Ehemalige Amphetamin-Abhängige sucht Erfahrungsaustausch

  • Also ich weiß nicht, ob das so okay ist aber ich würde jetzt einfach mal mein

    Begrüßungspost hier rein kopieren, da ist eigentlich alles drin beschrieben.


    Hi ich bin die Kim, 34 Jahre alt und komme aus NRW.

    Techno war schon immer.

    Dann Hardcore ....nachdem meine Mama verstarb, 8 Monate Pause und dann BREITSEITE nach vorne bis "heute" 😆


    Ich bin insgesamt um die 11 Jahre mit absolut tag-täglichem Amphetamin-Konsum durch mein Leben gestiefelt.

    Viele würden mir mitteilen, ich sei abhängig gewesen.

    Ich würde sagen, es war meine Wahl

    Hab ich nie bereut.


    Vor einem Monat dann ca. habe ich aufgehört.

    Ich hatte eine neue Quelle, Vorkasse abgemacht, der Typ ging mir völligst auf die Nüsse und nach einigem Hin und Her, da dachte ich Mir;

    "Kim, hast du das eigentlich nötig?!"

    -Hatte ich nicht.


    Ich hab ihm mein Geld geschenkt. Seitdem bin ich clean.

    Hab ich ebenso nie bereut.

    Ich fühle mich wirklich so frei und wahnsinnig gut.

    Scheint wohl einfach "soweit" gewesen zu sein.


    Ich freue mich über Kontakte mit Menschen die mich nicht verurteilen, für meinen Lebenswandel, für welchen ich mich weiterhin nicht schäme.

    Ich bin nun mal ICH, und das wird auch immer so bleiben.

    Alles was ich tat, tat Ich aus freien Stücken,

    und ich schäme mich für gar nichts.

    Jede Sucht ist auch eine Suche... meine scheint wohl abgeschlossen zu sein.

    Ich freue mich so und finde,

    eigentlich ist dies ein Grund zu feiern,

    und sicherlich keiner um sich mit sich selbst zu verkriechen.

    Mir fehlt nichts.


    Schön wäre es, ehemalige Amphetamin/Chemie-Abhängige kennenzulernen und sich auszutauschen.

    Obwohl ich (verwunderlicher Weise) echt keinerlei Suchtdruck empfinde,

    bemerke ich doch, dass ich gewisse körperliche Symptome mitbringe, welche sich wohl ganz klar auf den Verzicht des Wirkspektrums der Amphe zurück führen lassen.

    ...und ich meine...ganz ehrlich, im Grunde weiß ich ja auch eigentlich gar nicht mehr, wie sich ein ungedoppter Organismus überhaupt anfühlt 🤦‍♀️😁 haha



    Darüber würde ich mich gerne austauschen.


    In diesem Sinne,

    Bis speta Keta 🦄


    ***EDIT***


    Völlig suspekterweise habe ich z.B extreme Schwierigkeiten zu schlafen.


    In Zeiten in denen ich geistig sehr aktiv bin, schlafe ich quasi gar nicht mehr und das obwohl ich kein Amphetamin nehme. Mit Amphetamin habe ich herrlich geschlafen.

    Unglaublich gut, beinahe jeden Tag und wie EIN STEIN.


    .... die letzten 72 Stunden habe ich genau zwei Stunden geschlafen.


    Darüber hinaus furchtbare Albträume gehabt, die ich beim Amphetaminkonsum selbstverständlich auch nie hatte.

    ....Mittlerweile habe ich eine halbe Flasche Rum durch, 7 Uhr morgens und die Nächste Nacht rum, aber es ist immer noch nicht an Schlafen zu denken.


    Schlaftabletten tun mir überhaupt nicht gut... habe ich ausprobiert und deren Wirkung zieht sich noch extrem weit in den nächsten Tag hinein.

    Ich bin davon völlig verklatscht und das ist das allerletzte was ich jetzt noch will.

    .....Allerdings schlafen hin und wieder wäre auch ganz angenehm

    Jemand Erfahrung??



    Des Weiteren war ich bei einer Routinekontrolle bei einer Ärztin und diese hat mir gesagt, dass ich eine schlimme Schilddrüsenunterfunktion habe...

    Von meiner Wahl-Abhängigkeit habe ich Ihr nichts erzählt.

    Ich glaube aber auch nicht, dass sie das interessiert hätte. Sie wollte mir Tabletten aufschwatzen, die ich nun, ihrer Meinung nach, ein Leben lang zu nehmen hätte.


    Ich habe mich dafür entschieden abzuwarten.... meine Intuition sagt mir, dass diese "schlimme Unterfunktion" durch meine Suchtmittel-Abstinenz zustande kommt und sich das wieder relativieren wird.

    Trotzdem bin ich schon manchmal richtig k.o ...auf dem Fahrrad z.b. oder so.


    Früher bin ich stundenlang.

    Gefahren heute bemerke ich manchmal, dass ich schon nach 7 min völlig im Arsch bin 😆😁

    Dafür ist eine andere, erneuerlich erfreuliche, Veränderungen in mein Leben getreten!

    Ich habe hin und wieder eine körperliche Wahrnehmung, welche sich "Muskelkater" nennt.

    Jahrelang nicht mehr gespürt!


    Freue mich von Euch zu hören

  • Servus Kim,


    hier wird dich bestimmt niemand wegen deines Konsums verurteilen, warum auch, die meisten haben irgendwie ihr Päckchen zu tragen.


    Als erstes Glückwunsch für deine Entscheidung, nun ohne Droge leben zu wollen!

    Deine Beschreibung über den jahrelangen Konsum überrascht dann doch etwas, also dass du so gut wie keine Entzugs-Probleme hattest.

    Natürlich ist es nicht vergleichbar mit Alkohol oder Heroin, dennoch haben viele Entzugserscheinungen verschiedenster Art.


    Viele würden mir mitteilen, ich sei abhängig gewesen.

    Ich würde sagen, es war meine Wahl

    Das schließt sich ja nicht gegenseitig aus, würde ich mal sagen.

    Vielleicht kann man sich auf selbstgewählten Missbrauch einigen ;)


    Ich bin nun mal ICH, und das wird auch immer so bleiben.

    Alles was ich tat, tat Ich aus freien Stücken,

    und ich schäme mich für gar nichts.

    Ich denke, man braucht sich auch nicht schämen, aber vielleicht das Problem für sich anerkennen.

    Im Grunde agiert jeder Süchtige aus freien Stücken, egal in welche Richtung - Entzug oder Konsum!

    Ja, das bist du und es geht um dein ICH, doch hast du dich ja inzwischen verändert.


    Des Weiteren war ich bei einer Routinekontrolle bei einer Ärztin und diese hat mir gesagt, dass ich eine schlimme Schilddrüsenunterfunktion habe...

    Von meiner Wahl-Abhängigkeit habe ich Ihr nichts erzählt.

    Zum Arzt gehen, wenn man lange konsumiert hat, ist eigentlich immer meine erste Empfehlung.

    Ok, ich würde aber raten, offen mit der Sache umzugehen, sonst unterbleiben ja eventuelle Untersuchungen.

    Gewisse Mangelerscheinungen treten eigentlich bei Langzeitkonsumenten so gut wie immer auf, aber schon bei Blutuntersuchungen müssen ja viele spezielle Ergebnisse separat abgefragt werden.

    Was hat dich daran gehindert, mit der Ärztin offen zu reden?

    Schlechte Erfahrungen?


    Das mit der Schilddrüse würde ich von einem Facharzt abklären lassen!

    Sollte sich aber die Erstdiagnose bewahrheiten, dann liegt die Aussage mit dauerhafter Einnahme von bestimmten Präparaten schon sehr nahe.

    Eine geschädigte Leber kann sich unter Umständen erholen, die Schilddrüse eher nicht, wen die Schädigung wirklich so enorm ist.

    Übrigens würden auch die von dir beschriebene Leistungsschwäche, wie auch Muskelkater, gut als Symptom passen :P


    Wen ich es auch nachvollziehen kann, dass du dich mit Rum zuschüttest, das kann ja nicht längerfristig die Lösung sein.

    Das ist auch der Punkt wo ich noch nicht ganz folgen kann, dass du eben nach 4 Wochen Abstinenz immer noch so extreme Erscheinungen hast.

    Nicht schlafen können, ist für mich eines der schlimmsten Entzugssymptome, auch das sollte unbedingt ärztlich abgeklärt werden, wenn es nicht schnell abklingt.


    Was machst du denn sonst so, also Job oder Familie usw.?


    So oder so, es wird noch einige Zeit dauern, bis sich Körper und Hirnchemie einpendeln.

    Weiter viel Erfolg beim Clean-Bleiben!

  • Hey..... vielen dank für deine Antwort :) Also ich habe im Grunde, muss ich gestehen, eine sehr ambivalente Beziehung generell zu Ärzten, Doktoren, der Schulmedizin und generell allen "staatlichen" Institutionen.

    Ich weiß nicht warum das so ist, wahrscheinlich liegt das daran, dass ich einfach nie war wie Andere und auch nicht mit mir klar kam..... und dann wohl erstmal abgelehnt habe, was mich sowieso nicht "versteht".

    Im Grunde ist das total ambivalent, weil ich "Sie" ja auch nicht verstanden habe und mit meinem Verhalten dann in einen Schutzmechanismus gegangen bin.

    Auf gut Deutsch, bin ich einfach weggelaufen, vor der konkreten Auseinandersetzung, mit mir Selbst.


    Und dass ich mich mit Rum überschütte, oder zumindest das so wirkt, ist wahrscheinlich auch nur eine Schutzhaltung.

    Das wirkt bestimmt sehr unsympathisch und ich bin dankbar, dass du mich darauf hinweist.

    Das sollte überhaupt gar nicht so sein.

    Es liegt mit Sicherheit daran, dass auch in meinem Verhalten gegenüber Involvierten immer eine gewisse schützende/abwehrende Grundhaltung integriert war.

    Wenige Kontakte und Bekannte von mir, selbst diese, die selbst Feiern gegangen sind, haben so viel konsumiert wie ich.

    Interessanterweise kenne ich mehr Mädchen als Männer, die auch im Dauerkonsum waren und quasi den Konsum ganz regulär in den Alltag integriert haben.

    Ich habe das manchmal Selbst-Medikamentation genannt.


    Ich bin halt im Gegensatz zu vielen Anderen, immer gerade damit gegangen und habe mir dabei auch ganz bewusst angeguckt was ich da mache.

    .....und ich habe unter meinem Konsum psychisch nicht gelitten, bzw. waren mir die negativen Aspekte, genauso wie die positiven Aspekte bewusst.

    Es gab immer mal Phasen, wo ich z.B nichts bekommen habe, und das der Preis des Konsums hoch war, wusste ich immer dann, wenn wieder was da war..

    Gerade emotionale Wahrnehmungen wurden wieder abgeschwächt.

    Das hatte einen sehr lindernden Aspekt, aber mir war auch klar, dass ich SO in der emotionalen Farbpalette meines Seins krass eingeschränkt war.

    Nicht so wie "schwarz-weiß" aber vielleicht höchstens so wie "Blau-Rot-Gelb" und das war's.

    Aber das war lange Zeit auch nötig.

    Ich hätte sonst mein Leben nicht leben können.


    Ich glaube, dass ich mich psychologisch einfach extrem weiterentwickelt habe. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass lch heute so gerne ohne Amphetamin lebe.

    Gewisse Traumata konnte ich überarbeiten und Heute bin ich froh über meine neue Gefühls-Farbpalette.

    Ich bin dankbar dafür, dass ich wieder alles fühlen kann, ohne dass es mir weh tut, oder mir "Schäden zufügt"

    Als ob Ich blind war, und wieder sehen kann. So fühle ich mich.


    Emotional habe ich überhaupt kein Problem mit dem Nicht-Konsum. Psychisch auch nicht.

    Tatsächlich ist dieses nicht-konsumieren für mich genauso selbstverständlich im Denken, und überhaupt kein Thema, wie vor zwei Monaten der Dauer-Konsum für mich kein Thema war.

    Mein nicht-Konsum erscheint mir genauso natürlich, wie noch vor zwei Monaten mein Konsum. Frag mich nicht. Wunderheilung.


    Es sind tatsächlich nur die körperlichen Themen, die Mich jetzt begleiten....

    Meine Körperlichkeit, die ich jetzt wahrnehme oder "anders wahrnehme" als früher.

    Möglich ist es ja auch, dass ich mich einfach erst daran gewöhnen muss, nicht den ganzen Tag dauer gedopt zu sein.... Auf Speed ist alles möglich.

    Oder auch nicht.

    Ich konnte vier Tage wach sein.

    Musste ich aber nicht.

    Jetzt ist das irgendwie anders.

    Ich bin gezwungen dazu, wach zu sein, und das nimmt mich schon ein bisschen mit....

    Selbst wenn ich nach drei Tagen wach einschlafe, wache ich alle zwei Stunden auf und bin, wenn ich aufstehe, absolut gerädert, nur um dann mit Pech wieder drei Tage nicht schlafen zu können.


    Aber ich finde es ehrlich gesagt sehr interessant, dass du schreibst, dass es auch Anderen Süchtigen so geht.

    ...Und wahrscheinlich sprichst du da ja von Abhängigen jeglicher verschiedener stoffbezogener Süchte?!

    Ich will mich jetzt nicht schon wieder anmaßend anhören, aber tatsächlich habe ich mich noch nie mit dem Thema "Sucht" an sich auseinandergesetzt.

    Weil ich nie nach Lösung dafür gesucht habe, meinen FREIWILLIGEN MISSBRAUCH (schön gesagt übrigens 😚) zu beenden, habe ich mich auch nie mit Suchtmittel-Entzug an sich auseinander gesetzt.

    Ich bin immer, wie gesagt, clean damit gewesen und hatte auch nie das Gefühl, unter allen möglichen, mir vorhandenen Optionen, eine schlechte Wahl gewählt zu haben.

    Im Gegenteil.

    Ich war und BIN mir immer(noch) 100% sicher (gewesen), das richtige zu tun für mich und wäre es nach mir gegangen, hätte ich bis zu meinem Lebensende weiter konsumiert.

    Vielleicht kann ich ja gerade deswegen heute so gut von meiner Sucht "weggehen", weil ich Sie nie als eine solche gesehen habe, und meine Abhängigkeit und Mich, deswegen auch nie verurteilt habe.


    Demnach:

    Ist es also TATSÄCHLICH ein verbreitetes Phänomen, das, gleich dem Konsummittel an sich, ein ehemaliger stoffbezogener Süchtiger Schlafprobleme mitbringt und nicht schlafen kann?

    Und das geht heroin-konsumenten genauso wie auch Alkoholikern auch z.B? Interessant. Wie lässt sich das erklären?


    Zu der "Routineuntersuchung" nur kurz zwei Sätze.

    Ich hatte hier nachts starke Schmerzen in der linken Brustseite, und nachdem in der nächsten Nacht auch mein Arm taub wurde, hatte ich mich dazu entschieden ins Krankenhaus zu fahren um einen Herzinfarkt auszuschließen.

    Die Ärztin hat mir mitgeteilt, dass diese Missempfindungen in meiner linken Brustseite an einer Muskel Zerrung liegen und konnte auch anhand einer Blutuntersuchung feststellen, dass ich keinerlei Herzinfarkte in der Vergangenheit hatte, zumindest hat sie mir das so erklärt.

    Während der Blutuntersuchung an sich ist dann eben routinemäßig aufgefallen, dass ich diese schlimme Schilddrüsenunterfunktion habe.

    Über meinen Konsum habe ich nicht weiter gesprochen, da ich ja eigentlich nur klären wollte, ob es meinem Herzen gut geht.

    Darüber hinaus erscheint mir die Medizinerin im Krankenhaus jetzt auch nicht unbedingt als die richtige Person, mich in derlei Weise zu betreuen.


    Meinst du, es scheint realistisch, dass ich durch den permanenten dopingkonsum mit Amphetamin dafür gesorgt habe, dass meine Schilddrüse nicht mehr arbeiten muss, weil ich mir quasi von außen die Energie geholt habe, die sonst meine Schilddrüse irgendwie selbst herbeigeführt hätte?!

    Meinst du, dass sie deswegen aufgehört hat regulär zu arbeiten ??

    Ich bin kein Mediziner und habe da wirklich nur laienhafte Vorstellungsmöglichkeiten aber ich werde deinen Rat befolgen und habe mir jetzt eine Zeitspanne von einem Monat gesetzt. Wenn ich feststelle, dass meine Symptome in einem Monat immer noch einschränken sind für mich, werde ich auf jeden Fall zu einem Facharzt gehen, und zumindest mal einen Test machen lassen.


    Wie ich mit den Ergebnissen dann umgehe, kann ich dir nicht genau sagen.

    Aber zumindest wüsste ich dann noch einmal genau Bescheid und hätte dann auch einen Ansprechpartner, mit dem ich über meinen Drogenkonsum und die Auswirkungen auf meinen Körper sprechen könnte.


    Lieben Dank noch mal für deine Nachricht und viele Grüße

  • ***EDIT***

    Ich bin im Moment arbeitslos, aber nicht inaktiv in meinem Alltag.

    Ich habe Hunde drei aufgeweckte Bulldoggen und bin viel am biken.

    Die meisten Lebensmittel organisiere ich mir über foodsharing, und fahre dahingehend oft zwei bis drei Stunden am Tag Rad.... ich habe also durchaus einen sehr aktiven Alltag, indem mir mein deutlicher Leistungsabfall schon Schwierigkeiten mitbringt 😢🤯🧐

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