Mein Entzug, Symptome und eure Erfahrung

  • Hallo liebes Forum,


    Ich lese hier seit einigen Tagen mit und habe schon einige Informationen und Erfahrungen mitbekommen.


    Nun habe ich aber noch weitere Fragen an euch, dessen antworten mir zumindest vom Gefühl her sicher Helfen könnten.


    Zuerst einmal zu mir:


    Ich bin 24 Jahre alt und habe mit 19 bzw. 2014 angefangen zu Kiffen. Zuerst unregelmäßig nur an Wochenenden und das letzte Jahr Regelmäßig bzw. die letzte Zeit (ca. 10 Monate) täglich. Ich nutze jedoch die letzten Jahre einen Vaporizer, da ich den Verbrennungs Qualm nicht mag. (2g reichen mir mit dem Vaporizer Zwischen 3 und 5 Wochen)


    Ich selbst gehe regelmäßig zum Kraftsport (4-5 Mal die Woche) und lebe Einigermann gesund.


    Letzte Wochen Montag war es dann so weit, ich hatte scheinbar eine Panikattacke, ich hatte zuvor zwar schon Mal eine leichte ich bin damals jedoch Schlafen gegangen und damit hatte sich es auch.


    Zurück zu Montag (14.01.19):


    Ich saß am Computer und plötzlich lief mir ein Schauer über den Rücken und mei Herz fing an zu rasen. Ich bekam schlecht Luft und wurde unruhig. Ausserdem hatte ich Schwindel und das Gefühl zusammen zu brechen. Ausserdem kurze Sprachaussetzer und taumelte etwas.Nach einiger Zeit beschloss ich ins Krankenhaus zu fahren, dort wurde ich untersucht. Ich hätte einen Puls von 160 und einen Blutdruck von 180/90. Da es nach einiger Zeit nicht besser wurde bekam ich vom Arzt einen Betablocker und etwas gegen den Blutdruck. Ich wurde als sich alles beruhigt hatte wieder nach Hause geschickt.


    Nach diesem Erlebnis habe ich beschlossen auf zu hören. Das habe ich seit dem auch gemacht. Ich habe auch gar nicht das Verlangen nochmal Cannabis zu Konsumieren.


    Seit Donnerstag habe ich jedoch verschiedene Symptome. Es fing mit einer ähnlichen Attacke an wie am Montag. Schwindel, Herzrasen hoher Blutdruck, Übelkeit und Unruhe. Ich bin dann wieder ins Krankenhau, dort wurde ich erneut gecheckt. EKG i.o. lediglich Puls und Blutdruck erhöht. Blutwerte bis auf einen Leberwert der leicht erhöht war auch alles i.o. Der Arzt hat mir für abends ein Benzodiazepin mit dem Namen Tevor mitgegeben (1mg). Dies musste ich jedoch nicht nehmen, da es mir eigentlich ganz okay ging und ich auch schlafen konnte.


    Bis gestern (Sonntag) ging es mir Mal besser Mal schlechter. Innere Unruhe, Schwindel , Übelkeit. Gegen Mittag verzog sich jedoch das meiste davon und mir ging es Abends sogar wieder richtig gut. Keine Beschwerden mehr. Als ich jedoch im Bett lag und einen Film gesehen habe, kam plötzlich wieder so ein Schub. Druck im Hinterkopf und eine steigende Hitze im Körper zusammen mit Unruhe und schwitzen. Leichtes Unwohlsein ebenfalls.


    Ich konnte abends ganz gut einschlafen wachte aber mehrmals auf wovon es mir einmal ziemlich komisch war, ein komisches Gefühl zwischen Schwindel und Unruhe sowie leichtes drücken im Körper.


    Heute morgen ging es mir zuerst einmal ganz okay, aber die Unruhe kam nach 30 Minuten zurück zusammen mit leichtem Schwindel und einem Drücken im Kopf.


    Da ich heute nochmal zum Hausarzt gehe, den Befund vom Krankenhaus besprechen, der aber so voll war das ich gebeten wurde mittags wieder zu kommen, sitze ich aktuell in einem Cafe und trinke einen Kamillentee.


    Die Unruhe und das drücken im im Kopf usammen mit leichter Übelkeit ist weiterhin da.


    Nun zu meinen Fragen:


    Wie lange bleibt sowas? ( auf Aufklärungsseiten steht etwas von die ersten 4-6 Tage sind die schlimmsten und es geht nach 7-14Tagen wieder)


    Sind diese Symptome normal, vor allem diese "Anfälle, Schübe" ?



    Ich freue mich auf eure Meinungen und Ansichten.



    Gruß

  • Ich kann nur von mir selber sprechen:

    Die "Schübe" machen oder machten sich bei mir auch bemerkbar, allerdings nur kurze Schübe.. also kurzer Schwindel und Erhöhung des Herzschlages... allerdings klingt es sehr schnell dann wieder ab. (keine Minute)

    Seit ich aufgehört habe ist dies immer besser geworden.

    Anfänglich hatte ich es fast jeden Tag, aber immer nur kurz...


    Ich weiss nicht, obe es evtl. mit dem Reststoff zu tun hat, welches noch im Körper ist, und irgendwie Schubweise freigesetzt wird.

    Bis halt dann alles mal draussen ist dauert es eine Weile.


    Was mir geholfen hat ist einfach gut schwitzen. Also treib deinen Stoffwechsel an, dann gehts schneller raus!

  • Hallo akyoadaro,


    Danke für deine Antwort.

    Meine Schübe halten länger und klingen nur langsam ab. Woran es gebaut liegt weiß ich nicht. Jedoch war der von gestern weniger schlimm als der von Donnerstag, da ich ruhig geblieben bin.


    Was ich eben noch vergessen habe:


    Ich bin seit meinem Realschulalter wegen ADHS in Behandlung habe bis zur 10. Klasse (2012) Medikinet (Ritalin) bekommen. Durch das Absetzen habe ich Depressionen unter Stress bekommen die immer Mal wieder hervor kommen (Wobei wahrscheinlich auch meine Faulheit und Einstellung einen Beitrag dazu leisten).


    Jetzt ist es so das ich seit August einen Psychotherapeuten habe und dort alle 2-3 Wochen Termine habe. Ausserdem würde mir vom Neurologen Citalopram 10mg (ersteinmal ggf. später 20mg) verschrieben.


    Ich wollte jedoch eh mit dem Gras aufhören um mit dem Citalopram an zu fangen. Würde es mir helfen die Symptome zu lindern oder soll ich erstmal 14 Tage ohne Gras abwarten ?


    PS: Seit Sonntag habe ich auch Durchfall, jedoch unregelmäßig. Sonntag mittag und heute Vormittag hauptsächlich.

  • Nimmst du beim Kraftsport auch Medikamente?


    Es ist schon wichtig zu verstehen, ob du so was wie diesen erhöhten Blutdruck aufgrund von irgendwelchen organischen Problemen oder Vergiftungen bekommst. Dann muss man auf jeden Fall was machen.


    Auch wenn es psychisch oder entzugsbedingt ist, muss man was machen. Aber was anderes. Nämlich erst mal entspannen. Und auf die Selbstheilung deines Körpers vertrauen, und auch schauen, z.B. Stress zu reduzieren.


    Aus deinen Schilderungen sieht man, dass du Medikinet gegen ADHS bekamst, dann nahmst du Cannabis, warum auch immer. Jetzt soll es Citalopram sein. Für mich die Botschaft dahinter: etwas stimmt mit dir nicht oder mit deinem Erleben. Und mit itgendwelchen Mittelchen sollst du beigebogen werden, oder willst dich selber tunen.


    Ich lehne mich mal ganz, ganz weit aus dem Fenster und rate dir ab von dem Citalopram. Gerade dir, der so in sich hineinhört. Denn von dem Zeug wirst du irgendwann die interessantesten Absetzerscheinungen kriegen, wenn du merkst dass es im wesentlichen eigentlich eh nichts bringt. Außer einer Belastung. Einem neuen pharmazeutischen (Selbst-)Experiment.


    Experimentiere nicht mit Drogen und Medikamenten, sondern mit Aktivitäten und deiner Einstellung.


    Das ist meine Meinung. Irgendwo bei Medikamenten nach "Lösungen" zu suchen hat sich jedenfalls für mich als grundfalsch erwiesen. Man durchlebt nur die Nebenwirkungen.


    Also sprich mal mit deinem Arzt darüber, was er sich handfest für dich verspricht durch Gabe von Citalopram. Frag ihn mal, wie wichtig und geboten es ist, dass du es unbedingt haben musst. Wie wahrscheinlich, das es hilft, und wie.

    Ich bin kein Fachmann. Alle meine Aussagen sind nur meine laienhafte Einschätzungen, die auf eigenen unzulänglichen Überlegungen oder subjektiven Erfahrungen beruhen.

  • Hallo Strider,


    Beim Kraftsport nehme ich keine Medikamente, ab und zu Mal ne Kaffee vorher. Energie habe ich durch das ADHS eigentlich immer genug.


    Der Grund warum ich früher Ritalin bei nhabe war hauptsächlich die Schule. Manche Lehrer schienen wohl überfordert mit einem aufgeweckten Jungen.


    Ich wurde dann beim Jugendpsychologen auf ADHS getestet, kann mich noch an viele verschiedene Aufgabe und Test für Logik erinnern. Habe dazu damals auch Ergotherapie bekommen.


    Ohne das an die große Glocke hängen nzu wollen wurde auch ein IQ Test gemacht und ich bin genau wie mein Bruder deutlich überm durchschnitt. Die Vermutung war das ich unterfordert bin. Jedoch hatte ich die Empfehlung für die Realschule bekommen, da ich ehrlich gesagt auch ziemlich Faul war bzw. Auch noch bin.


    Der Arzt hat dann die Behandlung mit Ritalin begonnen und ich fand es im Nachhinein furchtbar. Die Soziale Interaktion war gehemmt, ich war wie ein Zombie. Leider versteht man das als Kind nicht wirklich.


    Je älter ich wurde desto mehr habe ich das ganze realisiert und mit dem Wechsel aufs Gymnasium zwecks ABI dann auch zusammen mit dem Arzt abgesetzt.


    Darauf folgte dann eine Depression.. Laut Arzt lag das natürlich nicht am Absetzten den Medikamentes... natürlich nicht...


    Darauf hin habe ich eine Psychotherapie bekommen und meine Ausbildung angefangen sowie mit dem Sport.


    Die Ausbildung habe ich sehr erfolgreich beendet und den Sport betreibe ich noch heute was mir einen super Ausgleich ermöglicht.


    Nach der Ausbildung habe ich dann im Job plötzlich wieder Depressionen bekommen, habe vor der Arbeit aus dem Nichts weinen müssen, schaffte nichts mehr. Es kann auch damit zusammen gehangen haben, dass ich von Zuhause ausgezogen bin ein paar Wochen zuvor..


    Darauf hin bin ich natürlich zum Neurologen/Psychiater überwiesen worden die auch direkt mit Medikamenten anfangen.l wollten, nach viel hin und her habe ich zusätzlich einen Psychotherapeuten bekommen.


    Da ich aber mit den Chemiewaffen schlechte Erfahrung gemacht habe, habe ich es ersteinmal mit Johanniskraut versucht.

    Das Lied eigentlich ganz okay nur fehlte mir weiterhin ein Antrieb.. ich schiebe alles auf, ignoriere Probleme und bin unordentlich usw.

    Aber alles nicht permanent sondern immer in Phasen.


    Der Gedanke war eben aus diesen Gründen mit Coral an zu fangen weil es mir vielleicht mehr hilft. Aber wirkt Lust habe ich darauf eigentlich nicht.


    Gestern Nachmittag ging es mir körperlich schon etwas besser, ich bekam nur eine ziemliche Traurigkeit müsste fast wegen jedem Kram weinen. Aber ich war dabei nicht wirksam traurig sondern eigentlich ganz froh das es mir körperlich besser ging und ich hatte auch des Gefühl es ohne Citalopram schaffen zu können. Ich muss nur weniger faul sein, mehr machen, mehr Zeit investieren um Sachen zu Regeln und nicht nur Zocken, Sport, was unternehmen und Arbeiten.


    Ich denke auch ich kann das alles schaffen, es wird hart aber so vielen schaffen es auch . Meine Mutter arbeitet von 8 bis 18/19 Uhr und ist auch glücklich.


    Ich hoffe dieser Exkurs legt nochmal ein wenig meinen Werdegang dar.



    Vielen Dank auch schonmal für die bisherigen Antworten das hilft mir wirklich ungemein.


    Heute Nachmittag gehe ich auch nochmal bei mir in der Stadt in die Drogenberatung einfach um nochmal mit jemandem darüber zu reden der sich damit regelmäßig aussenander setzt.


    Gruß


    G0ku737

  • Vielleicht machst du auch zu viel. Es gibt ja auch den Erklärungsversuch, dass Antriebslosigkeit ein Schutz vor Überforderung sein kann. Eine Strategie, um Ressourcen zu schonen, die nie unbegrenzt sind.


    Bei Umbrüchen wie Umzug können Stimmungsschwankungen eben auftreten. Vielleicht fühlst du dich plötzlich alleine? Auch wenn du eine längere Zeit arbeitest kann es sein, dass ein Trott reinkommt. Der dich vielleicht frustriert.


    Ich hör auch so eine Verpflichtung raus, doch auch glücklich zu sein, weil andere auch 10 h arbeiten und doch glücklich sind.


    Wenn du aktuell nicht glücklich bist, dann denke ich: das ist erlaubt.


    Andere sind aber vielleicht auch anders als du. Plus nur weil sie etwas mitmachen, wissen wir nicht immer, ob sie innerlich glücklich sind?


    Ebenso der Druck du müsstest weniger faul sein, irgendwas machen. Sagt wer? Das hängt auch von deinen Zielen ab. Was für Ziele hast du? Falls sie dich stressen, kannst du evtl. auch die Ziele überarbeiten.


    Es kann ja sein, dass du unter einer endogenen Depression leidest. Aber mach da keine hastigen Bewegungen. Und meiner Meinung nach hoffe nicht voreilig auf Medikamente. Wenn es dir nicht gut geht, versuch die Umstände oder deine Haltung oder Verhalten zu beeinflussen. Wenn alles versagt und Beratung auch, dann ist es vielleicht dran, Medikamente zu nehmen. Also wenn eine solide Diagnose gestellt ist für endogene Depression, oder so.


    Wahrscheinlich hast du Zeit, anzukommen, deinen Platz weiter zu suchen.


    Wenn dir etwas gänzlich nicht passt, kannst du auch neue Sachen probieren. z.B. arbeitsmäßig. Vermute ich.

    Ich bin kein Fachmann. Alle meine Aussagen sind nur meine laienhafte Einschätzungen, die auf eigenen unzulänglichen Überlegungen oder subjektiven Erfahrungen beruhen.

  • Danke für die anderen Perspektiven!

    Ich denke auch das vieles hausgemacht ist.


    Ich erwarte auch denke ich viel zu viel.


    Ich wäre gerne reich, Chef einer großen Firma, möchte Entscheidungen Treffen, Dinge analysieren, Lösungen für Probleme finden usw.


    Aber all das werde ich aus meiner Position in der ich mich befinde schwer erreichen.


    Ich arbeite im Aussendienst, habe täglich mit Menschen zu tun, die mal mit mehr und mal mit weniger Verständnis auf gewisse Situationen reagieren.


    Manchmal bin ich einfach weil ich da bin, deren Ventil zum Unternehmen.


    Ich denke ab und zu auch darüber nach ob Veränderungen nicht das richtige wäre, jedoch sind meine Arbeitszeiten, der geringe Druck durch das eigenverantwortliche arbeiten und die Freiheit auch etwas das ch eigentlich brauche.


    Jeden Tag lange Arbeitswege auf Privatzeit und erst um 18 Uhr Zuhause zu sein würden mich noch unglücklicher machen.


    Eine arbeit in der Umgebung wäre sicherlich schön, vielleicht sogar etwas ganz anderes.. vielleicht sogar studieren..nur ohne ABI und mit einer Ausbildung gibt es da leider immer nur eine bestimmte Richtung in die ich mich entwickeln kann. Denn Geld ist natürlich in meiner Situation, eigen Wohnung seit Jahren ein regelmäßiges Gehalt und eben auch Schulden auf Grund Flaschen und schlechter Entscheidungen tun ihr übriges.


    Ich denke ich werde wenn es mir die nächsten Wochen besser geht definitiv vieles überdenken und auch verändern müssen. Vor allem die Finanzen zu sortieren stand für die nächste Zeit eh auf dem Plan.


    Ich denke ich kann das auch bewältigen, ich habe Menschen um mich die mich unterstützen und das ist für mich eine gute Grundlage.


    Auch meinen Psychologen nehme ich da nochmals mit ins Boot und werde da einige Ansätze besprechen, wobei ich ohne es böse zu meinen auch vieles über was wir da reden bereits selbst nachgedacht habe und für mich auch schon Ideen gehabt habe. Es ist teilweise mehr eine normale Unterhaltung die ich da führe, da war mein erster Therapeut noch etwas anders, der hat mich herausgefordert, mich auch Mal ins kalte Wasser geschubst.


    Aber ich muss dazu sagen, damals war ich eben sozial auch noch auf einem anderen Level, konnte mit Menschen nichts Anfangen, hatte das Gefühl alle reden über mich. Geringes Selbstvertrauen und Selbstwert Gefühl.


    Inzwischen auch durch die Ausbildung hat sich das deutlich geändert.


    Wirklich nochmals vielen vielen Dank für den Input, genau das brauche ich im Moment, denn Denken kann ich eigentlich ganz gut, manchmal brauche ich aber einen Schubs :).


    PS: Ich habe auch seit längerem vor ein Instrument zu lernen, vorzugsweise Gitarre. Denn ich liebe Musik einfach und habe das Bedürfnis mich damit auch auszudrücken und auszuleben. Das kommt definiert auch auf die Agenda, denn das ist mir persönlich eigentlich ein großer Wunsch.


    Gruß


    G0ku737