Keine Ahnung, wie ich so doof sein konnte.

  • Hi Leute,

    Vielleicht kann mir hier jemand helfen🍀🍀🍀

    Ich bin Anfang 40. Bis zum Alter von 22 Jahren war ich 6 Jahre lang schwer heroinabhÀngig. Auch ansonsten habe ich alle möglichen Drogen genommen.

    Danach hab ich eine Therapie gemacht und bin jetzt seit 20 Jahren clean. 10 davon habe ich nicht mal Alkohol getrunken. Es gab in diesen 20 Jahren nur einen einzigen RĂŒckfall mit Heroin und Kokain, als mein Bruder gestorben ist. Der RĂŒckfall lief aber nicht lange und ich konnte mich recht schnell wieder von dem Zeug befreien.

    Seit ca. 5 Jahren trinke ich allerdings wieder ab und zu Alkohol, aber ich hab das echt gut im Griff und es artet nicht aus.

    So, nun zu dem Mist, den ich gebaut hab🙄🙈

    Ich arbeite in der Pflege und dort haben wir seit ein paar Monaten einen Patienten im Palliativzustand. Er ist ĂŒber 75, hat Krebs im Endstadium und deswegen bekommt er Oxycodon.

    Ich wusste ĂŒber diese Droge / dieses Schmerzmittel natĂŒrlich Bescheid. Opiate waren immer meine grĂ¶ĂŸte Schwachstelle.

    Naja es mussten dann einige der Pillen entsorgt werden (wurden angesetzt wegen einer Dosis Erhöhung) und ich hatte den Auftrag, das zu tun. Da hat's voll bei mir ausgesetzt und ich hab die einfach eingesteckt und dann die ganze Woche tĂ€glich 5-10 mg genommen.😏

    Die Wirkung war genau mein Ding. Ich liebe Opiate generell und konnte etwas GlĂŒck, das GefĂŒhl, in Watte verpackt zu sein und Zuversicht gerade gut gebrauchen.

    Meinem Freund habe ich nach etwa 4 Tagen bereits eingeweiht. Er selbst hatte noch nie mit Drogen zu tun. Ich hab noch eine Tochter, 10. Die hat bisher zum GlĂŒck noch rein gar nichts mitbekommen.

    Ich hatte meinem Freund dann versprochen, nach dem Riegel aufzuhören. Habe dann auch nix mehr angefasst, naja der RĂŒckfall hat TĂŒr und Tor fĂŒr andere Drogen geöffnet, aber oxys habe ich tatsĂ€chlich eine Woche ca nicht wieder angefasst.

    Dann hab ich neue im Darknet bestellt, die Gier war einfach zu groß. Nun nehme ich seit anderthalb Wochen tĂ€glich 10-30 mg ein.🙄 Hinter dem RĂŒcken meines Freundes - er weiß von nix. Ich bin einfach auch absolut angefixt von dieser Wirkung.

    Ich muss da unbedingt wieder runter! Ich habe mir so mĂŒhsam mein jetziges Leben aufgebaut, geh ganz normal arbeiten, liebe meine Familie und meinen Job, auch wenn es gerade alles ein bisschen schwierig ist, ich möchte dieses Leben unbedingt!

    Das wirdf sicher alles kaputt gehen, wenn ich jetzt so weitermache.🙈đŸ„ș Und jetzt bekomme ich es sicher noch viel leichter wieder hin, als wenn ich das noch lĂ€nger laufen lasse.

    Meint ihr, ich bin schon körperlich abhĂ€ngig? Mein SuchtgedĂ€chtnis könnte schon dazu beitragen natĂŒrlich.

    Ich hab jetzt vor ein paar Tagen versucht, die Oxys einfach wegzulassen und das auch anderthalb Tage lang geschafft. Da hatte ich dann extrem Husten, Gliederschmerzen und so.

    Ich weiß jetzt aber nicht, da ich eh erkĂ€ltet war, ob das oxycodon die ErkĂ€ltung unterdrĂŒckt hat und die Symptome dann wiedergekommen sind oder ob es anders herum ist und ich die Symptome ohne oxys gar nicht hĂ€tte.

    Ich packe es auch einfach gerade null, willensstark zu bleiben. WĂŒrde mich generell schon als willensstark sehen, sonst wĂ€re ich ja auch nicht so lange clean...aber ich hab privat gerade auch unheimlich viele blöde Baustellen, viel Stress im Leben und ganz schön Craving oft.

    Wie komme ich da nun möglichst schnell wieder von weg? Ich kann definitiv nicht in eine Entgiftung wegen meiner Tochter. Ich liebe auch meinen Job und will den auf keinen Fall verlieren.

    Was kann ich tun? Gibt es was, mit dem ich das ausschleichen könnte? Gerne auch psychische Tipps wegen dem Craving. Ich habe gelesen, Lyrica soll wahre Wunder wirken. Ich habe auch Zugang zu Benzos, weiß aber nicht, ob es eine gute Idee wĂ€re, da eine Suchtverlagerung zu betreiben.

    Vielen vielen Dank fĂŒr's Lesen und fĂŒr eure Hilfe 🙌

  • Servus Jana22

    Ich denke du hast 3 Möglichkeiten!

    Erstens, du machst nichts und machst einfach weiter ...

    Zweitens, du machst selbst einen Entzug, der vermutlich nicht total extrem werden wĂŒrde. Das Risiko erneuter RĂŒckfĂ€lle ist dabei aber enorm hoch, aber das weißt du ja.

    Drittens, du gehst umgehend stationĂ€r und gehst auch die nötige Entwöhnung mit professioneller UnterstĂŒtzung.

    Ich wĂŒrde letzteres empfehlen, fĂŒr deinen Sohn gibt es immer irgendeine Lösung, z.b. dein Freund? Wegen deinen Job wĂŒrde ich mir keine großen Sorgen machen, es muss ja keiner wissen, das zum Teil Medis vom Job kommen.

    Deine Situation ist mir sehr gut bekannt, ich war auch Mal knapp 12 Jahre Clean und hatte dann einen RĂŒckfall mit H. Deswegen sage ich ja oder empfehle, dass du jetzt alles mit Hilfe sowie Profis machst. Eigenversuche verschwenden viel Kraft und Energie, leider auch oft ohne Erfolg.

    Manchmal muss man ehrlich zu dich sein und unangenehme Wege beschreiten. Einen ersten super Schritt hat du hier ja unternommen, bitte setz da umgehend an und geh es richtig an.

    Werde morgen Vormittag gerne weiter antworten, wenn deinerseits Interesse besteht.

    Gute Nacht!


    Ach, ganz vergessen, du bist nicht blöd:exclamation_mark::exclamation_mark:

    Du bist Suchtkrank, solche Dinge passieren ...

    Nur solltest jetzt einsehen, es braucht eine sofortige Aktion, weiter warten macht alles nur schlimmer.

    Einmal editiert, zuletzt von Franz (22. Februar 2024 um 20:59) aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Franz mit diesem Beitrag zusammengefĂŒgt.

  • Hallo Jana,

    du scheinst in deinem Leben schon viel durch gemacht zu haben und ich kann verstehen, wenn du momentan die Angst hast, alles durch deinen RĂŒckfall zu verlieren. Dass du bereits körperliche Entzugserscheinungen hast, ist tatsĂ€chlich möglich und sollte dich dazu veranlassen, sofort die Reißleine zu ziehen. Wie Franz schon geschrieben hat, ist der Weg in eine Entgiftungsklinik vermutlich der vernĂŒnftigste Weg. Ich kann nachvollziehen, dass die HĂŒrde gerade sehr hoch fĂŒr dich ist, da dein Kind und dein Job die Sache verkomplizieren. Aber hinsichtlich deiner Vergangenheit rate ich dir dringend deine Gesundheit zu priorisieren.

    RĂŒckfĂ€lle "gehören" leider zu einer AbhĂ€ngigkeitserkrankung dazu und können viele Auslöser haben. Stress ist dabei, in welcher Form auch immer, ganz vorne dabei. In deiner Therapie hast du damals sicher Strategien gelernt, wie du in solchen Situationen handeln sollst. Vielleicht hilft es dir, in Ruhe und mit etwas Zeit dein Wissen von damals wieder ins GedĂ€chtnis zu rufen. Wenn du das GefĂŒhl hast, du schaffst das nicht, gibt es möglicherweise eine Suchtberatungsstelle in deiner NĂ€he, wo dir professionelle UnterstĂŒtzung suchen kannst.

    Kurze Info zu mir: Ich gehöre zu einem Team professionelle Sozialarbeiter*innen, die aufsuchend im Netz unterwegs sind. Dabei versuchen wir User*innen unterstĂŒtzend und beratend zur Seite zu stehen, im Besonderen zum Thema Sucht und Konsum. Unser Angebot ist selbstverstĂ€ndlich kostenfrei und anonym.

    Liebe GrĂŒĂŸe

    Lena

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