Unkontrollierbare Wut

  • Hallo erstmal,

    da das mein erster Beitrag ist, weiß ich gar nicht so richitg wie ich anfangen soll, denke ich stell mich einfach mal vor. Ich bin 20 Jahre alt und in mir selbst sehr zwiegespalten. Ich denke mein Umfeld würde mich zwar als ruhig und lieb beschrieben aber gleichzeitig impulsiv. Ich hatte ab meinem 15. Lebensjahr mit Bulimie und Depressionen zu kämpfen und nach meinem Abitur kam dann ein Problem mit Canabis hinzu, wovon aber so gut wie niemand die echten Ausmaße kennt. Ich habe oft das Gefühl extremer Innerlicherunruhe ohne Grund und fühle mich auch sehr oft angespannt, was meistens durch das Kiffen gelindert wird. Seit einem Jahr bin bzw war ich in einer festen Beziehung, die ich aber durch meine Wut kaputt gemacht habe. Es hat eigentlich nie so richtig hingehauen, wir haben viel gestritten wobei er meistens ruhig blieb und ich wie eine gestörte schrie tobte und richtig ausrastete, letztes wochenende habe ich ihn im streit sogar gebissen.

    Die Schuld habe ich immer bei ihm gesucht wobei ich mittlerweile denke dass meine krasse wut schuld hat.

    Wenn ich einmal richtig ausraste, gibt es kein halten mehr und ich entdecke auch ein paar narzistische Züge an mir. So eine extreme Wut habe ich bisher nur meiner kleinen Schwester und ihm gegenüber gezeigt, sonst werde ich auch bei fremden leicht pampig und wütend aber nie in dem ausmaß. Ich werde auch extrem uneinsichtig und sehe im Streit den Fehler nur bei ihm, auch wenn ich das so eigentlich gar nicht will. Es fällt mir auch sehr schwer die Wut wieder gehen zulassen wenn sie einmal da ist und beende regelmäßig im Affekt die Beziehung. :wall: Ich kann mich auch nur schwer in andere reinversetzten und ihre Probleme interessieren mich schon, aber auch nur in Teilen, mein engerer umkreis sieht das auch nicht weil ich es nicht zulasse, erst wenn ich mit meinem Partner zusammen bin kann all der Egoismus und die Wut irgendtwie raus. Beispiel: wir wollten über unsere Probleme reden, ich drehe das Gespräch unbewusst bewusst so um dass ich auf einmal in tiefste trauer und hass auf mich selbst verfalle und schon spielen seine gefühle nicht mehr erste rolle sondern er kümmert sich um mich, was natürlich toll ist für mich, aber er dadurch natürlich zu kurz kommt.
    Ich weiß einfach nicht wie ihc das in den Griff bekommen soll, weil ich eigentlich kein Egoist und auch nicht agrressiv bin, aber dann wenn diese Jähzornigen Tobsuchtanfälle kommen, bin ich nicht mehr bei sinnen und ich selbst. :(

    Vielleicht kann mir ja unter euch jemand helfen oder mich einfach verstehen....

  • Tja, schwierig dazu was zu sagen. Gelegentliche Tobsuchtsanfälle sind nicht zwangsläufig pathologisch, das kann auch einfach Temperament sein. Als ich 18 oder 19 war, habe ich mir mal einen Termin bei einem Psychotherapeuten geben lassen, weil ich einfach nie Angst verspürte. Ich hielt das für total unnormal. Er hat mich davon überzeugt, dass ich mir keine Sorgen machen brauche. Ich hatte einfach keine Angst, weil ich keinen wirklichen Grund für irgendwelche Ängste hatte.


    Wenn du Klarheit möchtest, gehe zu einem Psychologen oder Psychotherapeuten. Einen ersten Termin bekommt man über den Terminservice der Krankenkassen oder diverse Notfalleinrichtungen innerhalb weniger Wochen. Da dürfte dann klar werden, ob du ein Problem hast, das behandelt werden sollte und kann, oder ob du einfach nur sehr temperamentvoll bist und halt eine kurze Zündschnur hast. Das du damit Probleme bekommen kannst, hast du ja schon gemerkt. Es gehört zum Erwachsenwerden, sich derartigen Problemen zu stellen und damit umgehen zu lernen.

    Dein Leben dreht sich nur im Kreis, so voll von weggeworfener Zeit,

    deine Träume schiebst du endlos vor Dir her.

    Du willst noch leben irgendwann, doch wenn nicht heute wann denn dann,

    denn irgendwann ist auch ein Traum zu lange her!


    aus: "Kein Zurück" | (c) Peter Heppner (Wolfsheim), 2003

  • Wenn du es aus eigener Kraft nicht schaffst, lass dir helfen. Siehe meinen vorherigen Beitrag.

    Dein Leben dreht sich nur im Kreis, so voll von weggeworfener Zeit,

    deine Träume schiebst du endlos vor Dir her.

    Du willst noch leben irgendwann, doch wenn nicht heute wann denn dann,

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    aus: "Kein Zurück" | (c) Peter Heppner (Wolfsheim), 2003

  • Leider verwenden einige Cannabis als "Medizin", aber das sollte so nicht geschehen - nur eben wenn es wirklich verordnet wurde.

    Hier scheint es so zu sein, du kiffst und "überdeckst" deine psychische Vorerkrankung - Cannabis ist wirklich kein Schlafmittelersatz, wobei letzteres auch nicht längerfristig eingenommen werden sollte.


    Daher solltest vlt einen Therapeuten oder passende Beratungsstelle aufsuchen.

    Diese angesprochene Wut könnte durchaus eine Art "Nebenwirkung" von Depressionen sein, also eine Reaktion die eventuell gar nicht das generelle psychische Leiden ist.


    Ich würde empfehlen, du schreibst nur in einem Thema, sonst vermischt sich das zu sehr ...

    Ich schließe das andere mal - was nicht heißt du kannst ned mehrere Themen haben - aber ich denke aktuell lässte es sich besser an einer Stelle abhandeln ;)


    Daher eben auch der Tipp - manchmal sollte man eine Trennung ins Auge fassen, wenn man sich eine gewisse Zeit besser auf sich konzentrieren sollte.

    Natürlich ist das nach einem Jahr nicht so einfach, zudem ist man einfach oft nicht gerne allein ...

    Aber du könntest auch mit ihm wirklich offen drüber reden und ne Art Pause vereinbaren.

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

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