Kiffen-Entzug-Probleme-Trennung?

  • Hallo ihr Lieben,


    Ich habe lange überlegt zu schreiben, doch weiß ich nicht mehr weiter und könnte Rat brauchen.


    Ich habe vor einem halben Jahr einen ganz wundervollen Mann kennengelernt.

    Wir haben von Anfang an gut harmoniert und beiden wurde schnell klar, dasss wir gut zueinander passen. Nach ca. 2 Monaten und mehreren Treffen, sind wir dann eine Beziehung eingegangen. Er hat mich auf Händen getragen und wir sind immer respektvoll miteinander umgegangen, waren stets auf einer Ebene. Er nahm mich sofort mit zu Familienfeiern, auf denen ich mich auch immer mehr als wohl gefühlt habe. Manchmal jedoch, sagte er mir, dass er immer noch nicht ganz in der Beziehung angekommen sei. Es liegt aber nicht an mir, sondern an ihm. Einen genauen Grund oder was er damit meint, konnte er mir nicht nennen. Ich weiß, dass die vorherige Beziehung ihn viel Kraft gekostet hat und ich die erste weibliche Person bin, mit der er nun nach 2 Jahren wieder Kontakt hat, also auf Beziehungsebene.


    Doch dann wurde auf einmal alles anders. Er zog sich zurück, aber auf eine spezielle Art. Ich fühlte mich immer noch sehr geliebt und wenn wir zusammen Zeit verbracht haben, war alles immer noch ganz wunderschön. Doch es begann mit vereinzelten Versetzungen. Er habe im Moment viel zu tun oder müsse einem Kumpel helfen. Diese Versetzungen, welche er auch immer bereute, nahmen immer mehr zu. Klar zeigte ich mich verständnisvoll, denn ich will auch nicht, dass er den Kontakt zu seinen Freuden verliert. Trotzdem versuchte ich ihm deutlich zu machen, wie sehr ich unsere Zeit misste - kam leider häufiger immer mehr als Vorwürfe rüber.


    Schließlich gestand er mir, dass er mich belogen hätte. Damals behauptete er, das konsumieren von Canabis wäre nur so ab und an und er hätte das voll unter Kontrolle. Nun erfuhr ich, dass er seit 2 Jahren regelmäßig und viel seine Probleme wegkiffte und nun damit aufhören will bzw. seit ein paar Tagen aufgehört hat. Ich habe ihm gesagt, dass ich stolz auf ihn bin, dass er die Kifferei aufhören möchte und ich ihn natürlich unterstütze. Er zog sich dann auch erstmal zurück, da er nicht wollte, wie ich ihn erlebe mit Entzugserscheinungen.


    Nach 2 Wochen ohne Cannabis und persönlichem sehen haben wir ein Gespräch geführt. Wir konnten eigentlich gut miteinander sprechen doch am Ende bat er mich, die Beziehung auf freundschaftlicher Ebene fortzuführen. Er wüsste nicht, wie lange dieser Zustand anhält und merke, dass das so keine Basis für eine Beziehung sei, dass er momentan einfach nur egoistisch sei und nicht wolle, dass ich ihn eines Tages dafür hasse und wir uns dann auf eine mieses Art trennen. Er merke, dass ich mich nie trennen würde. Ich wollte nicht, weil ich das als erste Krise auf unserem gemeinsamen Weg sehe. Er liebt mich wohl noch, fleht mich an, ihn nicht aus seinem Leben zu streichen und um meine Freundschaft. Aber ich liebe ihn so sehr und möchte ihn nicht verloren haben. Zudem sagte er Sätze wie "Er kommt mit seinem Leben momentan gar nicht klar; er verachtet sich selbst so sehr; er wär ein schlechter Mensch, er hätte mir am Anfang unserer Beziehung was vorgemacht; er wäre gar nicht so stark, wie er sich gegeben hätte; er wäre ein sehr schlechter Beziehungspartner und ich würde nur immer wieder enttäuscht werden von ihm." Er kann so keine Beziehung mit mir führen, aber er versichert mir auch, dass er grundsätzlich keine Beziehung momentan haben kann, auch nicht mit Jemand anderen. Meine Frage, ob er mich noch liebt bzw. noch Gefühle hat, bejaht er. Zudem sagt er, dass er weiß, dass er alleine vom Charakter her keine bessere finden wird. Und wenn ich ihm daraufhin sage, dass ich dann auch offiziell seine Partnerin bleiben möchte und das zusammen mit ihm jetzt durchstehen will, dann blockt er ab. Er kann diese Verantwortung für eine Beziehung zur Zeit nicht tragen. Wenn ich darauf antworte, dass es dann jetzt halt erstmal um ihn geht, dann will er das auf keinen Fall. Eine Beziehungspause will er auch nicht. Es täte ihm total leid und es wäre so egoistisch, was er da macht, aber es ginge nicht anders. Man kann ja ein paar Gänge zurückschalten, doch möchte ich dann auch wissen, dass es nicht nur in eine Richtung gehen kann, also nur Freundschaft, sondern, dass man vielleicht doch auch wieder zueinander finden kann.


    Wir führten dann nach nun weiteren 2 Wochen ein Gespräch. In dieser Zeit haben wir uns erneut nicht gesehen und nur sporadisch geschrieben. Er ist jetzt seit 6 Wochen clean. Unterm Strich gesagt, will er mich im Moment nicht sehen und erstmal Abstand halten, um seine Probleme und sein Leben zu sortieren und wieder in den Griff zu bekommen. Gefühle hat er noch. Ich habe ja schließlich auch Verständnis für seine Situation. Doch ich vermisse ihn so sehr, den aktuell schreiben wir gar nicht mehr und sehen sowieso erstmal nicht mehr.


    Aussichtslos? Oder gibt es wohl noch eine Chance auf eine Beziehung, wenn er sein Leben wieder in geregelte Bahnen gebracht hat? Ich will ihm ja auch erstmal die Zeit geben, nur habe ich halt keinen Garantie, wie lange und ob das noch was wird. Ich habe halt einfach die Angst, dass wir uns durch das ganze nicht sehen/schreiben verlieren...


    Ich habe mich versucht kurz zu halten, aber die Situation ist halt sehr komplex.:/


    Liebe Grüße Kristall

  • Hallo Kristall,


    was für deinen Freund gut wäre, wäre eine neutrale Anlaufstelle.

    Die Zeit nach dem Kiffstop ist oft hart, da ja viele verdrängte Sachen hochkommen.

    Es ist wichtig, den Fakt seiner eigenen Sucht zu erkennen und anzunehmen & zu handeln! Soweit ist er ja.

    Ehrlich ist er jetzt auch, ist doch schon ein grosser Schritt!


    Jetzt geht es erstmal darum, dass er einsieht, ddss er (sucht)krank ist; dass das keine Schande ist und er mit Scham nicht weiterkommt.

    Er muss dahinkommen, das alles zu akzeptieren und auch sich selbst vergeben zu können.Dann ist er auch freier (befreiter) und hat wieder Energie, nach vorne zu schauen.

    Kraft für eine Beziehung etc


    Kannst ihm gerne den Link hier geben:
    Onlineausstiegsprogramm "Lass das Gras"

    Da wird er 90 Tage lang begleitet und bekommt Wege aufgezeigt, wie man mit all den Altlasten klarkommen kann...


    Ich wünsche euch alles Gute.LG.KLaus

  • Hallo Klaus,


    Danke für deine hilfreiche und schnelle Antwort.:3:


    Leider möchte er absolut keine Hilfe, von niemanden, zumindestens im Moment, weshalb er mitunter zurzeit keinen Kontakt mit mir möchte. Ich bin selbst Sozialarbeiterin und möchten ihn auch gerne unterstütze, jedoch blockt er, wie oben bereits geschrieben sofort ab. Er sagt er habe gerlent, dass man sich nur auf sich selbst verlassen kann, weshalb er alles mit sich alleine ausmacht, dies habe er gelernt im Leben. Auch von Freuden möchte er keine Hilfe. Er zieht sich zurzeit sehr zurück und ich komme nicht an ihn ran, sondern werde ehr noch abgestoßen. Beim letzten Gespräch meinte er auch, er bekomme jetzt halbwegs wieder sein Leben in den Griff und etwas verarbeiten. Er spricht leider nie genau hierrüber und macht es mit sich selbst aus. Alles sehr kompliziert, dabei sehe ich auch wie er leidet und möchte ihn doch so gerne einfach unterstützen.


    LG Kristall

  • Moin,


    *seufz* naja - das kenne ich leider von mir selbst auch von früher.

    Ich musste mir dann erst noch so richtig weh tun, bis ich mal begriffen habe, dass es durchaus keine Schwäche ist, Hilfe von außen anzunehmen!

    Habs - ehrlich gesagt - auch nie zu einem Drogenberater oder in eine Therapie geschafft, aber im privaten Umfeld und vor allem auch Online (hier im Forum) hat mir der Sprung über meinen

    Schatten sehr viel gebracht: Ich bin in Eigenregie weg von den harten Sachen und dann auch von Kiff/Kippen gekommen, hab mich aber kurz nach dem letzten Schritt hier angemeldet und

    viel über Sucht & ihre Mechanismen lernen können, was mir bestimmt einige Rückfaller erspart hat.

    Vielleicht liest er ja mal für sich hier herein.

    Es hat eben jeder seine eigene Herangehensweise und jeder sein eigenes Tempo.

    Ich denke, du gibst ihm Unterstützung dadurch, dass du DA bist & ihn nicht bedrängst.Mehr kannst vermutlich gerade nicht tun...


    LG.Klaus

  • Danke Klaus für deine Antwort, es hilt mir sehr. =)Ich melde mich dann auch mal wieder, ziemlich viel um die Ohren im Moment.


    Das hab ich ihm auch gesagt, mit dem Tempo und er soll auch die Zeit bekommen die er benötigt, da hast du recht.


    Habe ihm nach 1. Wochen, ohne Kontakt und sehen eine lange Nachricht geschrieben, in dem ich nochmals den kompletten Druck herausgenommen habe und ihm mein Verständnis ein weiteres mal entgegengebracht habe. Zudem habe ich ihn motiviert und gesagt, dass ich immer da bin. Einfach Gedanken die mir nochmal bewusst geworden sind, auf die er auch nicht antworten brauchte, was ich ihm geschrieben habe und was auch eingetreten ist.


    Jetzt sind gut zweinhalb Wochen um, also Halbzeit so gesehen. Mir fällt es gerade heute irgendwie besonders schwer ohne ihn, einfach weil ich ihn vermisse. Zudem bin ich hin und her gerissen. Mal denke ich es wird wieder alles gut und auf der anderen Seite habe ich Angst, dass ich ihn durch den wenigen Kontakt einfach verliere. Ich stelle mir auch immer wieder die Frage, ob sich seine Gefühle für mich, durch den Entzug komplett verändert haben, also das er mich nicht mehr liebt. Ich weiß nicht ob sowas möglich ist? Also das sich Gefühle komplett ändern können durch so einen Entzug? Er war ja auch meistens nüchtern, wenn wir uns gesehen haben und da hat er häufig gesagt, dass er weiß, dass er niemand bessern finden wird in seinem Leben und besonders ist das am Anfang seines Entzuges gefallen. Trotzdem zweifel ich manchmal ob das wieder wird.



    Liebe Grüße und danke für jede Antwort, denn das tut wirklich gut.:top:

  • Jetzt sind gut zweinhalb Wochen um, also Halbzeit so gesehen. Mir fällt es gerade heute irgendwie besonders schwer ohne ihn, einfach weil ich ihn vermisse. Zudem bin ich hin und her gerissen. Mal denke ich es wird wieder alles gut und auf der anderen Seite habe ich Angst, dass ich ihn durch den wenigen Kontakt einfach verliere. Ich stelle mir auch immer wieder die Frage, ob sich seine Gefühle für mich, durch den Entzug komplett verändert haben, also das er mich nicht mehr liebt. Ich weiß nicht ob sowas möglich ist? Also das sich Gefühle komplett ändern können durch so einen Entzug? Er war ja auch meistens nüchtern, wenn wir uns gesehen haben und da hat er häufig gesagt, dass er weiß, dass er niemand bessern finden wird in seinem Leben und besonders ist das am Anfang seines Entzuges gefallen. Trotzdem zweifel ich manchmal ob das wieder wird.

    Hi,


    sehr gut nachvollziehbar, wie du dich fühlst und welche Fragen da hochkommen.

    Ich denke einfach, wenn durch den Entzug jetzt "hochkommen" sollte, dass er dich nicht mehr liebt, dann war das auch vorher schon in ihm drinnen.


    Bei mir selbst war es zum Beispiel auch mal anders herum...Bevor ich mit dem Alkohol aufhörte, übertrug ich meinen damaligen Selbsthass unbewußt auch auf meine langjährige Partnerin.

    Als ich dann nicht mehr trank, erkannte ich erst wieder, was da gelaufen war und wir heirateten später sogar.

    Ich würde es mal so sagen: In der Liebe ist immer alles möglich.


    Versuche, zu schauen, dass du dir selbst treu bleiben kannst, das finde ich ganz wichtig.


    LG.Klaus

  • Danke Klaus wie immer für deine schnelle Antwort.=)


    Erstmal meinen Respekt, dass du es nach so vielen Jahren geschafft hast clean zu bleiben und deinen Weg gefunden hast!


    Das baut mich gerade echt auf, weil genau das denke ich nämlich auch, nur manchmal zweifelt man dann doch daran und muss es nochmal gesagt bekommen.

    Also dadurch, dass er ja, nachdem er eine Woche nüchtern war und auch schon vorher, Sätze wie "du hast Sachen in mir ausgelöst, da dachte ich nie dran, dass das wieder einer schafft", "ich werde nichts besseres finden" und "ich will dich nicht verlieren" gesagt hat, gehe ich davon aus, dass er im Moment einfach mit sich und seinen Problemen und Stimmungsschwankungen zu kämpfen hat und mich ehr noch schützt, dass ich das nicht alles abbekomme, damit ich ihn dann dadurch nicht endgültig verlasse. Leider kann ich ihn sowas zurzeit nicht fragen, da er 1. im moment über sowas nicht reden mag und 2. ich ihm natürlich den geforderten Abstand zu mir versprochen habe.

    Da kommen so viele Fragen hoch, vielleicht auch, ob ich für ihn zurzeit eine Art "Bedrohung" bin, weil mein Leben perfekt läuft und er dies nicht aushalten kann?

    Naja mal abwarten und Geduld habe, er muss sich ja auch erstmal selber finden.


    Ich, als Nichtkifferin habe mich vorher auch gar nicht mit so einem Entzug/Entgewöhnung auseinandergesetzt und verstehe ihn jetzt auch besser, nachdem ich mich hier viel eingelesen habe. Also Danke dafür. Ich versuche mir auch treu zu bleiben und wenn ich diesen Zustand nicht mehr ertragen kann, dann muss ich schauen, wie ich vorgehe. Aber bisher habe ich das Gefühl, dass er mich über alles liebt und das wieder was wird, darum kämpfe ich. Nur manchmal sieht man alles schwarz und da bauen einem hier die Wort echt auf.

    Liebe Grüße Kristall und ich freue mich wie immer über eure Antworten :thumbsup:

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