Mit Feder und Tinte

  • Livia, das Sternenkind


    Oben am Himmel, bei den Sternen, leben die Sternenkinder. Sie helfen den Leuten auf der Erde, auf anderen Planeten und Sternen und den Gestirnen selbst, ihren Weg zu finden. Und sie sorgen für Ordnung am Himmel, sowohl indem sie Weltraummüll sammeln als auch indem sie dafür sorgen, dass Planeten und Sterne ohne Hindernisse ihren Bahnen folgen können.


    Wenn sie nicht gerade damit beschäftigt sind, tollen sie zwischen den Sternen herum und spielen Fangen, Verstecken und Bäumchen-Wechsel-Dich. Und genau dort beginnt auch unsere Geschichte.


    Mitten in einem solchen Spiel verdunkelte auf einmal eine Sonnenfinsternis den Himmel. Livia, die sich gerade verstecken wollte, rutschte im Dunkeln ab und fiel...ziemlich lange, bis sie plötzlich unsanft landete. Verwirrt blickte sie sich um und sah einen kleinen Park. Die tiefblauen Pflanzen, der türkisblaue Boden und die in den verschiedenste Blautöne gekleideten Tiere, die hier herumtollten, verrieten ihr, dass sie auf Cerul gelandet war, einem Stern weit weg von ihrer Heimat.


    Sie bekam Angst. Wie sollte sie denn jetzt nach Hause zurückkommen? Ob sie nun für immer hier bleiben müsste, fern von all ihren Freunden und allem, was sie kannte? Dieser Gedanke behagte ihr gar nicht! Sie begann zu weinen.


    Noch während sie so da stand und nicht weiterwusste, schob sich plötzlich eine kleine Hand in die ihre und ein Stimmchen sprach sie an. "Hallo, warum weinst du denn? Bist du traurig?" Suchend blickte Livia sich um und sah neben sich eine kleine Cerul-Mädchen stehen. "Hallo", antwortete sie, "ich habe mich verlaufen und weiß nicht, wie ich wieder nach Hause zu meinem Stern kommen soll. Ich bin übrigens Livia." "Ich bin Iavia. Komm doch erst mal zu uns mit. Vielleich können dir ja mein Papa und meine Mama helfen. Mein Papa ist nämlich ein ganz toller Erfinder!" Und schon zog Iavia das Sternenkind mit sich fort.


    In der Höhle von Iavias Familie wurde Livia herzlich willkommen geheißen. Nachdem sie ihr Problem geschildert hatte, überlegte In-Koro, Iavias Vater, kurz und machte sich dann ans Werk, während Mutter Derga für ein leckeres Essen sorgte. In-Koro tüftelte die ganze Nacht und präsentierte am nächsten Morgen stolz den "Himmelshopser". In diesen hatte er das Ziel so einprogrammiert, dass Livia nur mit aller Kraft in die Höhe springen musste und den Rest der Apparat übernehmen würde.


    Freudig bedankte sich Livia bei der Familie. Dann sprang sie hoch und der Himmelshopser brachte sie auf kürzestem Weg nach Hause. Dort war sie bereits vermisst worden und erleichtert nahm man sie in Empfang.


    Verstecken spielt Livia bis heute gerne. Und jedes Jahr am Tag ihrer Rettung schickt sie eine ganz besonders schöne Sternschnuppe am Himmel vor Iavias Höhle vorbei.

    Mag er auch alles besitzen, den Himmel besitzt Minos nicht. (Ovid, Met. 8,187)

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