Suche einfach jemandem zum Reden

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  • Hey, ich bin Julia, 19 und neu im Forum. Selbstverletzungen sind für mich schon viel zu lange ein Thema und ich schaffe es einfach nicht aufzuhören. Habe noch nie wirklich mit jemandem darüber geredet und deswegen bin ich jetzt hier...habe das Gefühl, das alles wächst mir über den Kopf wenn ich nicht endlich mal mit jemandem spreche..

    Vielleicht gibt es ja jemanden, der es selbst geschafft hat aufzuhören und mit mir schreiben würde...oder einfach jemanden dem es ähnlich geht und der sich gerne austauschen würde.

    Gibt es hier sowas wie private Nachrichten? Mir fällt es ziemlich schwer über das alles zu schreiben...erst recht so öffentlich (auch wenn das Ganze anonym ist)

  • julia99 dann eröffne ein Postfach, dann ist das in einem geschützterem Rahmen ;)

    Auf der anderen Seite solltest dein SVV nicht "verstecken", ein erster Schritt es anonym öffentlich abzuhandeln bringt dich vlt weiter.


    Dazu ist ein Thema hier eine Möglichkeit, dass sich viel mehr (ehemals) Betroffene einschalten können.

    Mehrere Meinungen und Erfahrungen helfen eher :)


    Wie lange verletzt du dich schon?

    Hast du ne Ahnung warum du das tust?

    Gibt es Dinge die dir helfen, z.B. Skills?

    Hat da noch nie wer bemerkt?

    Wie schlimm sind deine Verletzungen?

    Fange nie an aufzuhören <-> höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Habe es zum ersten Mal vor ca. 3 Jahren gemacht. So richtig schlimm ist es aber eigentlich erst seit einem halben Jahr. Seit zwei Monaten bin ich jetzt auch für ein Auslandsjahr in Australien...hatte eigentlich immer gehofft, dass es dadurch besser wird und ich mal den Kopf freikriege, aber irgendwie ist es eher noch schlimmer geworden. Habe einfach das Gefühl da nicht mehr alleine rauszukommen.


    Warum ist eine gute Frage...es gibt eigentlich nicht so direkt einen konkreten Grund und deswegen komme ich mir auch total bescheuert vor. Es gibt dann zwar schon bestimmte Dinge, die mich dazu bringen, aber das sind meistens eher Kleinigkeiten. Eigentlich ist es eher so, dass es mir echt zu oft zu schlecht geht. Ich weiß...jeder hat mal schlechte Tage, aber das fühlt sich manchmal nicht mehr normal an. Ich fühl mich einfach fast dauerhaft schlecht und manchmal halte ich es dann einfach nicht mehr aus.


    Ich weiß ehrlich gesagt garnicht genau was "Skills" sind, aber ich nehme mir immer bestimmte Sachen vor, die ich machen will, um mich abzulenken wenn ich wieder den Drang wieder verspüre, aber wenn es dann soweit ist fehlt mir irgendwie komplett der Wille dazu. Ich will wirklich damit aufhören, aber in solchen Momenten habe ich irgendwie überhaupt keine Motivation es überhaupt zu versuchen. Ich weiß, dass ich deswegen auch selbst Schuld bin, aber es fühlt sich dann wirklich unmöglich für mich an.


    Nein, bisher hat es noch nie jemand gemerkt und ich habs auch nicht geschafft mit jemandem darüber zu reden...auch wenn ich das wahrscheinlich sollte.


    Ob meine Verletzungen schlimm sind oder nicht weiß ich nicht so wirklich. Habe ja nicht wirklich nen Vergleich, aber ich denke mal es gibt Leute, die noch schlimmer dran sind.

  • Servus julia99,


    unter Skills versteht man Aktionen die dich eventuell vor selbstverletzenden Verhalten schützen könnten.
    Hier ein Beispiel ==> Skills – DBT Selbsthilfegruppe


    Wenn du aus einer Situation, in der dann selbstverletzendes Verhalten folgt, nicht mehr herauskommst, geht es nicht um Schuld.
    Ist ein gewisser Punkt überschritten, ist es sehr schwer bis hin unmöglich, noch einmal zurück zu steuern.
    Langfristig sollte es das Ziel sein, solche Situationen sowie Auslöser, frühzeitig zu erkennen.
    Dafür gibt es spezielle Therapieansätze und Trainingsmethoden, zum Beispiel DBT.

    Mit Verletzungen, schlimm oder nicht, wollte ich auf die Versorgung der Verletzung hinaus.
    Es mag sich komisch anhören, aber zumindest sollte man die Verletzung so weit versorgen, dass es sich nicht entzündet und zur weiteren gesundheitlichen Problemen führt.
    Manchmal muss es vielleicht sogar klinisch versorgt werden, also zum Beispiel genäht werden.

    Sicher wird es immer Leute geben denen es noch schlechter geht, das ist aber kein Maßstab an dem du deine Situation messen solltest.
    Wenn es jemand über Jahre schlecht geht, so wie du das beschreibst, sollte unbedingt ein Experte hinzugezogen werden.
    Meist gehen psychische Probleme wie zum Beispiel Depressionen nicht einfach von selbst weg.
    Oft verflachen die und man meint es sei überstanden, leider ist das in den wenigsten Fällen so …

    Fange nie an aufzuhören <-> höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Bei mir ist es meistens garnicht so, dass es bestimmte Auslöser gibt...glaube ich. Am Anfang war das so, aber inzwischen ist es eher so, dass sich der Gedanke mit der Zeit immer weiter ausbreitet. Dann geht es mir einfach lange Zeit schlecht und irgendwann hat sich zu viel angestaut. Deswegen fällt mir das auch so schwer...es ist weniger ein Moment, in dem ich den Drang danach habe, sondern ich denke vorher schon ständig daran und irgendwann geb ich dann nach. Manchmal denke ich schon 3-4 Tage darüber nach.


    Habe tatsächlich schon darüber nachgedacht ne Therapie zu machen. Oder besser gesagt wenigstens mal mit jemandem zu reden, der sich damit auskennt. Allerdings weniger wegen dem Selbszverletzen, sondern eher weil es mir so oft nicht gut geht...fühlt sich echt nicht mehr normal an. Manchmal denke ich nur ich steigere mich da vllt einfach zu sehr rein oder sowas und deswegen fühl ich mich etwas doof damit zu nem Psychologen oder was auch immer zu gehen. An sich ist ja eigentlich alles gut...ich weiß auch nicht warum ich alles immer so negativ sehe.


    Achso...das hatte ich falsch verstanden. Also irgendwann verheilt eigentlich alles wieder. Ich kratze die Wunden auch nicht wieder auf oder sowas...habe gehört das manche Leute das machen.


    Also bist du der Meinung ich sollte mal mit einem Experten reden? Im Moment ist das nur ziemlich schwierig. Mache ein Auslandsjahr und bin erst nächstes Jahr im Sommer irgendwann wieder in DE. Außerdem habe ich echt Probleme damit über das alles mit jemandem zu reden. Ich habe das Gefühl je näher mir die Leute stehen, desto härter ist es. Und wahrscheinlich müsste ich vorher dann ja mit meinen Eltern oder so reden...ist ja denke ich mal auch recht teuer. Kenne mich mit sowas echt nicht aus.

  • Servus Julia,


    mit deinem Alter musst du natürlich nicht mehr mit deinen Eltern darüber reden, ob du eine Therapie oder einen Arztbesuch machen möchtest.
    Vermutlich meintest du das sowieso nur mit dem Hintergrund der Finanzierung, weil du vielleicht bei deinen Eltern mitversichert bist?

    Ich gehe aber davon aus, weil du ja ein ganzes Jahr im Ausland bist, dass du eine spezielle Auslandskrankenversicherung hast.
    Ist dem so?

    Natürlich ist es nicht einfach über seine Probleme zu reden, aber vielleicht ist gerade da ein Auslandsjahr von Vorteil …
    Wenn du mit einem Psychologen oder Therapeuten dort sprichst, wirst du denjenigen vermutlich nie wieder sehen - ich meine damit nach einer Therapie.
    Wie sich so eine therapeutische Behandlung entwickelt, bestimmst ja letztenendes ganz allein du.
    Da muss es ja nicht nur um eventuelle Depressionen oder selbstverletzendes Verhalten gehen, es kann dich zum Beispiel auch unterstützen, in Zukunft mit vertrauten Menschen das ein oder andere zu besprechen.

    Nach deinen Schilderungen gehe ich nicht davon aus, dass du dich nur in irgendwas hinein steigerst.
    Ohne erkennbaren Grund immer wieder in negativen Gedanken zu landen, ist schon ein Hinweis, dass bei dir eine seelische Extrembelastung vorhanden ist.
    SVV untermauert dieses Bild natürlich noch etwas mehr.

    Ich hoffe du kannst dich überwinden und zumindest eine Beratungsstelle aufsuchen - es muss ja nicht gleich der Psychologe sein!


    LG Franz

    Fange nie an aufzuhören <-> höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Hey


    Ja genau, wegen der Finanzierung hatte ich das gedacht. Ehrlich gesagt würde ich eher ungern im Ausland eine Therapie machen. Ich habe irgendwie nicht das Gefühl, dass ich das komplett alleine schaffe. Klar gibt es hier Leute mit denen man sich gut angefreundet hat, aber die besten Freunde usw. hat man dann ja irgendwie doch Zuhause. Ich weiß, dass es trotzdem letztendlich von mir abhängt, aber in einem bekannten Umfeld wäre das glaube ich einfacher für mich. Außerdem bin ich auch nie lange an einer Stelle und die Sprache wäre für mich glaube ich auch irgendwie ein Hinderniss...würde / könnte wahrscheinlich nicht alles sagen was ich will. Andererseits wäre es wohl auch nicht gut so lange zu warten...will da nicht noch tiefer reingeraten, aber zurück nach DE gehen ist für mich auch nicht wirklich eine Option. Ich glaube dafür würde ich mich nur noch mehr hassen. Und die schönen Dinge, die man hier erlebt tun mir auch echt gut. Ich weiß wirklich nicht so richtig was ich machen soll :/

  • Andererseits wäre es wohl auch nicht gut so lange zu warten...

    Ich denke das ist das wichtigste Kriterium!

    Fange nie an aufzuhören <-> höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)