habe.... Ich habe so tolle Eltern, egal wie viel Scheiß ich auch baue, sie haben mich nie im Stich gelassen.

    Ich glaube an das Leben solange noch irgendein Mensch ein Lächeln für mich bereithält.

  • Jo,

    da haste Glück mit den Oldies; leicht ist das natürlich nicht.
    hatte bestimmt was vom Gang nach Canossa; ich habe das einmal gemacht.
    Ging bei uns nicht gut, was hauptsächlich an mir lag - da ich eifrig weitersumpfte.

    Drück dir die Daumen, dass das klappt & das mit dem Päckchen Rivotril nicht nach hinten losgeht.

    LG.Gane

    never give up hope - better give up dope. :ab: übrigens: es gibt ein leben NACH den drogen!

  • Mit Deinen Eltern hast Du Glueck im Unglueck wenn man das ganze andere so betrachtet. Aber, echt, was ich absolut nicht verstehe ist das Du Dir da was als Reserve aufbewahrst um noch was da zu haben wenn Dich der Entzug ueberrennt. Warum gehst Du nicht in eine Fachklinik die Dich kontrolliert runterbringt ? Job und Freund sind eh nicht mehr da, fuer die musst Du das nicht sein lassen. Und Deine Eltern mit dem Entzug (oder tiefem Rueckfall wegen Deiner Reserve) evtl. auch noch zu vergraulen macht da irgendwie keinen Sinn.

    Waere ich an Deiner Stelle wuerde ich mir Hilfe holen und es waere fuer mich absolut egal ob ich vorher schon ich weiss nicht wieviel "Entzugserfahrung" gesammelt habe.

    Ich wuensche Dir viel Glueck.

    Viele Gruesse:

    Siegfried

  • Ich glaube nicht, dass Du Deine Eltern "vergraulst".
    Du vergraulst niemanden!!!
    Zieh das Ding durch Stella.
    Hoffe ganz feste, dass Du das Zeug was Du noch da hast nicht nimmst und es ganz schnell den Kanalratten zum Fraß vorsetzt. (Ich spreche aus Erfahrung).
    Ich bin froh, dass Du tolle Eltern hast, wenn sie Dich nie im Stich gelassen haben, so werden sie es jetzt ganz sicher auch nicht tun.
    Nutze die Chance.
    Für DICH.

    Alles Liebe und ganz viel Kraft.

    Leben

  • Jetzt ist es so weit... Der Entzug ist da... Es war bescheuert von mir zu hoffen dass mir das erspart bleibt. Gerade bin ich bei einer Freundin und kann Gott-sei-Dank keine Rivotril nehmen. Tremor, Panikattacken, Schüttelfrost, Schmerzen... Oh mann hoffentlich geht das bald vorbei...
    Und dann noch die Scham, wenn ich daran denke wie dicht ich am Mittwoch in der Arbeit war... Es ist so peinlich, ich möchte am liebsten im Erdboden versinken... Weiß jemand wie lang dieser verfluchte Entzug dauert??? Hab so Angst, das nicht durchstehen zu können...

    Ich glaube an das Leben solange noch irgendein Mensch ein Lächeln für mich bereithält.

  • Hi Stella,

    da du dir ja Benzo plus Alkoholsucht wieder aktiviert hast, kann es gut sein, dass dich das überfordert.
    Fang nicht an, dir was vorzumachen: Wenn du jetzt EINE von den Tapes nimmst, nimmt die Sache ziemlich zwangsläufig ihren Lauf.
    Geh ins KH in die Notaufnahme und lege die Karten auf den Tisch!
    Ich befürchte echt, dass du sonst Wochen und Monate weitermachst; kennst doch den Mist!

    LG.Gane

    never give up hope - better give up dope. :ab: übrigens: es gibt ein leben NACH den drogen!

  • Hey Stella,

    jo - ist ned schön - aber zieh´s durch Mensch.
    Und wenn alle Stricke reißen, wie gane auch sagt, ab ins KH.

    Nimm die Tapes nicht, sie helfen Dir NICHT. Sie machen alles noch viel schlimmer.

    Hey ... es geht vorbei !!!!!!!!!!!!!!!

    Kraft & Mut,

    Leben

  • Ich kann nicht ins Kh, ich muss nen Kalten machen. Im Kh lerne ich nur wieder andere Leute kennen, die genauso abgestürzt sind. Ich kenn mich - im mich-selbst-verarschen bin ich nämlich echt weltklasse...
    Oh mann und morgen muss ich meine Sachen bei meinem Freund abholen und ich weiß nicht wie ich das so packen soll.
    Mann, ich schäme mich so, wie konnte das alles nur so derart krass ausarten? Ich kann mich an die vergangenen 3 Tage kaum mehr erinnern. Jeder weiß jetzt von meinem Problem Bescheid... die Arbeit, die Familie meines Freundes... Man wird mich immer so in Erinnerung behalten als eine abgestürzte Drogentussi die ganz unten angelangt ist. Ich ertrage nicht mal mehr mein Spiegelbild. Habe jegliche Achtung vor mir verloren...

    Ich glaube an das Leben solange noch irgendein Mensch ein Lächeln für mich bereithält.

  • Du mußt keinen "Kalten" machen, es geht lediglich darum, dass die im KH dafür sorgen können, dass die Entgiftung klappt, ohne dass du ins Delirium fällst;
    beim KombiEntzug Alk/Benzo ist das nämlich schnell geschehen...
    Was und wie du danach weitermachst, ist erstmal zweitrangig, finde ich. LG.Gane

    never give up hope - better give up dope. :ab: übrigens: es gibt ein leben NACH den drogen!

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