Starke Nikotin Sucht- Wer kann mir helfen?

  • Hallo Herbstwind,


    ich hab verstanden, dass Dein Sohn eine offenbar sehr massive und langjährige Suchterkrankung mit sich trägt, somit auch hohen Risiken in jeder Hinsicht ausgesetzt ist und es für Dich so ausschaut, als gäbe es keinen Ausweg. Hat er je Konsumpausen gehabt, Therapie in Anspruch genommen? Bei mir geht es um (M) einen Freund, den ich schon seit über 30 Jahren kenne und der ebenfalls mit 12 oder 13 erst exzessiv mit Alkohol und dann auch Schritt für Schritt mit praktisch allen anderen Drogen anfing. Warum und ob ihm Liebe gefehlt hat lasse ich dahingestellt und will ich auch in Eurem Fall nicht hinterfragen. Bei meinem Freund hätte ein unbeschränkter Zugang zu Geld aber keine Besserung gebracht. Darüber haben wir tatsächlich schon geredet. Eher die Gier vergrößert, wie er es ausdrücken würde, das spricht ja auch Soccerlady an. Ich glaube nicht, dass er noch am Leben wäre, wenn er nicht drei oder vier Entgiftungs- und Therapieanläufe gemacht und dort Impulse von Therapeuten bekommen hätte, die er annehmen konnte. Teils war er dort aus Zwang, weil er Haftzeiit verkürzen wollte, teils weil es ihm einfach sehr schlecht ging. Trotz Ruckfällen hat es ihm, nach eigener Aussage, immer etwas gebracht, ist etwas positives hängen geblieben. Zuletzt war er bis Frühjahr 2020 in Therapie, danach ist er direkt rückfällig geworden. Für mich eine schwere Zeit, weil ich relativ kurz vor Therapiebeginn wieder mit ihm zusammen gekommen war (in dem damals irrigen Glauben, er habe sich stabilisiert) und viel Hoffnung da hineingesetzt hab, dass er dauerhaft etwas ändert. Aber als Partnerin hat man das nunmal kein Stück in der Hand.


    Seither gibt es ein Auf und Ab, er kämpft, hat zwischendurch wohl längere cleane Phasen (falls stimmt, was er sagt, aber Du kennst das, man weiß es nie) . Warum? Weil ihm das Jobcenter teils monatelang nichts mehr ausgezahlt hat und schlicht keine Kohle da ist. Das sind dann eigentlich ganz gute Phasen, die Zeit geben, über Veränderungen nachzudenken, Schritte in diese Richtung zu gehen. Ob er das jemals dauerhaft schafft, steht in den Sternen, ich muss zugeben, auch ich glaube nicht mehr daran. Ich habe mich relativ weit rausgezogen, auch emotional. Wir sehen uns noch, aber ich gebe ihm kein Geld, auch wenn es angeblich für Essenseinkäufe ist. Selbst wenn, würde es nur finanzielle Spielräume schaffen. Für mich bleibt er ein wichtiger Mensch, aber eine Beziehung ist es nicht mehr.


    Das ist natürlich anders als bei Euch. Aber es gibt auch Parallelen.

    Mir haben auch viele geraten, den Kontakt vollständig abzubrechen. Alles leicht gesagt, da geb ich Dir recht. Auch dieser Mensch hat niemanden sonst. Und noch wichtiger, ich mag ihn, fühle mich nach den vielen Jahren, die wir uns kennen, verbunden. Aber ich möchte nicht mehr zulassen, dass der enge Kontakt zu ihm mein Leben vollständig ruiniert. Ich hab es geschafft, gewisse Grenzen zu ziehen und mich mehr um mich zu kümmern, nicht mehr ständig Angst um sein Leben zu haben. Ich pflege wieder Freundschaften, hab neue Bekannte gefunden, gehe wieder raus. Vor zwei Jahren hab ich mir einen Hund zugelegt, das war wirklich die beste Entscheidung seit langem.


    Ihm erlaube ich mittlerweile nicht mehr, nach tagelangem Abtauchen plötzlich wieder unangemeldet aufzukreuzen, hier Unruhe und Gereiztheit zu verbreiten, etc. Du beschreibst, wie sich Dein Sohn verhält und weißt, was ich meine. Ich hatte zeitweise ganz vergessen, dass ich auch da bin, was ich will und was nicht, und Dir geht es vielleicht ähnlich. Das will ich so nicht mehr, und das sage ich ihm auch klar, und es wird respektiert. Ich überlasse ihm auch jegliche Suche nach therapeutischen Hilfen selbst, und es gibt tatsächlich viele Angebote, die auch Dein Sohn in Anspruch nehmen könnte, das weißt Du ja. Wie ist es derzeit in Haft, konsumiert er weiter?


    Du wirst vielleich sagen, es sei für mich leichter, weil es nicht um mein Kind geht und ich mich nicht verantwortlich fühlen muss, und das stimmt natürlich. Aber auch einem "Kind" - da gebe ich neuerweg1 recht - kann man nicht alles abnehmen, sonst verweigert es immer mehr Eigeninitiative. Du beschreibst ja, dass Dein Sohn sich wohl auch erdrückt fühlen muss. Er spürt Deine ständige Sorge und Angst und Bereitschaft zu bedingungsloser Aufopferung. Wie soll er reifen und Eigenverantwortung lernen? Ich kann total nachvollziehen, dass es schwer, kaum erträglich ist. Auch und vor allem, sich mit dem Gedanken auseinanderzusetzen, dass die Zeit begrenzt sein könnte. Deshalb wünsche ich Dir, dass Du etwas findest, das Dich stärkt und positive Perspektiven für Dich selbst eröffnet, um Dein Leben wiederzuentdecken und vielleicht den schon oben beschriebenen Mittelweg mit Deinem Sohn.


    Noch zu der Selbsthilfegruppe: ich war in einer, in der Betroffene und Angehörige waren. Das bot gerade im Zusammenspiel gute Denkanstöße.


    Gute Entscheidung mit der Gruppe, hab's erst nach dem Abschicken meiner Nachricht gelesen :top: schon allein, um nicht mehr alles mit Dir selbst auszumachen. Viel Erfolg!

  • Hallo neuerweg, vielen Dank.


    Was heißt "tricky"? Heißt das er stand unter Drogen, während er mich um Geld bat?

    Warum bist Du so gegen die Geldgabe? Ich verstehe das nicht.

    Du meinst, man unterstützt damit die Sucht? Ja, macht man schon, aber ich glaube nicht , dass er nicht zu seinem Stoff kommt, wenn ich ihm keine Geld gebe.

    Falls doch, so befindet er sich doch in Lebensgefahr wegen der Entzugserscheinungen. Oder liege ich falsch?

    Ja, Du hast Recht. Ich habe das auch immer bemerkt das er genau wusste, welche Knöpfe er drücken musste.

    Es hat immer funktioniert. Und ja, aggressiv wurde er auch. Nicht nur einmal hat er mich geschlagen und mich mit den übelsten Schimpfwörtern betitelt.

    Aber weißt Du, dass ist nicht er, sondern das sind die Drogen. Mein Sohn ist ein unglaublich guter junger Mann.

    Er wusste es später gar nicht mehr.

    Drogen kommen vom Teufel und sie machen den Menschen zum Teufel.


    Ich hab eine Frage an Dich: Angenommen, mein Sohn fragt mich um Geld und ich gebe ihm keines.

    Was passiert dann? Denkst Du, er liegt sich dann ins Bett und alles ist gut?

    Bitte- ich meine das alles ganz ernst. Ich möchte von Euch lernen und denke, dass kann ich.


    Mit Einkaufen und ihm essen kaufen, hab ich alles schon probiert. Ich kaufte ihm auf Rat von der Suchtberatung Essensgutscheine für Rewe und für die Döner Bude. Diese haute er mir um die Ohren.

    Ich verstand ihm aber. Das ist nämlich wirklich entmündigen!

    Wie ich sage: Die Suchtberater reden sich leicht und teilweise völlig an der Realität vorbei.

    Falls Du auch mal Drogensüchtig warst, würde es mich interessieren, was Dir geholfen hat, wie sich Diene Angehörigen verhalten haben usw.

    Nur wenn es Dir nicht zu privat ist. Aber wir sind doch anonym und unter uns.


    Liebe Grüße Herbstwind

  • Hallo Runningfree, danke für Deine Offenheit.

    Ich habe Deinen Text mit Interesse durch gelesen. Es sind so viele Prallelen und es tröstet mich, dass auch andere die Situation nicht richtig einschätzen können.

    Mich freut sehr, dass Du dich der Beratung wieder setzt hast, und Deinen Freund nie fallen gelassen hast, geschweige den Kontakt ab brachst.

    Das spricht für Dich. Finde ich ganz große Klasse!

    Du hast offenbar einen guten Weg gefunden, indem Du Dich schützt, abgrenzt und trotzdem für ihn da bist.

    Wau!

    Mein Sohn konsumiert in der Haft, laut seiner Aussage, aber selten und wenig.

    Ich genieße sehr, dass ich mich mit ihm so gut unterhalten kann und wir soviel gemeinsam lachen.

    Das war viele Jahre nicht mehr. Meinen Geburtstag, Weihnachten, musste ich alleine "feiern", es war immer ein Trauerfest.

    Normale Unterhaltung fiel auch flach. Über Jahre!

    Ja, mein Sohn hat schon Therapie gemacht. Auch er nahm viel davon mit und setzte es auch um.

    Da wo er mal war, gelang er nicht mehr hin. Offenbar haben ihm diese Menschen schon sehr geholfen.

    Er weiß das er Sport machen muss, ohne Sport schafft er es nicht, so seine Worte. Auch im Gefängnis trainiert er fleißig, dass sehe ich ihm an.

    Auch auf seine Gesundheit achtet er, indem er genau darauf achtet, was er isst.

    Inzwischen gibt er mir Ernährungstipps, so clever ist er da.

    Aber von den Drogen, vermutlich auch vom Alkohol kommt er nicht los und meine Sorge, dass es nach der Inhaftierung wieder von Vorne los geht, ist groß.

    Meine größte Angst ist, dass er falsch dosiert ( so wie früher) und sein Kreislauf versagt, ich ihn dadurch verliere.

    Diese Angst nimmt mir die Luft zum atmen, habe immer wieder Schnappatmungen und Atem not, was mit dem Rauchen nichts zu tun hat.

    (Ließ es abchecken).

    Er möchte rappen, hat er gesagt und in den Texten seine Aggressionen abbauen.

    Ich ermutige ihn und möchte ihn dabei unterstützen, so gut ich kann.

    Eigentlich hört sich alles nicht so dramatisch an, aber ich spüre das es dramatisch ist und wird.

    Dazu bin ich einfach zu realistisch und wie Du selbst so schön angedeutet hast, wenn man hofft, wird man enttäuscht.

    Man kann sich nie auf etwas einstellen, oder fest an etwas glauben, dieser grauenvolle Weg hat tausend Abzweigungen und Labyrinthe.


  • Jetzt hat mich gerade der Leiter von der Selbsthilfe gruppe angerufen, weil ich morgen dort hin gehe und mich angemeldet habe.

    Also.... seid mir nicht böse, aber was er alles gesagt hat, hätte er sich wirklich sparen können.

    U:a. sagte er das der Süchtige nur frei von seiner Sucht werden kann wenn er dies auch wirklich will, man könne als Angehöriger machen was man will, aber die Entscheidung muss immer von dem Süchtigen selbst kommen und blablabal.


    Für wie blöd hält er die Angehörigen? Das wird doch hoffentlich wohl jeder wissen!


    "Es muss klick machen", hat er gesagt. Sorry, auch diesen Spruch hab ich schon tausende male gehört.

    Bringt mich das weiter?


    Der Mann war sehr nett, aber ich weiß nicht......gehe morgen trotzdem hin.

    Er hat mir sogar angeboten, dass er meinen Sohn besucht. Aber wisst ihr was?

    Mein Sohn lacht ihn aus. Ich weiß das. Kenne meinen Sohn und weiß genau.....

    Sie lassen sich doch nichts aufzwängen. Erst recht brauchen sie niemanden, der ihnen sagt, wie falsch sie handeln. Oder etwa nicht?

    Das haben sie ja schon viel zu oft in ihrem Leben gehört. Vielleicht auch ein Grund, dass sie konsumieren.

    Bin ich zu vorschnell mit meinem Urteil? Kann sein. Wie gesagt, ich schau es mir morgen an.

    Ihr habt mich nochmal dazu animiert. Danke Euch.

  • RunningFree, ich weiß das ich mir auch wie Du, ein Hobby suchen müsste.

    Etwas, dass mir gut tut. Aber ich weiß nicht was es wäre.

    Ich habe das nicht gelernt.

    Hatte eine extrem böse Mutter, musste nur arbeiten und sie sagte mir immer wie nutzlos und falsch ich bin.

    Das hat sich in mir so eingebrannt, dass ich Angst habe, unter Menschen zu gehen und glaube, es nicht wert zu sein, etwas Schönes zu erleben.

    Ich denke das sich auf meinen Sohn dies bezüglich sehr viel abgefärbt hat, denn er bekam als Kleinkind die Kälte meiner Mutter mit und auch, wie sehr ich darunter zu leiden hatte. Es hat schon berechtigte Gründe, dass alles so kam.

    Mit meiner Mutter habe ich den Kontakt ab gebrochen.


    Wie lernt man, sich ein Hobby zu suchen? Wie geht das?

  • Thema Hobby: Keine Ahnung, Herbstwind, überleg doch mal, was Du schon immer gerne mal machen wolltest, vielleicht taugt ja davon was als Hobby.


    Deine Antwort an neuerweg finde ich übrigens, sorry für die offenen Worte, ziemlich abstrus. Na klar wird Dein Sohn auch ohne Dein Geld an Drogen kommen, wie Du ja auch genau weißt. Was für mich umso mehr die Frage aufwirft, warum Du es ihm unbedingt geben willst. Findest Du wirklich realistisch, dass er seine kriminellen Machenschaften automatisch aufgibt und sich denkt, hurra, Mama gibt Geld, das teile ich mir jetzt ein - und gut is?? Was wenn er einfach beides macht - Dein Geld nehmen plus Beschaffung/Dealerei? Einfach, weil er dann noch mehr Geld hat? Wie weit willst Du gehen - bis Du selbst auf der Straße stehst? Ich war anfangs auch sehr gutgläubig. Mein Freund brauchte auch immer Geld für sehr plausible Dinge wie Essen, Strom, Medizin, Fahrkarten. Fast nix davon stimmte. Immer Notsituationen und ich bin eingesprungen, wurde nach Strich und Faden ausgenutzt. Hab mich ausnutzen lassen, sagen wir es so. Ich wollte nicht wahrhaben, dass er immer noch an seinem alten Zeug hängt. Aber das will man doch nicht so, Herbstwind, möchtest Du das wirklich jetzt so weiter machen? Damit er keinen Entzug kriegt von den Drogen, die Du ihm finanzierst? Naja, Du musst es wissen. Dass Dein Sohn Dich schlägt und beschimpft ist natürlich besonders schlimm. Du beschreibst ihn als guten, aufrechten Menschen und schiebst alles auf den "Teufel" Droge. Du hast ihn wirklich von jeglicher Verantwortung für immer freigesprochen, so hört es für mich an. Das ist schon schräg.

  • neuerweg, Du weißt aber schon, dass diese bisherige und immer noch aktuelle Handhabe in den Beratungsstellen bezüglich der der Co- Abhängigkeit längst ver altert ist?

    Warum soll jemand meine Co- Abhängigkeit durch brechen? Inzwischen weiß man das es falsch war, die Angehörigen zu nötigen, sich von der Co- Abhängikeit zu distanzieren. Bei allen Beratungsstellen ist das noch lange nicht angekommen, aber viele wissen das nun.

    Und was heißt hier " Es ist erschütternd, was sich bei Euch abspielt"?

    Zum einen dachte ich, hier in einem Forum für Suchtkranke und psychisch kranke Menschen zu sein, sowohl auch bei Angehörigen und nicht in einem Kuschelverein. Immerhin ist dieses Thema dramatisch und erschütternd.

    Aber ich überlege gerade, dort richtig zu sein, wenn man so angegriffen wird.

    Oder sollte ich nicht so offen sein?

    Aber mit Verschlossenheit komm ich ja auch nicht weiter.

    Werde mich wieder ab melden. Das ist mir gerade zu viel.


    Jeder Angehörige von einem Drogensüchtigen, der sehr tief im Sumpf ist, oder war, wird Dir nichts anderes berichten als ich.

    Die meisten Drogen durchbrechen die Gefühlsebene. Das heißt, die Süchtigen haben keinen Zugriff zu ihren Gefühlen, können nichts mehr spüren wie z.B.

    das Herz, Mitgefühl, Mitleid, Trauer...... alles futsch.

    Langsam komm ich mir vor wie ein Suchtberater, wenn das so weiter geht.....

  • Ich habe bis jetzt noch kein Argument gehört, dass mich wirklich überzeugt hat, von der Geld Gabe ab zu sehen.

    Die Sucht bleibt- ob mit oder ohne Geld Gabe, die Kriminalität so wie so- ohne Geld Gabe sogar noch tiefer und drastischer.

    Da ich aber weiß, dass ich mich nicht auf dem idealen Weg befinde, bin ich offen für alles und denke auch über Eure Beiträge nach.

    So ist es ja nicht.

  • RunningFree


    "Was für mich umso mehr die Frage aufwirft, warum Du es ihm unbedingt geben willst. Findest Du wirklich realistisch, dass er seine kriminellen Machenschaften automatisch aufgibt und sich denkt, hurra, Mama gibt Geld, das teile ich mir jetzt ein - und gut is?? Was wenn er einfach beides macht - Dein Geld nehmen plus Beschaffung/Dealerei? Einfach, weil er dann noch mehr Geld hat? Wie weit willst Du gehen..."



    Ich glaube niemals das ich mit Geldgabe meinen Sohn aus den Drogensumpf raus ziehen kann.

    Das kam doch hoffentlich auch nicht so an.?

    Ich glaube, dass ich ihn damit ein Stück weit vor den Tod bewahren kann:

    Zusammen geschlagen werden, Tot geschlagen werden, Kreislaufzusammenbruch durch kalten Entzug ( nicht unrealstisch!), Abhängigkeit von Dealern minimieren/ eindämmen, usw.

    Letztes von Dir angesprochene kann auch passieren. Alles kann passieren. ALLES.

    Das ist doch das Problem.

    Meine Freundin hat sich zu 100% von der Co- Abhängigkeit gelöst.

    Ihr Sohn ist jetzt tot. Ich möchte damit sagen, dass es kein Allheilmittel gibt. So, oder so.

    Nur meine große Angst, er würde zusammen geschlagen ( kam schon vor), oder umgekehrt, oder umgebracht, wird durch die Geld Gabe etwas beruhigt.

    Unrealistisch? Vielleicht. Aber deshalb bin ich ja hier, um mit Erfahrenen darüber zu sprechen und deren Ansichten zu erfahren.

    Bisher konnte mich nichts wirklich vom Gegenteil überzeugen.

    Aber ich hoffe noch, denn wie gesagt, ich weiß, dass ich noch nicht den wirklich richtigen Weg für mich/uns gefunden habe.

  • Bisher konnte mich nichts wirklich vom Gegenteil überzeugen.

    Aber dazu ist das Forum/ die User*innen auch nicht da! Hier kann jeder seine eigene Meinung zum Thema beitragen. Ob und wie du das annehmen kannst/willst, ist allein dir überlassen.

    Letztendlich hast du dein Leben und Handeln selbst in der Hand und kannst lesen, was andere an Erfahrung berichten. Was du daraus machst, liegt allein in deiner Hand...

  • "Aber dazu ist das Forum/ die User*innen auch nicht da!"


    Ich weiß und glaube, dass nicht behauptet zu haben. Oder?



    "Letztendlich hast du dein Leben und Handeln selbst in der Hand "


    Wurde etwas anderes behauptet?


    "und kannst lesen, was andere an Erfahrung berichten. Was du daraus machst, liegt allein in deiner Hand..."


    Ich weiß. Habt ihr daran gezweifelt?

  • Ich möchte aber dir in deiner Sorge um deinen Sohn sagen, dass es möglich ist, dass er seine Abhängigkeit überwindet.

    In einem anderen Thema unter Cannabis kannst du lesen, dass ich 29 Jahre lang extremer Cannabis Konsument gewesen bin. Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich dem Gras den Rücken zugekehrt. Es kostet immer noch viel Kraft und Mühe, die Gedanken, den Konsum doch einfach fortzusetzen, bestimmen nach wie vor mein Leben.

    Vermutlich nimmt dein Sohn aber harte Drogen, da ist natürlich Entgiftung und Entwöhnung noch eine ganz andere Hausnummer. Aber mit der richtigen Unterstützung ist auch das zu schaffen. Natürlich Wille dazu ist Voraussetzung.

    Mit Geld hilfst du ihm sicher nicht. Co-Abhängigkeit ist das. Meine Frau hat mir sicher nie Geld für mein Gras gegeben, das konnte ich immer selber bezahlen. Auch musste ich mich nie Gefahr begeben, um es mir zu beschaffen, da ich nur ca. 30 Minuten von nächsten niederländischen Coffeeshop entfernt wohne.

    Co-Abhängigkeit gab es aber doch. So haben wir es nie unseren Kindern gesagt, dass Papa ein Kiffer ist. Wenn es mir psychisch ganz schlecht ging, die Depressionen mega stark waren, wurde weder mit den Kindern noch mit meinen Eltern oder Freunden darüber gesprochen, warum es so ist.

    So konnte ich den Konsum einfach wieder fortsetzen. Das Wichtigste um dauerhaft clean zu bleiben, ist meiner Meinung nach eine zufriedene Abstinenz. Das heißt, sein Leben ohne Drogen sinnvoll und glücklich zu gestalten. Das habe ich allerdings noch nicht erreicht.

    Stichwort: Hobbies!

    Das hast du dich hier ja auch schon gefragt, wie man sich ein Hobbie sucht. Ich wäre froh, wenn ich dir das verraten könnte. Es geht dabei wohl um Dinge, die einem Freude bereiten. Wo man in seiner Freizeit gerne Zeit, Geld und Energie für aufbringt. Ich bin da selbst noch auf der Suche.


    So,

    nun zum Thema Starke Nikotin Sucht:

    Seit ca. 31 Jahren rauche ich nun schon Zigaretten oder Tabak, auch immer in den Joints oder Wasserpfeifen, die ich in der Vergangenheit geraucht habe.

    Diese Sucht möchte ich am liebsten auch noch hinter mir lassen und schließe mich daher Herbstwinds Frage an. Wer kann mir helfen? Vermutlich ist auch hier ein eiserner Wille die Grundvoraussetzung. So ganz eisern ist er bei mir glaube ich noch nicht. Zumindest war ich während des Schreibens dieses Textes noch eine rauchen.

    Mich stört aber die Beeinträchtigung der Gesundheit, das viele Geld, die Zeitverschwendung, der Gestank, die verkürzte Lebenserwartung, die mittlerweile stärker ausgeprägte Verachtung durch die Gesellschaft, meine nicht vorhandene Willensstärke, und, und, und!


    Für, bzw. gegen meine Depressionen bekomme ich nun Bupropion von meinem Psychiater verschrieben. Unter dem Namen Zyban wir es auch unterstützend zur Raucherentwöhnung verschrieben. Vielleicht wird es helfen?! Ich habe heute die zweite Tablette eingenommen.

    Ich werde hier berichten, sofern das Thema noch jemanden interessiert:

    LG Bud

  • Lieber Bud Seather, vielen Dank für Deine Zeilen. Sie geben mir Mut.

    Und ich bin offenbar nicht die Einzige, welche sich schwer tut, ein Hobby zu finden. Du hast es mir aber näher erklärt, was ein Hobby genau bedeutet.

    Ich denke das hilft mir schon bei der Suche ein wenig weiter.

    Wer das nicht gelernt hat und nie ein Hobby pflegte, weiß das einfach nicht.

    Ich finde beachtlich das Du das Kiffen nach so vielen Jahren aufgegeben hast. Eine mega große Leistung und das meine ich ganz ernst.

    Mit dem Rauchen, da hast Du genau die Punkte aufgelistet die auch mich so sehr stören.

    Immer wieder wird mir bewusst, dass meien Lebenserwartung stark gekürzt wird dadurch und ich habe panische Angst vor einem Lungen, Kehlkopf, oder Speiseröhren Krebs. Trotzdem rauche ich eine nach der anderen- Kette, ist nicht übertrieben.

    Die von Dir genannten Tabletten, ich schreibe sie mir auf. Vielleicht wäre das eine gute Methode um von dem Gift entgültig los zu kommen.


    Nochmals Danke und Alles Liebe für Dich Herbstwind.

  • Thema Hobby...

    Gibt es Dinge, die dich als Kind/Jugendliche begeistern konnten? Hobby können ganz "banale" Dinge sein, wie z.B. Malen oder etwas handwerkliches tun.Was hat dir Spass bereitet bevor du vielleicht deinen Sohn bekommen hast? Welche Dinge interessieren dich? Da kann man immer ganz gut anknüpfen. Gibt es vielleicht einen Sport, den du drüher gerne gemacht hast? Bei Hobbys muss man selbst heraus finden, was einen Spass macht, was einen interessiert und womit man gerne seine Zeit verbringt. Es muss ja auch nicht das größte, total besondere sein. Ich z.B. würde behaupten, dass Superhelden mein Hobby sind, oder auch dass ich gerne Videospiele spiele.Früher habe ich 15 Jahre Fußball gespielt, das war mein größtes Hobby. Geht aber aufgrund der ganzen Verletzungen nicht mehr. Generell Technik ist eher so mein Hobby, dass ich mich gerne mit sowas in meiner Freizeit beschäftige. Es gibt so viele Möglichkeiten. Man muss nur Dinge ausprobieren und sich auch trauen. Bist du früher gerne Fahrrad gefahren?

    Thema rauchen...

    Die Patentlösung für das Aufhören wird es nicht geben. Meine Mutter ist vor 2 Jahren an Lungenkrebs gestorben mit 54, weil sie Raucherin war. Und tja, was soll ich sagen? Ich selbst rauche immer noch... Aber ich habe schon mehrfach Versuche gestartet aufzuhören und bin mir sicher, dass ich es auch irgendwann schaffen werde. Rauchen aufzugeben bedeutet nicht nur, nicht mehr zu rauchen, man muss grundlegend sein Verhalten ändern. Daher raten auch viele Ärzte begleitend eine Verhaltenstherapie zu machen. Gehe doch mal deinen Alltag durch und frage dich auf welche Kippe kannst du erstmal versuchen zu verzichten? Muss man direkt nach dem Aufstehen schon direkt eine Rauchen? (Falls du das machst). Kann man die erste Kippe nicht so lange herauszögern wie es nur geht? Ablenkung und aktiv werden, hilft auch, dass man weniger Gelegenheit hat zu rauchen. Generell wäre es ratsam mal mit dem Hausarzt*in zu sprechen. Es gibt verschiedene Medikamente, die das Nichtrauchen unterstützen könnten.

  • Liebe SoccerLady, wenn ich das mit Deiner Mutter höre, dass versetzt mich in Angst und Schrecken.

    Mit 54, dass ist trotz Rauchen viel zu früh. Aber ich habe das in seltenen Fällen gehört, dass es manche Menschen schon mit um die 50 derbröselt aufgrund Alkohol, oder Rauchen. Ach Gott, wie schlimm! Und trotzdem sitze ich schon wieder da und rauche eine nach der Anderen.

    Meinst Du das es sich überhaupt noch lohnt, mit 49 das Rauchen auf zu hören? Ich meine, da ist es doch schon zu spät?

    Habe mir nun fest vorgenommen, dass ich es am Wochenende angreife.

    Aber wie soll ich den Entzug überstehen, noch dazu wo ich jeden Tag hart arbeiten und funkionieren muß.

    Auf der anderen Seite sterben viele Menschen früh an Krebs, die nie graucht haben.

    Von meinem Lebensgefährten der Freund starb binnen paar Wochen an Lungenkrebs, hat nie graucht.

    Aber er hat eine Tankstelle betrieben. Vielleicht vom vielen Benzin einatmen?

    Einfach nur schrecklich, wenn ich so etwas höre wie mit Deiner Mutter.


    Danke für Deine ausführliche und für mich infomative Beschreibung bezüglich Hobbys.

    Das ist mir eine große Hilfe. Vielen Dank.


    Liebe Grüße Herbstwind

  • Ich rauche jetzt noch meine letzte Zigarette, dann schmeiß ich den Tabak in die Tonne.

    Meine fast volle Schachtel, die im Auto liegt, schenke ich meinem Kollege.

    Mir reicht es jetzt entgültig!

    Vielleicht geht es mir wie Deiner Mutter. Vielleicht hab ich den Krebs schon und weiß es nicht?

    Hab soooooo Angst! Wie kann man in eine so fürchterliche Abhängigkeit geraten.

    Manchmal hab ich vor mir selbst gar keine Achtung mehr. Fühle mich wie ein Versager- ein Taugenichts.

    Andere Menschen kommen doch auch klar ohne Zigaretten.

    Hab gestern hier von Franz gelesen, dass Süchtigen Menschen Dopamin fehlt, oder sie haben eine Überschuß.

    ich hab zu wenig davon, denn ich bin furchtbar traurig, erst recht ohne Zigaretten.

    Werde mit meinem Hausarzt reden, ob es Dopamin zum Einnehmen gibt. Ich lerne hier viel von Euch.

    Vielleicht hat mir noch jemand einen Tipp, wenn ich keine Zigaretten mehr habe und seelisch in ein tiefel Loch falle?

  • Hab die Schnauze so gestrichen voll. Der Hals tut jeden Tag weh- nur von der Raucherei.

    WEnn ich es wenigstens schaffen würde, nur 10, oder 15 zu rauchen.

    Aber nein, ich rauche bis zum Umfallen.

    Eine nach der Anderen. Wie krank ist das denn!?

    Psychisch krank ist das! Geisteskrank!

    Balla balla! Ich möchte mein Leben endlich in den Griff bekommen.

    Hoffentlich schaffe ich das. Es ist mein größter Wunsch.

    Man redet immer von den Drogensüchtigen und Alkoholsüchtigen.

    Dabei ist meine Raucherei nicht weniger schlimm. Sie führt genauso zum Tod wie die anderen Süchte.

    Und balla balla macht es auch. Man vernebelt die Realität. Eine Flucht ist das.

    So sieht es nämlich aus!

    Scheiß Sucht!

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