MEine Erfahrung mit dem Entzug

  • Ich wollte auch meine Erlebnisse mit Cannabis mit euch teilen.

    Ich habe mit 22 angefangen gelegentlich zu rauchen, das habe ich auch ungefähr 2 Jahre so beibehalten können. Nun bin ich 26, die letzten 2 Jahre hat sich mein Konsumverhalten jedoch geändert. Ich habe häufiger konsumiert, das letzte Jahr ca. 90% aller Tage. Pausen in Urlauben usw. stellten dabei jedoch für mich nie ein Problem dar, auch mein Arbeitsleben ging weiter gut voran. Meist war es immer nur abends, am Wochenende vllt auch mal tagsüber, ansonsten immer erst „nach der Arbeit“.

    Ich hatte selten Probleme, die ich direkt auf meinen Konsum zurückführen konnte, vielleicht wollte ich das auch gar nicht. Vor 18 Tagen jedoch kam die Wendung. Eines Abends hatte ich mich akut in eine Panikattacke reingesteigert, zum ersten Mal Wohlgemerkt. Ich bildete mir ein, high wohlgemerkt, mein Puls sei nicht regelmäßig und ich hätte Schmerzen in der Brust. Ich war mir absolut nicht im Klaren ob es Einbildung oder Wirklichkeit sei. Ich war augenblicklich wieder weitestgehend klar und bin sofort an die frische Luft. Ich konnte seitdem keine ruhige Minute mehr sitzen, ich habe den Rest des Abends damit verbracht mit Freunden ca. 25 Km mehrfach um die Stadt zu laufen um wieder einigermaßen klar zu kommen. Völlig erschöpft bin ich dann um 3 Uhr nachts eingeschlafen.

    Am nächsten Tag ging es mir sehr schlecht, ich Stand immer noch sehr unter Schock, bin viel gegangen und war an der frischen Luft. Am 2. Tag ging es mir verhältnismäßig gut, natürlich mit einem gewissen Rest Panik, aber ich dachte ich sei auf dem Weg der Besserung. Am darauffolgenden Tag hatte ich am Mittag ein hartes Flashback, ich habe mich sehr in die Panik reingesteigert und habe einen Arzt aufgesucht. Dieser hat nach einer Untersuchung keine Beeinträchtigung des Herz Kreislaufs System feststellen können, eine echte Beruhigung. Die schmerzen im Brustkorb kamen von der Wirbelsäule, er hatte eine Fehlstellung entdeckt, die wohl der Auslöser war. Am nächsten Tag bin ich nochmals zum Hausarzt, da dieser am Tag davor schon geschlossen hatte, dieser hat ähnliche Untersuchungen gemacht und kam weitestgehend zum gleichen Ergebnis.

    Seitdem ging es Bergauf, zwar geplagt von weiteren Unruhen und zeitweiser Panik es könne doch etwas sein, aber ich hatte mich damit arrangiert. 3 Tage war ich weitestgehend fit, bin es wieder anfing, ich steigerte mich eines Abends wieder Stark in diese Panik rein, ich hatte Schweißausbrüche, zittern und eine unfassbare innere Angespanntheit. Dies zog sich Phasenweise durch die ganze zweite Woche, ein dauernder Wechsel des Wohlbefindungszustands, je mehr Ruhe ich hatte desto schlechter erging es mir, war ich beschäftigt, ging es mir gut.

    Heute am tag 18 fühlte ich mich Tagsüber sehr gut, gegen 18 Uhr begann wieder eine leichte Panik. Meist beginnt das Unwohlsein gegen Abend, da wo ich normalerweise etwas geraucht hätte. Ob das ein Zufall ist, ich glaube nicht. Ich hätte im Ganzen nicht gedacht das das absetzten von Cannabis solche Entzugserscheinungen auslöst und das es mir so lange so schlecht geht. Ich hoffe sehr das es sich weiter bessert und es eines Tages wieder alles normal ist. Mein Interesse daran wieder etwas zu rauchen geht gegen 0, ich denke es wird auch kein Thema mehr sein.

  • Servus David0906,


    das sind schaurige Erlebnisse, aber leider kein Einzelfall.

    Ich hoffe du bist mittlerweile bei 25 kifffreien Tagen!!


    Gab es schon mal psychische Auffälligkeiten bei dir?

    Oft "unterdrückt" Cannabis solche Probleme und wenn man absetzt, kommen die mit einem Schlag hoch.

    Wenn diese Panikanfälle nicht schnell aufhören, dann sollte jedenfalls ein Profi hinzugezogen werden!


    Vielleicht wäre ja unser Partnerprogramm Lass das Gras was für dich - auch wenn man schoin ne Zeit clean ist, kann es gut unterstützen :)

    Fange nie an aufzuhören <-> höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Hi Franz,

    ich bin seitdem frei von allem, nichtmals mehr ein Radler kann ich Trinken ohne ein schlechtes Gefühl dabei. Auffälligkeiten gab es sonst noch nie, es wundert mich auch alles sehr wie es bei mir verläuft, aber langsam ist Besserung in Sicht 😊

    Ich habe mir meine Probleme eingestanden und suche schon einen Facharzt für psychosomatische Medizin auf, der mir diesbezüglich etwas unter die Arme greift. Kann ich jedem nur empfehlen.

    Werde regelmäßig weiter Updates geben wie es verläuft.

    Viele Grüße

  • Hallo david. Deine symptome hatte/habe ich auch. Bei mir hat es Ende april angefangen. Mache aber zurzeit eine Psychotherapie. Seitdem habe ich nicht mehr gekifft. Nichtmal zigaretten geraucht. Wenn du magst können wir uns in verbindung setzen. Ich denke gegenseitige Hilfe ist sehr wichtig in solchen zeiten. Eine art selbshilfe halt :)

  • Thedon01 vielleicht solltest du mal ein eigenes Thema erstellen, so kann man jeweils jedem einzeln antworten und es entsteht nicht so ein Durcheinander ;)

    Bedenke bitte auch, viele wollen nicht "versteckt" alles abhandeln und wählen explizit den Weg öffentlicher Beiträge!

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    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Nun sind es grob 12 Wochen her, der Zustand hat sich immer weiter verbessert. Auch weitere private Probleme haben die Entzugserscheinungen in vergessenheit fallen lassen.

    Ich habe es zwischendurch noch einmal probiert, aber mich sofort davor geekelt, ich konnte mit dem leicht verwirrten Zustand nichtsmehr anfangen, es war nur unangenehm. Ich denke das ist insgesamt ien gutes Zeichen. In ein paar Monaten sollte alles wieder beim alten sein. Zeit heilt die Wunden, wenn auch nur langsam.

  • Glückwunsch für dein Durchhalten!


    Das aber die Zeit alle Wunden heilt, das bezweifle ich :P

    Oft muss man schon aktiv seine Probleme angehen und die Ursachen mal erforschen ...

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    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)