Mein Bruder nimmt Drogen / Zwangseinweisung

  • Danke für deine Antwort. Das baut mich etwas auf.

    Er lässt mich gar nicht mehr an sich ran.

    Ich habe mit meiner Mutter gesprochen und sie meinte, wir müssen ihn jetzt machen lassen so schwer das ist.

    Er muss "auf die Nase fallen" und dann können wir nur hoffen, dass er aufwacht.

    Sie sagt auch es bringt nix ihn jetzt über Wasser zu halten, denn dann macht er immer so weiter.

    Das wird sehr schwer fallen, aber nützt ja nichts.


    Ich kann mein Leben nicht nach seinem ausrichten. Wenn er wieder ganz unten ist, oder große Gefahr für sein Leben besteht, werden wir ihn einweisen lassen, diesmal dann aber über das Gericht und dann direkt in die sucht Klinik.

    Ich werde mich da auch weiter beraten lassen.


    Jetzt lasse ich ihn erstmal in Ruhe bis er sich von alleine meldet. Vielleicht denkt er ja mal nach.

    Ich halte euch auf dem laufenden.

  • Grundsätzlich hat deine Ma leider recht, man kann nur hoffen und warten ...

    Auf die Nase fallen hört sich ja auch noch einigermaßen human an, die alten Leitsätze "bevor ein Süchtiger aufhört, muss der erst mal total am Boden sein" ist aber heute (so hoffe ich zumindest) aus der Suchthilfe verbannt.

    Mein Zwiespalt hierbei, so manchen hab ich erlebt, der landete am Boden und stand leider nicht mehr auf ...


    Was ganz anderes ist das "über Wasser halten", wie auch immer das aussehen mag!

    Keiner muss bei uns verhungern, jeder bekommt ärztliche Hilfe wenn nötig und gewünscht, sogar ein Dach übern Kopf kann jeder bekommen - wenn es auch nicht immer toll sein mag :(

    Klar sollte sein, finanzielle Unterstützung darf es nicht geben, dafür sind Sozialleistungen da und wenn nötig Schuldnerberatung!!


    Mit einer Einweisung wird es nicht ganz so einfach sein - aber das hast ja nun erlebt, nur wenn sein eigenes Leben oder das anders in Gefahr ist, wird sich das umsetzen lassen.

    Eine direkte Einweisung in eine Suchtklinik wird auch kaum möglich sein, in der Regel sind das ja Therapiestellen und keine Geschlossenen.

    Aber lass dich beraten, vlt findet sich eine Hintertür ...


    Du sollst dein eigenes Leben auch auf keinem Fall jetzt auf seine Situation ausrichten, wenn dann muss er das tun.

    Wie schwer das ist, weiß ich ganz ehrlich auch, aber trotzdem sollte nun Familie einen Verbund schließen und vlt Angehörigenberatung in Anspruch nehmen.

    Süchtige bekommen (wie auch Kids) sehr schnell heraus, wie weit man bei den einzelnen Familienmitgliedern gehen kann - daher ist eine gemeinsame konsequente Haltung von Nöten.

    Ein Bett zum schlafen ja, ein Essen ja, Möglichkeit zur Körperpflege ja - aber eben keine Kohle oder sonstigen Leistungen die einen (verkaufbaren) Gegenwert besitzen ;)


    Ich wünsch dir viel Kraft und nun vlt ein paar Tage ohne diesen andauernden Druck.

    Wichtig ist immer, deine Gesundheit, dein leben samt Familie muss im Vordergrund stehen.

    Nur dann ist ja auch die Kraft da, dass man helfen kann, wenn eben nötig und gewünscht.


    Credo kann nur sein, Hilfe ist immer für deinen Bruder da, aber eben nur unter bestimmten Voraussetzungen - weil ihr ihn liebt, bekommt er Hilfe zum aufhören, sicher aber nicht um seine Sucht weiter ausleben zu können!

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

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