Hypochonder - Mein Entzug ist der absolute Horror !!! 2 Moante Entzug, Depression, Panik, Angst vor MS....

  • Moin Leute, ich bin neu hier und wollte meine Entzugserfahrung mit euch gerne teilen, vielleicht könnt ihr mir helfen weil ihr selber schon mal in solch einer Situation wart. :P


    Ich bin 28 Jahre und habe bestimmt 12 Jahre intensiv gekifft, aber seit ungefähr einem Jahr hatte ich des öfteren Panikattacken beim kiffen bekommen (Herzrasen, Hitzewallung, Schwitzige Hände und Füße) dadurch habe ich immer weniger gekifft und auch unregelmäßiger. vor ziemlich genau 2 Monaten habe ich mir dann gesagt: STOP! ich will das nicht mehr und von einem auf den anderen Tag konsequent durchgezogen. Bis heute habe ich keinen einzigen Jay geraucht aber eine ganze menge unangenehme Tage erlebt. Ich habe ein kleines Protokoll geführt in den ersten Wochen...



    Montag (24.09.2018) 21:37 Letzter Joint meines Lebens.


    Dienstag 4:00 Panikattacke & Extremes Herzrasen.


    Dienstag 15:00 Luftnot, Augenzucken & Durchfall beim Zahnarzt.


    Mittwoch 7:30 Luftnot & Schwindel bei der Arbeit.


    Mittwoch 17:45 Extrem Warm & Schwindelig im Ticket Center.


    Donnerstag 15:00 Sehr Nervös im Restaurant gesessen, deshalb 2,5 Stunden spazieren gegangen.


    Donnerstag 23:00 Luftnot & Schwindel beim Döner essen. Anschließend mit Taxi ins Krankenhaus.


    Freitag 11:45 Luftnot & Durchfall auf der Arbeit.


    Freitag 12:30 Schwächeanfall und Trockener Mund auf dem Heimweg, im Krankenwagen ins Krankenhaus.


    Freitag 18:00 Panikattacke nach Herzneurosen Info, Anschließend 4 Stunden spazieren gegangen.


    Samstag 6:45 bin aufgewacht und hatte Angstzustände.


    Sonntag 01:30 kann nicht schlafen, achte auf meinen Puls, krieg schwer Luft, bin nervös.


    Sonntag 16:30 habe Angst vor mir selbst, habe Angst vor die Bahn zu fallen. Fahre mit Taxi in die Psychiatrie.


    Montag 00:00 Ich kann wieder nicht schlafen weil mein Körper nicht zur Ruhe kommt trotz Schlaftabletten.


    Dienstag 01:00 Kann nicht schlafen, Angst Selbstmord zu begehen, 2 Stunden Spazieren gegangen.


    Dienstag 10:00 gehe das erste mal wieder zum Sport.


    Mittwoch 8:45 Heute habe ich das erste mal wieder relativ normal geschlafen & sogar etwas geträumt.


    Mittwoch 22:30 ich war das erste mal wieder beim Boxen und bin fast zusammen gebrochen weil es so anstrengend war.


    Donnerstag 01:30 erhöhte Herzfrequenz, liege im Bett und komme nicht zur Ruhe.


    Montag 12:30 beende die Arbeit frühzeitig weil ich sehr schlapp bin.


    Dienstag - habe das erste mal wieder durch gearbeitet, mittags ging es mir schlecht & zuhause nach dem duschen war mir schwindelig.


    Mittwoch - bis 15 Uhr gearbeitet, danach zum Sport gegangen.


    Freitag - Ich habe es zum ersten Mal geschafft, zum zweiten Mal in einer Woche zum Sport zu gehen.


    Samstag - es geht mir langsam besser, ich bin abends laufen gegangen + *


    Montag 02:00 völlig durchnässt nach einem Alptraum aufgewacht mit Tinnitus im Ohr.




    ...so das waren die ersten Wochen kurz zusammen gefasst. Ich habe bis heute immer wieder regelmäßig Angstzustände, Panikattacken und Schlafstörungen. Ich wache teilweise nachts auf mit Herzrasen.


    Ich war gerade erst vor knapp 2 Wochen an einer Bronchitis erkrankt und bin dadurch mal wieder zuhause geblieben. Nach 5 Tage Entspannung ging es mir langsam besser und ich wollte wieder in den Normalen Schlafrythmus kommen damit ich nach dem Wochenende wieder Arbeiten kann,

    aber als ich dann im Bett lag ging es wieder los, schwitzige Füße und erhöhter Puls, musste natülrich wieder aufstehen und mich bewegen um klar zu kommen.. Ich habe die ganze Nacht nicht geschalfen und als ich dann morgens mit wärmekissen ins Bett bin, hat mein ganzer körper von innen gezittert

    & so doof ich bin habe ich direkt die Symptome gegooglet: MS... damit hat es sich erledigt mit dem Schlaf, habe kein Auge mehr zu bekommen... Die nächsten 4 Tage nur schlaflos bei google verbracht bis ich irgendwann eine schlaftablette genommen habe und langsam wieder in den Normalen Rythmus gekommen bin.

    Trotzdem habe ich das Zittern nicht vergessen und achte so Extrem auf meinen Körper in den Letzten tagen das ich einfach nicht mehr zur Ruhe komme. meine Beine zucken, zwicken und picksen ständig, ich achte auf jedes Signal meines Körpers und kann einfach nicht abschalten. Ich habe eine Arzt Odysse hinter mir und überlege tatsächlich demnächst in eine Neurologische Ambulanz zu gehen um mich dort einem MRT unterzuziehen. Ich war schon bei Psychologen, Ostheopathen und und und... ich weiss nicht was los mit mir ist und ob das noch immer mit dem Entzug zutun haben kann. Meine Familie, Freunde und Verwandten sind alle fest davon überzeugt das es vom Entzug kommt.

    Ich bin mir da langsam garnicht mehr so sicher & ich bin mit meinem Latein am Ende. Ich hab schon überlegt das mein zucken in den Beinen von den neuen Orthopädischen Einlagen kommen kann, aber ich konnte im internet nichts über solche Nebenwirkungen finden. wie dem auch sei, ich denke ihr wisst jetzt genug über mich und meine Situation, vielleicht kann mir ja jemand helfen oder hat schon mal ähnliches durchgemacht.



    Liebe Grüße, Angsthase90

  • Servus Angsthase90,


    Respekt, einfach so aufhören schaffen nicht viele, aber ich halte es für einen guten Weg :)


    Ich habe eine Arzt Odysse hinter mir

    Kannst du das mal näher beschreiben?

    Zeitlich alle Besuche in den letzten 8 Wochen welche Diagnosen ergaben sich da?


    Gab es früher schon psychische Auffälligkeiten?

    Du warst zig mal in Kliniken in den letzten Wochen, war das immer nur ambulant oder wurden mal intensivere Untersuchungen durchgeführt?

    Grade weil es ja immer irgendwie um Ängste geht, sollte da doch mal genauer nachgeschaut werden, oder?


    Eine MS über Google diagnostizieren zu wollen, dürfte so gut wie unmöglich sein ;)

    Symptome einer MS treffen für zig andere Krankheitsbilder zu, genauso wie für ganz normale Alltagsbeschwerden ...

    Das muss ein Facharzt genauer ansehen, da hilft alles nix.


    Aber letztlich denke ich, sollte mal eher therapeutische Unterstützung angestrengt werden.

    Natürlich können deine Beschwerden immer noch mit dem Cannabisentzug zu tun haben, viele haben bis zu 6 Monaten Probleme.

    Doch wenn dem so ist, kann Therapie und eventuell auch medikamentöse Hilfe ungemeine Wirkung zeigen.

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Hey also ich bin jetzt auch 10 wochen clean hab Anfangs starke Panikattaken und angstzustände bekommen hatte bei meinem letzten joint auch panik bekommen und Herzrasen deshalb hab ich beschlossen aufzuhören.

    Jetzt nach 10 wochen hab ich mich freiwillig in die Psychiatrie begeben weil ich auch noch starke Depressionen dazu bekommen hab.. ich war vorher beim Neurologen und der meinte es sei körperlich alles in Ordnung genau das selbe sagte der Facharzt in der Psychiatrie auch!

    Es sind also Entzugserscheinungen die können 3-8 Monate anhalten können aber auch im schlimmsten fall für immer bleiben was ich jetzt aber mal ausschließe wenn man nur Cannabis konsumiert hat..

    Ich bekomme jetzt Antidepressiva und der Arzt meinte ich soll meinen Kopf ablenken und dagegen ankämpfen und immer positiv denken! Es werden harte Monate werden ich merk das ja selber gerade und weiß wie du dich fühlst. Man hat halt seine gehirnchemie durcheinander gebracht und das muss sich jetzt erstmal wieder einpendeln dabei hilft es sich nicht immer so viel gedanken zu machen und den kopf ruh zu gönnen auch wenn es nicht immer leicht ist.

    Ich selber hoffe bei mir auch das es mir schnell wieder besser geht hab halt 3.5 jahre täglich konsumiert.

    Lg

  • Danke erst mal für deine schnelle Antwort. Ich war in den Letzten Wochen des öfteren beim Hausarzt, Orthopäden, Osteopathen, Zahnarzt, Psychologen und im Krankenhaus. Mir wurde mehrfach das Blutabgenommen, EKG und Grundlegende Neurologische Untersuchunen. Alles ohne Befund, wird immer auf die Psyche geschoben. Ich kann mir aber bei bestem Willen nicht vorstellen das ich plötzlich so merkwürdig innerlich Vibration für kurze zeit verspüre wenn ich versuche einzuschlafen oder aufwache. Und dieses Muskelzucken oder diese Missempfindungen kommen manchmal aus dem nichts, wenn ich z.b. vor dem Computer sitze oder wenn ich auf der Couch liege.


    Ich bin ein ziemlicher Hypochonder und muss gestehen das ich schon sehr viele Krankheiten hatte... Blinddarm, HIV, Herzkasper uvm.


    Ich weiss auch das ich man MS nicht einfach über google diagnostiziert, aber seit dem ich dieses innere zittern habe und dazu jetzt auch noch diese Faszikulationen hinzu kamen, bin ich ziemlich nervös.

  • Bei mir war das eigentlich genau so, ich habe immer wieder Panikattacken bekommen und dadruch meinen Konsum erheblich reduziert, bis ich eines Tages an zwei Tagen hintereinander jeweils einen Joint geraucht habe und dann wieder diese Panikattacken kamen, da wusste ich, ich höre auf, habe seit dem auch nichts mehr geraucht. Ich bin auch mittlerweile überzeugt davon das ich Depression und Angstzustände habe, und das ist auch in Ordnung da ich wirklich sehr viel geraucht habe in den letzten Jahren, es sind nun mal natürliche Antidepressiva und diese vom einen auf den anderen Tag dann weg zu lassen bringt nun mal Depressionen mit sich weil das Gehirn erst mal von selber wieder lernen muss Spass zu empfinden und Dopamin zu produzieren. Aber seit dem ich diese Zuckungen in den Beinen und im Bauch habe und das innerliche Zittern bin ich einfach komplett fertig. Ich kann mich nicht mal ablenken weil ich meine aufmerksamkeit sofort auf meinen Körper richte sobald irgendetwas passiert. Zu schlimm. Ich möchte nicht mehr Rauchen aber manchmal denke ich schon das es vielleicht besser wäre einfach mal einen zu Rauchen.

  • naja wenn du jetzt wieder anfängst dann kann es soger auch irgendwann zu einer Schizophrenie kommen und das willst du nicht haben. Panikattaken und Depressionen sind ganz normal und das zittern im Körper sind auch nur Entzugserscheinungen. Schau mal du hast solange geraucht dein kopf hat sich darauf einfach eingestellt und das dauert halt 3-8 Monate bis der Kopf sich davon wieder erholt. Die cannabinoide blockieren halt deine Glücks- und stimmungshormone deshalb kommt es ja zu Depressionen und angstzuständen. Es wird nicht einfach das kann ich dir sagen aber es ist heilbar!

    und ich kann dich beruhigen die Angstzustände und dieses unwohle gefühl bekomm ich auch. Sogar wenn mich meine mutter besuchen kommen will aber da muss man stark bleiben und gegen ankämpfen.

  • Ich möchte nicht mehr Rauchen aber manchmal denke ich schon das es vielleicht besser wäre einfach mal einen zu Rauchen.

    Diese Gedanken dürften völlig normal sein, man muss immer zwischen Entzug und dauerhafter Entwöhnung unterscheiden.

    Letzteres dauert Monate, aber man sollte schon nach ein paar Wochen eine Reduzierung solcher Gefühle verspüren - sonst sollte man einen Facharzt hinzuziehen.



    naja wenn du jetzt wieder anfängst dann kann es soger auch irgendwann zu einer Schizophrenie kommen und das willst du nicht haben.

    Ich m eine hier wird einiges vermischt, depressive Verstimmungen und Schizophrenie sind 2 komplett verschiedene Krankheitsbilder.

    Zudem gibt es zumindest keine mir bekannte Studie, welche Schizo auf Cannabiskonsum zurückführt.

    Hierfür ist vielmehr eine genetische Voraussetzung angezeigt ...

    Im Umkehrschluss könnte man aber sagen, gewisse genetische Voraussetzungen können zu einem schädlichen Cannabiskonsum leiten ;)


    Cannabis aber als natürliches AD zu benennen, halte ich für falsch - wenn es auch mancher wirklich so einsetzt.

    Wenn dann würde ja nur CBD, also Cannabidiol, in Frage kommen - kein THC!!

    Es geht dabei um völlige unterschiedliche Funktionen im Gehirn!

    Cannabis überschüttet das Gehirn übermäßig mit Endocannabinoide, welche aber auch ganz natürlich vom Körper gebildet werden - aber natürlich nicht in der Menge wie beim Konsum von Cannabis.

    Diese Überschwemmung an den Cannabinoid-Rezeptoren kann z.B. Paranoia und Halluzinationen hervor rufen - aber eher eben beim Konsum, nicht unbedingt beim Entzug ;)

    Aber richtig ist, dass hierbei auch Dopamin eine Rolle spielt, was letztlich wieder mit Depressionen in Verbindung gebracht werden kann.

    Und wenn ich schon dieses Thema etwas vertiefe, möchte ich noch explizit darauf hinweisen - einige Studien verweisen auf ein vielmals höheres Risiko in Verbindung mit synthetischen THC (also Räuchermischungen)!


    Bei einer Depression werden mit unter die Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin als wesentlich angesehen, wenn es um Entstehung und Dauerhaftigkeit der Krankheit geht. Antidepressiva verändert die Wirkungsweise dieser Botenstoffe und könnten so entstandene Störungen beeinflussen. Hierbei muss man berücksichtigen - es gibt unterschiedliche AD's (z.B. trizyklische Antidepressiva sowie selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer und und und ...). Zudem braucht es eine gewisse Zeit, bis sich solche Medikamente entsprechend entfalten und auch die passende Dosis gefunden werden kann.


    Kurz und gut, sind psychische Erkrankungen im Vorfeld bekannt, eventuell gar Schizophrenie in der Familie, dann sollte man die Finger von Cannabis lassen.


    Und Angsthase90 als Hypochonder ist natürlich ein Entzug noch sehr viel anstrengender, daher ist eine therapeutische Begleitung sicher nicht verkehrt :)

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)