Svv Rückfall

  • Hey ihr,

    ich bin 21 Jahre alt und habe seit meiner Schulzeit (Mobbing) Probleme mit SVV. Ich hatte es allerdings mittlerweile, nach einem Rückfall letztes Jahr (nachdem mein damaliger Freund mit mir Schluss gemacht hatte) im Griff. Heute sitze ich jetzt hier 1 Jahr später, mit einem Rückfall und weiß nicht wie ich damit umgehen soll. Eigentlich bin ich glücklich, ich wohne mit meinen zwei guten Freunden und während Corona sogar mit meinem festen Freund zusammen ( mein Freund und mein bester Freund wissen von meinen früheren Erfahrungen, allerdings nichts von der jetzigen Situation). Ich traue mich auch nicht wirklich mit ihnen zu reden, ich komme mir so dumm vor, vor allem auch weil ich ihnen nicht ehrlich gegenüber war als es mir schlecht ging. Ich habe einfach große Angst sie zu enttäuschen und ich will nicht das sie sich mir gegenüber anders verhalten. Ich habe auch irgendwie das Gefühl, dass es eine Sache ist die ich mit mir ausmachen muss, habe aber gleichzeitig Angst, dass es wieder schlimmer, bzw. mehr wird. Andere Freunde außer die genannten habe ich zwar, aber sie sind nicht die richtigen um mit ihnen darüber zu reden, auch meine Eltern sind keine Option.

    Ich kann mir selbst nicht wirklich erklären wieso ich es wieder gemacht habe, mir geht es in letzter Zeit zwar etwas schlechter, allerdings nicht so wie damals. Meine Gedanken kreisen einfach momentan viel zu oft um das Thema, ohne für mich ersichtlichen Grund.


    Es ist das erste Mal, dass ich so ein Forum wie dieses hier benutze,weswegen ich etwas unsicher bin.

    Ich hoffe dass ihr mir vielleicht trotzdem ein bisschen weiterhelfen könnt :)


    LG Novem

  • Hi,


    wie sieht denn dein Rückfall aus? War es eine einmalige Aktion oder geht es wieder in Richtung Regelmäßigkeit?


    Mir hilft es, wenn ich da unterscheide...

    einmalige Aktionen sind "Ausrutscher"; gedankliche Einstellung dazu: erlaubt und völlig ok, kann vorkommen, ist aber noch kein Rückfall.


    Das Ziel ist, dass aus einem Ausrutscher kein Rückfall, also regelmäßiges SvV, wird. Meiner Erfahrung nach hilft da die Akteptanz eines Ausrutschers als "ist kacke, aber nichts Schimpfliches" ungemein.


    Was einen Rückfall in die Regelmäßigkeit angeht... schwierig, da kämpfe ich gerade auch mit, auch wenn ich jetzt etwas über eine Woche nichts mehr gemacht habe...


    Aber ich denke, auch hier ist es hilfreich, das als einen "Okay, das ist jetzt so"-Zustand hinzunehmen und von da aus dann schrittweise dagegen zu arbeiten. Quasi nicht als Feind, sondern eher "Argumentation als neutrale Person gegenüber jemand anderem Neutralem".


    Es ist schwer, funktioniert nicht immer und du darfst nicht zu viel erwarten a la "es wird jetzt nie wieder vorkommen". Aber oft kann ein distanzierter Blick dich helfen.


    So, viele Worte, nix dahinter, aber vielleicht konnte ich dir ja doch etwas helfen...

    Mag er auch alles besitzen, den Himmel besitzt Minos nicht. (Ovid, Met. 8,187)

  • hey SineVerbis,

    Es hilft immer eine andere Sichtweise zur eigenen Situation zu hören, danke.

    Regelmäßig nicht nein, bisher waren es drei kleinere Verletzungen. Ich muss allerdings auch sehr aufpassen, da ich wie gesagt mit meinem Freund zusammen wohne und er es, wenn dann nur durch mich und nicht durch meine Verletzungen erfahren soll.

    Der "Okay, das ist jetzt so" Ansatz, ist eine gute Variante, ich probiere mich mehr auf den Gedankengang zu konzentrieren, vor allem vielleicht gegen das schlechte Gewissen.

    Lg Novem

  • Hallo Novem,


    und falls du doch das Gefühl haben solltest nicht mehr Frau der Lage zu sein, dann wende dich am besten an professionelle Hilfe.
    Warst du schonmal zu diesem Thema in Therapie bzw. in Beratung? Es kann viel helfen sich einer neutralen Person, die sich mit dem Thema auskennt, anzuvertrauen.

    Vielleicht hast du ja noch eine/n Theraput*in, der/die mit deiner Vergangenheit eh schon vertraut ist. Dann kann du dich da auch melden.
    Auch zu Coronazeiten sind die meisten Stellen sehr gut telefonisch zu erreichen.

    Falls du Hilfe bei der Suche nach einem passenden Angebot bist, kannst du dich auch gerne anuns richten. :)

    Alles Gute
    Carmen

  • vor allem vielleicht gegen das schlechte Gewissen

    Ja, das ist tatsächlich mit der größte Aspekt, den ich damit zu bezwecken versuche... Es bringt einfach nichts, wenn man sich neben allem anderen noch wegen etwas Vorwürfe macht, das bereits passiert ist. Die Energie kann man besser für den Kampf gegen neue Vorfälle verwenden.


    Was deinen Freund angeht... früher oder später wird und sollte er es wissen, denke ich. Es ist, und das gilt, denke ich, allgemein, für die meisten dann auch einfacher, im Falle, dass..., angemessen zu reagieren, statt blöde Sprüche zu klopfen.

    Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich selbst im privaten Umfeld immer recht offen damit umgegangen bin (Verstecken wäre ohnehin auffälliger gewesen als alles andere).


    Letzten Endes liegt diese, durchaus alles andere als einfache, Entscheidung bei dir... Aber vielleicht hast du ja auch wen, der bereits Bescheid weiß und dich bei einem möglichen Gespräch unterstützen kann? Und Verstecken müssen setzt ja auch nicht selten unter starken Druck...


    Liebe Grüße :)

    Mag er auch alles besitzen, den Himmel besitzt Minos nicht. (Ovid, Met. 8,187)

  • novem99


    Wie geht es dir inzwischen?

    Nach all den Jahrenkommen solche Zwischenfälle ziemlich überraschend, da gebe ich dir Recht. Zumindest scheint es so.

    Lange Zeit spielt die SV keine Rolle und dann taucht sie wieder auf. Und erklären kann man es sich nicht so richtig.

    Irgendwann haben wir uns aber einen Weg gebahnt. Auch wenn es nicht aktuell ist, haben wir irgendwann einmal abgespeichert, dass uns das 'geholfen' hat.

    Kommen wir gefühlstechnisch in eine ähnliche Situation, meldet uns unsere Erinnerung - ich kenn da was, was dir hilft.


    Das wird immer wieder passieren. Wichtig nur, dass wir es verstehen und das wir lernen auch mit diesen Situationen umzugehen.


    Nun ist es passiert. Punkt. Und es gibt nun zwei Möglichkeiten. Wieder aufstehen oder eben nicht.

    Das schlechte Gewissen kann ich sehr gut nachempfinden, aber viel wichtiger ist sich seiner inneren Stärke bewusst zu sein und inneren Frieden zu finden.

    Es ist passiert, aber es muss nicht morgen oder übermorgen oder in einer Woche passieren.


    Schau genau umhin, wie es dir geht und was davor passiert ist.

    Behalte dich im Auge, schau darauf, wie deine Stimmung sich verändert und dann reagiere, wenn es noch möglich ist.


    Wie hast du es denn damals geschafft, davon los zu lassen?

  • Hey ConActionCarmen,

    Danke für deine Antwort. Ja ich war schonmal in Therapie, es hat mir damals leider nicht geholfen. Ich weiß, dass der Schritt, falls ich wirklich wieder in die Regelmäßigkeit rutsche notwendig ist, aber ich habe ehrlich gesagt Angst davor.

    Erstmal möchte ich es alleine bzw. durch Foren wie dieses hier und eventuell mit meinen Freunden probieren.


    Lg novem

  • Hi,
    schade, dass du keine guten Erfahrungen mit deiner Therapie gemacht hast. Aber falls du nochmal eine machen wilst, weißt du jetzt auf jeden Fall, was du nicht willst. Und du hast Kriterien, auf die du mehr achten wirst.
    Ich kann es aber auch gut verstehen, dass du es jetzt mit Forum und Freunden probieren willst.
    Du kannst ja ab und zu schreiben wie es dir so geht. :)
    Oder dich natürlich auch so bei uns melden.


    LG Carmen

  • Hey SineVerbis,

    Nein bisher weiß es noch keiner. Würde es gerne meinem besten Freund als erstes erzählen aber ich finde irgendwie keinen guten Zeitpunkt. Kann auch sein, daß es gar keinen guten Zeitpunkt gibt und ich es einfsch machen muss.... Aber das setzt mich gerade unter Druck, irgendwie alles...

    Und dann würde ich jedesmal gerne wieder denken das ich das auch alleine hinbekomme.. Aber irgendwie funktioniert das nicht...

  • Zyna

    Hey danke für deine Antwort :)

    Du hast schon recht damit das es wichtig ist es zu akzeptieren anstatt zu probieren es ungeschehen zu machen. Das es ein erlerntes Verhalten ist bzw eine Möglichkeit mit meinen Problemen umzugehen weiß ich, weswegen es mir auch so wichtig ist endlich eine andere Lösung zu finden.


    Die letzten beiden Male konnte ich durch mein Umfeld aufhören. Sie haben mir zwar nicht direkt darauf bezogen geholfen, aber einfach das mein Leben sich damals verändert hat und sie generell da waren, hat viel verändert. Heute sind sie auch noch für mich da, aber ich habe Angst ihre Hilfe in Anspruch zu nehmen oder wohl eher vor ihrer Reaktion. Bisher habe ich Vorfälle wie diese eher mit mir alleine ausgemacht, aber ich dachte zur Abwechslung mal an mehr Offenheit 🙈


    Lg Novem

  • Einen 100% geeigneten Zeitpunkt gibt es nicht, höchstens mehr oder weniger geeignete... Setz dich nicht zu sehr unter Druck damit- leicht gesagt, schwer getan, ich weiß ;) Was ich damit sagen will, ist, zwing dich da jetzt nicht auf Haudraufkommraus zu irgendwas, sondern geh das Ganze in dem Tempo an, mit dem du dich wohlfühlst und auch auf die für dich angenehme Weise (angenehme Umgebung z.B., wenn du dich entschieden hast).


    ich dachte zur Abwechslung mal an mehr Offenheit 🙈

    Und damit hast du schon mal zwei erste, durchaus nicht leichte und keineswegs unwichtige Schritte getan durch deine Anmeldung hier im Forum einerseits und deine Beitragserstellung andererseits :fr:

    Mag er auch alles besitzen, den Himmel besitzt Minos nicht. (Ovid, Met. 8,187)

  • Ich hab jetzt mit meinem besten Freund gestern Abend geredet und es ist mir sehr schwer gefallen 🙈hab aber noch immer irgendwo das Bedürfnis es zurück zunehmen und doch für mich zu behalten. Aber seine Reaktion war echt gut, er hat probiert mir paar Anregungen zu geben wir ich aufhören kann und echt gelassen generell reagiert war angenehm. Fühle mich allerdings jetzt sehr verletzlich und weiß nicht richtig wie ich mich verhalten soll, obwohl er sich ganz normal verhält.


    Allgemein geht es mir aktuell besser, was ich definitiv auch euch zu verdanken habe :)

  • Ein großen Schritt, den du da gegangen bist, Novem, welcher wahrlich nicht einfach ist.
    Dass nun das Gefühl der Verletzlichkeit präsenter wird ist nachvollziehbar, denn du hast deine Gedanken und Gefühl offen gelegt.
    Aber versuche dich auf die Tatsachen zu konzentrieren, nämlich das dein bester Freund sich gut Verhalten hat. Nun musst du den Weg nicht alleine gehen und das "sich nicht verstekcne müssen" zumindest bei wenigen Personen, kann auch schonmal etwas befreiender sein.
    Somit lass es langsam angehen und gib dir Zeit dich auch innerlich etwas zu sortieren.

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