Ein Weg aus der Kleptomanie?

  • Hallo ihr lieben,


    Mein Problem ist mit seit Ewigkeiten bekannt.
    Immer wenn ich unter Stress stehe habe ich diesen Zwang etwas zu nehmen was nicht mir gehört.
    Egal ob privater oder beruflicher Stress.
    Ich nehme Sachen die mir gefallen, ich zwar auch gebrauchen könnte aber es nicht wirklich muss.
    Weil das schlechte gewissen mich später immer plagt-entsorge ich diese Dinge nach einiger Zeit.


    Kürzlich war es wieder so schlimm - das ich es wieder getan habe... Bei einem Familienmitglied daheim.
    Es waren Kleidungsstücke deren Kinder.
    Ganz normale, keine besonders wertvollen oder so.
    Einige Tage später meldetet sich das Familienmitglied und fragte mich ob ich die Sachen ausversehen mitgenommen habe (haben einiges bekommen) da sie kurz zuvor wohl noch da waren. Ich habe verneint und gesagt ich schaue aber nochmal nach...(habe die Sachen da aber schon wieder entsorgt) und seitdem ist Funkstille. Keine Ahnung ob man es "weiß" und enttäuscht ist oder man sich einfach so nicht meldet. Ist oft so das wir wochenlang keinen Kontakt haben.
    Mag mich auch nicht einfach so melden weil ich solche Angst habe...


    Mein Mann meinte dazu nur als er von der Nachfrage erfuhr, dass wir nichts Zuviel eingepackt hätten und seitdem denkt er nicht mehr daran...



    Man kann behaupten ich hätte die Sachen für meine Kinder genommen (die aber erst in einigen Jahren hereingepasst hätten)... Aber so war es nicht. Nur da war die Chance am Besten das ich nicht gesehen werde.


    Ich weiß das ich selber schuld bin, und das ich was ändern muss. Aber wie? Bei 4 Kindern, dazu arbeite ich 3/4 und muss danach die Kinder abholen. Ich habe einfach keine Zeit dazwischen um eine Beratung aufzusuchen und mein AG würde mich nicht gehen lassen wenn es mehr als einmal wäre. Der ist da sehr streng. Ich kann die Stunden aber auch nicht wirklich nacharbeiten...


    Was kann ich machen?


    Wie soll ich mich nun dem Familienmitglied über verhalten?
    Ich kann es nicht zugeben, auch wenn das das beste wäre.
    Die würden niemals wieder mit mir reden, meine ganze Familie würde mich hassen und mein Mann (da bin ich sicher) würde es auch nicht akzeptieren und sich warscheinlich von mir Abwenden.


    Ich habe solche Angst.


    Ist es zu spät sich zu ändern? Niemals wieder will ich in so eine Situation kommen. Niemals wieder.

  • So leid es mir tut, aber du wirst Prioritäten setzen müssen - wenn du nicht selbst was unternimmst, dann wird es früher oder später wer anderes tun!
    Letzteres kann aber dann auch Polizei und Gericht bedeuten ...
    Du kannst dich deinem Hausarzt öffnen, der dürfte dich kurzfristig krank schreiben und dann ist der Besuch einer Beratungsstelle ja möglich.


    Als erstes solltest du deinen Mann einbeziehen, wenn der wegen einer Krankheit nicht zu dir stehen will oder kann, dann dürfte die Beziehung eh nicht ganz gesund sein.


    Früher oder später sollten auch die engsten Familienmitglieder miteinbezogen werden.
    Oft braucht man gerade aus der Familie Unterstützung.


    Handle, bevor es wirklich zu krassen Problemen kommt!

    Fange nie an aufzuhören <-> höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)