Kampf gegen die Spielsucht

  • Hi. Ich spiele seit 3 Jahren online. Casinos interessieren mich nicht. Viel gewonnen und viel verloren . Zahle mein Kredit vorbildlich ab und bin in einem Jahr Schuldenfrei. Trotzdem habe ich noch monatlich Geld über zum zocken und tue es auch noch. Ich hoffe wohl immer noch auf ein grossen Gewinn um schneller Schuldenfrei zu sein. Blödsinn ich weiss. Oft spiele ich aus Langeweile. Ich arbeite in der Gastronomie und wenn ich frei habe schlafen Freunde schon, oder arbeiten. Wie kann man sich ablenken? Wie kann man Freude entwickeln zu sparen ?? Hat jemand Tipps für mich ?

  • Hast du schon mal eine Beratung in Anspruch genommen?


    Grundsätzlich solltest ganz aufhören, dieses "bisserl" spielen wird irgendwann wieder zum GROßEN Problem!

    Wie bei allen Suchterkrankungen sollten man die Suchtstoffe/-mittel gänzlich abstellen - nur in ganz seltenen Fällen könnte man kontrollierten Konsum verantworten. Letzteres würde ich aber sicher nicht bei stoffungebundenen Süchten ansetzen ...


    Du bist sicher nicht allein mit deinen späten Arbeitszeiten, da sollten sich doch noch andere finden lassen ;)

    Ansonsten, Hobbys gibt es doch vlt auch für dich und da eventuell zeitunabhängige.

    Sport machen geht auch immer, sogar viele Studios haben rund um die Uhr offen.


    Meist kann man leichter sparen, wenn man ein Ziel hat - also großen Urlaub oder so ...

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Ich fliege im März in Urlaub habe schon angefangen zu sparen. Mein Spielzwang wird Gott sei dank immer schwächer, aber ganz ist es noch nicht weg. Ich versuche mich täglich abzulenken was mir sehr oft gelingt, manchmal halt nicht. Ich hasse leider Fitnessstudios Gott sei dank bin ich eh schlank. Lesen habe ich mal wieder etwas mehr für mich entdeckt. Ich muss halt immer weiter machen und an mir arbeiten.

  • Die Frage ist ja, ob Du wirklich ein Problem mit dem Spielen hast, wenn Du finanziell alles unter Kontrolle hast.

    Oder ob Dir bei Problemen im realen Leben irgendwann ein neuer? Kontrollverlust droht.


    Ich habe mit Sportwetten rund 50.000 Euro verzockt.


    Beim ersten Mal war es bis zum völligen Kontrollverlust. Da habe ich am Ende in 1000er Einsätzen auf Ereignisse gewettet, wo ich nicht mal die, Regeln kannte.

    Da habe ich Tag und Nacht gewettet. Lustigerweise war ich mit dem unkontrollierten Zufallsprinzip lange Zeit 10.000 Euro im Plus... Bis dann der Absturz kam. Aber auch da habe ich dann aufgehört als noch fast 15.000 Euro auf meinem Konto waren.


    Beim zweiten Mal Jahre später hatte ich die Idee nur noch auf politische Ereignisse zu wetten und nach guten Gewinnen dann in einer Wette über 30.000 Euro verloren.


    Ich habe aber über viele Jahre viele Stunden am PC Real Time Strategy gezockt und werde heute bestimmt wieder 2-3 Stunden spielen.

    Da mir eine Alternative fehlt, was ich sonst tun könnte, ist am PC Zocken (nicht um Geld) eine Möglichkeit, die Zeit totzuschlagen und die Unzufriedenheit mit meinem Leben nicht zu spüren.


    In der stationären Therapie, wo ich damals war, stand bei mir das Spielen aber nie im Vordergrund. Es ging eher um soziale und Gruppendynamische Prozesse.


    Dort habe ich damals aber einen professionellen Pokerspieler kennengelernt, der ausschließlich vom Online-Poker gelebt hat. Der hat mir damals erklärt, wie er das macht. Der spielt nur in französichen Casinos, weil die Franzosen Probleme mit Englsich haben und die Poker Literatur in Englisch ist. Außerdem führt er lange Listen mit allen Spielern, mit denen er mal gespielt hat. Wenn jemand zu gut war oder zuviel Glück hatte, hört er sofort auf, wenn der anfängt. Usw... Jedenfalls ist es nicht ausgeschlossen, dass jemand zu viel spielt und Probleme im RL hat, ohne dass da auch die finanzielle Zerstörung passiert. Glücklich war das Pockerass aber wohl auch nicht.


    Auch bei dem standen eher soziale Probleme im Vordergrund der Therapie.


    Wobei natürlich das Belohungssystem im Gehirn von den verschiedenen Angeboten optimal bedient wird und man irgendwann Probleme hat, auf normale Art und Weise genug Dopamin (Belohnungshormon) im Gehirn auszuschütten. Aber anders als bei harten Drogen, bekommt man das schneller und leichter wieder ins Gleichgewicht, wenn man sich andere Aktivitäten sucht.


    Bei mir war das damals argentinischer Tango, den ich dann irgendwann 3-5x abends pro Woche getanzt habe.

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