Gestörte Umwelt- und Selbstwahrnehmung tage nach Cannabis Konsum

  • Hallo,

    ich hatte am 19.12. am Abend mit 2 Kollegen einen Joint geraucht (0,5 g Amnesia Haze). Ich rauche sehr selten (3 mal im Jahr). Ich habe teilweise, auf Weisung meines „klugen“ Kollegen, richtig stark angezogen und 5 Sekunden diesen Zug in der Lunge gelassen, weil er meinte, dann entfalte es die Wirkung ordentlich. Mein Zustand war von vornherein schlecht (wollte mich von meiner aktuellen schweren Zeit bisschen ablenken). Außerdem bin ich auch psychisch vorbelastet. Ja ein Fehler, ich weiß. Auch das Umfeld war nicht das beste (extrem kalt). Auf dem Weg nach Hause war der Peak und es war Horror: Ich dachte ständig, wir bleiben am Fleck stehen und kommen nicht weiter (wahrscheinlich wegen des Kurzzeitgedächtnisses). Und seit dem Abend, wo dann die tatsächlich Wirkung nachgelassen hat und der Horrortrip vorbei war, bis heute, also 7 Tage danach hab ich folgendes Problem: es fühlt sich nicht mehr an wie vorher. Die Umgebung, ich selber. Es ist schwer zu beschreiben. Auch hab ich schwer mit dem Gedächtnis zu kämpfen, ich merk mir Sachen schwerer, bin auch dauerhaft müde. Ich wollte auch lernen versuchen - so gut wie unmöglich. Mein Zustand ändert sich minimal (wird besser?). Ich habe jetzt was von Derealisierung/Depersinalisierung gelesen und, dass das auch durch Cannabis ausgelöst werden kann. Das macht mir sehr Angst. Ich will wieder mein normales Leben zurück. Mich deprimiert jedes mal wenn ich in der Früh aufwache, noch immer in meiner „Traumwelt“ zu sein. Noch mehr deprimiert es mich, dass ich Weihnachten und vielleicht auch Silvester in dieser Scheinwelt feiern muss. Habt ihr damit Erfahrungen?

    War übrigens schon am Sonntag in der Notaufnahme, die meinte, das kann passieren, da muss ich einfach durch und das ich ja die Finger in Zukunft davon lassen soll, was ich auch natürlich tun werde. Ich habe Atrax, ein Medikament zur Beruhigung verschrieben bekommen. Aber ich will auch Erfahrungen von „Profis“. Vielen Dank im Voraus!

    Lg

  • Servus,


    ich habe erstmal die Farbe von deinem Text umgestellt, am Handy konnte ich das gestern nicht richtig lesen ;)


    Was ist denn dein aktuell schwerer Zustand und wie bist du psychisch vorbelastet?

    Fehler, nun ja, wenn es psychische Vorerkrankungen gibt, dann sollte man generell von allen Suchtstoffen die Finger lassen, aber ich denke das weißt ja selbst ;)


    Wie du den Vorfall beschreibst, hört es sich wirklich nach ner Art Horrortrip an.

    Natürlich kann man erstmal abwarten, aber du solltest das im Auge behalten und gegebenenfalls nochmal in eine Institutsambulanz gehen.

    Warst du in einer ganz normalen Notaufnahme?


    Was du gelesen hast, kann natürlich vorkommen, aber solche Diagnosen soll unbedingt ein Fachmann machen - nicht das Netz.

    Auslöser (abgesehen von Drogen) können ein Trauma, Belastungsstörungen, Angststörungen, Stress, Depressionen oder sogar z. B. Epilepsie sein.

    Wenn das also nicht schnell und merklich nachlässt, solltest wie gesagt in eine Fachambulanz gehen und dich nicht vertrösten lassen.


    Man muss aber auch sagen, vom einmaligen Cannabiskonsum kommt es eher selten vor, wobei das dann eben vom Konsumstoff abhängen kann, also z.B. von Verunreinigungen oder merkwürdigen Beimengungen.


    Aber ich möchte gerne mal abwarten, was du eben auf die oberen Fragen antwortest :)

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Hallo,


    danke für die Antwort! Ja ich bin psychisch vorbelastet. Die Notfallambulanz war in einer Psychiatrie, hab also mit einer Ärztin vom Fach gesprochen. Sie meinte nach dem Motto „da muss ich durch“. Auch dass der Stoff gestreckt war glaub ich kaum. Meine Referenz sind die anderen zwei, denen es blendend am Tag danach ging.


    Es ist einfach, dass sich alles so ungewohnt anfühlt. Meine zu Hause, draußen die Umgebung, etc. Ich merk aktuell auch wie mich das ganze langsam physisch krank macht.


    Ich merk selber, wie meine Emotionen fehlen, meine Konzentration, etc. Ich kann nicht mehr lernen, habe dieses Jahr Abitur. Mir macht das echt sorgen.


    Und nein, ich werde nie wieder Gras anrühren.


    Lg

  • Meine Referenz sind die anderen zwei, denen es blendend am Tag danach ging.

    Also das würde ich mal nicht so sehen, ich schreibe ja nicht gleich von Vergiftung, aber extreme Potenz des Grases kann auch ein Problem sein.


    Wie du vorbelastet bist, willst nicht genauer erläutern?


    Der letzte Satz is schon mal der Weg zur Besserung :D

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    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Man könnte das so sagen, aber manchmal reicht es eben schon, wenn man nicht so oft konsumiert und eben dann ne kräftige Dröhnung bekommen hat.


    Schlafstörungen haben meist ja auch nen Grund, wurde der Sache näher nachgegangen?

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    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Und das ist wie lange her?

    Hast du da eine Therapie durchlaufen, oder?


    Ja, ich denke es kann sich bessern, wie lange das dauert, kann man aber nicht genau sagen.

    Du schreibst ja, es hätte sich schon etwas gebessert, jetzt würde ein Protokoll helfen - wie sich das genau entwickelt hat.

    Kannst ja gerne auch hier immer mal posten ...

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    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Hey, wichtig ist jetzt ruhig zu bleiben.

    Du bist noch sehr jung und ich würde mir an deiner Stelle immer wieder sagen, dass du noch mehr Erfahrungen machen wirst als dir lieb ist. Selbiges kann dir mit unter auch nach einer Narkose im Krankenhaus passieren. Auch nach einem Gebrauch von Schlaftabletten, oder starker Neuroleptika. Solche Dinge sind normal und sobald du dich mehr mit dir selbst und der Welt im Inneren beschäftigst auch interessant.


    Sache 1:

    Im Laufe deines Lebens wirst du noch viele solcher Wahrnehmungsänderungen feststellen. Es kann zudem sein, dass du dir alles nur einbildest weil natürlich jetzt - klar - hast du ständig Augen für diese Beobachtung. Hast du das vorher auch so gemacht? Das wäre meine erste Frage. Wie hast du vorher immer auf alles geachtet?


    Sache 2:

    Nach drei Monaten sollte alles aus dem Körper sein. Gib dir mal für die nächsten 3 Wochen Zeit, dann schau nochmal. Und nach 3 Monaten bitte erneut. Aber nicht mehrmals täglich und ständig Sorgen machen. Damit wirst du nur noch mehr denken es sei jetzt so und alles wird zum Problem.


    Fang an zu akzeptieren, dass du etwas gelernt hast. Du hast jetzt einen Preis dafür gezahlt, dass du gelernt hast "Cannabis ist scheisse". Nach einigen Wochen wird alles wieder normal sein, nur akzeptiere es jetzt und gib dir Zeit. Mit all dem jetzt machst du alles nur schlimmer und schaust ständig, dass es jetzt anders ist. Scheisse passiert/ Muss man akzeptieren.


    Sollte es nach einiger Zeit nicht besser sein geh zum Arzt oder zum Neurologen.

    Im schlimmsten Fall endest du so, dass dir irgendwelche Medikamente verschrieben werden die dich beruhigen.

    Dann kannst du wenig später den nächsten Thread starten....

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