Soziale Angststörung - ich komme nicht weiter!!

  • Hallo alle zusammen, ich habe mir eben diesen Account gemacht um mal etwas loszuwerden.

    Mir wurde vor ca. einem halben Jahr, nachdem ich mich mal endlich zum Psychologen getraut habe, eine Soziale Angststörung diagnostiziert, an der ich jetzt im Nachhinein betrachtet wahrscheinlich schon seit meinem Grundschulalter leide. Ich habe in den letzten Jahren und Monaten schon sehr große Fortschritte gemacht. Nur eine Sache habe ich, bei der ich einfach nicht weiter komme. Ich bin jetzt schon etwas mehr als drei Jahre mit meinem Freund zusammen, da wir noch relativ jung sind, haben wir noch keine eigene Wohnung. Das heißt, dass wir uns immer bei ihm treffen und natürlich beim Abendessen etc. immer mit seiner Familie zusammen sitzen. Ich kann mich nur leider, auch nach drei Jahren überhaupt nicht öffnen. Wenn mich jemand etwas fragt, antworte ich möglichst kurz mit Ja oder Nein oder einem kleinen Lächeln. Mein Freund hat mir auch schon des Öfteren gesagt, dass man meine Anspannung und Unsicherheit durch den ganzen Raum spürt. Von mir selber erzähle ich auch nichts, da ich mir denke, dass es sowieso niemanden interessiert. Meine Stimme ist dann auch ungewollt immer total leise und unsicher. Wenn ich dann mit meinem Freund alleine bin, bin ich schlagartig eine komplett andere Person. Dann bin ich die Person, in die er sich halt damals verliebt hat. In letzter Zeit kriselt unsere Beziehung deswegen auch und ich habe Angst, ihn zu verlieren. Ich möchte auf jeden Fall etwas ändern, ich habe mich als Kellnerin beworben um meine sozialen Fähigkeiten zu verbessern und eine App runtergeladen auf der man Freunde finden kann (ich hatte noch nie richtige Freunde).

    Ach ja noch kurz angemerkt, ich mag die Familie von meinem Freund sogar total gerne und es gibt eigentlich keinen Grund, warum ich nicht ich selbst sein müsste.

    Hat jemand eine Idee, warum ich bei der Familie einfach nicht ich selbst sein kann?

    Oder Tipps, was ich machen könnte, um meine soziale Ader zu stärken?


    Vielen Dank im Voraus :-)

    MfG

    Julia

  • Hallo,


    ich kenne das bestens. Mir hat eine Dozentin von mir den Tipp gegeben, mir für jede Stunde bzw. am Anfang jeden Tag eine Sache vorzunehmen, die ich zum (Unterrichts)Gespräch beitragen will... Klar, das klappt nicht immer und gerade habe ich auch wieder eine eher mutistische Phase, aber oft hat es mir doch geholfen.


    Vielleicht kannst du das ja auch mal probieren, es muss ja nichts über dich persönlich sein, aber "einfach" irgendeine Kleinigkeit, und sei es nur ein "das Essen war heute lecker" oder "Sind euch auch schon die ersten Frühblüher aufgefallen?", irgendwie sowas...


    Wie ist denn die Reaktion der Eltern auf dich?


    Und hast du mit deinem Freund schon darüber gesprochen, warum du bei seinen Eltern so stumm bist? Ich weiß, das ist schwer, aber dem Gegenüber fällt es oft leichter, mit so etwas umzugehen, wenn sie Bescheid wissen...

    Mag er auch alles besitzen, den Himmel besitzt Minos nicht. (Ovid, Met. 8,187)

  • Hallo J.U.L.I.A,


    mein Tipp: nicht nach dem wieso oder warum fragen, sondern es annehmen wie es ist. Dich so annehmen wie Du bist. Steh zu Dir. Das nimmt ganz viel Anspannung aus Dir heraus und aus der Situation. Mit den Eltern am Esstisch oder mit dem Freund alleine, sind doch völlig unterschiedliche, nicht vergleichbare Situationen. Auch wenn Du die Eltern schon drei Jahre kennst, kommst Du als Gast ins Haus.

    Durch meine eigenen Kinder hatte ich schon so viele junge Leute am Esstisch und jeder ist anders. Wäre auch komisch, wenn es nicht so wäre.

    Es mögen eben nicht alle in der ersten Reihe stehen und das ist auch kein Muss, finde ich.

  • Ich verstehe nicht, warum kriselt eure Beziehung wegen deiner Angststörung?

    Wenn man 3 Jahre zusammen ist, dann würde man annehmen, da ist wirklich einiges an Liebe vorhanden.

    Ich würde meinen, dein Freund sollte dich stützen, nicht verurteilen ...


    Du machst Therapie, also gib dem Ganzen die Zeit die es braucht :)


    Zudem bin ich nicht sicher ob der angepeilte Job als Kellnerin in der Familie deines Freundes helfen würde.

    Das ist meiner Meinung genauso ein Unterschied, als welchen summa schon beschrieben hat ;)

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

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