Jahrelang clean, aber trotzdem immer wieder das Verlangen

  • Hallöchen Zusammen!

    Ich habe vor ca. 4 Jahren täglich gekokst, ich habe es echt geliebt.

    Aber musste dann wegen meiner Krankheit, körperlichen Verfassung gezwungener Maßen aufhören .

    Hab seit 2021 nix mehr genommen, obwohl es Tage gibt wo ich mich so richtig zuballern würde, was ich aber dann nie tue.

    Kann mir bitte wer erklären, warum das Verlangen so stark ist, obwohl es so lange her ist?

    Danke euch.lg

  • Jassy85 18. Februar 2026 um 23:34

    Hat den Titel des Themas von „Jahrelang clean, aber trotzdem immer wieder sas Verlangen“ zu „Jahrelang clean, aber trotzdem immer wieder das Verlangen“ geändert.
  • Huhu, ich habe leider keine Erfahrungen mit Koks daher kann ich dir da nicht wirklich was zu sagen. Ich habe länger geraucht und bin seit 7 Jahren davon weg und habe erst seit 2 Jahren so gut wie kein Verlangen mehr in bestimmten Situationen.

  • Zum einen ist die Zeit nicht wirklich lange her, wie ich finde. Das kann gut 10 Jahre und länger anhalten, dass man gerne Mal was nehmen könnte ...

    Zum anderen, gerade Kokain und ähnlicher sind Drogen, die zwar kaum körperlichen Entzug mit dich bringen, aber extrem im Suchtgedächnis verankert sind.

    Ich denke eine therapeutische Aufarbeitung würde helfen, nur für deine erlassen und weiter nichts unternehmen, klappt in den wenigsten Fällen.

    Aber cool dass du überhaupt den Ausstieg geschafft hast :thumbup:

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Ich war auch lange abhängig von Kokain. Angefangen hat es mit 17 ein paar Mal im Jahr bis 28. Wir (meine Freundin und ich) haben Upper generell gerne zum Sex eingesetzt. Angefangen hats mit Ecstasy, darauf nach dem feiern noch stundenlang gemeinsam Spaß haben war das schönste Gefühl überhaupt. Irgendwann haben wir auch Kokain dafür eingesetzt aber irgendwann ging die Beziehung zu Ende und ich habe Kokain das erste Mal alleine mit einem Porno benutzt. Ab diesem Zeitpunkt habe ich auch angefangen Kokain intravenös zu konsumieren. Wenn ich mir 2g geholt habe, dann habe ich 1/2g geraucht (Freebase) und den Rest gedrückt. Oh man, kann man damit die Lust ins unermessliche steigern.
    Das war 2008 und der Anfang zu einem jahrelangen Kampf mit der Sucht. Die ersten Jahre habe ich es noch gefeiert und schön geredet und in neuen Beziehungen auch gemeinsam gemacht aber ab 2015 nur noch alleine und wenn Geldeingang auf dem Konto war, konnte ich keinen anderen Gedanken mehr verfolgen als meine sexuellen Kokain Ektasen auszuleben. Sobald ich irgendwann gekommen bin, ist alles über mir eingestürzt. Ich lag total überdosiert im Bett und dachte ich überlebe das nicht und die Scham was ich da mache war extrem belastend. Ich habe mich irgendwann so für mein Verhalten geschämt und die nächsten Tage dachte ich immer wenn mir jemand entgegenkommt und lacht, der weis was ich allein zu Hause tue. Das ist natürlich Quatsch aber Kokain kann dich paranoid werden lassen.
    Ab 2019 fing es aber an das Kokain eine ganz seltsame Wirkung auf mich hatte. Sobald ich das Zeug zu Hause ausgepackt habe, hat es mir alle Energie entzogen. Jede Faser in mir hat sich gesträubt dieses Zeug zu nehmen. Ich bin nur noch durch die Wohnung geschlichen und habe mich gefühlt als hätte mein Herz nur noch 5% Leistung. Ich habe dann erstmal geschlafen, wenn ich wach wurde ging es 1-2 Minuten bis ich das Zeug wieder auf dem Tisch gesehen habe. Gleichzeitig war aber auch der Suchtdruck dar und das Wissen wenn ich es heute nicht konsumiere und wegschmeiße ist der Suchtdruck morgen wieder da. Dazu muss ich sagen das ich ab 2019 wirklich versucht habe von dem Zeug weg zu kommen. Es war immer ein paar Monate okay und dann fing irgendwann der Suchtdruck an. Ab diesem Zeitpunkt hat es immer ca. 1/2 Jahr gedauert bis ich nachgegeben habe weil es am Ende wirklich täglicher Suchtdruck war. Was mir geholfen hat war Selbstbefriedigung. Da ich Kokain die letzten 20 Jahre nur noch aus sexuellen Gründen konsumiert habe, hat sich bei dem Suchtdruck auch alles da drum gedreht. Aber das mit der Selbstbefriedigung hat auch nur für den Tag geholfen. Am nächsten Tag kam der Suchtdruck wieder und irgendwann habe ich halt nachgegeben weil es mich fertig gemacht jeden Tag dieser Suchtdruck und auch wenn dieser durch einen sexuellen Höhepunkt verschwindet ist es auf Dauer doch belastend. In den letzten 7 Jahren ist es im Durchschnitt alle 2 Jahre noch vorgekommen. Am Anfang häufiger aber ab Ende 2021 hatte ich tatsächlich 3 Jahre Ruhe, dann wieder ein halbes Jahr Suchtdruck und im Mai 2025 war aktuell mein letzter Rückfall.
    Ich wünsche dir das es für dich auch irgendwann einfacher wird.

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