3 Jahre Kokainkonsum

  • Guten Tag!


    Ich bin Dennis, 23 Jahre alt und habe die letztens 3 Jahre fast jedes Wochenende den Nordpol besucht.

    In Berlin hats ganze Jahr über geschneit, auch bei 35 Grad.


    Ich war damals mit 16 Jahren noch mehrfacher Berliner Meister in Leichtathletik. Bin dann aber Schritt für Schritt in die Schiefe Bahn geraten. Das kann damit zusammenhängen das ich ohne Vater aufgewachsen bin. Meine Mutter war ständig im Schichtdienst und hatte 3 Kinder zu bewältigen.

    Viel stress. Hab dann angefangen Drogen zu verkaufen, in Massen, sodass ich mir keine Probleme um Geld machen brauchte.

    Leider Gottes habe ich dann einen alten Freund aus der Grundschule getroffen und wir wurden beste Kokspartner.

    Fast jedes Wochenende haben wa uns die letzten 3 Jahre die Nase weggeballert.


    Unter Drogeneinfluss gezockt, feiern gewesen und heiße Nächte mit Mädels gehabt.


    Irgendwann aber haben sich bei mir einige Ticks entwickelt. Einer davon das ich mir meine eigenen Memos nochmal anhöre. Ich setze immer verschiedene Betonungen und feier mich selbst nochmal Sprechen zu hören. Der nächste Tick ist das ich meine memos oft abbreche weil ich sie nicht perfekt finde.

    Das hört sich alles erstmal harmlos an aber das macht in der Realität einen gewaltigen Unterschied.

    Und zwar das mir oft das selbstbewusstsein fehlt mich richtig auszudrücken weil ich Angst habe mich nicht verständlich auszudrücken.

    Draußen fühle ich mich von jedem Beobachtet. Es ist erträglich aber ich habe ständig das Gefühl zu jeder Zeit hochleistung zu bringen.

    Ich kann einfach nicht abschalten.

    Bei musik hab ich das problem das ich sie nicht mehr richtig fühlen kann und dadurch auch nicht dazu bewegen möchte.

    In der gruppe bin ich meistens der alpha und alle augen sind auf mich gerichtet, ich kann damit nicht mehr umgehen, ich habe verlernt ich selber zu sein.

    Habe auch krasse Schwierigkeiten mich lange zu konzentrieren oder Sachen zu merken.

    Auch mit Leuten sympathisch in Kontakt zu treten fällt mir nicht so leicht. Ich will immer aus der Situation fliehen wenn ich nüchtern bin.


    Gewöhnt der Körper sich wieder von alleine an die alten Verhaltensmuster?


    Bin jetzt seit einer Woche clean.

    Könnt ihr mir bitte weiterhelfen.

    Ich weiß bei Gott nicht wie ich mir helfen kann.

    Gerade was die Musik an geht.

    Ich spüre den Takt aber mir fällt es schwer Gefühle für die musik zu entwickeln und mit ihr zu bewegen.

    Das war damals alles anders.

    Ich gehe zur Zeit fleißig zum Sport und ernähre mich gesund.


    Ich wäre dem jenigen der sich die Zeit nimmt unendlich dankbar und wünsche ihm für die Zukunft alles das was er sich vorstellen kann.


    Beste Grüße

    Dennis

  • Servus Dennis,

    ich habe dein Thema mal in dem Bereich stoffgebundene Süchtige verschoben, weil ich denke das es hierher gehört.
    Zudem möchte ich noch darauf hinweisen, wenn es auch klar sein sollte, dass alle Beiträge und Themen öffentlich einsehbar sind - nur der Bereich persönliches ist mehr geschützt!
    Deswegen würde ich empfehlen den doch sehr deutlichen Hinweis über deinen Sport zu entfernen, wenn das in deinem Sinne ist sag es einfach und das Team erledigt das.

    Deine Beschreibung, wie du dich verändert hast und was dich so bewegt, kann man als typisch für solche Drogen wie Kokain unterstreichen.
    Das Problem bei solchen Drogen ist zum einen die extreme psychische Veränderungen Abhängigkeit!
    Andere harte Drogen bringen meist auch sehr schnell körperliche Probleme mit sich, zum Beispiel sofortiger Entzug wenn man sein Heroin nicht täglich konsumiert usw.
    Dies entfällt bei Koks, zumindest in der ersten Zeit, es gibt natürlich auch typisch körperliche Auswirkungen wie zum Beispiel kaputte Nasenscheidewand.
    Damit will ich aufzeigen, bei dir von dir konsumierten Droge ist eine therapeutische Aufarbeitung überaus wichtig!

    Es ist toll das zu seit einer Woche konsumsfrei bist.
    Du hast aber auch geschrieben, dass du weitgehend am Wochenende konsumierst.
    Oder war es in der letzten Zeit täglicher Konsum?

    Du fragst nach Hilfe.
    Natürlich wirst du hier Antworten bekommen, aber das erste was man dir unbedingt raten sollte, ist der umgehende Besuch bei einer Suchtberatung.
    Meiner Meinung nach wird es ohne professionelle Hilfe vermutlich nicht funktionieren.
    Der Körper wird sich in den meisten Fällen nicht einfach nach Konsumsstopp wieder umstellen und alles ist einfach wie früher.
    Hierbei musst du schon berücksichtigen, du hast eine wirklich harte Droge exzessiv konsumiert und massiv in die Gehirnstruktur/-chemie eingegriffen.
    Sport und gesunde Ernährung ist sehr wichtig, aber damit und dem Konsumstopp alleine, wird es nicht getan sein!

    Was machst du denn sonst so?
    Scheinbar machst du viel Sport, aber ich denke das ist nicht dein Beruf, sonst wäre dein Konsum ja längst aufgeflogen, oder?
    Ich hoffe auch, dass das dealen auch der Vergangenheit angehört, wenn man dauernd mit einem Suchstoff hantiert, kann man eigentlich nicht clean werden oder bleiben.

    So oder so, Glückwunsch zu deiner Entscheidung mit dem Koks aufzuhören und weiter viel Kraft.

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Hey. Bin grad nicht in der optimalen Verfassung, ausschweifende Ratschläge zu verfassen. Aber falls du (abschreckende..?) Erfahrungsberichte hören möchtest - aus denen sich ggfs auch Impulse zur Suchtkontrolle für dich ableiten lassen können - meld dich gern. Nimm das Thema nicht auf die leichte Schulter. Koks ist ein Endgegner, wenn man so lang dran ist. Klasse, dass du aktiv geworden bist und geschrieben hast.

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