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  • Der Wille frei zu sein


    Ein Winseln , ein Kratzen. Ich weiß das Kia vor der Tür steht und wartet. Sie steht dort jeden morgen und verlangt ihr fressen. Meine Augen sind geschlossen , kein Zentimeter meines Körpers will sich bewegen. Seufzend öffne ich die Augen . Ich sehe nur die Wand an der mein Bett steht , sie ist ziemlich Kahl , mit diesem Weiß . Eine einzige Postkarte hängt an ihr , die ich im Sommer von einem Freund bekommen habe. Sie ist nicht einmal besonders schön , doch ich weiß das er es gut meinte. Ich höre wie meine Tür mit ihren leisen quietscht Geräusch sich langsam öffnet , das trippeln von kias Pfoten auf dem Laminat ist unverkennbar . Ein Hüpfer und sie ist auf meinem Bett , ihre kleine Zunge versucht an mein Gesicht zu kommen. Nun ist es Verloren , sie hat es geschafft an mein Gesicht zu kommen . Ich schnappe mir Kia mit einen Arm während ich aufstehe . Der kleine weiße wuschelige Hund auf meinem Arm versucht mir in die Finger zu beißen . Ich setze sie auf den Fußboden in der Küche , der fast so weiß ist wie sie. Und schnappe mir eine Hand voll trocken Futter , sofort als es klirrend auf den Napf trifft stürzt Kia sich drauf. Automatisch fange ich an zu Grinsen , bis mir wieder einfällt das ich gleich zur Schule muss . So schnell ich kann , um nicht weiter darüber nachzudenken mache ich mich fertig . Schwarzes Shirt , blaue Jeans und einen Zopf , unauffällig einfacher gesagt. Bevor ich mir meine Tasche nehme und rausgehe schaue ich nochmal nach Kia. Sie schläft in ihrem grauen Körbchen . Da bin ich dann auch schon durch die Tür und stehe vor dem Haus. Es ist Kalt aber ich halte es noch aus, stocksteif stehe ich einfach da, was mache ich eigentlich ? , Ich will da doch gar nicht hin. Du musst sage ich mir und gehe Richtung Schule. Kein ein zigstes Blatt hängt mehr an den Bäumen , an denen ich vorüber gehe. Außer einer alten Dame kreuzt niemand meinen weg bis zum Schulgelände. Ich starre auf meine Füße während ich Richtung Haupteingang gehe , ich will nicht sehen wen sie über mich reden, ihnen keine Chance zu geben um mich runter zu machen. Mein Herz rast wie Wild als ich meinen Klassenraum immer näher komme. So schnell und unauffällig wie möglich setze ich mich auf meinem Platz. Trotzdem sitzen noch zwei Mädchen hinter mir vor deren blicken ich mich nicht schützen kann. Ich höre wie sie über das Top von einem Mädchen aus der Nachbar klasse reden , das viel zu eng sei. Sie sollte sich weitere Klamotten kaufen , damit fällt man nicht so auf , zu mindestens mach ich das schon seit Jahren so. Ein paar Plätze neben mir diskutieren zwei andere Mädchen darüber wie sie am besten abnehmen können. Sie sind nicht Dick, kein bisschen, sie haben keine Ahnung was es heißt wegen der Figur zu leiden. Jetzt reden auch sie über das Mädchen aus der Nachbar Klasse . Sie dürfen mich nicht wahrnehmen sonst bin ich die nächste , also hole ich meinen block raus und fange an zu schreiben um beschäftigt zu wirken. Doch dann höre ich jemanden weiter vorne sagen das alle Mädchen hier doch scheiße sind. Mein Puls verstärkt sich, das innere Gefühl von Leeren Schmerz erstreckt sich durch meinen Körper. Ich versuche mich wieder zu Kontrollieren, sage mir immer wieder im Kopf „ Das ist nicht wahr „. Die Tür geht auf und unser Klassenlehrer betritt den Raum. Er ist um die 35 Jahre alt knapp 1,90 groß und hat Schwarzes Haar. Er hält sich nicht lange mit Gerede auf sondern klappt gleich das Buch auf. Englisch haben wir bei ihm und jetzt fängt er schon an mir Fragen zu stellen , aus dem Text von Gestern. Ich weiß die antworten von allen fragen, aber ich möchte sicher gehen und blättere im Buch falls er mich fragt. Mit dem zeige Finger drücke ich fest auf die Seiten um den Absatz der antworten nicht zu Verlieren. In dem Moment als ich sie mir Nochmal alle durchlese ruft er meinen Namen auf. Ich schaue hektisch in seine Richtung , ich spüre das mein Herz so schnell schlägt wie es kann, Alle starren zu mir und warten auf eine Antwort. Meine Beine fangen an zu zittern als hätte ich einen Anfall, sie sind das einzige was ich nicht zwingen kann damit auf zu hören. Ich bringe nur ein Ähh raus und schaue auf die stelle an der mein Zeigefinger praktisch klebt. Ich sehe die Antwort und will sie sagen, doch als ich wieder den Kopf hebe wird das Gefühl stärker , das sie nur darauf warten das ich etwas falsches sage damit sie mich kriegen. Also sage ich nichts und starre den Lehrer einfach an , so länger ich das tue so verschwommener wird er. Meistens übergehen sie einen nach ein paar Minuten wie Heute, an anderen Tagen warten sie bis ich etwas sage oder jemand einen Witz macht. Das Gefühl von [lexicon='Panik'][/lexicon] taucht wieder einmal auf. Ich schreibe irgendetwas auf damit der Lehrer ihnen nicht noch eine Möglichkeit bietet. Nach der Stunde sagt mein Lehrer ich soll kurz warten, weil er mit mir reden will. Er redet etwas von mehr üben und Melden, ich nicke einfach nur und höre gar nicht richtig zu was er sagt. Er kann ja nicht wissen das ich jeden Abend zuhause sitze und lerne, ich sitze davon versuche so viel es geht zu können damit ich nicht in die Öffentlichkeit gerate. Melden werde ich mich bestimmt nicht, das wäre ja als wen ich „ Hier bin ich „ Schreie. Er fragt mich ob es mir gut ginge und ich mir mehr mühe geben werde. Ich nicke nicht mehr nur sondern gebe ihn ein lächeln das sagt Natürlich. Dann lässt er mich endlich in die Pause gehen. Während ich die Treppe runter gehe knickt mein Fuß um und ich stolpere ein paar schritte. Mein erster Gedanke ist ob es Jemand gesehen hat, der zweite warum ich nicht richtig gestürzt bin. Andauernd rutsche ich aus oder falle hin, aber nie, Nicht einmal ist etwas passiert. Nur ein ein Falscher Schritt und ich könnte der Schule entfliehen. Doch dieses Glück ist mir nicht vergönnt. Ich gehe der Ecke ganz am ende des Raumes entgegen , nachdem ich die Schulbiobiotheke betrete. An vielen der Tische sitzen Schüler und reden. Der hinterste Tisch , der Biobiotheke ist zu meinen Glück noch Frei. Ich setze mich an ihn und nehme mir ein Buch aus dem Regal hinter mir. Mit einem Buch sieht man gleich nicht mehr so einsam aus. Ich muss trotzdem die ganze zeit daran denken wie sie mich alle in Englisch angesehen haben.


    Die Glocke klingelt und ich sitze wieder auf meinem Platz. Diese Doppelstunde verläuft besser als die vorhin, ich passe auf das ich so viel wie möglich mitbekomme vom Unterricht mitbekomme. Während ich gleichzeitig darüber nachdenke einfach aus dem Klassenraum zu gehen und nie wieder zu kommen. Nach der Stunde ist Schluss, ich gehe nach Hause und setze mich in den Wandschrank. Ich versuche ruhig zu atmen und schaukle ein wenig hin und her. Nach dem ich wieder ruhig bin lerne ich bis in den Abend hinein. Bevor ich in mein Bett gehe , Putze ich mir die Zähne. Der Spiegelschrank der über den Spülbecken hängt klappe ich auf , um mich nicht ansehen zu müssen. Im Schrank liegt eine alte Schachtel Schlaftabletten meiner Mutter. Ich nehme die Packung in die Hand und lese die Verpackung. Es wäre so leicht einfach aufzugeben, einfach einen Schlussstrich zu ziehen. Da höre ich das zufallen der Haustür, schnell lege ich die Verpackung zurück in den Schrank und schließe den Spiegelschrank. Ich lege mich in mein Bett während meine Mutter mein Zimmer betritt. Sie setzt sich auf den Rand meines Bettes und lächelt mich mit so viel Liebe an das es schmerzt. Ein paar Minuten schaut sie mich einfach nur an und beginnt mir übers Haar zu streicheln. „Wie war dein Tag ,Schatz ?“ fragt sie mit einer Honig süßen stimme. Ich lächle sie an und sage mit einen gähnen „Gut, gut wie immer“ . Sie drückt mir einen Kuss auf die Stirn und verlässt mein Zimmer wieder. Mein Gesicht schmerzt von dem zulächeln an diesem Tag, ich ziehe meine Beine an meinen Körper und umschlinge sie mit meinen Armen. Ich will meine Augen nicht schließen um sie am Nächsten Tag wieder zu öffnen. Ich will nicht aufwachen und wieder an diesen Ort müssen. Heute hatte ich Glück und war ziemlich ignoriert wurden, ob es morgen schlimmer wird . . .?.
    Für diesen Tag war mein ende nicht geplant, vielleicht auch nicht Morgen oder über Morgen. Aber ich sehe ihn mit jeden Tag näher rücken.


    Den Tag der Freiheit.

    Das Verlorene muss nicht Verloren sein, genauso wie das Gewonnende Nicht wirklich gewonnen wurde.

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