Psychosomatische Reha in 4 bis 11 Wochen, Konsumausrutscher, Zukunftssorgen

  • Hey,


    ich leider unter diagnostizierter Sozialphobie und Depressionen schon seit meiner Kindheit. Ich war oft krank und habe eine traumatische Vergangenheit hinter mir. Nun bin ich 34 und nach einem weiteren Schicksalsschlag seit einem Jahr krank geschrieben und in eine neue Stadt zu meinem Partner gezogen. Hier habe ich noch keine Arbeit, aber werde mich daran setzen, eine zu bekommen, sobald ich wieder fit bin. Meine psychischen Leiden, die durch biografische Gegebenheiten ausgelöst sind, sind durch einen stressigen Job und weiteren Schwierigkeiten am Ende in ein Burnout gemündet.

    Ich habe jahrelang immer wieder meist täglich Cannabis konsumiert, welches mich nicht weiter beeinträchtigt hat, aber eine gewisse psychische Abhängigkeit besteht natürlich schon. Ich hatte auch in der Vergangenheit noch viel schlimmere Konsummuster, welche ich überwunden habe.

    Nun hatte ich auch im letzten Jahr "viel"(?) geraucht, so ca. 5 Gramm im Monat. Seit Anfang Dezember machte ich dann eine Pause, da ich ja wusste, dass noch eine medizinische Reha Ansteht, die ich mir auch gewünscht habe.

    Nach meiner sechswöchigen Pause, mit der ich wunderbar klar kam ,bin ich gestern leider schwach geworden, da es eine Gelegenheit gab und ich undiszipliniert war. Ich habe also mit jemanden zusammen drei Joints konsumiert. Wie viel da drin war, kann ich absolut nicht sagen.

    Jetzt ärgere ich mich natürlich maßlos über mich. Denn die Unsicherheit und die Unannehmlichkeiten, wenn es dann in der Klinik einen Test gibt und ich wieder heimgeschickt werde, sind die gestrigen seligen Stunden natürlich absolut nicht wert gewesen. Ich bin schwach und muss noch an so vielen Baustellen arbeiten. Aber ich lerne auch gerade, mich nicht mehr immer fertig zu machen, deswegen versuche ich sehr, mich nicht negativ reinzusteigern. Ich bin erwachsen und muss eben hinter meinen Entscheidungen stehen bzw mit den Konsequenzen leben.


    In 4 bis 11 Wochen also beginnt voraussichtlich meine Reha.


    Frühere Therapeuten wussten von meinem Konsum, aber seit wenigen Wochen habe ich einen Psychiater, bei dem ich Cannabiskonsum verneinte. Ich war einfach nicht vertraut genug mit ihm und er erscheint mir so unnahbar und ich wollte nicht in vorschnelle Schubladen gesteckt werden. Außerdem war ich da auch in Pause.

    Jetzt hab ich natürlich Sorge, dass die mich in der Reha-Klinik testen (es gibt keine Suchtdiagnose bei mir).


    Ich trinke schon viel Brennesseltee und versuche, mich gesund zu ernähren. Aber mehr kann man ja am Ende auch nicht machen.


    Mich jetzt selbst zu geißeln und verrückt zu machen, hilft auch nicht. Die Konsequenz ist, dass ich an meiner Disziplin arbeite und mich besser um mich selbst kümmere. Denn der Ausrutscher war wieder ein Zeichen mangelnder Selbstfürsorge (mit sowas habe ich generell Probleme: Pausen machen, sich gut zureden, sich um sich kümmern, sich etwas gutes tun, das möglichst auch sinnvoll und gesund ist etc)


    Ich wollte von euch wissen, was kann mir schlimmstenfalls passieren?

    Dass die Klinik mich erst mal wieder heimschickt und die Aufnahme verzögert wird. Dann wird auch mein Psychiater über den Grund informiert und dann scheißt der mich zusammen, weil ich ihn quasi angelogen habe. Mir fällt es aber generell schwer, offen zu sein, wenn ich Menschen nicht kenne.

    Und dann verzögert sich eben meine gesamte Therapiezeit um mehrere Wochen. Was meiner Gesundung wohl nicht zuträglich ist.


    Ich bin nicht mehr lange im Krankengeld, das läuft sehr bald aus. Dann rutsche ich ins ALG I und möchte eigentlich bald wieder zu kräften kommen, um einen Job zu suchen. Ich möchte das sehr. Ich habe nur noch sehr viele Baustellen, Minderwertigkeitskomplexe, Ängste, Selbstzweifel etc.

    Und eben ein enormes Energieproblem.

    Ich möchte mir mit dem gestrigen Ausrutscher auch nichts verbaut haben. Ich gebe mir immer mit allem im Leben sehr viel Mühe. Ich weiß, ich sollte auch entspannter werden, gerade die Überemotionalität ist ein Problem für mich.


    Nun, ich weiß nicht, vielleicht hat jemand aufmunternde Worte für mich oder einen Tipp?



    Ansonsten schlage ich mich einfach weiter durch mein Leben und hoffe, ich schaffe es, die Dinge anzugehen und irgendwann vielleicht glücklich zu werden und den Dingen zu entfliehen, die mich so quälen.


    Danke für´s Lesen! :) Bleibt gesund!

  • Ja, meinst du? Meine Pause davor ging ja auch nur sechs Wochen lang und wiederum davor habe ich es schon recht bunt getrieben. ^^´


    Natürlich bleibe ich auf jeden Fall ab sofort abstinent.


    Es wäre mir unangenehm, wenn die mich mit einem positiven Test wieder heimschicken. Und dann erfährt auch mein neuer Psychiater davon und wird sich beschweren, weshalb ich ihn quasi angelogen habe, als er fragte, ob ich Cannabis konsumiere. Ich kann dann natürlich erklären, dass es so eine Vertrauenssache für mich war. Und am Ende kann ja nicht mehr passieren, als dass einfach meine Therapien länger auf sich warten lassen. Aber ich habe auch ein großes Interesse daran, wieder vollständig gesund zu sein und endlich wieder fest im (Arbeits-)Leben zu stehen. Ich mache mich irgendwie doch ziemlich verrückt wegen dieser Sache.


    Aber danke, dass du mir damit Mut machst, Franz, vielleicht gibt es doch eine gute Hoffnung. Ich trinke vorsichtshalber viele bestimmte Kräutertees und versuche, mich halbwegs gesund zu ernähren und Alkohol kommt natürlich im Moment auch nicht mehr in Frage. Das klappt alles ganz gut. Ich wolle mir mit dem gestrigen Fehltritt nicht alles verbauen. Ich hoffe, selbst bei einem Test könnten die mich doch dabehalten, weil sie kulant sind. Ich mache mich also DOCH verrückt.

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