Noch jemand der überfordert mit der Gesamtsituation ist. Hallo!

  • Hallo zusammen,


    hat echt lange gedauert mich mal zu überwinden und mich mal auch in einem Forum vorzustellen.


    Meine aktuelle Situation wiegt zu viel. Langsam aber sicher werde ich mehr und mehr von ihr zerdrückt. Ich schildere mal kurz oder länger.


    Im August´12 habe ich mein Examen zum Gesundheits- und Krankenpfleger dann doch noch geschafft. So fast. Mir fehlt seitdem ein psychiatrisches Gutachten. Wie es dazu kam? Folgendes.


    Ich konnte zur Praktischesn Prüfung im April 12 nicht teilnehmen weil ich an einer Depression erkrankt bin. Vielleicht war das erfahren das mein gedachter leiblicher Vater garnicht mein leiblicher ist. Vielleicht. Ich glaube ich hatte jedoch schon immer eine niedergedrückte Stimmung. Wann das genau anfing weiß ich nicht mehr. Ich schätze so mit 16.


    Als ich damals nicht zur Prüfung konnte musste ich den Grund dafür angeben also wurde meine Diagnose des Schule offen gelegt. Was ziemlich fatal war. Ich bin dann zu einem Therapeuten gegangen der mir die Diagnose Alkohol und THC Abusus gab.


    Nun Rauche ich seit ca. einem Jahr kein Gras mehr und muss sagen es geht mir nicht gut. Ich arbeite nun mit meiner Therapeuten zusammen, was mir auch ganz gut tut.


    Dem Alkohl bin ich meiner Meinung nach nicht Süchtig. Klar trank ich gerne mal was beim weggehen mit Freunden aber nie so viel das ich einen Filmriss oder ähnliches hatte. Und ich kenne da ganz andere die viel intensiver konsumieren. Selbst das Bier nach dem Feierabend brauche ich nicht. Brauchte ich nie.


    Nunja. Ich bin dann zu einem Psychiater gegangen und der sagte mir das ich wenn ich nicht an einer Selbsthilfegruppe über ein jahr lang teilnehme und das mir bescheinigen lasse ich die Zulassung nicht bekomme. Ich sehe mich aber wie gesagt nicht als Alkohol abhängig. Von einem angehenden Psychoanalytiker der sich in einer Ausbildung befindet stellt nach zwei Gesprächen solch eine Diagnose. Das kann es doch nicht sein.


    Ich habe es dann bei einem anderen Psychiater versucht. Und dieser meint nur. Das es selbser keine Gutachten ausstellt und wenn dann kostet dies 400 Euro und einen Tag arbeit und man müsse diese Person schon länger kennen.


    Ich muss sagen das ich seitdem ich meine Prüfung geschafft habe arbeite. Vollzeit. Angestellt aber als Krankenpflegehelfer... Ich verstehe nicht warum ich nicht dieses Gutachten bekomme wenn ich sage das ich seitdem ich die Prüfung bestanden habe als Gesundheits- und Krankenpfleger arbeite und auch so eingesetzt werde. Ist das denn nicht Grund genug mich als Arbeitsfähig zu Begutachten?


    Was das tragische dabei ist. Das ich kaum noch Energie habe. Ich Igel mich mehr und mehr Zuhause ein. Treffe mich nicht mehr mit Freunden. Ja selbst mit meiner Mitbewohnerin die meine beste Freundin ist kann ich nicht mehr reden. Ich trage die ganze Zeit Schuldgefühle mit mir rum. Ich weiß nicht mehr weiter. Ehrlich gesagt will ich diesen Beruf auch nicht mehr weiter ausüben. Ich hab das Gefühl das er mich mehr und mehr krank macht. Weiß zurzeit aber auch keine Alternative. Also weitermachen...


    Gestern bin ich alleine schwer Betrunken durch die Stadt gezogen und habe jemanden kennengelernt der sich gerade einen Joint geraucht hat. Hab mich dazugesetzt und mitgeraucht. Dumm Dumm nach so einer langen Zeit. Hat mir auch nicht wirklich viel gebracht. Danach war ich so zerstört das ich Selbstmordgedanken hatte und schon richtung Brücke bin. Hab mich aber natürlich nicht getraut. Also zurück nach Hause. Was wirklich ein langer verzweifelter Weg war. Ich beschreibe besser keine Details.


    Nunja. Ich bin ziemlich kaputt, denke ich. Weiß mit diesem Leben wirklich nichts mehr anzufangen.


    Das musste ich mal los werden.


    Danke fürs lesen.

  • Hallo Wallace
    Zuerst einmal möchte ich Dir zu dem Schritt, Dich hier an zu melden und zu schreiben beglückwünschen!
    Natürlich ist jeder Mensch unterschiedlich, aber das Gefühl, dass man nicht alleine ist, hat schon vielen geholfen.
    Mir scheint, als ob sich da bei Dir zwei Dinge mischen:
    Die Begutachtung Deiner Eignung für Deinen Beruf und der Zustand nach Rauchstopp.
    Psychologen und Psychiater wären momentan für Dich schon die richtige Adresse, aber nicht zur Begutachtung, sondern als aktive Hilfestellung.
    Und Hilfe brauchst Du.
    Ich selber war auch an dem Punkt, wo ich nichts mehr alleine geregelt bekommen habe, mich immer mehr zurück gezogen habe und eigentlich nur noch vor mich hin vegetiert bin.Ich habe den Absprung nur durch proffesinelle Hilfe geschafft.
    Das sehe ich bei Dir ähnlich gelagert.
    Mich würde aber auch interessieren, was Dein Beruf für Dich bedeutet?

  • Danke für die schnelle Antwort,


    Um ehrlich zu sein weiß ich das nicht mehr genau. Damals dachte ich das es doch was schönes hätte den kranken eine Stütze zu sein. Nun ist es mehr das ich das ganze leid nicht mehr sehen kann. Gerne würde ich mich neu orientieren aber das wär dann schon das dritte mal. EIne Ausbildung zum Maler und Lackierer und Rettungssanitäter hab ich hinter mir. Ich weiß nicht ob es so leicht jetzt schon wieder etwas neues zu beginnen. Zumal die finazielle Aussicht mich auch daran hindert.


    Was ich mich selber frage ist. Bin ich mit diesem Beruf unzufrieden oder ist es einfach dieser Zustand der mich das so sehen lässt.

  • Naja, das wirst du vermutlich nur herausfinden können, wenn du entweder den Job wechselt oder die Situation veränderst. ;)
    Aber du hattest ja schon geschrieben, dass du den Beruf icht weiter ausüben willst - von daher hast du dich ja eigentlich schon für eine Richtung entschieden.
    Und dann ist es jetzt wohl an der Zeit rauszufinden, was alternativ möglich wäre und auch wirklich realistisch umsetzbar ist (finanziell und gesundheitlich).


    Ich persönlich find's ja immer am wichtigsten, dass man sich zuerst um seine Gesundheit kümmert. Denn erstens ist das das wichtigste, und zweitens bringt es dir auch nicht, wenn du was anders anfängst, deine Psycvhe aber nicht mehr mitmachst und du den angefangenen Job dann wieder aufgeben musst - damit ist dir ja auch nicht gehholfen.
    Und nach deinem Abend gestern scheint es ja aktuell auch nötig zu sein, dass du erstmal in der Richtung schaust und was tust..
    Oder empfindest du das anders?
    Klar, wieder zu rauchen war nicht besonders clever. ;) Aber mit ner Suchterkrankung ist es eben auch nicht immer so einfach. Und auch wenn es dir vielleicht durch das Gras so schlecht ging gestern.. muss ja nicht sein, dass das so schnell wiederkommt. Unter Umständen drehst du beim nächsten Mal vielleicht doch nicht mehr so einfach um und gehst wieder nach Hause?

    . life is what happens while you're making other plans .

  • erstmal. ich habe es gelesen... fühle mit dir..
    selbst bin ich noch nie richtung brücke...
    aber früher hat ich auch häufig den zwanghaften Gedanken.....
    weiß grad nicht was ich dir schreiben soll... nur dass es mich berührt hat... auf jeden Fall ist es ein Schritt in die Richtige Richtung, dass wir uns hier austauschen können.
    Wofür fühlst du dich denn schuldig?


    Mit Grüßen, Sonnenblume89

    Zitat

    "Don´t give up.Don´t you quiet.You keep walking.You keep trying.There is help and hapiness ahead...You keep your chin up.
    It will be all right in the end.Trust... and believe in good things to come"-Elder Holland


    "Dreams are the result of a million choices, a billion failures and a few successes."-Jared Leto

  • Wollte dir kurz mein Mitgefühl ausdrücken, ich kann mir gut vorstellen, wie du dich fühlen musst - ich kämpfe auch immer wieder gegen Depressionen, habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass psychotherapeutische/ psychologische Hilfe stabilisieren und gut helfen kann! Ich war auch in der Situation, nicht in meinen alten Job wieder zurückgehen zu wollen.. und es war eine gute Idee, rückblickend gesehen. Ich wäre da zugrunde gegangen (Anmerkung: Ich arbeitete in Hotels mit Kindern, teilweise bis zu 68 Stunden die Woche durch eine spezielle Übernachtungsmöglichkeit für Kinder im Kinderland einmal die Woche; soziale Berufe sind so unglaublich anstrengend!) Ich wünsch dir viel Kraft, dass du diese schwere Zeiten gut überwinden wirst!

  • Hey...ich habe jetzt nur deinen Artikel gelesen.
    Ich kann mich völlig in dich reinversetzten.
    Auch ich bekam mit 15 oder 16 Jahren erst gesagt, das es nich meine leibliche Mutter ist.
    Ich habe meine Kindheit total ausgeblendet..
    Bin nun 52 Jahre alt und verstehe es immer noch nicht.
    Für mich waren bis damals Prügel=Liebe.aber das ist ein anderes Thema.
    Ich bin bei die Bundeswehr und hab auch Krankenpfleger gelernt, habe aber kein Examen :-)
    Ich konnte da auch nicht mehr in dem Beruf weiterarbeiten..
    Aber ich lebe jetzt schon seit über 35 Jahren mit Depressionen und meiner Sucht..
    Mein Satz ist immer: Es muss weiter gehen, egal wie.
    Auch ich hatte und habe Suizidgedanken..seit ich mich erinnern kann.
    Ich sage mir immer, wenn ich eines natürlichen Todes sterbe oder durch Unfall, komme ich ins Licht.
    Wenn ich mich selbst töte, geht das ganze von vorn los...
    Dadurch bleib ich am Leben.
    Hoffe du hast mehr Glück wie ich und lebst dein Leben so, das es dich glücklich macht.

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