Cannabis Entzug 1 Woche

  • Hallo zusammen,

    dass ist mein erster Beitrag jemals in einem Forum und ich möchte euch erzählen wie mein Entzug aussieht und gleichzeitig fragen, ob jemand schon ähnliche Erfahrungen hatte.


    Erstmal zu mir ich bin mittlerweile 25 und habe ca. mit 16 angefangen zu kiffen. Seit dem ich 18 bin habe ich jeden Tag gekifft und vielleicht 3 phasen in denen ich mal für 2 Wochen aufgehört hatte. Die letzten 7 Jahre habe ich quasi jeden Tag gekifft ununterbrochen und auch mit hohem THC Anteil. Nach dem ich letztes Jahr schon zig male aufhören wollte, aber nicht mal 1 Tag durchgehalten habe, habe ich dieses mal die erste Woche ohne Gras hinter mir und bin erstaunlich überrascht, dass es diese mal ohne Probleme geklappt hat ( vllt. habe ich jetzt auch endlich mal kapiert, dass ich es nicht mehr brauche bzw. möchte).

    So jetzt habe ich 1 Woche hinter mir und möchte bis dato auch gar kein Joint mehr rauchen, was sehr positiv ist.

    Nun meine Frage an euch zwecks Entzug. Symptome wie Schwitzen, nicht einschlafen ist mir klar und dass halte ich auch aus. Mein größeres Problem ist meine Leistungsfähigkeit, seit den letzten zwei Tagen bin ich extrem Müde und kann mich gar nicht mehr wirklich konzentrieren ( ich studiere zur Zeit). Mein Kopf fühlt sich ausgebrannt aus und mir fällt es viel schwerer mich zu Konzentrieren bzw. zu lernen als mit Cannabis. Wer von euch hatte ähnliche Probleme damit und wie lange hat es bei euch gedauert sich wieder besser zu konzentrieren bzw. wann ändert sich dass und verbessert sich wieder ?

    Vorab vielen Dank für eure Antworten

    Liebe Grüße

  • Hallo sansansky,

    Ich finde deinen Weg sehr gut. Ich denke du bist an einer Gabelung in deinen Leben angelangt.

    THC ist anfangs leicht zu entziehen, zwei drei Wochen gehen bei mir auch problemlos. Dann kommen Unzufriedenheit, ruhelosigkeit und bei mir speziell- ich bin leicht reizbar.

    Ich bin 57 Jahre alt, seit meinen 20sten zähle ich medizinisch gesehen, als Polytoxikomane. Mehrfachsüchtig. Alkohol und Opiadabhängig.

    Seit 2006 bin ich trocken und clean was Codein angeht. Gras ist mein Ersatz- was jedesmal aufs Neue ein Kampf ist- es zu lassen. Ich muss zugeben, dass ich durch längere Krankheit (orthopädischen Art) mich etwas hab hängen lassen.

    Für einen Süchtigen Menschen "alarmstufe rot", den Sucht bedeutet nichts anderes wie Kontrollverlust.

    Du bist noch sehr jung, Sucht sollte keinen Platz in dein Leben bekommen. Durch insgesamt sechs Jahre soziotherapie (eine Therapieform für ganz hoffnungslose Fälle ab zwei Jahre mindestdauer bis .....) , auf jeden Fall kann man ungefähr zwei Jahre lang daran arbeiten um ein jahr Sucht wegzuarbeiten. Jetzt ist Mathematik gefragt 😅.

    Ich weiß auch dass jeder seine eigene Erfahrung machen muss um es zu kapieren und zu durchlaufen. Nach dem Motto " nur wer scheiße frisst, weiß wie scheiße schmeckt " oder so ähnlich.

    Bist du nebenbei in Gesprächstherapie oder Selbsthilfe Gruppe?

    LG Rudi

  • Hallo sansansky,

    erstmal vielen Dank, du hier so offen schreibst. Ich kann dir nicht aus eigener Erfahrung Rückmeldung geben. Aber ich arbeite schon recht lange mit jungen Leuten in der Suchtberatung und kann dir daher ein bisschen aus diesen Erfahrungen berichten. Entzugssymptomatik ist natürlich bei jeder Person ein wenig anders. Man kann sagen, je mehr, je häufiger und je länger eine Person konsumiert hat, desto länger halten die Symptome auch an. Das kann auch mehrere Monate dauern, bis alles wieder ganz abgeklungen ist. Wobei es meistens nach wenigen Wochen am schlimmsten ist und dann schon langsam nachlässt. Schlafprobleme, Appetitlosigkeit und übermäßiges Schwitzen sind wohl die häufigsten Symptome. Aber auch Nervosität/Unruhe, Gereiztheit/Aggressivität, Depressionen, Magen-Darm-Probleme, Kopfschmerzen oder Angstzustände kommen immer wieder vor. Die Müdigkeit und Konzentrationsschwäche kommt wahrscheinlich teilweise auch vom Schlafmangel.

    Vielleicht hilft dir tatsächlich auch, mit jemandem darüber zu sprechen (Beratung, Selbsthilfe, Therapeut:in). Wenn ich dir behilflich sein kann, eine geeignete Anlaufstelle für dich zu finden, schreib mir gerne. Ansonsten kann ich dir noch das kostenlose Ausstiegsprogramm "Quit the shit" ans Herz legen: https://www.quit-the-shit.net/qts

    Ich hoffe, das hilft dir schon mal ein bisschen weiter.

    Viele Grüße

    Peter vom DigiStreet-Team der Drogenhilfe Schwaben

  • Vielen Dank für eure antworten.

    Erstmal Barfly68 ich gehe in keine therapie oder so, ich bin fest davon überzeugt es diesmal auch so einfach zu lassen.

    Peter auch danke für deine rückmeldung, bis jetzt läuft alles super und ich rede viel mit darüber mit meinem Umfeld, dass hat schon geholfen und ich denke ich bin auf einem guten Weg.

    Wie schon erwähnt ich bin zur Zeit echt dauermüde und gehe erst spät schlafen, habe ich während dem konsum zwar auch, aber jetzt merk ich halt das ich sehr müde bin und mich nur daheim konzentrieren kann.


    Ich werde berichten sobald es sich gebessert hat.


    Danke euch nochmal für eure schnelle Antworten :smiling_face:

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