Meine Geschichte

  • Hallo zusammen,


    ich weiß irgendwie immer noch nicht, ob das das richtige Fachforum für mein Anliegen ist. Es sind viele einzelne Themen, die aber irgendwie auch zu einem werden und für jedes Thema ein extra Thema in einem andern Fachforum zu erstellen, wäre dann zu unübersichtlich. Ich bin mir auch unsicher, ob die Überschrift passend ist, irgendwie fällt mir nichts Anderes ein. Ich hoffe es passt hier. Wenn nicht, dass tut es mir leid.


    Seit etwa 6 Jahren ist mein Zwillingsbruder mir gegenüber sehr aggressiv und gewalttätig. Es ist leider nie abzusehen, wann es wieder derart ausartet, dass er mich wieder schlägt oder etwas von mir kaputt macht (Zimmertür, Spiegel...). Es ist nicht immer so, dass es soweit kommt, oftmals schreit er auch einfach nur rum und/oder droht mir. Da er erst in der Ausbildung ist und ich gerade Abitur mache, ist es schwer auszuziehen, das heißt wir leben mit unserer Mutter unter einem Dach. Sie weiß von alledem, aber unternehmen tut sie nichts. Sie sagt, es sei alles meine Schuld. Und irgendwie hat sie ja auch recht.. Ich gebe ihm immer wieder Gründe für seine Aggression. Somit habe ich das ja auch irgendwie alles verdient. Ich habe es verdient, dass er mich so behandelt.

    Vor etwa 5 Jahren habe ich dann angefangen mich selbst zuverletzten. Erst waren es nur ein paar Kratzer aber ich habe jedesmal recht schnell das Instrument gewechselt, und somit wurden aus Kratzern irgendwann Schnitte. Aber selbst die waren nie wirklich tief, immer nur oberflächlich. Ich habe es dann irgendwann geschafft aufzuhören. Ganze 2,5 , fast 3 Jahre. Als mein Bruder dann aber wieder aggressiver wurde, habe ich auch wieder damit angefangen. Streitereien mit meiner Mutter, haben da aber auch zu beigetragen. Es war aber nie regelmäßig und auch mehr so dann und wann. Nachdem mein Papa vor knapp 'nem Monat verstorben ist, mach ich mir so viele Vorwürfe, weil ich nicht mehr mit ihm telefoniert habe und ihn auch nicht mehr besucht habe. Ich habe es nicht ernst genommen als er mir schonmal sagte, dass er fast gestorben sei. Deshalb kam das auch alle so plötzlich. Ich erinnere mich noch, als wäre es erst gestern gewesen, als ich ihn hab so liegen sehen, im Krankenhaus. Überall Schläuche und Maschinen... Seitdem ist es mit dem Selbstverletzten noch mal schlimmer geworden. Die Schnitte werden tiefer und die Verletzungen häufiger, fast schon regelmäßig. Ich kann nicht mehr richtig essen und nehme immer weiter ab. Auch meine Lehrerin hat mich schon angesprochen. Mein Körper schreit um Hilfe. Erst gestern war ich den halben Tag im Krankenhaus, weil ich mit heftigen Magenschmerzen aufgewacht bin. Meine Blutwerte waren auffällig, wenn auch nicht dramatisch. Jetzt soll ich mich das Wochenende schonen.. Ich will nicht. Ich will auf das Spiel, ich will nicht aussetzen.. Am Montag bin ich dann immer noch Krankgeschrieben und muss noch mal zum Blutabnehmen und 'ne neue Urinprobe abgeben, die war nämlich auch nicht gut.


    Ich hoffe ihr könnt mir hier ein wenig helfen. Vielen Dank, fürs Lesen!


    Liebe Grüße

    SecretMe

    Wohin geht man, wenn man sich selbst nicht mehr ertragen kann?

  • Hallo SecretMe,


    herzlich Willkommen hier. Das mit deinem Vater tut mir leid. Waren deine Eltern getrennt oder hat dein Vater auch bei euch gewohnt? Dass dein Körper um Hilfe schreit, ist gut nachvollziehbar. Gibt es denn jemanden, der dir zur Seite steht bei all dem Trubel? Kümmert sich jemand um dich, dem du vertraust?


    Was wünscht du dir für die Zeit nach dem Abi? Hast du ein Ziel für dein Leben?


    Das was dein Bruder macht ist nicht okay. Es gibt keine Rechtfertigung für Gewalt. Selbst wenn du ihn provozieren würdest. Das ist nicht deine Schuld. Wie schlimm sind denn die körperlichen Übergriffe seinerseits? Hast du Angst vor ihm? Theoretisch könntest du ihn ja auch anzeigen, hast du in so eine Richtung mal gedacht? Oder ihm damit gedroht?


    Dass du auch noch Schuldgefühle wegen deinem Vater hast, ist schade. Man kann nie wissen, was in der Zukunft passiert. Und selbst wenn du gewusst hättest, dass er stirbt, hättest du keine Pflicht gehabt, ihn anzurufen. Gibt es denn etwas, dass du noch geklärt oder gesagt hättest?


    War deine Mutter schon immer so dir gegenüber? Das macht mich betroffen. Sie sollte eigentlich für ein sicheres Zuhause sorgen und nicht noch psychisch nachtreten. Wie ist euer Verhältnis, ohne dass es um deinen Bruder geht?


    Ich kann dir nur anraten, gut für dich zu sorgen. Auch wenn du dich nicht danach fühlst. So Gefühle, wie etwa Schuld oder (?) Selbsthass auszuhalten ist sehr schwer. Aber wenn man nach ihnen handelt, um sie wegzubekommen, werden sie nur verstärkt. Sie gehen nicht weg, sondern sind nur abedämpft, bis sie dann wieder voll durchkommen. Und je mehr du danach handelst, desto mehr nimmst du Situationen so wahr. Wenn du dich schuldig fühlst, wirst du viele Dinge so wahrnehmen, als wenn du Schuld hättest - auch wenn dem nicht so ist. Kennst du Skills, DBT oder sowas? Das könnte helfen.

  • Du kannst erstmal gar nichts dafür, dass es in deiner Familie Spannungen gab, Scheidungen, Probleme bei der Konfliktlösung, in der Kommunikation.


    Du kannst auch nichts für die Stimmung in der Schule, Aggressionen, Druck.


    Du kannst auch nichts für die Gewalttätigkeit deines Bruders.


    Du bist jetzt aber dabei groß zu werden, hast bald genug Entwicklung, um selber nachzudenken, um dir selber ein Bild der Lage zu machen, in den kommenden Jahren wirst du selber rausfinden können und entscheiden, was nützlich und schädlich ist. Und du wirst wohl auch lernen, Grenzen zu setzen, wenn jemand dir mit Frechheiten und Übergriffen ankommt. Natürlich wirst du auch lernen, dass du auch manche Verhaltensweisen besser überdenken solltest, und auch selber irgendwelche sonstigen Fehler im Verhalten anderen (und dir selbst) gegenüber angewöhnt hast, vielleicht auch abgeschaut hast in deiner Herkunftsfamilie oder in deinen Bezugsgruppen in der Schule.


    Dafür wirst du dann verantwortlich, aber auch in der Lage sein: dein Verhalten weiterzuentwickeln, lernen, klüger zu handeln.


    Jedenfalls bist du in einem besorgniserregenden Zustand, mit deinen Blutwerten, drastischer Gewichtsabnahme, Handlungen gegen dich selber.


    Versuch zu lernen, dich zu schützen, und wie schon gesagt wurde für dich zu sorgen. Du musst das machen, wenn du erwachsen wirst. Sonst macht es keiner mehr, außer vielleicht wirklich vertrauenswürdige Bezugspersonen, die auch nicht jeder immer hat.


    Hör auf, Fehler gegenüber anderen zu machen, also schlimmere Fehler, schlimmere Provokationen. Erkenne, was dir zusteht anderen gegenüber zu tun, und was nicht mehr. Und genauso setz deine Grenzen. Zeig anderen, was du von ihnen nicht mehr hinnehmen musst und wirst. Du wirst lernen müssen, dich zu behaupten, und zu verteidigen. Versuche, dabei transparent zu sein, genau zu zeigen, was man mit dir nicht machen darf. Es geht bei Selbstverteidigung nicht darum abzurechnen, sich zu rächen, oder es heimzuzahlen. Es geht nur darum, mit allen Mitteln einen aktuellen Übergriff gegen dich zu stoppen, und das auch ganz klar zu zeigen, was du auf gar keinen Fall an psychischer oder physischer Gewalt hinnehmen wirst. Dazu darfst du natürlich im Notfall selber sogar einfache Gewalt anwenden. Du brauchst dazu aber auch eine gewisse Art der eigenen Gewaltbereitschaft, besser gesagt Verteidigungsbereitschaft. Anfangen würde ich mit verbaler Abgrenzung. Wenn dein Bruder schreit, schrei genaus so laut. "Geh weg", "Verlass mein Zimmer, jetzt", "Stop!", "Fass mich nicht an", "Hilfe!", "Schrei mich nicht an! Rede normal, wenn du etwas mit mir besprechen willst", "Wenn du mich anfasst, werde ich mich wehren oder dich anzeigen.", "Wenn du etwas von meinem Eigentum zerbrichst, dann werde ich dich dafür verantwortlich machen, es zu ersetzen, und dich notfalls anzeigen, wenn du es nicht ersetzt". (aber dann auch machen, falls man es ankündigt).

    Ich bin kein Fachmann. Alle meine Aussagen sind nur meine laienhafte Einschätzungen, die auf eigenen unzulänglichen Überlegungen oder subjektiven Erfahrungen beruhen.

  • Hallo grany,


    danke erst mal für deine Antwort!


    Ja grany, meine Eltern lebten getrennt. Schon seit 15 Jahren. Und nein, also zumindest nicht wirklich. Es gibt soo viel zu erledigen. Ich muss schauen, dass die Rechnungen von der Beerdigung bezahlt werden, wenn auch nicht alleine, aber ich bekomme nur gesagt was ich machen soll. Papierkram etc muss ich trotzdem machen. Auch bei der Halbwaisenrente.


    Meine Pläne nach dem Abi? Ja, die habe ich. Ich will zu Polizei. Aber ich weiß nicht ob die mich nehmen. Ich habe Migräne und das kann schon ein Grund sein warum die mich nicht nehmen. Ich habe jetzt noch 18 Monate Zeit bis ich zum Auswahlverfahren müsste, bis dahin könnten meine Wunden weitestgehend verheilt und recht gut verblasst sein. Bis dahin kann ich auch wieder aufhören..

    Ansonsten möchte ich irgendwas in Richtung Wirtschaft studieren. Wirtschaftspsyschologie, Wirtschaftsrecht oder Wirtschaftswissenschafften.. Das weiß ich leider noch nicht.


    Aber wenn ich doch in die Dusche gehe, wo er doch gerade wollte oder sein Hemd nicht so aufhänge wie er es wollte, dann ist es doch meine Schuld, oder? Ich muss einfach das machen was er sagt und das auch richtig. Ich habe Angst vor ihm. Jede Minute, die ich mit ihm unter einem Dach bin. Ich weiß ja nie, wann er das nächste Mal austickt. Bisher hat er mich nur einmal so geschubst, dass ich eine kleine Verletzung davon getragen habe... Ich habe ihm auch schon gedroht, zu Polizei zu gehen, aber das belächelt er nur.


    Im Nachhinein, kamen so viele Fragen auf, die ich ihm gerne gestellt hätte.. Und auch auch Dinge die ich ihm gerne gesagt hätte... Aber die möchte ich hier ungern nennen.


    Ich weiß nicht, ob sie schon immer so war, ich kann mich nicht erinnern. Aber wenn es mal nicht um meinen Bruder geht, dann können wir auch mal normal miteinander reden, sofern es da nicht ums Thema Geld oder meinen Papa geht. Aber die meiste Zeit ist es angespannt.


    Skills kenne ich, ich habe auch welche.. Aber für Momente mit hohem SV-Drang eben nur einen. Und den kann ich nicht immer Anwenden.

    Ich werde bald mit meinem Bruder alleine zu Hause sein, für ca eine Woche... Ich war letzte Woche schonmal in einer Beratungsstelle hier und überlege da nochmal hinzugehen..


    Liebe Grüße SecretMe




    Hallo strider,


    danke auch dir für deine Antwort.


    Das was du sagst, was ich ihm sagen kann, das hilft nicht. Das macht es leider nur schlimmer. Besser ist hier einstecken und irgendwie aushalten.


    Liebe Grüße

    SecretMe

    Wohin geht man, wenn man sich selbst nicht mehr ertragen kann?

  • Manchmal muss es eben erst schlimmer werden, bevor es besser wird. Wenn du da keinen Widerstand leistest, dann sitzt du in der Falle. Dann qualifizierst du dich als gut geeignetes, willfähriges Opfer für alle Arten gewalttätiger Menschen.


    Geh in die Konfrontation, statt auszuweichen. Er braucht auch den Widerstand um sich weiterzuentwickeln. Zu lernen, mit was er nicht durchkommen wird. Andere werden ihn direkt die Treppe runterstossen, wenn er sie schubst. Auch manche Frauen.


    Und du hast es scheinbar nötig zu lernen, dich abzugrenzen und zu behaupten. Spätestes bei der Polizei wirst du das eh schnell lernen.


    Natürlich ist es nicht normal, beispielsweise angefeindet zu werden, weil man (jemandem!) ein Hemd falsch aufhängt, oder weil man duschen möchte, jemand anders aber auch.


    Meine Vermutung ist, dass du an der Stelle lieber das bequeme machst (Schnauze halten), als das ungemütliche (Deine Rechte durchsetzen).


    Damit bist du aber selber mitschuldig. Nicht mehr nur der Bruder mit seinen Ausfälligkeiten. Und das ist nicht gut, da solltest du was gegen machen. Dann geht's dir vermutlich auch besser, du fühlst dich gesünder, und hast weniger Aggressionen, die du dann auch noch aus Verwirrung gegen dich selber richtest.

    Ich bin kein Fachmann. Alle meine Aussagen sind nur meine laienhafte Einschätzungen, die auf eigenen unzulänglichen Überlegungen oder subjektiven Erfahrungen beruhen.

  • Hallo SecretMe,


    wann machst du dann denn Abi? Nächstes Jahr ist das noch nicht, wenn du erst in 18 Monaten das Auswahlverfahren hättest?



    Das mit der Beratungsstelle klingt gut. Konntest du dort gut reden? Gehst du nochmal hin? Ich bin froh, dass du Skills usw. schon kennst und dich selbst da auch. Langfristig, wenn die Zeit dafür da ist kannst du bestimmt noch einen weiteren Skill für Hochanspannungszustände finden. Jetzt scheint aber ja erstmal anderes wichtiger.


    Wann bist du mit deinem Bruder alleine? Was gibt es für Möglichkeiten, dich zu schützen, falls du dich nicht sicher fühlst? Hast du einen Notfallplan: wenn er das und das macht, mache ich das und das? Z.B. eine Freundin anrufen und sie in der Leitung haben... oder gleich direkt eine gepackte Tasche haben und woanders übernachten. Raus gehen, wenn er aggressiv wird... sowas. Gibt es da für dich Möglichkeiten?


    Nein. Selbst wenn du sein Hemd pink färbst und es verbrennst, ist das kein Grund, dass er dir ggü. aggressiv wird. Soll er sich selbst um sein Hemd kümmern.


    Du hast keine Schuld. Und ich glaube, strider hat sich dahingehend lediglich etwas unglücklich ausgedrückt, oder? Er meinte wahrscheinlich, dass du Verantwortung für dich selbst hast. Und handlungsfähig, nicht ohnmächtig bist. Dass die Agression dahin gehört, wo sie hingehört: zu deinem Bruder. Nicht gegen dich. In einigen Punkten muss ich strider allerdings vehement widersprechen.

    Und ich finde, strider, du bist hier für meinen Geschmack viel zu weit mit "pushen" gegangen, sorry. Macht mich traurig, wenn ich mir vorstelle in so einer Lage zu sein und dann noch sowas wie "friss oder selbst schuld gefressen zu werden" "du bist verantwortlich dafür deinen Bruder zu erziehen" zu hören, von Schuldzuweisungen ganz zu schweigen. Das ist in Hochanspannungssituationen meiner Meinung nach nicht angezeigt, v.a. wenn man das Alter von SecretMe und die bisherigen und aktuellen Erfahrungen berücksichtigt. Bin da einfach anderer Ansicht. Es kann in so einem Umfeld kein Lernen, wie etwa von Abgrenzen, erfolgen. Das ist nachgewiesen. Kuschelkurs muss nicht sein, aufwecken darf sein,... aber aus meiner Sicht war der Ton nicht hilfreich, für keinen.


    Selbst wenn du, SecretMe, die Verantwortung für dich nicht übernimmst, hat dein Bruder kein Recht, deine Sicherheit zu gefährden. Man muss auch erstmal lernen, sich um sich zu kümmern. Das hat nichts mit Bequemheit zu tun. Es kann gute Gründe geben, wenn einem so etwas schwer fälllt. Zumal in einem Umfeld, wo man nicht sicher ist und unter Hochanspannung leidet. Da kann rein biologisch gesehen schon mal gar kein Lernen stattfinden.


    Und Konfrontation ist nicht immer der Richtige weg. Manchmal, aber nicht immer. Es ist auch nicht deine Aufgabe, deinen Bruder zu erziehen. Es ist deine Aufgabe zu schauen, was du für dich tun kannst. Und das kann auch einfach erstmal bedeuten, sich Hilfe und Unterstützung zu holen, wenn du überfordert und hilflos bist.


    Falls es noch Dinge gibt, die du mit deinem Vater klären möchtest. Es gibt z.B. in der Psychotherapie sogenannte Stuhltechniken. Wo du ihn z.B. imaginär auf einen Stuhl setzt und ihm das noch ritualhaft stellvertreten sagst. Oder einen Brief schreibst, etc. Das sind Techniken, die entlasten können. Vielleicht denkst du mal über sowas nach.


    Halt die Ohren steif, lG,

    grany

  • Erst mal und noch mehr in dem Alter geht es darum, sich der Zusammenhänge bewusst zu werden, so etwas bringt man nicht von selber mit. Zum Beipsiel Verhaltens- oder Beziehungsmuster, die man in jungen Jahren oft nur abgeschaut hat.


    Dass du hier Verwirrung zeigst, ob es Grund zur Aggression ist, wenn du duschen willst, wenn der Bruder es auch will, oder wenn du seine Hausarbeit anders machst, als er will, zeigt für mich dass die Wahrnehmung der Situation dein Hauptproblem ist.


    Ja, ich will sagen dass sie handlungsfähig ist oder besser gesagt offensichtlich genau das lernen muss.


    Sie wurde durch Umstände in eine Position der Ohnmacht gebracht, aktuell betreibt dass ihr Bruder (wahrscheinlich unbewusst) aktiv.


    An der Stelle ist es meiner Meinung nach ein Fehler/subotpimal (Schuld; ist aber nicht böse gemeint, im Sinne von Verurteilung, man kann es besser Mitverantwortung, aber noch besser Verantwortung nennen), sowohl auszuhalten, als auch einzustecken, als auch Fehler (an abwegigen Stellen) bei sich zu suchen.


    Aber mir ist doch klar, dass das für einen jungen Menschen alles Lernprozesse von Monaten und Jahren sind.


    Wie soll denn eine Bewährung in der Zukunft gegenüber solchen Leuten erfolgen? Ziel kann nur sein, sich in der persönlichen Konfrontation einmal behaupten zu können.


    Dass der Bruder den Widerstand nötig hat, und ich das sage, heißt nicht, dass ich die Vernatwortung zur Erziehung der Threadöffnerin aufladen möchte, keineswegs. Ich denke ihre Verantwortung sollte idealerweise sein, sich zu verteidigen und zu behaupten. Genau in dem Sinne denke ich sehr wohl, dass sie verantwortlich ist, Fehlverhalten aus dem Bruder heraus zu erziehen, wenn sie mit ihm unter einem Dach ist. Nicht um seinetwillen, um ihretwillen. Trotzdem ist es zusätzlich, nachgeordnet zur Selbstverteidigung, im Nebenaspekt nun mal auch ihr Bruder, der vermutlich auch unreif ist. Und ich will sie damit auch entlasten, nicht dass du etwa denkst, es ist ja mein Bruder, ich darf keinen Streit haben.


    Trotzdem bin ich hier Außenstehender, und interpretiere, und kenne mich jetzt auch nicht grundlegend mit solchen Sachen aus. Ich gebe nur das rein, was ich wahrnehme und was aus meiner Sicht Sinn macht. Wenn was davon in deinen Augen keinerlei Sinn macht, dann kann ich mich genauso gut auch irren oder fehlinterpretieren, etc.

    Ich bin kein Fachmann. Alle meine Aussagen sind nur meine laienhafte Einschätzungen, die auf eigenen unzulänglichen Überlegungen oder subjektiven Erfahrungen beruhen.

  • Guten Morgen grany,


    doch, ich mache mein Abi im Juni, also im Juni bin ich dann fertig. Ich habe es leider verpasst mich für nächstes Jahr Oktober zu bewerben, deshalb muss ich dann noch ein halbes Jahr länger warten. Ich bewerbe mich dann jetzt für Mai 2020. Ein bisschen Pause schadet sicherlich nicht.


    Ich weiß nicht, ob ich nochmal zu der Beratungsstelle gehe. Aber ich denke schon. Es tat ja auch gut dort zu sein, mit jemandem zureden, der mich nicht gleich wieder unterbricht und mir vorwirft, dass alles was ich sage gelogen ist. Ich warte erstmal die nächste Nachricht ab und schau dann, ob mir die Beraterin einen neuen Termin geben kann.


    Mitte November bin ich für eine Woche mit ihm alleine. Die einzige Möglichkeit die ich bisher sehe, ist es einfach nicht zu Hause zu sein. Wo ich hin gehe weiß ich noch nicht genau. Eigentlich müsste ich da ja nur für abends schauen. Denn entweder habe ich lange Schule und komme erst abends wieder nach Hause oder ich habe Training. Fürs Wochenende könnte ich etwas mit einer Freundin unternehmen. Da muss ich sie mal fragen, ob das geht. Aber ich kann auch nicht zu viel nicht zu Hause sein. Der komplette November ist vellgepackt mit Klausuren, irgendwann muss ich dafür ja auch lernen.


    Welcher Ton war nicht hilfreich?


    Hm.. ein Brief, ja. Das wurde mir auch geraten. Aber ich habe es einfach nicht geschafft ihm einen Brief zu schreiben, bevor er eingeäschert wurde. Auch nicht zur Beerdigung. Ich habe es einfach nicht geschafft. Ich musste immer wieder aufhören zu schreiben, weil wieder die ganzen Gefühle hoch kamen. Ich hab mit meiner kleinen (Halb-)Schwester ein Bild gemalt.. Also vielmehr hat sie das Bild gemalt.


    Danke für deine erneute Antwort!


    SecretMe

    Wohin geht man, wenn man sich selbst nicht mehr ertragen kann?

  • Welcher Ton war nicht hilfreich?

    Naja der konfrontative, überdirekte Ton von mir. Sorry, wenn ich es mal wieder übertrieben habe.


    Ich finde es ganz gut, dass du versuchst, auszuziehen und vor den Aggressionen auszuweichen. Das finde ich erheblich klüger als einstecken. Und bevor es völlig eskaliert, auch klüger als Widerstand leisten.


    Außerdem kannst du dann vielleicht andere Leute mal kennen lernen, die ein anderes Verhalten und anderen Umgang miteinander haben. Und kannst dich darauf einstellen, dich ausprobieren und auch was lernen und weiterkommen.


    Vielleicht versteht ihr euch ja in ein paar Jahren besser, nachdem jeder was gelernt hat. Das kann sogar gut sein. Ich habe mich auch mit meiner Familie und meinem Bruder hinterher besser verstanden, als ich weggezogen bin. Später erst fiel mir auf, wie sehr ich ihn schätze, vor Ort nervte vieles nur.

    Ich bin kein Fachmann. Alle meine Aussagen sind nur meine laienhafte Einschätzungen, die auf eigenen unzulänglichen Überlegungen oder subjektiven Erfahrungen beruhen.

  • Ich war letzte Woche schonmal in einer Beratungsstelle hier und überlege da nochmal hinzugehen..

    Bitte unbedingt weiter verfolgen :)

    Hast du dort auch alles so erzählt wie bei uns? Oder ging es da vorrangig nur um SVV?

    Grundsätzlich solltest du SVV nicht unbeachtet lassen, ich weiß nicht ob du das einfach so aufhören kannst und auch in Hinsicht deiner Berufswünsche.


    Hast du dir schon mal ne Wohngruppe überlegt?

    Ich denke bei deiner aktuellen Lage könnte da sehr schnell was unternommen werden ...

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Huhu:)

    warum sagt deine Mutter es ist deine Schuld also hat sie Gründe genannt?

    Ich kenne die Situation auch so Gute.

    Hast du mal an betreutes Wohnen gedacht ?

    Das Jugendamt bittet sowas an.


    Seit wann ist dein Bruder denn so?

  • Hallo ihrs,


    danke für eure Nachrichten!


    strider ausziehen geht jetzt ja leider noch nicht.. Erst nach dem Abi. Aber du hast recht, es ist besser, wenn ich so wenig Zeit wie möglich zu Hause und mit meinem Bruder verbringe.


    Franz beim ersten Gespräch in der Beratungsstelle ging es vorrangig um mein SVV und ums Kennenlernen. Wir haben aber auch mal kurz über meinen Bruder und die Situation gesprochen. Ich warte jetzt erstmal auf die nächste Mail von der Beraterin ab und schau, ob sie mir einen Termin nennen konnte. Ich habe die ja schon gefragt. Und in diesem Gespräch wird es dann um meinen Bruder und vorrangig um die Zeit gehen, in der ich mit ihm alleine zu Hause bin.


    Eine WG, ja.. Daran habe ich auch mal gedacht. Aber solange es nicht wieder schlimmer wird, will ich da auch keine schlafenden Hunde wecken.


    Aber jetzt gerade, habe ich einfach den Wunsch zu verschwinden. Jetzt bin ich wieder die Dumme, die an der alles Scheitert. Nur weil ich gesagt habe, dass ich morgen nicht zu dem Termin im Gericht gehen kann, weil ich morgen Spanisch schreibe.. Irgendwie scheint keiner so wirklich zu verstehen, dass es hier um meine Zukunft, um mein Abitur geht. Nur weil die nur Hauptschule gemacht haben, soll ich es nicht besser haben? Nur weil hier niemand etwas zu Stande bekommt, darf ich das nicht? Ich spüre gerade, wie der Druck mich wieder zuverletzten immer weiter ansteigt... ||


    Sternenregen das geht jetzt schon so lange so.. seit 5 oder 6 Jahren. Ich weiß aber nicht, warum ich immer selbst Schuld bin. Nur weil ich mal versuche zu zeigen, dass ich nicht alles mit mir machen lasse? Ich weiß es nicht..



    Ich kann grad echt nicht mehr. Ich vermisse ihn soo.. und habe meine Klingen wieder aus dem Müll geholt, zumindest die, die ich finden konnte.


    Liebe Grüße

    SecretMe

    Wohin geht man, wenn man sich selbst nicht mehr ertragen kann?

  • Ich kann mich nicht mehr dran erinnern...

    Nein, irgendwie bekomme ich keine Hilfe... Wenn ich das meiner Familie wieder vorwerfe, dann heißt es, dass ich wieder lüge, so wie immer.


    Danke Sternenregen





    Ich fühle mich so schlecht und so schuldig.. Ich habe mich wieder verletzt.. aber ich fühle keine Entlastung. Ich hab mich noch nie so schlecht gefühlt. Das Blut beruhigt mich einfach nicht.

    Wohin geht man, wenn man sich selbst nicht mehr ertragen kann?

  • Mein Bruder ist genauso alt wie ich. Er ist nicht ausschließlich nur so zu mir, wenn es ums Schrein geht. Aber wenn es darum geht, dass er seine Wut irgendwo rauslassen kann, dann ist er nur zu mir so, ja.

    Wohin geht man, wenn man sich selbst nicht mehr ertragen kann?

  • ich bin 20...


    Natürlich habe ich auch mal darüber nachgedacht. Habe überlegt was passiert ist, dass er sich so verändert hat und was ich falsch gemacht habe, dass er so zu mir ist. Ich finde einfach keinen Grund dafür. Ich weiß es nicht...

    Wohin geht man, wenn man sich selbst nicht mehr ertragen kann?

  • Seit 6 Jahren?? Außerdem war er zu dem Zeitpunkt in einer Beziehung und zwischendrin auch.

    Wohin geht man, wenn man sich selbst nicht mehr ertragen kann?