• Hallo :slightly_smiling_face:

    Ich hatte viele Gründe, mich von meiner bisherigen Lebensweise zu distanzieren. Ich will auf keine Tränendrüse drücken, aber es war schon heftig.

    Heißt für mich also, dass ich meine inneren Überzeugungen überprüfe und Einiges neu bewerte, um in Zukunft ohne Drogen zurecht zu kommen. Ich bin zwar schon 44, habe aber erst die Hälfte "rum".

    Ich habe allerdings auch den Vorteil, sehr wenig Stress zu haben und bei meiner beruflichen Umorientierung viel Unterstützung zu bekommen.

    Es ist nämlich sicher viel dran, dass die Welt so ist, wie man sie wahrnimmt. Und ein "ich nehme es halt so wahr" ist für einen selbst nicht immer weiter bringend. Sind die Dinge ungerecht, aber wirklich nicht zu ändern, muss man sich damit arrangieren, um sich selbst einen Gefallen zu tun.

    Ich habe mich von einigen Dingen sehr ärgern lassen und von anderen einschüchtern. Ich wusste das zwar gut zu überspielen, will es aber überhaupt nicht mehr. Und ich bin mit jedem Tag sicherer, dass es geht.

    Genauer hinzugucken, woran das liegt und was ich mir dabei bisher nicht eingestanden habe, ist teilweise ganz schön schmerzhaft. Aber nur durch Nichtrauchen wird ja nix besser. Und dass ein Süchtiger keine emotionalen Probleme hat, braucht mir ehrlich gesagt keiner erzählen. :smiling_face_with_sunglasses:

    Ich bin ganz allein, und nichts fehlt mir. Es gilt zwar als Tristesse per se, kontaktarm zu sein, aber ehrlich gesagt ist es gerade wirklich schön.

    :balloon: Ninja

  • Hey Ninja,

    herzlichen Glückwunsch zur Eröffnung deines eigenen Themas. Wie du schon woanders geschrieben hast, ist Cannabis auch deine Droge. Was uns zu verbinden scheint, ist der Konsum über Jahrzehnte. Wie ich schon mehrfach erfahren musste, mangelt es bei mir an Durchhaltevermögen und der Bereitschaft, mich in einem Leben ohne Konsum einzurichten. Ich täusche mich selbst, in dem ich mir einrede, dass seit 1992 das Cannabis Teil meines Lebens ist und es ohne einfach nicht geht. Zweifellos hat der Konsum eine Funktion in meinem Leben, bislang ist es nicht gelungen, anstelle des Konsums etwas anderes zu etablieren. Jede Rückkehr in den Konsum hat sich für mich wie eine Erleichterung angefühlt, ein Wieder-zu-Hause-ankommen! Und darin liegt die ganze Problematik begründet. Ich kiffe nicht, da ich stur bleibe und es mir einfach verbiete. Gleichzeitig bin ich aber in meinem tiefsten Inneren nicht davon überzeugt.


    BUD

  • Hallo Bud,

    ehrlich gesagt weiß ich bei dir nicht, warum du aufhören willst. Ich werde bisher den Eindruck nicht los, dass du aus reinem Pflichtgefühl aufhörst. Dann ist es kein Wunder, wenn nichts Spaß macht, oder? Ich schätze, nach dem Cut mit dem Konsum brauchst du irgendetwas Neues in deinem Leben, in was du dich quasi reinsteigern kannst. Denn ich habe auch den Eindruck, dass du dich ganz schön langweilst, so generell.

    Ich habe mir zum Beispiel angewöhnt, morgens ein paar "Mountain Climbers" zu machen, um meinen Hang, ohne Gras durchzuhängen, gleich auszutricksen. Laufschuhe sind unterwegs. Sport ist ein wirklich hervorragender Ersatz für die weggefallene andere Quelle für Glücksgefühle.

    Oder oder oder... Man sollte jedenfalls schätzen, was man Gutes hat. Und bei einer Frau, die so standhaft zu dir hält, und zwei Töchtern, würde ich das bei dir einfach mal unterstellen. :slightly_smiling_face:

    Manchmal schwenkt die Stimmung dann eben wieder um, und man sieht nur das Schlechte. Und das blöde ist, man braucht tatsächlich andere Strategien als auf Droge, um damit klar zu kommen.

    Ich sehe so eine (durchaus mal geile) Welt im Dauerrausch als eine schöne Welt, die aber von einer weniger schönen umhüllt ist, als eine Art Bubble. Die Elemente aus beiden "Welten", die einen weiterbringen, jeweils rauszufiltern und zu vereinen, ist anstrengend und nichts, was jemand einem abnehmen kann.

    Aber wie gesagt, einfach den Joint weglegen, der Versuchung zu wiederstehen, kurz rüber nach Holland zu fahren (was ich übrigens auch gut kenne), damit ist noch nicht viel erreicht. Der Rest ist individuelle Kopfsache und die eigentliche Hauptarbeit.

    Du hast einmal geschrieben, sobald du den Kopf wieder oben hattest, hast du meistens wieder konsumiert. Was hatte deinen Kopf denn aufgerichtet - und was lässt ihn wieder sinken? Wenn du vielleicht doch wirklich aufhören willst, solltest du dich das wirklich selber fragen.

    Viel Glück! Und Kopf hoch -

    Ninja

  • Hallo Ninja,

    Ich schätze, nach dem Cut mit dem Konsum brauchst du irgendetwas Neues in deinem Leben, in was du dich quasi reinsteigern kannst.

    Genau das ist mir nie gelungen.

    Und das blöde ist, man braucht tatsächlich andere Strategien als auf Droge, um damit klar zu kommen.

    ... oh ja! Schlechte Stimmung ist ein großes Thema für mich. Plötzlich Launen zu empfinden, Frust auszuhalten, Niederlagen wegzustecken, Ablehnung und Unsicherheiten zu bewältigen ist nüchtern eine Riesenherausforderung für mich. Als Konsument war es so einfach, sein emotionales Gerüst stabil zu halten. Es gab einfach kaum Ausschläge auf dem Stimmungsbarometer, weder noch oben noch nach unten. Wut und Enttäuschung sowie viele weitere menschliche Erregungszuständen erlebe ich nun völlig "ungefiltert und hautnah". Das fällt mir wirklich schwer.

    Ersatz für die weggefallene andere Quelle für Glücksgefühle.

    Diesen Ersatz brauche ich unbedingt, damit meine Abstinenz von Dauer sein wird. Ich beobachte mich derzeit sehr genau und stelle fest, dass ich im Zuge der Cannabis-Teillegalisierung noch ständig mit der Wieder-Aufnahme des Konsums liebäugle. So versuche ich auszurechnen, ob ein Joint pro Woche mich meinen Führerschein kosten könnte. Nach ca. acht Stunden hat ein Konsument, der nur einmal die Woche einen Joint raucht, die neue Höchstgrenze von 3,5 ng THC im Blut schon wieder unterschritten. Mir ist aber gleichzeitig klar, dass ich als (ehemaliger) Dauerkonsument damit eh nicht zufrieden sein werde. Als Süchtiger stehe ich ja am liebsten den ganzen Tag unter Einfluss von THC, mit möglichst hohem THC-Gehalt.

    LG

    BUD

  • Hallo Bud.

    Hm...

    Also, wenn es dir nur um den Führerschein geht und sonst anscheinend ziemlich egal ist, könntest du dich mal bei BeFox umgucken. Es sind etwas teure Nahrungsergänzungsmittel. Ganz so viel könntest du damit auch nicht konsumieren, und die Ernährung müsste auch passen, aber dann ginge es dir bestimmt besser. :face_with_tears_of_joy::white_flag:

    Ich hoffe, jetzt nicht aus dem Forum zu fliegen. Mir fällt nur dazu nix mehr ein. :face_with_hand_over_mouth: Sorry. Aber ohne einen interessanteren Grund aufzuhören als der Angst vor Bestrafung laufen meine Synapsen auch leider ins Leere...

    Ninja

  • Hallo Bud,

    ich finde meine Antwort im Nachhinein ziemlich flapsig und wollte mich bei dir entschuldigen. Du quälst dich ja wirklich ganz schön herum.

    Ist deinem Verdacht auf ADHS eigentlich nachgegangen worden? Hältst du es für möglich, dass der 17jähringe Junge, der du am Anfang des Konsums warst, dir nicht vielleicht doch mehr Aufschluss über deine Neigung bieten könnte? Ich meine, natürlich führst du heute ein anderes Leben, aber die Ängste usw. sind vielleicht noch von damals, denn soetwas schleppt man ewig mit sich herum.

    Bei mir ist das auf jeden Fall so. Es war wirklich ätzend, was ich da vor mir selbst verborgen hielt, wiederzusehen, aber heilsam, quasi von inner heraus. Mein Sucht-Ich war ein Konglumerat aus faulen Kompromissen, die mir letztlich geschadet haben ...

    Frag dich vielleicht mal, warum du dir einredest, du verlierst deine Frau, wenn du kiffst, oder auch, wenn du mürrisch bist. Frag sie, warum sie an dir dran bleibt, und genieße ihre Antwort! Jedenfalls kann ein komplett langweiliger Mensch nicht das erreicht haben, was du hast. :winking_face:

    Vor allem vergleich dich nicht mit ihr oder überhaupt mir Anderen! Du brauchst mehr Zeit für dich als der Durchschnit , aber das wird dein Umfeld akzeptieren müssen. Wenn diese Zeit aber mit schlechtem Gewissen verbracht wird, hat keiner was davon. :face_without_mouth:

    Ich habe mir alle deine Beiträge unter "diesmal für immer" in Ruhe durchgelesen und habe den Eindruck, du willst dich unbedingt mit dir selbst beschäftigen, weil du weißt, dass da der Schlüssel liegt, stehst aber gleichzeitig vor einer Riesenmauer aus Selbstabwertungen und Zweifeln - die du hinnimmst und sogar ausbaust. Stopp das! Klug genug bist du schon, denke ich. Und das menschliche Gehirn lernt ein Leben lang dazu. Therapeutische Begleitung würde dir vermutlich helfen, um deinen Gedanken und Gefühlen fokussierter Raum zu geben.

    Alles Gute :sloth:

    Ninja

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