Wir wünschen euch schöne Pfingstfeiertage ...

Sohn aus Langzeit Reha zurück

  • Hallo, ich bin neu hier und erhoffe mir einen Rat. Mein Sohn 26 Jahre alt ist seit gestern aus einer Langzeit Reha zurück in seine und meine Heimatstadt gekommen. In der Reha wurde schon besprochen das er nicht mehr bei mir wohnt. Bis dato hat er bei mir gewohnt, ich muss dazu sagen, das er eine Lernbeeinträchtigung hat. Nun wohnt er in einer WG, bzw. eigentlich sollte er erst in eine andere WG, da passierte aber ein schlimmer Vorfall sodas man kurzentschlossen umdisponieren musste. Diese WG wird gerade aufgebaut, er hat dort nur 1 Bett, 1 Kommode, kein Kochgeschirr, das soll aber noch alles aufgepeppelt werden. Ich möchte mich nur sehr bedingt einbringen, da ich denke das es zur Therapie dazu gehört, das er jetzt zum großen Teil alleine klar kommen muss. Er steht in WhatsApp Kontakt mit mir, und schildert auch seine Gefühle, wie weh es ihm tut das er jetzt loslassen muss. Mir tut das auch sehr weh und es fällt mir unheimlich schwer mich zurück zu nehmen. Hat jemand einen Tip wie ich da den goldenen Mittelweg finde? Er hat auch eine ambulante Betreuung und eine gesetzliche Betreuung. Danke fürs Lesen und für Hilfe


    Achso mein Sohn hat Drogen konsumiert seit 8 Jahren..

  • Hallo MelanieM,

    ich denke, Du solltest alles dafür tun bzw. ihn unterstützen, damit er in die Selbstverantwortung kommt. Ein Weg wurde von den Therapeuten schon vorgegeben, nämlich das er alleine bzw. in einer WG wohnt. Er stirbt nicht daran, wenn er zur Zeit nicht mehr als ein Bett und eine Kommode hat. Wenn er seit 8 Jahren Drogen genommen hat und noch bei Dir wohnte, kann ich mir annähernd vorstellen was bei Euch los war.

    Jetzt ist die Zeit gekommen, in der Du Dich auf Dich besinnst. Deine Zeit als alles umsorgende Mutter ist vorbei, wie bei allen anderen Eltern, wenn die Zeit gekommen ist. Abschied nehmen gehört dazu. Sowohl für Dich als auch für Deinen Sohn brechen neue Zeiten an und das ist auch gut so.

    LG

    neuerweg1

  • Vielen Dank für den Rat. Ich sehe das auch so, die Umsetzung fällt halt manchmal schwer, aber dann überwiegt das Gefühl, was ich die letzten Jahre miterlebt habe bei meinem Sohn und ich fange langsam an, kein schlechtes Bauchgefühl mehr zu haben, wenn ich z. B. von der Arbeit heim komme. Besonders schlimm waren 2 Psychosen. Das hat mich arg mitgenommen, es fällt mir auch nachwievor schwer, das Vertrauen wieder zu haben. Ich denke aber, jetzt ist er auf einem guten Weg und es gibt Menschen die kümmern sich, so das ich mich auch mal um meine eigene Gesundheit kümmern kann.

  • Ich habe zwar keine Erfahrungen in der Richtung (also bin keine direkt betroffene nahe Angehörige von jemandem der jahrelang Drogen konsumiert hat) aber ich könnte mir dennoch vorstellen das es dir vielleicht etwas bringen könnte zu einer Beratung/Beratungsstelle für Angehörige zu gehen, vielleicht auch etwas in der Art "Selbsthilfegruppe" für Eltern/Angehörige?

    Je nachdem wo du bist gibt es sowas auf jedenfall 😊 Vielleicht wäre das einen Versuch wert, so als Unterstützung "nur für dich" , da du ja wie du berichtet hast schon einiges geleistet und mitgemacht hast für/mit deinem Sohn, wäre das vielleicht hilfreich und informativ.

    Schönen Abend

  • Ja, es ist gut so, wenn Du Dir immer wieder vor Augen führst, was es bedeutet, wenn alles wieder in alte Fahrwasser führen würde. Deswegen ist es wichtig, konsequent zu bleiben. Und höre ganz genau auf Dich, wenn Dein Sohn Dir schreibt. Mein Sohn meinte damals auch, dass wir doch so ein gutes Team waren, nachdem ich ihn vor die Tür gesetzt hatte und er damit komplett auf sich zurückgeworfen wurde. Natürlich hat er anfangs versucht, alte Zustände wieder herzustellen. Aber dazu gehören zwei.

    Und ganz genau, er ist jetzt in den richtigen Händen. Er braucht auch unbedingt die Profihände.

    Bleib dran Dir ein eigenes Leben aufzubauen - Gesundheit, Freunde, Hobbys, Reisen...was auch immer Du gerne getan hast. Das funktioniert auch nicht von heute auf morgen, sondern braucht seine Zeit das herauszufinden.


    neuerweg1

  • An eine Selbsthilfegruppe hatte ich auch schon gedacht, jetzt ist es so, da ich hier vor Ort im Gesundheitswesen arbeite und es mir unangenehm ist, wenn ich dort auch Menschen begegne die mich kennen und ev. Dann auch meine Geschichte. Ich müsste dann mindestens 20 bis 30 km fahren in den nächsten Ort.

    Es hilft mir aber schon sehr mich hier auszutauschen und ich weiß auch das Ich selbst es in der Hand habe, auch konsequent zu sein. Ich hatte anfangs ein richtig schlechtes Gewissen, meinem Sohn die Pistole auf die Brust zu setzen und das in der Therapie, das er anschließend nicht mehr bei mir wohnen kann und darf. Trotz anfänglicher richtig schlimmer Diskussionen und Pöbelei hat er es dann doch begriffen. Manchmal fühle ich mich dann doch schlecht und habe Angst das ich auch in *alte Muster* zurückfalle. Ich arbeite an mir :)

  • Ich finde, das hast Du super gemacht. Gerade weil er in Therapie war, ihm zu sagen, dass es danach anders läuft, die Weichen neu gestellt werden. So konnte es dort besprochen werden.

    Ich dachte, das war eine "Ansage" der Therapeuten.


    Ich bin fest davon überzeugt, dass Du Deinen Sohn damit wirklich unterstützt. Es tut weh und zwar auf beiden Seiten. Das war bei uns auch nicht anders. Jetzt ist es mittlerweile mehrere Jahre her und meinem Sohn geht es gut und zwar sehr gut. Er studiert , lebt sein Leben mit seiner Lebensgefährtin. Die "alten Leute" gibt es schon lange nicht mehr in seinem Leben. Das Ganze ist ein Prozess und es ist klar, dass es anfangs noch ruckeln kann im Getriebe.


    Es ist gut, dass Du Angst hast in "alte Muster" zurückzufallen. Dann passt Du gut auf, dass das nicht passiert. Ich bin mir sicher, hier wirst Du immer Antworten bekommen, wenn Du mal unsicher bist und Rückenstärkung benötigst.

    Weiter so...Du bist eine tolle Mutter, solltest Du das nicht wissen. :3:


    LG

    neuerweg1

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