Mann und Vater ist Dauerkiffer...

  • brauche dringend hilfe!
    Bin seit 22 jahren mit meinem mann zusammen.
    er ist 46 und kifft jeden tag, fängt schon morgens vor der arbeit damit an, er sagt er braucht nur einen "kopf", sonst schafft er den tag nicht, ganz wenig sei nur drinnen und er merkt gar nichts davon...
    sobald er nach hause kommt, gleich wieder und ob er tagsüber in der arbeit etwas dabei hat, weiß ich nicht!
    ich selbst kiffe nie (nur als jungendliche mal etwas exzessiver, aber seit bestimmt 20 jahren nicht mehr).
    im grunde bin ich überhaupt kein kiff-gegner, ganz im gegenteil, ich denke, dass kiffen "bekömmlicher" sein kann, als alkohol, aber eben in maßen... ich kann mich an keinen einzigen tag erinnern, an dem er nichts gerraucht hat!
    wir haben zwei kinder und der große ist jetzt 13 jahre und ich denke langsam merkt er etwas! ich wünschte mir so sehr, dass er endlich damit aufhört, oder sich nur abends, nach getaner arbeit, etwas gönnt".
    für ihn ist es seine "medizin". er war bereits zweimal in der psychiatrie, weil er eine manische episode hatte und nimmt regelmäßig lithium!
    das leben mit ihm ist so anstrengend, er ist so launisch, mal gereizt, plötzlich wieder super drauf... finanziell stehen wir immer schlecht da, ich stemme sowohl finanzen, als auch haushalt und kinder!
    wenn ich ganz ehrich bin ist die liebe längst verschunden, seit 20 jahren kämpfe ich und eigentlich ist meine kraft ausgeschöpft! habe fast alles versucht, er weiß alles besser, keiner ist so schlau wie er und keiner hat ahnung von cannabis, dieser tollen, uralten pflanze... ich kann es nicht mehr hören! was soll ich nur machen? eine trennung lässt er nie zu, er würde niemals gehen, wieso sollte er auch, sitzt ja im gemachten nest!
    wenn er sich ändern könnte, gäbe es vielleicht noch eine chance, schon allein wegen der kinder! gibt es eine chance??

  • Lass ihn rauchen, ist doch nicht schlimm wenn er Morgens einen Kopf raucht, wenn er das brauch und nur so funktioniert ist das natürlich Mist, aber es gibt weitaus schlimmeres, für manche ist Kiffen halt das was sie brauchen um in dieser ekligen Gesellschaft zu funktionieren.


    Versuch dich mal in ihn reinzuversetzen, er ist seit mehreren Jahrzehnten am kiffen und auf einmal ist es für dich ein Problem, ich mein, was hast du für Nachteile dadurch dass er kifft? Dich stört es vielleicht mittlerweile, aber ändern kannst du es eh nicht, wenn du ihn liebst dann akzeptierst du das einfach und kannst für dich hoffen dass er irgendwann von selber damit aufhören will.


    Und wenn es wirklich so ein großes Problem für dich ist (was ich persönlich echt lächerlich finde, ich mein, jeder Mensch hat ein Recht auf Rausch, und Mariuhana ist mittlerweile echt tief in der Gesellschaft verankert, es gibt genug Leute die sich Abends ihr Bier rein hauen und die total in der Mitte der Gesellschaft stehen) musst du ihn halt verlassen, oder wenigstens noch mal das Gespräch mit ihm suchen und ihm sagen dass es für dich ein so großes Problem ist, es ist halt eine Gewohnheit und gehört für ihn zum Leben dazu, ich habe selber Jahrelang exzessiv gekifft und meine Mädels haben das auch immer mitgemacht, auch wenn sie mal ein Problem damit hatten... ich war auch oft launisch und so was, aber es gibt weitaus schlimmeres.

  • Wow. Ich bin absolut sprachlos. Wenn man die Beiträge von Angehörigen hier im Forum liest und es selbst erfahren hat, ist der Beitrag von StreetApotheke genau derselbe gequirlte Mist den man sich von einem unzuverlässigen, launischen, abgedrifteten Partner anhören muss, der glaubt es wäre sein Recht sich für die Drogen über die Bedürfnisse seiner Familie hinwegzusetzen.


    Das hier ist sehr alt. Trotzdem finden diese Beiträge immer noch viele Leute über die Google Suche und ich finde es unverantwortlich das so stehen zu lassen.

    Cannabis mag für viele Leute eine nette entspannende Partydroge sein. Und ich stimme zu, dass sie in solchen Fällen oft harmloser ist als Alkohol. Trotzdem kann niemand der sich in Foren wie diesem mal umschaut behaupten, dass sie nicht auch extrem belastend sein kann wenn sie zu einer Sucht führt, vor allem für die Angehörigen. Der belastendste Teil ist, sich immer wieder anhören zu müssen, so wie hier, dass der eigene Kummer hausgemacht ist, weil doch gar kein Problem vorliegt.


    Was würden sie denn davon halten, wenn ihr Partner ständig alles vergisst. Sie den ganzen Papierkram der im täglichen Leben anfällt übernehmen müssen. Die Kinder großteils alleine organisieren. Nie wissen welche Laune des Partners sie heute erwartet. Ständig abchecken müssen auf welchem Konsumlevel sie gerade stehen um zu wissen wie sie sich am besten verhalten um Harmonie zu bewahren. Und wollten sie abends mit ihrem Partner darüber sprechen, dass sie sich Sorgen machen wie es ihrem Sohn geht, tja, das geht nicht. Weil abends schwebt der Partner leider schon in einer anderen Sphäre und kann nur ein dämliches Grinsen beitragen und zusammenhangloses Zeug quatschen das vom Thema abschweift. Geschweige denn, dass sie Empathie erwarten können weil sie sich Sorgen machen und traurig sind. Und am nächsten Morgen, wenn sie nach einer kurzen Nacht um halb 7 aufstehen um die Kinder vor der Schule fertig zu machen. Da schläft er noch. Meine Beobachtung, ohne Konsum braucht mein Partner mindestens 1-2 Stunden weniger Schlaf am Tag als mit. Wer schultert wohl diese 1-2 Stunden die er seinen Rausch gemütlich ausschläft?


    Und ja, es stimmt, jeder hat ein Recht auf Rausch. Aber jeder hat auch ein Recht darauf diesen Rausch nicht zu billigen, zumindest nicht täglich bei einem sowieso schon stressigen Alltag. Was heißt, dass ich diesen Alltag alleine bestreiten muss in der Zukunft, über eine Trennung hinwegkommen muss, es den Kindern erklären. Damit er sein Recht auf Rausch in Ruhe ausleben kann. Ich finde da sollten sich einige Konsumenten doch fragen ob sie ihr Recht auf Rausch wirklich über das Recht auf Glück und Geborgenheit einer Familie stellen wollen.

  • Was sollte Straßenapotheke schon anderes schreiben. Er nuckelte doch selbst am Joint und ist deswegen hier aufgeschlagen.:2: Mit seinem Post hat er sich sein eigenes Suchtproblem schön geredet. Aber letztendlich geht es ja um Dich, wie Du mit Deinem suchtkranken Partner und allem was dazu gehört klar kommst. LG

  • Danke Loulou für deinen Beitrag hier.

    Ich finde es wichtig was du geschrieben hast. Wir Partner/innen neigen dazu immer einzustecken, auszuhalten, alles mitzumachen in der Hoffnung dass der Partner seine Sucht bewältigt, wenn man ihm nur genügend Raum, Verständnis, Zeit , Chancen, Hilfe, etc... gibt. Und dann merkt man irgendwann, dass man selbst so leer und kraftlos ist, dass einem das eigene Leben schwer fällt.

    Solche Aussagen wie "Straßenapotheke" habe ich mir 50.000 Mal angehört, und sowohl deine Erfahrung in einem anderen Post, wie die von "jonalie" kommen mir so vertraut vor, es sind andere Darsteller, andere Geschichten, aber im Grunde genau die selben Gefühle von Ohnmacht, Trauer, Verzweiflung, Wut, Hoffnung, Resignation, Liebe, etc.

    Ich fühle sehr mit euch, und wir fühlen sehr mit unseren Partnern, was das größte Problem bei der Co-Abhängigkeit ist.


    Viel Kraft und Entschlossenheit wünsche ich dir, und jedem der das hier ließt und sie braucht.


    Alles Liebe

    Sunnymoon

    „Unsere Abhängigkeit macht uns zu Sklaven unserer selbst, insbesondere wenn diese Abhängigkeit von unserem Selbstwertgefühl abhängt“ — Fritz Perls


  • Trotzdem finden diese Beiträge immer noch viele Leute über die Google Suche und ich finde es unverantwortlich das so stehen zu lassen.

    Ich kann mich noch sehr gut an diesen Beitrag erinnern, aber rein Regeltechnisch gab es da nichts zu löschen!

    Wir löschen nicht einfach was uns nicht gefällt und solche Beiträge gefallen mir überhaupt nicht, aber solche Meinungen braucht es auch, dass man eben sieht wie so mancher denkt oder das zumindest von sich gibt.


    Es hat zwar ne Zeit gedauert, aber nun kam ja endlich ein klares Contra aus unserer Forengemeinde - das ist sinnvoller, als wenn das Team löscht oder editiert ;)

    Und ja, wenn was zu krass ist oder generell nicht den Regeln entspricht, dann entfernen wir auch Beiträge/Themen.


    Und ja, es stimmt, jeder hat ein Recht auf Rausch.

    Sogar die meisten Konsumenten oder entsprechende Institutionen sehen von dieser Aussage ab, das war mal ein Schlachtruf der Cannabisgemeinde.

    Aber das ist ja völliger Blödsinn :D

    Man hat seine Grundrechte und man soll natürlich konsumieren dürfen was man gerne will, ob Essen, Getränke oder von mir auch Drogen.

    Aber ein staatlich geschütztes Recht, sorry, das kann kein Süchtiger verlangen!

    Natürlich kenne ich diesen, für mich doch sehr dummen, Spruch ...

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Lieber Franz, das war sicher keine Anschuldigung, Entschuldigung wenn es so rüberkam. Ich wollte nur erklären warum ich in diesem uralten Thread einen Kommentar hinterlassen habe. Verschiedene Meinungen sind ja auch interessant zu lesen, ich wollte es nur nicht so einseitig stehen lassen.

    Ich habe bevor ich dieses Forum gefunden habe schon monatelang im Internet nach ähnlichen Geschichten und Erfahrungsberichten gesucht, um herauszufinden was ich tun kann. Und vor allem auch ob meine Gefühle berechtigt sind. Ich weiß Psychologen sagen einem, jedes Gefühl hat seine Berechtigung. Aber Beziehungen sind schwierig, immer, gerade auch mit Kindern. Ich habe mich natürlich oft gefragt ob es normal ist dass mich der Konsum so sehr stört. Vor allem auch weil ich ihn so kennengelernt habe. Oder ob mich vielleicht vollkommen andere Dinge stören. Eins der Hauptargumente meines Partners. Wenn ich das Kiffen aufgebe, was kommt als nächstes was dich stört.. was soll ich dann aufhören...


    Und tatsächlich habe ich im Internet in anderen Foren vor allem genau solche Beiträge wie von StreetApotheke gefunden, bei denen Leute ganz klar Stellung beziehen dass man niemandem etwas vorschreiben soll. Dass es wirklich schlimmere Drogen und Verhaltensweisen gibt. Und immer wieder dieses Argument das Gras war vorher da, warum meckert man denn jetzt plötzlich. Das hat mich enorm verunsichert. Aber ich finde gerade wenn man eine Familie gründet und neue Verantwortung teilen muss ist es berechtigt Verhaltensweisen zu hinterfragen. Und auch Gewohnheiten die den Kindern und der Familie schaden abzulegen. Ich mache doch auch nicht 5-mal die Woche Sport wie ich es vor den Kindern gemacht habe. Oder betrinke mich jedes Wochenende und verbringe dann den Sonntag im Bett. Immer basierend auf dem tollen Argument "so hast du mich schon kennengelernt, das war vorher da". Klar tue ich das noch ab und zu, so wie es eben machbar ist. Und genauso würde ich auch das Kiffen problemlos tolerieren können, ab und zu, so dass es niemanden stört und beeinträchtigt.

    Aber da kommt dann wohl die Sucht ins Spiel.


    Und das Recht auf Rausch. So habe ich den Satz vorher nicht gehört. Aber eine Drogenberaterin sagte mir dass er ein erwachsener Mann ist und ich es ihm rein rechtlich nicht verbieten kann. Diese Aussage kommt einem "Recht auf Rausch" schon sehr nah finde ich.

  • Alles cool, genau was ein Forum ausmacht, ist hier abgelaufen - Diskussion =)


    Später vllt noch etwas mehr dazu ...

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

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