Was soll ich noch machen??

  • Hallo ihr lieben! Ich bin neu hier und habe keine Ahnung ob das Thema hier hin passt. Ich lebe seit 12 Jahren mit meinem Partner zusammen und wir haben ein gemeinsames Kind. Im Januar letzten Jahres erlitt mein Partner seine erst akute Psychose. Ausgelöst laut Ärzte durch zu viel Streß und weil er alles mit sich alleine abmacht und natürlich eine erbliche vorbelastung. Sein Olanzapin nimmt er regelmäßig und auch Gespräche mit seinem Therapeuten finden regelmäßig statt. Seine Geschwister sehen eine Psychose wie eine Mandelentzündung, rein ins Krankenhaus, OP und alles ist wie früher. Ich habe keine Ahnung wie lange ich schon geredet habe sie möchten das mal akzeptieren. Aber alles sinnlos. Wenn es nach deren Meinung geht soll er wieder arbeiten so viel wie möglich, dann brauch man keine Therapie.... Sehe ich etwas anders. Nun ist der Bruder meines Partners sehr von oben herab. Er weis alles, er kann alles und andere sind ihm sch... Egal. Er ist selbstständig und kommandiert echt jeden. Inzwischen sind hat der Bruder meines Partners das Elternhaus übernommen und seine Geschwister ausgezahlt. Bis auf meinen Partner, dem sein Geld wird von seinem Bruder verwaltet. Mit der Ansage... Mit Sicherheit bist du nicht geschafftsfahig. Um jeden Euro soll mein Partner bitte bitte machen. Ständig gibt es Ärger in der Familie weil diese beiden überhaupt nicht mit einander aus kommen und mein Partner sich natürlich nicht behandeln lassen will wie ein Kleinkind. Wir haben uns schon zurück gezogen um diesen ständigen Ärger aus dem Weg zu gehen. Wie kann mal der Familie klar machen das man geschäftsfähig ist wenn jemand alles besser weiß? Ich danke fürs lesen des langen Textes und hoffe auf tolle Ratschläge :wink:

  • Hallo Kleinanna,


    nur ganz kurz: Geschäftsfähigkeit ist nicht etwa etwas, was der Bruder einfach so entscheiden kann. Dein Partner kann einen Anwalt hinzuziehen, fertig. Er hat Anspruch auf sein Erbe und sein Bruder darf das rechtlich gesehen nicht für ihn "verwalten". Zumal müsste er es dann z.B. auch anlegen.

    In allen anderen Belangen besteht ja, sobald dieses Element raus ist, die Option, Distanz zu halten und das eigene Leben zu leben, oder? Egal, was der Bruder sagt oder denkt. Wenn er Kontakt möchte, soll er sich an die Grenzen halten, die ihm kommuniziert werden. Wie sieht das denn dein Partner?


    Natürlich lässt sich das mal so eben salopp daherschreiben - in der Realität machen es einem die Bindungsemotionen dann meistens etwas schwerer. Aber letztlich kommt es eben drauf an, was wichtiger ist: die (unechte/ungesunde) Bindung zum Bruder oder die eigene Gesundheit inklusive der eigenen Rechte.

  • Hallo grandy!

    Ich danke für deine Antwort. Mein Partner möchte sich auch gerne zurück ziehen. Leider ist das nicht so einfach wie gedacht. Zieht er sich zurück ruft der Bruder an. Haben die Nummer blockiert ruft er von einem anderen Telefon aus an. Haben dann Telefon raus aus der Dose, so daß alle nur über Handy erreichbar sind. Auch das bringt nichts. Also alle neue Handynummern. Er steht vor der Tür und so kann ich Romane schreiben. Da der Bruder meines Partners selbstständig ist und das in der Familie hoch gesehen ist und sein Verhalten von allen anderen tolleriert wird mit der Begründung er weiß ja wie das harte Leben läuft müssen alle springen wie er sagt.Ich sollte meinen Beruf aufgeben und zusehen das wir das Bundesland verlassen das würde meinem Partner auch gut tun und lauter solche Sachen. Ich habe für mich schon überlegt und in Gesprächen mit meinem Partner und seinem Therapeuten herraus gefunden das bei dem Bruder vielleicht eine Persönlichkeitsstöhrung vorliegt. Aber wir können das nicht einfach ansprechen in der Familie... Dann brennt aber die Erde...Ich habe überhaupt keine Ahnung wie ich damit umgehen soll. Was das finanzielle angeht haben wir uns heute einen Termin bei einem Anwalt geben lassen.

  • Die Erbschaftsstreitigkeiten und die Beziehungsprobleme gehören meiner Meinung nach entflochten.


    Wie schon geschrieben wurde, der Partner hat wohl nach Testament und Rechtslage einen Anspruch auf sein Erbe.


    Wenn die Beziehung gestört ist, dann ist das kein Grund für Machtspielchen, Übergriffe und Verteidigungs- und Ausweichspielchen in Verbindung mit dem Erbe.


    Wenn der Bruder das Geld verwaltet, dann stellt sich mir als erstes folgende Frage: Ist sein Kontostand mit dem Erbe für ihn eine Sicherheit für seinen Geschäftsbetrieb? Hat er die Kontostände irgendwo eingereicht, um seine Liquidität zu belegen?


    Also die Frage (oder zunächst Unterstellung): Profitiert er selber wirtschaftlich knallhart davon, dass sein Bruder psychisch krank ist. Anders gesagt: ist es für ihn wünschenswert und vorteilhaft, wenn der Bruder krank ist und bleibt (bitterbös gesagt), weil es seine Liquidität verbessert.


    Das was du hier als Gängeleien und unerwünschte Kontrollen beschreibst stellt sich ja scheinbar als Übergriff da. Übergriffe, welchen gegenüber ihr gefügig gemacht werdet mit dem Druckmittel der zurückgehaltenen Erbschaft.


    Auf Deutsch gesagt, wenn dein Partner in einem psychotischen Schub seinen Anteil des Erbe verfeiert, auf der Raststätte auf der Toilette liegen läßt oder Scientology oder den Zeugen Jehovas oder der Flüchtlingsfürsorge oder der AFD spendet, dann geht das nach meiner Auffassung seinen Bruder einen feuchten Kehricht an (Wenn seine Verwaltung / "Hilfe" von euch nicht gewünscht ist). Wenn er in dem Fall an seinem Neid oder was auch immer grün wird - das ist einfach nicht euer Problem.


    Wenn das Verhältnis zwischen den beiden so armselig und erbärmlich ist, spielt das sowie so auch keine Rolle mehr.


    So wie du das hier schilderst (ich weiß ja nicht, ob das eine umfassende Würdigung der Lage ist), würde ich den Anwalt einschalten, damit dem übergriffigen Bruder das Druckmittel entzogen wird.


    Wenn er dann weiter mobbt, dann würde ich ihm Hausverweis erteilen, und bei Telefonterror oder sonstigem Stalking ihn Wissen lassen, dass Straftaten seinerseits nicht folgenlos geduldet werden. Auch nicht (oder noch weniger) wenn die Übergriffe mit geheuchelter Fürsorge kaschiert werden.

    Ich bin kein Fachmann. Alle meine Aussagen sind nur meine laienhafte Einschätzungen, die auf eigenen unzulänglichen Überlegungen oder subjektiven Erfahrungen beruhen.

  • Hallo strider,

    Zu der Frage ob der Bruder von wirtschaftlich profitiert kann ich nichts zu sagen. Ich weis aber das es ihm ganz recht ist weil so kann er sich immer wieder bei jeder Gelegenheit hinstellen und allen erzählen wie toll er doch ist im Gegensatz zu seinem kranken Bruder der ja so seine Aussage nichts mehr geregelt bekommt. In der akutphase wo mein Partner sich im Krankenhaus befand war es ihm auch egal. Ich musste hinterher telefonieren,gab das ganze aber schnell auf weil ich merkte es kommt mal nichts zurück. Kein Anruf mit der Frage wie es ihm geht. Nichts. Also habe ich es dann auch nicht mehr eingesehen weil ich genug um die Ohren hatte mit Kindern, arbeiten und allem was da zugehört. In einem von mir gestern gestarteten Versuch der friedlichen Klärung eskalierte das ganze erneut. Ich denke inzwischen es ist der beste Weg für alle wenn jeder sein Leben lebt. Nur für meinen Partner ist es nicht leicht da in jungen Jahren die Mutter bereits verstorben ist. Mein Partner hatte nie Probleme ans Grab seiner Mutter zu gehen. Es wurde damals von den Eltern alles geregelt und auch schriftlich vom Notar festgehalten. Der Bruder meines Partner ist nie wieder am Grab seiner Mutter gewesen. Jetzt sollte der Vater mit bei der Mutter gegraben werden, so war es der Wunsch beider... Hinter dem Rücken aller drehte der Bruder alles so das der Vater im Glauben war er komme zu seiner Frau und weil es günstiger ist und weniger Pflege bedarf gab es ein Urnengrab. Im Anschluß folgte die Ansage der Wunsch ist doch egal das merkt der alte eh nicht mehr. Das alles ist Grund zu sagen es reicht aber meinem Partner hat echt Probleme damit das nicht der letzte Wunsch erfüllt wurde und auf hinterhältige Art und Weise so gehandelt wird. Ich habe manchen Tag das Gefühl nicht mein Partner ist krank sondern sein Bruder.

  • Servus Kleinanna,


    sicher sind das krasse Aktionen von deinem "Schwager", aber davon solltet ihr euch nicht weiter beeinflussen lassen.

    Das wichtigste ist die Gesundheit deines Freundes, also sollte eine Loslösung von der Familie erfolgen - der Weg zum Anwalt ist also scheinbar unausweichlich.

    Jetzt aber sollte der Kontakt zum Bruder soweit wie möglich eingeschränkt werden und der Anwalt sollte das auch klar formulieren!


    Ich denke, erst wenn ihr euch von einer Bewertung des Bruders und dessen Aktionen lösen könnt, kann es weitergehen.

    Es bringt nichts, wenn dauernd versucht wird, wer die schlimmere psychische Krankheit von beiden Brüdern hat ;)

    Natürlich verstehe ich die Reaktion, aber das kostet nur Kraft und löst das Problem nicht.


    Wie Strider schon schrieb, was dein Freund mit seinem Erbe anstellt, das hat keinen zu interessieren.

    Meiner Meinung nach sollte das Problem "Erbe" schnell geklärt sein, es gibt keine rechtliche Handhabe, dass dein Freund nicht eine sofortige Freigabe des Erbes erhalten könne.

    Die einzige Möglichkeit wäre ja eine Vormundschaft und unter den gegebenen Umständen würde die eher nicht der Bruder erhalten.


    Was sagt eigentlich der Therapeut dazu?

    Der sollte deinem Freund doch irgendwelche Verhaltensmöglichkeiten aufzeigen, oder nicht?

    Zudem wäre es vlt nicht verkehrt, wenn der Thera mal eine Art Zwischengutachten erstellt, wie es um den aktuellen Gesundheitszustand deines Freundes steht.

    Wird aktuell sicher nicht vom Anwalt schon gefordert, aber irgendwann könnte das ja für ein Gerichtsverfahren eingefordert werden.

    Wenn man davon mehrere hat, also schon mit früherem Datum, kann manchmal sehr hilfreich sein ;)

    Fange nie an aufzuhören <-> höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Der Bruder meines Partner ist nie wieder am Grab seiner Mutter gewesen. Jetzt sollte der Vater mit bei der Mutter gegraben werden, so war es der Wunsch beider... Hinter dem Rücken aller drehte der Bruder alles so das der Vater im Glauben war er komme zu seiner Frau und weil es günstiger ist und weniger Pflege bedarf gab es ein Urnengrab. Im Anschluß folgte die Ansage der Wunsch ist doch egal das merkt der alte eh nicht mehr. Das alles ist Grund zu sagen es reicht aber meinem Partner hat echt Probleme damit das nicht der letzte Wunsch erfüllt wurde und auf hinterhältige Art und Weise so gehandelt wird.

    Was kümmert es euch denn, dass der Bruder nie am Grab seiner Mutter war?


    Das hört sich an, wie ein moralischer Wettstreit, wer der loyalere, "wahrere" Sohn ist.


    Wenn dein Partner ein Problem damit hat, dass die Beerdigung anders durchgeführt wurde, als offensichtlich von den Eltern gewünscht, dann wäre es nach meiner Auffassung an ihm gewesen, ihm ganz alleine, das durchzusetzen, mit allen Mitteln, mit oder gegen jeden. Wenn den Bruder das wie nicht juckt, dann denke ich sollte das seine eigene freie Gewissensentscheidung sein.


    Hört sich wie ein ganz unguter "moralischer" Nebenkriegsschauplatz an.


    Ich persönlich finde die ganze deutsche Beerdigungskultur mehr als bizarr. In einem Interview hörte ich neulich im Radio von einer Ausländerin, dass die Deutschen ihre Angehörigen lieber besuchen wenn sie tot sind,als wenn sie leben.


    Ich kann auch nicht nachvollziehen, wieso jemanden die Modalitäten seiner Beerdigung näher interessieren. Am ehesten würden Eltern wollen, dass ihre Kinder sich nicht streiten. Beerdigungen sind nach meiner Auffassung Veranstaltungen Lebender, und haben mit ihnen zu tun. Viel mehr als mit den Toten.


    Wenn es den Bruder nicht interessiert, wie der Gesundheitszustand deines Partners ist, dann würde ich das ernst nehmen, und den Kontakt einfach meiden, wozu auch.


    Dass dann jeder alleine sein Leben lebt, finde ich klüger. Klärt die Auszahlung des Erbes sachlich, und bringt diese unangenehmen und von allen unerwünschten Verhandlungen, Kontakt und Abwicklungen hinter euch.


    Und dann konzentriert euch auf euch. Wenn die beiden sich mal besser verstehen, dann vielleicht eher später mal, und nicht aktuell.

    Ich bin kein Fachmann. Alle meine Aussagen sind nur meine laienhafte Einschätzungen, die auf eigenen unzulänglichen Überlegungen oder subjektiven Erfahrungen beruhen.

  • Hallo Franz,

    Wir haben noch einen Termin beim Anwalt. Auf anraten des Therapeuten haben wir schon ein Schreiben aufgesetzt mit der Frist innerhalb von zwei Wochen das ganze zu überweisen Aber es tat sich bis auf dumme Sprüche nichts. Mal abwarten was passiert. Mein Partner hat sich entschieden auf Abstand zu gehen und möchte zur Zeit auch keinen kontakt haben zu seinem Bruder. Das kann dieser aber nicht akzeptieren also werden wir den Anwalt beauftragen müssen das in die Hand zu nehmen. Gutachten haben wir nicht nur ein Schreiben von der Klinik das kein Grund bestand einen Betreuer einzusetzen.