Koks .. und Happy End? Gibt es auch Geschichten mit gutem Ende, gelungenem Entzug?

  • Hallo, mich interessiert, ob es auch Geschichten mit glücklichem Ausgang gibt, zum Beispiel von jemandem, der es (nach wie vielen Jahren auch immer) geschafft hat, vom Koks loszukommen. Natürlich frage ich aus gegebenem Anlass und meine/unsere Leidensgeschichte ist lang, sehr lang und eigentlich auch schon längere Zeit auf Eis gelegt.


    Vielen Dank im Voraus für Antworten, in denen es etwas Positives zu lesen gibt. Alles andere soll hier bitte gar nicht vorkommen, dafür ist an anderer Stelle hier ja Raum. Danke!

  • Hallo Sammy13 ,


    möchte nicht viel Zeit verlieren und dich direkt mit etwas konfrontieren. Es wird immer einen Weg da raus geben,wenn du daran glaubst. Nicht selten wurden Leute religiös oder spirituell/ hatten anschließend das erfüllteste Leben das man sich vorstellen kann. Weil man einmal durch die Hölle geht, aber nie wieder.


    Was du brauchst ist auf jeden Fall ärztlichen Rat. Bist du schon bei einem Arzt gewesen oder warst bei einer Klinik? Wie schaut es mit Selbsthilfegruppen in der Nähe aus? Man kann sich ja mal über die Infrastruktur erkundigen. Was käme zu Beginn überhaupt in Frage oder welche Möglichkeiten hättest du? Wir Menschen leben ja auch immer in einem System und es wäre wichtig sich das mal nüchtern anzuschauen. Freunde/ Familie, wie besorgt man sich die Droge, was sind die Hauptanlässe/ Trigger usw.

    Na klar wirst du nüchtern nicht klar denken können - aber das ist jetzt dein natürlicher Zustand ohne Droge. Mit Droge wirst du (und da hoffe ich du kannst ehrlich zu dir selbst sein) keine realistischen Einschätzungen mehr treffen können weil der Teufel zu einem spricht. Aber du bist jetzt da und aus irgendeinem Grund bist du dir deinem Konsum bewusst geworden.

    Ich würde jetzt wahrscheinlich zu mir selbst sagen (bin sehr religiös), dass in der Möglichkeit sich selbst zu beobachten eine gewisse Liebe liegt. Ob es das göttliche ist, oder einfach nur nicht "selbstverständlich", sollte ein klares Zeichen sein. Wieso ist das überhaupt möglich, das wir uns ändern.... ?

  • Servus Sammy13


    da du im Angehörigenboard schreibst, nehme ich einfach mal an dein Partner oder sonstiger Nahestehender ist Koksabhängig, richtig?


    Natürlich gibt es glückliche Lebenswege, aber dazu müsste man ja wissen was du als glücklich bezeichnen würdest.

    Wenn es nur darum geht, dass man ohne Koks leben kann - dann eindeutig ja, aber das betrifft ja alle Drogen.

    Ich war mal Kokainabhängig, heute nehme ich keine illegalen Drogen mehr, ist das nun automatisch Glück?


    Hoffentlich kommst du nochmal und beschreibst doch dein Problem etwas genauer, dann kann man auch besser antworten und vlt eben das in etwa liefern, was du suchst.

    Wenn du die abhängige Person bist, dann würde ich das Thema verschieben und auch ganz andere Antworten geben ;)

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • :top: Jepp, mit 40 mit allen harten Drogen aufgehört & seitdem weg davon!

    never give up hope - better give up dope. :ab: übrigens: es gibt ein leben NACH den drogen!

  • Franz


    da du im Angehörigenboard schreibst, nehme ich einfach mal an dein Partner oder sonstiger Nahestehender ist Koksabhängig, richtig?

    RICHTIG

    Natürlich gibt es glückliche Lebenswege, aber dazu müsste man ja wissen was du als glücklich bezeichnen würdest.

    Wenn es nur darum geht, dass man ohne Koks leben kann - dann eindeutig ja, aber das betrifft ja alle Drogen.

    Ich war mal Kokainabhängig, heute nehme ich keine illegalen Drogen mehr, ist das nun automatisch Glück?

    DARF ICH FRAGEN WIE LANGE DU KOKAINABHÄNGIG WARST?

    Hoffentlich kommst du nochmal und beschreibst doch dein Problem etwas genauer, dann kann man auch besser antworten und vlt eben das in etwa liefern, was du suchst.


    Mein 'Problem' ist eine auf Eis gelegte Beziehung zu einem eigentlich sehr lieben Menschen, der mittlerweile über zwei Jahrzehnte immer mal wieder kokst, sich damit aber inzwischen auch in die Privatinsolvenz befördert hat, trotzdem seinen Job noch ausübt, ständig weitere Privat-Jobs dazu annimmt, dann mit dem zusätzlich erworbenen Geld aber wieder Kokain kauft .. also das mal so grob umrissen. In der letzten Zeit wird es immer besser, er hatte in den letzten Jahren einige Therapien, er konsumiert immer seltener, aber ich bin da mitlerweile sehr misstrauisch.

    Ich liebe diesen Menschen, aber ich kann nicht mit ihm zusammen sein. Die Sucht hat unsere Beziehung auf dem Gewissen, mein Vertrauen zu ihm zerstört und so viel Lebenszeit, die wir gemeinsam schön hätten anders verbringen können. Ich wünsche ihm sehr, dass er es schafft, aber ich habe da kaum noch Hoffnung. Und die Beziehung wieder anfangen werden wir wahrscheinlich nie- weil ich mich selbst schützen muss und möchte.

    Trotzdem wollte ich einfach wissen,ob jemand einen Partner hat, der es wirklich geschafft hat. Also Abhängigkeit, Beziehungspause, Abstinenz, Heilung, Beziehungswiederaufnahme... solche Fälle hätten mich interessiert.

    Danke

  • Hallo Sammy13,


    ich meine, dass es für Süchtige, die genesen wollen, und ebenso für Angehörige, längere Zeit wichtigeres gibt, als unbedingt zusammen zu bleiben.


    Dass es irgendwie auch gut ausgehen kann, könntest du aber bei einem prominenten Paar wie Konstantin und Annik Wecker nachlesen.


    Und wenn wir genesen, dann lernen wir uns auf jeden Fall neu kennen. Jedenfalls empfinde ich das bei mir und meiner Frau so; wir sind beide abstinente Süchtige (kein Kokain).


    Gib gut auf dich acht,

    Janus.

  • ich meine, dass es für Süchtige, die genesen wollen, und ebenso für Angehörige, längere Zeit wichtigeres gibt, als unbedingt zusammen zu bleiben.

    :top: Ja Janus, da stimme ich vollkommen zu. Ich glaube sogar, dass es ungleich schwerer ist, sich selbst zu finden und gleichzeitig eine verstrickte Beziehung zu entwirren, in der sich beide nicht begünstigt haben.

  • Nein, ich schreibe hier nicht als Angehöriger ;)

    Ich bin Betreiber der Seite und komme folglich fast jeden Tag und das seit Forengründung (2005).

    Ich war auch mal Kokssüchtig, einige Jahre lang, bin aber dann auf H umgestiegen.


    Glück bezeichne ich, wenn ich ein Umfeld habe, auf das ich mich verlassen kann und ich gleiches geben kann - und eben nicht mehr von so einer Droge abhängig zu sein.


    Aber genau wie du diese Kokssucht beschreibst, genau deswegen halte ich dieses Zeug ja für so gefährlich.

    Ok, H ist nicht minder gefährlich, aber da spürt man körperlich viel schneller Auswirkungen - bei Koks meinen viele das geht schon, kann ja (rein körperlich) auch mal Pausen machen.

    Was aber im Kopf abgeht, das möchte ich nie mehr erleben, Paranoia hoch 10, Verfolgungswahn, für mich möchte ich behaupten - diese Droge ist die schlimmste was psychische Auswirkungen von Sucht bringen kann.


    Doch ich kenne solche Beziehungen, welche mit Koks - Beziehungspause - Therapie - Beziehungsneustart gelaufen sind - ehrlicherweise aber kommt das sehr selten vor.

    Was summa und Janus schreiben, teile ich ebenso, doch kommt es ja immer drauf an, was in so einer Beziehung schon erlebt wurde.

    Neustart ist grundsätzlich aber nur möglich, wenn man verzeihen kann und bereit ist sich (wie Janus es beschreibt) wirklich nochmal komplett neu kennen zu lernen.

    Gehen wir davon aus, es geht um eine Beziehung wo man schon ohne Drogen zusammen war, dann kommt die Droge und eben dann ein Neustart ohne Droge - dem räume ich die größten Chancen ein.

    Bei der Pause müssen sich aber eben beide auch neu (er)finden ...


    Ups, jetzt verstehe ich erst deinen Beitrag Sammy13 - du wolltest mich zitieren, nur der zweite Absatz deines Beitrags zählt ;)

    Egal, jetzt hab ich mal so geantwortet :D

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Janus

    Danke für Deine Antwort, aber Konstantin und Annik Wecker sind schon lange getrennt.. :), nix für ungut ...


    Franz

    Kokain spielte bei meinem Freund schon längst eine Rolle, bevor wir zusammenkamen. Ich habe aber sehr viele Jahre überhaupt nicht kapiert, was manchmal mit ihm los ist. Ich bin nicht süchtig, nie gewesen und dazu kommt eine unfassbar dämliche Naivität, mit der ich viele Jahre lang die ganzen Lügenmärchen geglaubt habe. (Warum er so oft abend keine Zeit hat, sich so komisch anhört usw).


    Danke für Deine ehrliche Antwort. .. Ich mache mir nicht viel Hoffnungen. Trotzdem schaffe ich es natürlich nicht einfach, dass er mir egal ist.

  • Es muss dir ja nicht egal sein, nur solltest dich selbst schützen, weil du nichts dafür sowie ändern kannst.


    Letztlich musst du also für dich herausfinden was du genau willst und dann entsprechend handeln.

    Vermutlich wird es erstmal bei der Trennung bleiben, er ist am Zug!


    Da du aber nach einen einfachen und klaren Antwort gefragt hast - ich kenne Beziehungen die Sucht überstanden haben, aber meist klappt das nicht!

    Hilft dir das nun?

    Eher nicht, weil es völlig egal ist wie es bei anderen lief, ein Vergleich wird wenig helfen, eine Pauschallösung gibt es schon gar nicht.


    Wenn du aber dennoch Interesse an einer weiteren und vor allem zielführenden Diskussion hast, dann müsstest vlt etwas mehr Infos liefern.

    Immer wieder mal koksen sagt ja noch nicht viel aus ...

    Auf der anderen Seite, wenn wegen Sucht Insolvenz kam, dann hatte er ja schon mal ne Bauchlandung!

    Aber trotzdem macht er "Privat-Jobs", macht sich also strafbar und gefährdet die Insolvenz - offensichtlich wieder wegen Sucht.

    Was waren das für Therapien? Viel bewirkt haben die leider noch nichts, wobei das nicht unbedingt ungewöhnlich ist - eher selten klappt es gleich mit den ersten Theras.

    Zudem, mit solchen Drogen wie Koks wird die Sache nicht einfacher ...

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

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