Depression, Suizid, Hilfe, Therapie

  • Servus zusammen,


    angelehnt an den heutigen Welt-Suizid-Präventionstag und an das Thema Und, wie geht es dir? stelle ich mir Fragen gerade im Zusammenhang Hilfe und Suizid.


    Warum ändert sich die Freitodstatistik nicht wesentlich?

    Wenn man auch sagen muss, in den letzten Jahren ist es etwas zurückgegangen, aber der Schnitt von ca. 10`000 hält sich ja seit vielen Jahren ... >> Statistisches Bundesamt Deutschland - GENESIS-Online: Ergebnis - 23211-0002


    Um auf den Thementitel zurückzukommen, warum können nicht mehr Suizide verhindert werden?

    Ich denke, der Großteil aller Selbsttötungen hängen irgendwie mit Depressionen oder allgemein psychischen Problemen zusammen.

    Natürlich gibt es auch ganz aktuelle Lebenskrisen oder Phasen, welcher dann zu einer doch eher untypischen Reaktion führen - meiner Meinung nach geht es beim Großteil aber mehr um geplante Suizide.


    Wenn man es also auf psychische Erkrankungen/Belastungen zurückführt, warum kann man das nicht besser in den Griff bekommen, öfter verhindern?

    • Gibt es viel zu wenig Ärzte und Kliniken die sich darum kümmern?
    • Ist das Gesundheitssystem generell nicht in Richtung Suizidprävention aufgestellt?
    • Ist es ein gesellschaftliches Problem, weil man nicht drüber redet und Selbsttötung geächtet ist?
    • Sind Informationen einfach falsch, welche geläufig sind - z.B. wer Suizid androht, macht es eh nicht?
    • Fehlt Aufklärung zu Therapie und Psychiatrie, weil diese Medizinrichtung doch sehr verrufen oder falsch dargestellt ist?


    Ja, es gibt viel zu wenig Therapeuten und Therapieplätze, davon bin ich überzeugt!

    Wenn ich mal von eine langen psychischen Erkrankung absehe, also eine Lebenskrise hervorhebe, dann ist es doch komplett contra, wenn sich wer akute Hilfe suchen möchte und mit einem Termin im Monaten vertröstet wird.

    Sicher, es gibt Akutkliniken und spezielle Sprechstunden, aber wenn man eh in einer Krise steckt, traut man sich das ja vermutlich oft gar nicht erst zu, oder?


    Ob das komplette System verkehrt läuft, kann ich nicht sagen, es hat sich ja einiges getan und wenn man sieht dass es 1980 noch fast doppelt so viele Selbsttötungen gab, dann kann nicht alles schlecht sein.

    Trotzdem fehlt auch hier einiges, man kann den drastischen Anstieg von psychischen Erkrankungen ja deutlich sehen, also müsste dahingehend auch mehr getan werden.

    Präventive Arbeit besagt ja, nicht erst reagieren, wenn es zu spät ist, oder?


    Die liebe Gesellschaft und vlt auch Institutionen wie Kirchen tragen sicher seinen teil dazu bei ...

    Depressive gelten als Schwache, Suizidopfer als Versager ...

    In unserer Gesellschaft muss man funktionieren, man muss schnell sein, belastbar, keine Kosten verursachen und am besten grundsätzlich die Klappe halten.

    Ist dem wirklich so?

    Da komme ich zurück auf das genannte Thema von grany - ja, wir Menschen tragen eine große Verantwortung (ich schreibe bewusst nicht Schuld), nicht nur auf uns selbst zu schauen!!


    Sicher gibt es viele falsche Infos zu Suizid und eben der Vorbeugung das es nicht dazu kommt.

    Leider halten sich aber solche Märchen wie - wer mit Suizid droht, der macht es eh nicht ...

    Demgegenüber steht ja klar, in den meisten Fällen gibt es Anzeichen, Andeutungen und vlt sogar klare Hilferufe.

    Was aber kann man wirklich tun?


    Wenn ich hier und im Netz oft lese, wie verrufen Therapien und Kliniken mit Psychokonzept sind, dann ist es schon erschreckend.

    Warum geht man ohne Probleme mit dem Daumenbruch in die nächste Klinik und lässt sich behandeln?

    Warum meint man bei psychischen Problemen, man wird nur weggesperrt und/oder mit Psychopharmaka zuballert?

    Woher kommt diese doch sehr weit verbreitete Meinung?

    Ok, früher war sicher einiges an Behandlungsansätzen merkwürdig, genauso an Medikamenten ...

    Aber hat sich da nichts verändert?

    Ich meine schon ...

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

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