Bruder Kokain abhängig

  • Hallo

    Dies ist mein erster Beitrag


    Mein Bruder nimmt schon länger kokain

    Vor etwa 6-7 Monaten musste er ins Krankenhaus, die Drogen führten zu einem kollaps

    Er versprach seiner Frau und uns aufzuhören, er hat auch 2 kleine Kinder

    Jetzt ist es schlimmer denn je

    Er nimmt die Drogen allein im Keller

    Solange er drauf ist ist er nett, wenn er runter kommt ist er wohl sehr gemein zu meiner Schwägerin

    Ich sage ihr sie soll ausziehen, finde es nicht richtig, dass Kinder in einem Haushalt mit Drogen sind

    Auch kriegen sie seine Stimmungsschwankungen ja mit

    Ihr geht es schlecht, aber so richtig trennen will sie sich auch nicht

    Was können wir tun?

    Danke

  • Servus,

    er könnte genau das tun, was du ja bereits vorgeschlagen hast!
    Ich bin der selben Meinung, Kinder sollten in so einem Umfeld nicht aufwachsen und den eigenen Vater auch nicht so erleben.
    Genauso aber sollte deine Schwägerin nicht weiter seinen Stimmungsschwankungen ausgesetzt sein, ich will ihm nichts unterstellen, aber das könnte noch sehr viel mehr ausarten.

    All die Symptome die du beschreibst, sind gerade für Kokain allseits bekannt.
    Wenn aber Krankenhausaufenthalt nicht zum Nachdenken anregt, wenn er alleine im Keller konsumiert (was für so eine Droge letztlich vollkommen sinnfrei ist, im Keller muss man sich ja wirklich nicht pushen), untermauert schon sehr deutlich eine Suchterkrankung.

    Daher halte ich eine Trennung, die ja im Moment erst mal auf unbestimmte Zeit vorgenommen wird, als die beste Lösung.
    Ich frage mich, ob nicht im Familienbund irgendwie erreicht werden kann, dass letztlich dein Bruder ausziehen muss?
    Ansonsten kann er natürlich auch in den jetzigen Zeiten online mit Suchberatungsstellen Kontakt aufbauen, aber dazu muss er bereit sein und das kann niemand anders für ihn erledigen!
    Für deine Schwägerin bietet sich gleiches Angebot, also Angehörigen Beratung, welches aktuell vermutlich nur online aufgesucht werden kann.

    In solchen Situationen sind meiner Meinung als erstes die Kinder zu schützen, du hast nicht geschrieben wie alt sie genau sind, aber man darf nie unterschätzen was Kinder wirklich alles mitbekommen.
    Kinder sind so feinfühlig, denen kann man nichts vormachen …!

    Auf jeden Fall muss irgendwas unternommen werden, am besten wäre natürlich er bemüht sich um eine Lösung, wenn Letzteres nicht möglich ist darf man die Situation auf keinem Fall einfach so belassen und womöglich darauf hoffen, dass es sich von selbst in Luft auflöst.

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Danke für die Antwort

    Die Kinder sind 3 und 6


    Meine Schwägerin will wohl erstmal zu meinen Eltern ab dem Wochenende

    Ich habe meine Eltern eindringlich gebeten meinen Bruder dann nicht reinzulassen und wegzuschicken

    Jetzt hat er noch alles, Arbeit, Familie

    Er sieht nicht, das da etwas falsch läuft

    Wenn er jetzt den Absprung nur finden könnte, dann hätte er sein Leben noch


    Ich glaube aber er muss erst tief fallen, bevor er es merkt

    Aber wenn für ihn immer alles gestützt wird, wie soll das gehen

    Er gibt alle Ersparnisse für die Drogen aus


    Eine einfache Lösung gibt es sicher nicht, aber ich finde wir müssen jetzt meine Schwägerin und die Kinder stärken


    Ihn kann man eh nicht zu etwas zwingen

    Ich bin da etwas resigniert und glaube das geht Jahre so weiter


    Danke für den Austausch

    Das kommt ja dazu, mit keinem kann man reden.... es ist wie ein böses Geheimnis

  • Jetzt hat er noch alles, Arbeit, Familie

    Es gibt letztlich nicht die richtige Droge, aber ich bin sicher, er hat sich eine der hinterlistigsten ausgesucht.

    Leider wird sich das alles ändern, irgendwann hat er dann halt nix mehr!


    Er gibt alle Ersparnisse für die Drogen aus

    Also grade bei Koks braucht man dann schon gute Ersparnisse, sonst halten die nicht lange ;)

    Hier scheint es ja nicht um Gelegenheitskonsum zu gehen, wenn er schon versteckt im Keller konsumiert.


    Ihn kann man eh nicht zu etwas zwingen

    Nein, das wird erst möglich sein, wenn er z.B. Selbsttötungsabsichten offen äußert.

    Der Unterschied zu vielen anderen Drogen wie z.B. Heroin, Kokain zeigt sich lange nicht körperlich, also man hat keinen körperlichen Entzug (vereinfacht gesagt).

    Demgegenüber gibt es aber kaum Substanzen die so extrem psychisch abhängig machen, eben auch ganz extrem in die Hirnchemie eingreifen.

    Depressionen, alle möglichen psychischen Auffälligkeiten und Erkrankungen werden auftreten ...

    Und alleine kommen da nur sehr wenige wieder raus!


    So schwer wie alles ist, man sollte zumindest im Hinterkopf behalten - er ist krank, schwer krank!

    Das aber bedeutet nicht, dass man nicht klare Kante zeigen muss und da sollten wirklich alle an einem Strang ziehen!!

    Ich habe meine Eltern eindringlich gebeten meinen Bruder dann nicht reinzulassen und wegzuschicken

    Deswegen ist das wirklich wichtig!!

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Ja, die 10.000 Euro sind wohl schon bald weg, er verdient nicht schlecht, aber eben irgendwann ist mal Ende


    Wenn er sagen sollte er will sich umbringen, hat er nicht gesagt, aber ich könnte mir das als Druckmittel vorstellen, kann man ihn dann einweisen lassen?

  • kann man ihn dann einweisen lassen?

    Die Entscheidung triffst nicht du oder seine Frau, nur die Meldung führt eben mal zur Überprüfung ;)

    Normal verständigt man die Polizei oder Notarzt ...

    In der Regel prüfen die dann vor Ort, besteht Gefahr, meist endet so eine Meldung zumindest mal in der Klinik.

    Dann versuchen die Ärzte den Patienten zu überzeugen, dass er besser freiwillig bleiben sollte ...

    Willigt der Patient nicht ein und die Ärzte sind der Meinung, es besteht Gefahr für Leib und Leben (hinsichtlich Eigen- sowie Fremdgefährdung), beantragen die eine Unterbringung welche ein Richter dann anordnen muss.


    Als einfach mal nen Versuch zu starten, dass er von der Straße ist, wird da also eher nicht viel bringen.

    Ich würde mal abwarten, was nun mit dem Auszug der Frau bewirkt wird ...

    Meist wird so was angedroht, wenn es dann wirklich kommt, dann könnte es ihn ja mal zum überlegen bringen ;)

    Da sind aber Durchhaltevermögen und klare Ansagen notwendig, er ist in der Bringschuld!

    Das könnte Suchtberatung sein, keine Drogen im Haus und und und ... nicht einfach seine Aussage, ich höre jetzt damit auf :D

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Ach ja, wenn es doch nur einen leichten Weg gäbe


    Ich hoffe auch, dass der Auszug etwas bringt

    Aber eigentlich rechne ich nicht damit

    Es ist über Jahre hinweg jetzt so schlimm geworden, aber für ihn glaube ich nicht schlimm genug:thumbdown::thumbdown:

    Für mein Empfinden hat meine Schwägerin leider noch genug leidensfähigkeit ihn nich weiter zu ertragen

  • Er soll sich mal auf ADHS testen lassen! Es kann gut sein das er das Kokain unbewusst als Selbstmedikation nutzt vorallem wenn er alleine im Keller konsumiert!

    Denn bei ADHSlern wirkt es komplett anders als bei gesunden Menschen. Da wirkt kokain Nikotin und Alkohol so, das sie wie normale Menschen denken und fühlen können! Ich spreche da aus eigener Erfahrung!

    Habe nur 3 mal kokain konsumiert und bei mir „ADHSler“ fühlt man sich einfach nur sortiert und entspannt... das ist auch der Grund warum mich das nie gereizt hat da Alkohol und Nikotin immer einen ähnlichen Effekt hatten! Und jetzt seit dem ich Medikamente bekomme geht es mir schon besser bin aber noch nicht richtig eingestellt.

  • Naja, alleine im Keller oder der abgedunkelten Wohnung zu konsumieren spricht doch eigentlich vor allem dafür, dass er ziemlich drinhängt, nicht will, dass andere was mitbekommen und dass er Kontakte zu seinem Umfeld gerade kaum noch hinbekommt. Kenne ich von meinem Freund, der auch von paranoiden und depressiven Phasen während/nach Konsum erzählt hat. Mit Party machen hat das eh nix mehr zu tun. AdHS war da auch während Therapie im Gespräch, wurde aber ziemlich bald ad acta gelegt. So eine Diagnose bringt ehrlich gesagt auch nicht viel weiter.


    Dein Bruder hat auch noch den Druck mit Frau und Kindern, denen er sich so bestimmt nicht zeigen will. Da schottet er sich halt ab, so lange er was hat, wo ist ihm vermutlich egal, Hauptsache mehr oder weniger versteckt. Kenne das so gut, ist traurig. Wie lief denn der Auszug, hat Deine Schwägerin das hinbekommen, Besorgtsis ?

  • Meine Schwägerin ist ausgezogen vorübergehend


    Ob das so bleibt??????


    Es sind schließlich auch alles Erwachsene und sie müssen selbst entscheiden


    Es herrscht große Verletzung und Verunsicherung auf beiden Seiten


    Danke für alle Tipps

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