Hallo.....
zunächst möchte ich mich vorstellen. Bin schon länger angemeldet, muss das aber dringend nachholen.
Mein Name ist Amelie.
Ich bin 42 Jahre alt, Mama von 3 Kindern, verheiratet und selbstständig mit eigener Praxis.
Keine Ahnung ob man so ins Detail gehen darf/soll/muss, aber das hilft vielleicht zur Vervollständigung meiner Geschichte.
Ich versuche es natürlich so gut wie möglich abzukürzen.
Bin seit ich 14 bin immer wieder von zu Hause raus und hab mich im Alkohol und kiffen wieder gefunden. Drogen aller Art aber nie die "harten" oder Spritzen.
Seit 2010, also seit 15 Jahren bin ich trocken. Ich war nämlich irgendwann Spiegeltrinker so wie meine Eltern. Bis zu einer Wodka Flasche oder 3-4 Weinflaschen am Tag mussten es sein.
In der Therapie (1 Jahr, anschließend noch mit Adaption und Clean WG) wurde ADHS festgestellt. Die Medikation nehme ich seitdem regelmäßig und lasse sie auch zeitweise mal weg (also keine Sucht Symptomatik seitdem auf diese Substanz).
Nach der Therapie habe ich meinen Mann kennengelernt und habe meine Kinder bekommen. Ausbildung und Studium nachgeholt. Alles toll!
Bis ich dann die Codein Tropfen genommen habe vor ca 7 Jahren. Aufgrund von Grippe.
Es wurde immer mehr. Mittlerweile (akut seit 3 Jahren) nehme ich DHC 20 Stück (a 60mg) also 1200 mg retard Tabletten pro Tag und kann nur nicht arbeiten wenn ich auf Entzug bin (also sie nicht bekommen kann). Ich habe sie aktuell gut verteilt auf 5-5-5-5 Tabletten pro Tag.
Damit ich wenigstens schon mal eine Übersicht oder Regelmäßigkeit habe, falls ich doch runtergehen sollte.
Ich weiß nicht ob ich hier sagen darf/möchte woher ich sie habe. Aber das tut erstmal nichts zur Sache.
Da ich nun seit einiger Zeit meine eigene Praxis habe und das auch so bleiben soll und ich einfach nicht mehr kann und will, möchte ich weg von dem Zeug.
Ich habe noch nie wirklich den Versuch gestartet runter zu dosieren obwohl ich schon diese Excel Tabelle mit dem 7% reduzieren habe. Nach 3 Tagen fehlt mir bereits die Disziplin. Ich denke nicht nach oder vergesse ob ich bereits die Dosis genommen habe... Und zack habe ich wieder zuviel genommen.
Deshalb ist erstmal der Gedanke an einen kalten Entzug vorhanden.
Ich bin nicht privat versichert, würde aber auch in eine private Klinik gehen und alles selbst bezahlen. Das ist mir wirklich egal.
Ich will nur dass ich eben die richtigen Medis bekomme (zum Beispiel bei Durchfall, zum schlafen etc) wenn ich sie brauche. Ich will unbedingt die Nachsorge machen. Aber eben ambulant. Die privaten Kliniken (hab schon viele angerufen) sagen, dass ich dort jeden Tag Therapie habe. Wie denn das, wenn es mir so schlecht geht?
Und jetzt komme ich auch endlich zu meiner Frage:
Wird man besser in einer privaten Entzugsklinik behandelt? Oder ist das völlig egal? Hat jemand Erfahrung und Vergleiche?
Wie ist es mit einem Entzug von 5 Tagen in dieser pro adict Klinik?
Wer von euch war in einer Betty Ford?
Ich weiß, das es beim Entzug völlig egal ist, und dass mir selbst das in dem Moment auch völlig wurscht sein wird, aber ich stehe gerade eben vor dieser Entscheidung und hoffe auf etwas Input.
Oder ist es tatsächlich das allerbeste die Arschbacken zusammen zu kneifen und runter zu gehen? Wie konntet ihr das so steif und regelmäßig durchziehen wenn mal eine Herausforderung im Alltag dazu kam?
Ich glaube ja fast, dass ein Entzug leichter wäre als runter zu dosieren. So viel Disziplin auf so lange Zeit? Ich trau mir da selbst nicht. Und dann habe ich auch wieder so viel Zeit verloren, falls es schief geht....
Ihr könnt es raus lesen.... Es muss was passieren und ich weiß nicht welchen Weg ich gehen soll. Woher wusstest ihr das es der richtige ist? Runter dosieren? Oder Entzug?
Ich will unbedingt wieder frei sein. Im Entzug will ich mich gut unterstützt wissen. Ich habe auch schon große Panik davor. Aber ich will da jetzt unbedingt durch. Ich war schon mal im Leben. Und da will ich wieder hin! Ich glaube das es bei mir hauptsächlich der körperliche Entzug ist der mich vom davon abhält Medikamentenfrei zu leben.
Andererseits ist es unglaublich verlockend nicht so lange Zeit weg von meiner Familie zu müssen (alle wissen übrigens Bescheid und unterstützen mich). Und das mit dem runter doieren durchzuziehen.
Das wäre bei mir nur innerhalb von einem oder mehr Jahren möglich.
Ich danke euch fürs Lesen. Wenn ihr Fragen habt, immer gerne. Jetzt ist es zumindest mal raus. Hab lange überlegt... Ob ich hier schreiben soll.
Ich weiß auch nicht genau was ich erwarte, aber ich hoffe auf irgendwelche Inputs oder Erfahrungen. Vielleicht auch ein Perspektivwechsel oder so....
Ich schicke beste Grüße und eine gute Restwoche an alle!