Angehörige eines Drogenabhängigen

  • Du kannst stolz auf dich sein, deine Entscheidung getroffen, und sie durchgezogen zu haben! Wichtig ist nämlich, wie es DIR damit geht und du dich fühlst. Und es zeigt, wie stark du bist, wenn du ihn nach allem noch unterstützen möchtest, wenn er die Therapie durchzieht!


    Ich hoffe, die Gedanken kreisen nicht zu sehr..


    Alles Liebe,

    Fabienne

  • hallo,


    Die Gedanken kreisen seit paar Tagen nicht mehr, hab den Entschluss gefasst dass ich auf mich schaue und Abstand zu ihm das tut unheimlich gut. Seine Drohungen ignoriere ich. War heute bei der Suchtberatung und das Gespräch war so befreiend und bekam die Bestätigung dass meine Entscheidung Abstand zu nehmen richtig für MICH ist. Werde auch die Selbsthilfegruppe besuchen. 6 Jahre des Leidens sollen ein Ende haben.


    Ich hab mein Leben das ich Aufgegeben hab ein Stück weit zurück und bin stolz auf mich.

  • Hallo,


    Ich dachte ich Update mal.


    Ich hab nach 2,5 Wochen Kontakt Abbruch mich mit ihm ausgesprochen bevor er auf Enziehung ist. Das Gespräch war von seiner Seite erst uneinsichtig.. doch dann hat er sich entschuldigt.


    Er war dann 6 Tage auf Entgiftung.. brach dann aber ab, da er meinte er nehme dort mehr Tabletten als draußen. Weiß nicht was ich davon halten soll.

    Dann war er 1 Woche zu Hause und hat die ersten 2 Tage nichts genommen und dann die letzten 2 Tage vor dem Antritt seiner Langzeittherapie hat er wieder getrunken und gekifft, er kennt keine Kontrolle und Maß. Erst hat er auch überlegt überhaupt auf die Thera zu gehen, denke aber mal das is normal so kurz vor knapp.

    Jetzt ist er seit 3 Tagen weg..

    Bin gespannt ob er das durchzieht.

    Erstmal sind 4 Wochen Kontaktsperre.


    Ich bin bereit für ihn da zu sein in der Zeit in der er seine thera macht.. solang es mich nicht total belastet.. ich versuche immer noch aktiv auf mich zu achten.

  • Servus,


    teilweise hört es sich ganz gut an, teilweise eben auch nicht ;)


    Entgiftung abbrechen, ok, passiert - die Begründung hinkt aber meiner Meinung.

    Als Patient entscheide natürlich ich, welche Medikamente ich einnehme - normal hätte das in einem Gespräch (Visite) geklärt werden können.

    Der Rückfall, nun gut, den stufe ich mal als "war zu erwarten" ein :wall:


    Was mich etwas wundert, dass die Therapiestelle ihn trotz Abbruch der Entgiftung genommen hat.

    Viele akzeptieren die Aufnahme nur im direkten Anschluss an die Entgiftung - is zwar lange her (1992), aber ich musste auch zur Entgiftung, obwohl ich bereits 2 Wochen clean war >> die kennen ihre Pappenheimer und deren Geschichten halt :D


    Was dich betrifft, denke ich, bist am richtigen Weg ...

    Mal schauen was passiert und sich erstmal um sich selbst kümmern :top:

    Ich hoffe dennoch du hältst an der Idee SHG trotzdem fest, solche Angehörigengruppen können dir viel geben und glaub mir, es werden Momente kommen, da brauchst solch eine Unterstützung.


    Schön dass nen Zwischenstand gegeben hast, freu mich auf kommende Berichte :)

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • hallo,


    Mein Freund durfte mich heute kurz anrufen. Da war ich überrascht, da es ja hieß 1 Monat Kontaktsperre, aber er stellt sich wohl gut an und durfte sich kurz melden. Ich hab gefragt wie es ihm geht und er meinte bislang besser als die ersten Tage. Die waren wohl sehr hart für ihn. Im Laufe des Gespräches äußerte er dass sich die Therapie und die Vorgehensweise ganz anders vorgestellt hat und noch 2 Wochen dort bleiben will und dann aber Heim möchte..


    Muss sagen ganz überrascht bin ich nicht.. dennoch stellt sich mir die Frage ob er das auch ohne Langzeittherapie schaffen wird. Also im Prinzip schafft man alles wenn man will.. ich fragte was der Grund sei, ob Suchtdrang da ist oder was denn der Ausschlaggebende Punkt ist.. von ihm kam dann die Antwort er fühle sich nicht genug unterstützt und es sei alles so "larifari" und es wird nicht ganz so auf die Patienten eingegangen. Das kann ich natürlich nicht beurteilen.

    Ich fragte wie er sich das daheim denn dann vorstellt und er meinte dass er im Moment keinen Suchtdruck hat und mit dem ganzen Zeug aufhören möchte und gesehen hat was er damit alles zerstört hat und ihm die letzten Wochen sowohl mit der Entgiftung und in der Therapie ein Stückweit geholfen haben. Er möchte mithilfe von Suchtberatung hier vor Ort das in den Griff bekommen. Er will seinen Abschluss nachholen und einen neuen Beruflichen Weg einschlagen. Ich finde gut das schonmal Ziele da sind, die gab es lange Zeit nicht. Für mich hört sich das ganz gut an, aber ich bin mir nicht ganz sicher ob man das so ganz schafft..

    Ich warte jetzt erstmal ab und vielleicht zieht er das doch 6 Monate durch.

  • dennoch stellt sich mir die Frage ob er das auch ohne Langzeittherapie schaffen wird.

    Falls ja, wäre er eine seltene Ausnahme.

    Dein Leben dreht sich nur im Kreis, so voll von weggeworfener Zeit,

    deine Träume schiebst du endlos vor Dir her.

    Du willst noch leben irgendwann, doch wenn nicht heute wann denn dann,

    denn irgendwann ist auch ein Traum zu lange her!


    aus: "Kein Zurück" | (c) Peter Heppner (Wolfsheim), 2003

  • Franz ja wäre gut für ihn. Aber ich lass es auf mich zukommen und kann momentan nix ändern an der Situation. Wenn er das abbricht ist das seine Entscheidung. Ich weiß nicht ob das noch Sinn dann für mich macht wenn er das abbricht, denn auf eigene Faust aufzuhören hat er ja schon paar mal probiert und die Rückfälle wurden immer schlimmer danach gefolgt Depressionen etc..

  • Die Gedanken kreisen seit paar Tagen nicht mehr, hab den Entschluss gefasst dass ich auf mich schaue und Abstand zu ihm das tut unheimlich gut. Seine Drohungen ignoriere ich. War heute bei der Suchtberatung und das Gespräch war so befreiend und bekam die Bestätigung dass meine Entscheidung Abstand zu nehmen richtig für MICH ist. Werde auch die Selbsthilfegruppe besuchen. 6 Jahre des Leidens sollen ein Ende haben.


    Ich hab mein Leben das ich Aufgegeben hab ein Stück weit zurück und bin stolz auf mich.

    Mehr gäbe es da eigentlich nicht zu schreiben :)

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Hallo,


    Ich hatte vor einem dreiviertel Jahr bereits hier reingeschrieben.


    Mein Freund ist Medikamentensüchtig, Cannabis und Alkoholsüchtig. Er war ca. 2 Monate deswegen auf Therapie und brach vorzeitig ab weil er dachte er ist geheilt. Dem war aber nicht so.. nun hat er einen schlimmen Rückfall wieder und lässt nicht mit sich reden. Er hält sein Leben so nicht mehr aus und sagte dass er es am liebsten beenden würde.


    Auf Therapie und Entgiftung will er nicht weil er da wieder durch die Hölle geht.


    Um ehrlich zu sein bin ich wieder ratlos...

  • Hallo Positivevibe,


    ich habe Deine alten Beiträge gelesen und Du hast ja schon einiges hinter Dir mit ihm.

    Inwiefern bist Du ratlos? Was ihn oder was Dich betrifft? Wohnt er alleine oder nach wie vor bei seiner Mutter oder lebt ihr zusammen?

  • Er wohnt noch bei seiner Mutter, zum Glück.. bin in Bezug auf ihn ratlos.

    Ich habe ja mein Leben in Griff..

    Ich habe ja nach Abbruch seiner Therapie oft darüber gesprochen wie es weiter geht. Er ging auch zur Caritas und war letzte Woche beim Psychologen.

    Der Rückfall kam wieder schleichend und ist jetzt wieder so schlimm wie im letzten Jahr. Er nimmt viele Medikamente durcheinander, vergisst oft was er vor paar Minuten sagte und das macht es mir Schwer mit ihm zu reden.. er sagte auch die letzten Monate er möchte das alles nichts mehr und ein Normales Leben.. aber wenn das Thema kam er müsse unbedingt wieder auf Therapie oder zumindest auf eine Entgiftung wehrt er sich dagegen weil er eben weiß wie schlimm es ist den Entzug wieder mitzumachen.. aber eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Er hat sich letzte Woche ja selbst um einen Platz bei der entgiftung bemüht und diese sagte zu er könne nächste Woche hin und nun ist er wieder soweit dass er nicht mehr hin will.. er ändert seine Meinung stündlich. Ich weiß nicht was noch zu machen ist..

  • Du kannst leider gar nichts tun. Nur er kann etwas ändern. Nicht mal ein Profi kann helfen, wenn er nicht bereit ist. Aber noch ist ja nicht aller Tage Abend. Er hat einen Termin nächste Woche und hat sich selbst gekümmert. Trotz seiner stündlichen Meinungsänderungen, kann man jetzt nur abwarten. Ich würde Dir noch raten, nicht mit jeder Stimmungsschwankung seinerseits, mitzuschwingen. Bleib fest bei Dir und ihm gegenüber. Vllt gehört es jetzt auch ein bißchen dazu, dass er sich stdl. anders entscheidet bis der Termin endlich da ist. Als er sich um den Termin kümmerte, hat er ja eine Entscheidung getroffen. Er weiss also selbst ganz genau, was für ihn ansteht.

  • Hallo,
    ich habe deine beiden Themen mal zusammengefügt, so kann man sich ein besseres Bild machen und es ist übersichtlicher.

    Wie hat sich das eigentlich entwickelt, seit deinem letzten Beitrag hier?
    Ich meine damals hast du dich ja mehr oder weniger abgekapselt und das war auch gut so.
    Scheinbar blieb aber die Beziehung doch und an der Sachlage hat sich leider kaum etwas geändert, oder?

    Ich verstehe das nicht ganz was er mit dem Entzug meint, natürlich ist es nicht schön, aber letztlich doch unerlässlich.
    Wenn aber jemand doch wieder rückfällig wird, meine ich, ist es ohne therapeutische Begleitung nach dem Entzug kaum zu stemmen.

    Leider ist es letztlich wieder so wie damals, er will irgendwas tun und belastet dich mit.
    Eigentlich kennst du doch dieses ganze Spiel, er sagt zu und bevor es ernst wird doch wieder ab!
    Ich hoffe du erkennst die ganze Aktion und lässt sich nicht immer weiter mit nach unten ziehen.

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • nach unten ziehen lass ich mich nicht mehr. Ich gehe meinen Sachen nach und treffe mich mit Freunden. Ich kann mit ihm nur so nichts unternehmen wenn er so ist.


    Seitdem letzten Beirat war er auf Therapie ca 2 Monate und kam als positiver Mensch zurück und hat sich gut entwickelt und dann kam das wieder schleichend 1 Bier am Tag etc bishin wieder zum kiffen und nun wieder das komplette Paket.. und nun wieder soweit er dass er den Wunsch äußert nicht mehr leben zu wollen und ich bin der Meinung dass das von der toxischen Mischung kommt. Er weiß nicht weiter aber ich sagte ich ihm nur er kann das ändern er weiß wie das geht.


    Ich kann ihn so nur nicht ertragen wenn er so drauf ist und weiß nicht ob das gut ist, dass ich ihn meide..


    das Problem welches ich im Moment sehe, dass er wieder Alte Züge annimmt. Man kann mit ihm nicht reden, er nimmt es nicht wahr er ist im Moment auf xanax und clonazepam welches ihm der Arzt problemlos verschriebt, was auch so nicht geht!! Das geht natürlich auf die Psyche und wer weiß wie lang das geht.


    Einerseits will er mit mir reden und dann schickt er mich weg, paar Stunden später will er wieder dass ich komme. Also sind wir wieder an dem Punkt von damals.

    Einmal editiert, zuletzt von Positivevibe () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Positivevibe mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Leider klappt es mit der therapeutischen Behandlung meist nicht beim ersten Mal!
    Wenn es jetzt noch mal angeht, wirklich eine Änderung haben will, dann wird er mit viel Einsatz seinen Weg finden.
    Erkennt ihr jetzt den Ablauf einer Therapie und auf die Gefahren nach dieser.

    Wenn man süchtige Menschen meidet, dann geht es zuallererst immer um einen selbst und nicht um die Auswirkung auf den Süchtigen.
    Natürlich füllte sich dann vielleicht alleingelassen und kann nicht verstehen welche Probleme es für nahestehende eben mit sich bringt.
    Trotzdem, nur wenn du auf dich schaust, kannst du vielleicht auch irgendwann und irgendwie unterstützen.

    Schade dass er nicht kapiert hat, dass ehemals Süchtige einfach die Finger von Suchstoffen lassen müssen.
    Das betrifft nicht immer nur den früher konsumierten Suchtstoff, es macht auch wenig Sinn wenn ich nach einer Therapie die ich wegen Alkohol durchlaufen habe, Medikamente oder anderes einnehme.
    Erst wenn er verstanden hat, dass Süchtige letzten Endes immer süchtig bleiben und im Grunde nur die Abhängigkeit beheben können, wird er vielleicht ein suchtfreies Leben vor sich haben.

    Das einfach auf dich auf und setze klare Grenzen, alles andere wäre viel zu gefährlich für dich!

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • ich versuche ihm klarzumachen dass keiner für seine Situation kann. Ich werde ihn meiden auch wenn er mir androhte dass es dadurch schlimmer wird, aber das sagt er um mir ein schlechtes Gewissen einzureden. In einem Normalen Zustand würde er sich für sein Verhalten wieder schämen.


    Für mich macht es keinen Sinn mich mit ihm zu treffen denn er ist total wegetreten und nicht bei sich. Ihm fällt die Decke auf dem Kopf weil er nur in seinem Zimmer ist und ist wieder ich-bezogen, ER will raus weil IHN alles langweilt etc. Nur sehe ich es nicht ein dass ich wieder springe und mir seinen Zustand antue.. ich warte die Tage ab, vielleicht klingt sein Zustand ab und kommt zu Sinnen.


    Ich bin mir nicht sicher ob das der richtige Weg ist ihn erstmal zu ignorieren, nur habe ich ihm klar gemacht dass ER ALLEINE entscheidet und da diesmal alleine durch muss, denn wir können nur unterstützen und nicht mehr..

  • Einerseits will er mit mir reden und dann schickt er mich weg, paar Stunden später will er wieder dass ich komme.

    Genau das würde ich nicht mitmachen. Da würde ich `ne klare Ansage machen. Er muss sich auch mal selber aushalten.

  • das ist sein Problem er kommt auf diesen Zustand nicht auf sich klar und erwartet dass ich für ihn da bin aber wie schon geschrieben das macht in meinen Augen keinen Sinn. Er stellt es nun so hin als wäre ich schuld und ich lasse ihn alleine aber im Endeffekt ist er sauer auf sich selbst und reflektiert es auf sein Umfeld dass ihn keiner versteht und keiner da ist. Aber genau das ist ja die Grenze die er bewusst überschreitet. Es hieß klar, wenn er zurück kommt und wieder einen heftigen Rückfall dann muss er entscheiden wie er sein Leben gestaltet.. wenn er sich für den Weg mit der Sucht entscheidet dann muss er das alleine gehen und wenn er eine Lösung hat und einigermaßen ok ist (vom Kopf her) dann bekommt er mentale Unterstützung. Das Drama entwickelt sich immer so heftig wenn er total drauf ist. Er muss nun verstehen dass ich das für mich nicht verantworten kann ihn in dem Zustand zu sehen und es ändert nichts außer dass ich im selben Raum wie er bin und er dennoch weiter konsumiert nur eben nicht alleine im raum.


    Er versucht natürlich wieder mich zu erpressen, wenn ich nicht kommen, dann passiert das.

    Er macht das so oder so.. und somit geh ich das Risiko ein und versuche ihn zu meiden.

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