Unbewusst in den Entzug...

  • Hallo zusammen


    Ich bin der Ben und 39 Jahre alt.

    Kurz zur meiner Vorgeschichte ich habe seit nun mehr ca. 20 Jahren Gras konsumiert. Nie durchgehend aber immer wieder mal. Doch in den letzten 5 Jahren hat es sich eingespielt das ich abends immer ein Joint geraucht habe.

    Wer kennt es nicht das schön entspannte Gefühl. Nun bin ich seit 12 Tagen clean.


    Oft habe ich mir gesagt das kann doch nicht so weitergehen, immer mit dem Vorhaben wenn nix mehr da ist, ist Schluss. Denkste Puppe natürlich hab ich mir wieder was geholt und hatte auch kein schlechtes Gewissen. Mein Job hat nie drunter gelitten dachte ich zumindest.

    Nun wird mir aber im bewusster das ich sehr vergässlich geworden bin.


    Nun zum Titel meines Themas. Unbewusst in den Entzug.

    Vor 10 Tagen musste ich mich einer geplanten Fuss OP unterziehen. Nie habe ich einen Gedankendran verschwenden nicht mehr zu Kiffen. Jedoch dachte ich mir vor der OP sich ein durchzuziehen wäre keine gute Idee. Also Sonntags und Montags vor der OP nicht geraucht und auch kein Problem damit gehabt. War eh so nervös wegen der OP. OP ist super verlaufen. Die Narkose hat am Tag der OP noch schön nachgewirkt also viel geschlafen. Mittwoch ein Tag später hatte ich teils üble Hitze, dachte mir aber komm ist von der OP.

    Donnerstag durfte ich schon wieder nach Hause und alles war gut (80 % des Tages muss der fuss hochgelagert werden). Mir wurde ein bisschen kalt aber auch das sollte normal sein sagte der Doc.

    Doch dann kam der Freitag und alles sollte sich schlagartig ändern. Morgens merkte ich eine enorme Hitze und habt geschwitzt wie ein Schwein. Hände und Füsse wurden kalt, kribbelten und innerlich bin ich in eine Unruhe geraten die ich von mir nie kannte. Diese Unruhe lösste eine heftige Panik in mir aus. Ich wusste nicht was los ist. Herzrasen war auch dabei. Hab Blutdruck gemessen und der war richtig hoch. Mir ging alles durch den Kopf. Hast dir corona eingefangen oder Mrsa. Hilfe die Panik!!! Aber nie ist mir in den Sinn gekommen das es am nicht Kiffen liegt. Also schwup in die Notaufnahme. Dort angekommen ging es mir schon besser EKG geschrieben alles gut Fieber gemessen auch gut. Der Doc dort sagte er könne nichts feststellen woran es liegt. Also organisch sei alles in Ordnung. Nach Hause gefahren und völlig platt ins Bett gefallen. Da war ich den ganzen Tag nicht mehr herraus zu bekommen und leidet vor mich hin mit heftigen Panikattacken.

    Dann der Samstag morgens alles gut wieder kam der Gedanke auf hey war der Stress den ich mir vor der OP gemacht habe. Mittags ging es wieder los. Panik, Unruhe, Hitze. Meine Frau wurde auch langsam nervös. Abends war es als ob nichts gewesen wäre.

    Der Sonntag kam und verstrich recht unspektakulär durchs Land.

    Montag aufgestanden das kribbeln war wieder da und mit dem kribbeln kam die Unruhe diesmal aber nicht so heftig.

    Der Dienstag aber war wieder sehr heftig. Alle vorherigen Symptome tauchten wieder auf und wurden teils schlimmer. Da meine Frau arbeiten war griff ich zum Hörer und bat jmd mich zu meinem Hausarzt zu bringen. Dieser konnte sich auch nicht erklären was los ist. Also nochmal EKG alles gut und ein grosses Blutbild angeordnet. Das würde Aufschluss geben.

    Wieder nach Hause und erstmal wieder ins Bett. Vier Stunden tief und fest geschlafen. Gegen halb neun wurde ich wach und es war etwas besser. Wollte Fussball gucken. Während des Spiels schrieb ich mit meinen kumpels einer arbeitet in der Medizin und hatte mir die Tage schon immer wieder mal mit Rat zur Seite gestanden hat. Später telefonierte ich mit ihm und da merkte er an ob es vllt sein kann das ich ein Kaltenentzug durchmache. Nie ist mir dies in den Sinn gekommen. Doch durch die Aussage habe ich mich mal im Netz auf die Suche begeben und bin schnell fündig geworden. So ziemlich alle Symptome passten wie die Faust aufs Auge. Der Schock und die Erkenntnis war groß aber befreiend.

    Der Mittwoch wurde entspannter mir ging es viel besser die Unruhe war weg keine Panik mehr lediglich Hitze und das kribbeln traten vereinzelt auf. Donnerstag wach geworden bisschen kribbeln aber wieder geschwitzt wie hulle. Mittags dann der Anruf vom Arzt er wolle die Blutwerte besprechen alles gut. Noch mehr Erleichterung. Mir ging es da viel besser. Heute Freitag wach geworden kribbeln war wieder da und kurze Unruhe. Jedoch war mir bewusst wovon dies kommt und ich konnte das schnell überwinden. Mache Entspannungsübungen mit dem Atem das klappt für mich sehr gut. Auch trinke ich seit 2 Tagen Kamillentee der beruhigt auch.

    Trotz des unbewussten Entzugs geht es mir mit der Gewissheit das es vom langem Kiffen kommt sehr gut. Mir ist auch bewusst das es das aber noch nicht war. Physisch soll es nach gut 14 Tagen überstanden sein wahrscheinlich wird auch noch etwas länger dauern. Psychisch bin ich so stabil das ich weiss was ich die Jahre so gemacht habe und für mich weiss das ich da nicht mehr hin will. Den scheiss will ich nicht nochmal durchmachen. Jedes Mal wenn ich mit engsten vertrauten darüber spreche heule ich los. Kannte ich auch nicht von mir. Morgen ist Tag 13 ohne Kiffen. Und wisst ihr was es ist ein echt gutes Gefühl.

    Wenn ihr bis hier her gelesen habt danke ich euch. Wollte mich einfach mitteilen weil ich gemerkt habe das es dadurch noch einfacher ist.

    Mich würde interessieren wie es euch ergeht oder ergang.

    Wie lange habt ihr mit Symptomen verbracht?


    Danke für Antworten und alle die das alles durchleben grade wünsche ich viel Kraft und haltet durch.


    So long....

  • Hallo Ben,

    danke für diesen ausführlichen Bericht. Es tut gut das so zu lesen, auch wenn es mir natürlich leid tut, dass es dir zwischenzeitlich so schlecht ging!

    Aber es beruhigt mich insofern, weil ich durch deine Erfahrungen versuche auch meine Panikattacken besser einordnen zu können. Die Attacken sind bei mir mittlerweile so gut wie vorbei. Ab und zu merke ich auch noch besagtes Kribbeln oder stärkeren Herzschlag, aber ich beruhige mich relativ schnell. Bei mir kommt allerdings noch starker Schwindel hinzu. Bin noch auf der Suche nach der Ursache... Kann natürlich psychosomatisch sein, aber auch andere Ursachen haben 🤷🏼‍♀️


    Kiffe seit 15 Tagen nicht mehr, mit einer Ausnahme vor 9 Tagen, da habe ich genau einmal an einer puren Tüte gezogen, weil ich mir erhofft hatte dann schlafen zu können. Pustekuchen.

    Mittlerweile kann ich besser einschlafen, bin aber zumeist morgens unruhig und depressiv verstimmt. Zum Abend hin wird es besser. Wenn dieser Schwindel nicht wäre...


    Wünsche dir alles Gute. Auch für deinen Fuß!

  • Danke dir Neelrammairim dem Fuss geht es gut.

    Ich glaube das ich auf einem guten Weg bin. Und werde alles dran setzen nicht rückfällig zu werden.

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  • Franz

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