Cannabis Entzug 47 Tage - Psychisch am Limit

  • Hallo ihr Lieben,

    kurz zu mir: mein Name ist Jan, ich bin 45 Jahre und seit eh und je selbständig (mein erstes Gewerbe: Head- und Growshop). Ich konsumierte mit einer Unterbrechung von ca. 1 Monat seit meinem 16 Lebensjahr THC, ab 18 dann sogar täglich. Selbst in Urlaube habe ich Gras geschmuggelt, so das ich nie auf dem trockenen saß. Dabei bin ich sogar so weit gegangen, das dort zu verstecken wo die Sonne niemals scheint. Im normalen Leben habe ich trotz Cannabis immer alles auf die Reihe gekriegt. Ich habe ein eigenes Haus mit meiner Freundin (über 20 Jahre zusammen), wir haben 2 super Kinder und eigentlich ist alles gut. Der Konsum hat sich die letzten Jahre primär auf die Abendzeit beschränkt. Davor habe ich bis zu der 1-monatigen Unterbrechung Bong geraucht, und zwar schon morgens früh den ersten Kopf, mit ordentlich Tabak, Jahrzehnte.

    Ich hatte am 26.01 die zweite Panikattacke meines Lebens (die erste 8 Jahre davor), dich ich aber eindeutig einer krasse Arbeitsüberlastung zuordne. Neben meinem Hauptberuf habe ich noch angefangen Daytrading an der Börse zu machen. Parallel habe ich selber an verschiedenen Projekten gearbeitet, Arbeit an Angestellte delegiert usw. - Multitasking auf allen Ebenen. Es piepste hier, es ploppte da was auf etc. - dazu hatte ich vor der Attacke schon wochenlang bescheiden geschlafen weil der Kopf trotz THC nicht zur Ruhe kam. Es folgte ein Wochenende mit einigen Terminen und einer Familienfeier (schon da hatte ich ein komisches Gefühl in der Bauchgegend), und Montag lag ich dann da nachdem meine Frau mit den Kindern am Tisch laut geschimpft hatte. (Ich mache ihr da keinen Vorwurf, das war nur der Trigger)
    Da lag ich dann erstmal vor dem Herd und habe in einen Gefrierbeutel geatmet, konnte mich irgendwie wieder runter bringen. Bei meiner ersten Panikattacke vor 8 Jahren habe ich noch gedacht: Das wars jetzt, du kriegst einen Herzinfarkt. Meine Freundin hat den RTW gerufen, ab ins Krankenhaus und mit 1 Tavor wieder entlassen. Danach zum Psychiater, der sagte zu mir: Sie brauchen einen Coach, keine Couch. Er gab mir eine Packung Doxepin, ich war ca. 1 Monat abstinent und habe dann wieder angefangen. Habe den Tabak weggelassen, und nur Abends ca. 0.1mg gevaped. Das war wie gesagt vor 8 Jahren.

    In den letzten Jahren wurde dann aus Abends auch wieder tagsüber (in Stresssituationen ein kleiner Kopf im Mighty). Nach der Legalisierung auch gerne mal ein Tropfen Öl vor Ausflügen. Ich bin eigentlich auch immer sehr gut auf Gras klargekommen, und habe das für mich auch so angenommen: Stoner for life. Die Panikattacke am 26.01 hat mich aber dann dazu veranlasst, erstmal meinen Konsum (inkl. Feierabendbier, und Alkoholkonsum am Wochenende) in Frage zu stellen, obwohl ich die Attacke selber erstmal der Überlastung zugeschrieben habe. Ich denke Cannabis war eher der Filter der mich wichtige Signale hat ignorieren lassen.

    Von da an bin ich echt sukzessive immer weiter in den Schlamassel rein: Am 27.01 war ich bei der Hausärztin, Sie verschrieb mir erstmal Sertralin und gab mir eine Tavor mit. Die habe ich am Abend genommen, konnte aber trotzdem nicht schlafen. Am nächsten Tag war der blanke Horror: Ich war ich nicht nur durch den Entzug total nervös und hatte mega innere Unruhe, das Sertralin war wie ein Multiplikator. Also bin ich zur Institutsambulanz gefahren, dort hat mir eine Neurologin am 28.01 Pipamperon verschrieben damit ich zum schlafen komme. Die Tage waren Horror, ich habe mich irgendwie mit Aufräumen, spazieren und solchen Sachen abgelenkt. Mit dem Pipamperon bin ich einigermaßen zum pennen gekommen, habe aber totalen Scheiß geträumt, mich aber schon etwas stabilisiert. Am 11.02 bin ich dann auf die Idee gekommen mir einen zu dampfen, das ging total nach hinten los und ich habe die Nacht wieder Notfallmäßig eine Tavor nehmen müssen (hatte ich noch). Zu dem Zeitpunkt war ich noch auf Sertralin. Das hat mich so aus der Bahn geworfen, das ich angefangen habe das Sertralin abzusetzen.

    In den folgenden Wochen konnte ich mich weiter stabilisieren, habe einige Nächte gut geschlafen aber machte mir auch stets Sorgen:

    • Jetzt treibst du den Teufel (THC) mit dem Beelzebub (Pipamperon) aus.
    • Was ist wenn du da in die nächste Sucht läufst ?
    • Wie kommst du davon wieder runter... ?
    • Was stimmt mit mir nicht, sind das jetzt Entzugserscheinungen?
    • Hast du vielleicht mit dem Gras die wahre Ursache jahrelang überdeckt? Wenn ja, was hast du: Von ADHS bis Trauma durch Vergangenheit habe ich vermeintlich alles an mir festgestellt. Dr. Google sei dank.

    Es gab aber auch absolute Horrornächte mit permanentem Gedankenkreisen, Schlaflosigkeit, abstrusen Katastrophengedanken (Jetzt verlierst du alles) usw. - einmal habe ich sogar beim einem psychosozialen Trägerverein auf der Notfallhotline angerufen weil ich mir nicht zu helfen wusste.

    Aus der Stabilität der vorherigen Woche raus habe ich dann am 08.03 den Fehler gemacht mich mit 2.5 l Bier abzuschießen. Die Nacht der blanke Horror, zittern, komische Gedanken - Ende vom Lied, wieder eine Tavor und nicht gepennt. Die letzte Woche war jede Nacht trotz Pipamperon eigentlich eine Katastrophe, nur oberflächlicher Schlaf, komische Gedanke, seltsame Träume wenn man mal 10min weg war. Übel. Die Krönung war die letzte Nacht. Ich habe dummerweise einen Artikel in der Tageszeitung gelesen, wo sich ein Vater aufgrund psychischer Probleme das Leben genommen hat und seine 3 Kinder (2 im Alter meiner) nun alleine mit der Mutter sind. Das hat mir so den Rest gegeneben, ich konnte kein Auge zumachen.

    In der letzten Zeit ist mir klargeworden das ich echt hypochondrisch und sehr sensibel (oder hochsensibel) bin und mir wahrscheinlich die Filter fehlen. Ich frage mich gerade:

    • Was von den Symptomen ist noch dem Entzug an Tag 47 zuzuordnen?
    • Ist es nicht einfacher mir wieder einen zu dampfen und das zu akzeptieren das Weed mein Medikament ist?
    • Was soll ich nur tun? Einfach weiter machen und auf Stabilität hoffen?
    • Wie kriege ich mein Gedankenkarussell in den Griff?
    • Wie halte ich das durch. Ich muss funktionieren, das setzt mich unter Druck.
    • Wie lange soll ich noch Pipamperon nehmen (nächster Termin in der Ambulanz am 30.04)

    Das ganze nimmt mich echt mit, ich bin über jeden Input oder Zuspruch dankbar <3

    Viele Grüße
    Jan

  • Hey,

    schade, immer noch keiner was geschrieben. Ich wäre echt dankbar für Feedback, oder eure Erfahrungen in der Sache.

    Viele Grüße
    Jan

  • Hallo Jan,

    danke, dass du hier so offen schreibst. Und ja, ich finde es auch schade, dass dir bislang noch niemand geantwortet hat.

    Das ist ein sehr komplexes Thema und einfache Antworten gibt es da vermutlich nicht. Aber dennoch ein paar Gedanken dazu:

    • nach etwa 50 Tagen noch Entzugssymptome wie Gedankenkreisen und Schlafprobleme zu haben, ist aus meiner Sicht noch völlig normal. Das dauert eben seine Zeit, bis sich alles wieder einpendelt.
    • grundsätzlich würde ich eher nach anderen hilfreichen Methoden suchen, als ein Medikament einzusetzen (auch wenn Pipamperon meines Wissens eher kein besonders starkes Medikament ist); manchen hilft Sport/Bewegung, eine heiße Dusche, Baldrian oder Melisse, Atemübungen, ... man kann da vieles ausprobieren und schauen, was einem hilft. Wenn du möchtest, kann ich dir da gerne eine Liste mit Ideen zukommen lassen
    • ich glaube, es wäre auch eine gute Idee, mal mit einem/einer Therapeut:in über alles zu sprechen. Kein:e Psychiater:in, sondern eine ambulante Psychotherapie, um sich das mal alles genauer anzuschauen. Die vom Psychiater verschriebenen Medikamente können durchaus hilfreich sein, bekämpfen aber letztendlich nur die Symptome. Wenn du an die Ursachen ran willst, würde ich eine tiefenpsychologische/analytische Psychotherapie in Erwägung ziehen;
    • vielleicht auch eine Idee, mal mit einer Suchtberatungsstelle Kontakt aufzunehmen? Selbsthilfegruppe kann auch hilfreich sein. Ich kann dich gerne auch bei der Suche nach passenden Einrichtungen/Gruppen in deiner Umgebung unterstützen, wenn du möchtest.
    • ich möchte dir insgesamt aber auch rückmelden, dass es schon auch normal ist, was du gerade alles durchmachst; du hast eine große Veränderung in deinem Leben begonnen. Das bringt oft vielfältige und sehr individuelle Schwierigkeiten mit sich. Aber: du bist auch nicht allein damit. Mit anderen darüber sprechen zu können, ist fast immer hilfreich. ob das jetzt jemand aus der Familie ist, ein:e Freund:in, eine Beratungsstelle, ... du musst nicht allein mit allem fertig werden.

    Vielleicht hilft dir das ja schon ein wenig weiter. Du kannst mir gerne weiter schreiben, hier auf dem Forum oder auch per Mail an peter.westermeier@drogenhilfeschwaben.de Ich bin Suchtberater und digitaler Streetworker bei der Drogenhilfe Schwaben, habe Schweigepflicht und arbeite akzeptierend.

    Viele Grüße und alles Gute

    Peter

  • Hallo DHS_Peter,

    erstmal vielen herzlichen Dank das du dir die Zeit genommen hast mir zu antworten und deine Gedanken dazu mitzuteilen - das schätze ich sehr.

    Zitat
    • nach etwa 50 Tagen noch Entzugssymptome wie Gedankenkreisen und Schlafprobleme zu haben, ist aus meiner Sicht noch völlig normal. Das dauert eben seine Zeit, bis sich alles wieder einpendelt.

    Das beruhigt mich schonmal sehr. Man macht sich ja die komischsten Gedanken - inzwischen habe ich mich zu dem Thema eingelesen (Cannabis PAWS) und Leute (mit ähnlicher Konsumdauer und Intensität) entdeckt bei denen es sich sogar über 6-12 Monate hingezogen hat. Das ist schon wirklich hart, soweit denkt man als aktiver Nutzer von Cannabis nicht (ist nur Weed..). Ich bin allerdings mit 27-jähriger Konsumdauer auch ein absoluter Härtefall, kein durchschnittlicher User.

    Zitat
    • grundsätzlich würde ich eher nach anderen hilfreichen Methoden suchen, als ein Medikament einzusetzen (auch wenn Pipamperon meines Wissens eher kein besonders starkes Medikament ist); manchen hilft Sport/Bewegung, eine heiße Dusche, Baldrian oder Melisse, Atemübungen, ... man kann da vieles ausprobieren und schauen, was einem hilft. Wenn du möchtest, kann ich dir da gerne eine Liste mit Ideen zukommen lassen

    Das ist auch mein Ziel, was allerdings leider noch gefühlt in relativ weiter Ferne liegt. Ich habe die letzten Tage versucht von Pipamperon auf 7.5mg Mirtazapin umzusteigen, und bin 3 Tage nicht richtig zum schlafen gekommen. Ich bin aber da glücklicherweise im Austausch mit einer sehr netten Neurologin. Ich glaube so ganz ohne Hilfssubstanz ist das momentan außerordentlich schwierig.

    Zitat
    • ich glaube, es wäre auch eine gute Idee, mal mit einem/einer Therapeut:in über alles zu sprechen. Kein:e Psychiater:in, sondern eine ambulante Psychotherapie, um sich das mal alles genauer anzuschauen. Die vom Psychiater verschriebenen Medikamente können durchaus hilfreich sein, bekämpfen aber letztendlich nur die Symptome. Wenn du an die Ursachen ran willst, würde ich eine tiefenpsychologische/analytische Psychotherapie in Erwägung ziehen;

    Ich hatte bereits 3 Sitzungen bei einer Psychotherapeutin (Tiefenpsychologischer Ansatz). Irgendwie will ich aber momentan eher nach vorne gucken, und erstmal eine KVT machen und Mittel gegen die Schlaflosigkeit / Gedankenkarusselle zu haben. Letzten Endes hat das glaube ich auch nicht so ganz gepasst, ich wollte das aber nicht an einem Termin festmachen.

    Ich danke dir auch für deine weiteren Ausführungen und das konkrete Angebot dir zu schreiben - finde ich mega korrekt! Ich werde den Post hier heute Abend noch ergänzen.

    Liebe Grüße
    Jan

  • Hallo Jan,

    sehr gerne. Ich sende hier im Anhang mal ein paar Tipps zum Thema "Einschlafen/Durchschlafen" mit. Vielleicht kannst du ja (ergänzend zur Medikation) ja dennoch was damit anfangen. Ich bin dann ab heute Mittag für gut zwei Wochen im Urlaub und kann dir erst ab dem 13.04.2026 dann wieder antworten.

    Viele Grüße und weiterhin alles Gute!


    Peter

  • Hallo, alles was du hier erzählst kommt mir so bekannt vor 🙈 Mir ist es ganz ähnlich gegangen, nur von den AD und Benzos was mir verschrieben wurde, habe ich nicht genommen. Bin jz in wenigen Tagen bei 5 Monaten und stabilisiere mich erst jetzt so richtig. War eine harte Zeit, aber es zahlt sich aus. Bleib stark 💪 Ich habe übrigens ca 15 Jahre 24/7 gekifft.

  • Hallo keha2307,

    vielen Dank das du geschrieben hast, es tut gut zu wissen das man nicht alleine ist und es derart lange Entzüge geben kann. Ich versuche auf jeden Fall stark zu bleiben und hoffe dass sich das bei mir gleichermaßen lohnt. Ich muss von den Medikamenten runter, habe aber Angst dann garnicht mehr schlafen zu können. Da hast du alles richtig gemacht! Wie lange hat das gedauert bis dein Schlaf sich normalisiert hat? Hattest du auch diese Gefühl von Langeweile, ja sogar teilweise Leere im Alltag? 15 Jahre sind auch eine Hausnummer...

    DHS_Peter - dir auch nochmal herzlichen Dank und einen schönen Urlaub.

    Viele Grüße
    Jan

  • Hallo,

    Also wann sich der schlaf erholt hat, kann ich dir gar nicht mehr genau sagen. Da ich im Schichtdienst arbeite ist der Schlaf eigentlich immer gestört🙈. War ca 2.Wochen auf Atarax, was mir von der Notaufnahme verschrieben wurde, aber falls dir sowas angeboten wird, lehne es ab...mir wurde es als Schlafhilfe verkauft. Aber davon runter zu kommen war schlimmer als der Thc entzug 🫣 War auch insgesamt 7 Wochen krankgeschrieben, hätte es nicht zusammen gebracht produktiv zu sein.

    Aber was mir sehr geholfen hat, war 4-5 mal in der Woche Sport zu machen, habe aber leider erst im 3 Monat angefangen damit....ab dann ging es schnell bergauf 💪

    Habe aber immer noch teilweise schlechte Gedanken und bilde mir eine leichte Depression ein, kann aber mittlerweile darüber lachen und nehme diese Gedanken gar nicht mehr ernst. Die ersten 2 Monate habe ich all diese Gedanken ernst genommen und war richtig fertig, aber unser Gehirn will uns nur verarschen. Hilfe hätte ich ja gesucht, aber alle wollten mich nur mit Tabletten abfertigen leider.

    AD habe ich aber abgelehnt gehabt, habe bei Freunden mitbekommen das sie mehr Schaden gemacht haben, als was sie geholfen haben.

    Du musst dir halt mir der Langeweile und der Leere was zum anfangen wissen, früher hab ich mir halt einen zusammen gedreht und alles war cool, mittlerweile geh ich halt laufen oder geh ins Fitnesscenter.

    Bleib stark, die Zeit heilt alle Wunden 💪

    Liebe Grüße


    Was ich mich so erinnern kann, hatte ich die ersten 7 Wochen wo ich krankgeschrieben war überhaupt keinen Schlaf, vl 2-3 Stunden über den Tag verteilt. War praktisch nur im Überlebensmodus, überhaupt weil ich mir eingebildet habe das ich alle Krankheiten von A-Z bekommen habe....Richtig dummer Schachzug von meinen Gehirn. Aber es wird besser. Wir schaffen das....Auch wenn Weed meine große Liebe war...Es hat mich zu sehr gef.....

    Liebe Grüße

    Einmal editiert, zuletzt von keha2307 (29. März 2026 um 19:13) aus folgendem Grund: Ein Beitrag von keha2307 mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Hey Keha,

    danke für deinen ausführlichen Beitrag! Mega korrekt. Momentan scheint sich der Schlaf bei mir etwas zu verbessern, aber noch überhaupt kein Vergleich mit dem Weed-Schlaf. Ich habe auch wirklich schon seit ich mich erinnere immer mit Einschlafproblemen zu kämpfen gehabt. Ich musste Atarax gerade erstmal googeln - scheint sedierend zu wirken, genau wie das Pipamperon was ich nehme. Bin gerade dabei es zu reduzieren, nehme das Zeug seit dem 28.01, muss langsam mal reichen, habe Schiss wegen Nebenwirkungen. Mir steht also das runterkommen noch bevor :( Ich habe mir auf jeden Fall schonmal CBD besorgt um das im Notfall zu nehmen. Ein kleiner Strohhalm.

    Ansonsten sind das krasse Überschneidungen bei uns: Das mit den Krankheiten kenne ich auch (wobei ich auch in dem Rahmen darauf gekommen bin das ich schon irgendwie eine gewisse Neurodivergenz habe). Aber wie ich im ersten Post geschrieben hatte, ich habe bei mir auch von ADHS bis zu jeder Krankheit die Schlafstörungen macht alles festgestellt. Hatte auch phasenweise so eine innere Leere, konnte mich über wenig freuen... Das Gehirn fährt wirklich alles auf was geht, ich habe das auch total ernst genommen, es fällt mir immer noch teilweise schwer das zu ignorieren. Echt heftig, daran denkt man bei Weed garnicht. Ich glaube das betrifft auch eher Extremkonsumenten wie uns. Du kannst wirklich froh sein mit der Krankschreibung, ich hätte das auch gebraucht - aber geht einfach nicht. Dann bin ich meine Kunden alle los. Das macht es natürlich hart.

    • Zum Thema Weed: war auch meine große Liebe, und ich trage die immer noch in vielen Teilen in mir. Ich halte mir immer noch das Backup offen irgendwann nochmal zu dampfen. Aber jetzt will ich das erstmal durchziehen, der Preis ist echt hart sonst. Obwohl auch hier die Erkenntnis: meine Persönlichkeit ist meine Persönlichkeit, signifikant verändert die sich nicht durch normalen Konsum. Es gibt Verhaltensweisen die werden durch den Konsum begünstigt (z.B. Aufschieberei), es gibt aber auch Sachen die werden positiv beeinflusst.
    • Zum Thema AD: ich habe 5-6 Tage 7.5mg Mirtazapin genommen, und war völlig gerädert, dauerhaft. Soviel kannst du garnicht dampfen das du so KO/ Matsche bist. Habe ich direkt stoppen müssen. Fällt unter das Schema Hilfe durch Tabletten.
    • Das mit dem Sport muss ich auch dringend in Angriff nehmen, ich gehe viel spazieren und mag es zu schwimmen. Geht aber nicht zu extrem, dafür muss erstmal das Pipamperon weg. Aber das wird ein Schlüssel zum Erfolg sein. Das mit der Langweile ist eines der Sachen die mir momentan richtig auf den S... geht.

    :gp: Ja, wir schaffen das... Ich drücke dir / uns alle Daumen das die nächsten Tage / Wochen immer besser werden.

    LG

    Jan

  • keha2307 habe dein Vollzitat entnommen, den vorherigen Beitrag braucht man nicht unbedingt voll zitieren 😇

    Ansonsten weiter gutes Gelingen:!:

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Hallo keha2307,

    ich habe eben meinen kleinen Sohn ins Bett gebracht, und dachte mir während ich neben ihm lag und er eingeschlafen ist: ich muss nochmal nach dem Beitrag bei SUS gucken. Habe mich gefreut das du geschrieben hast. Und ein bisschen spooky das ich gerade eben direkt drüber gestolpert bin ;)

    Es wird auf jeden Fall langsam besser, auch wenn das ganze echt Wellenförmig läuft. Gibt Tage da fühle ich mich ganz normal, und Tage an denen ich mich mit irgendwelchen Phänomenen rumschlagen muss. Vom Gefühl her überwiegen aber die guten Tage. Und Abends wird es meistens besser, auch wenn es tagsüber durchwachsen war. In den letzten Tagen bin ich immer gegen 5 Uhr aufgewacht und konnte nicht mehr gut einschlafen, also der Schlaf ist immer noch nicht so wirklich gut. Das Medikament (Pipamperon) schleiche ich momentan langsam aus, bin jetzt bei 12.5mg (ursprünglich 40mg), brauche es aber immer noch als Krücke. Gestern war ich zum ersten Mal vor der Medikamenten Einnahme so richtig müde, das ist schonmal ein Fortschritt. Dieses teilweise depressive Denken und die innere Unruhe bauen sich auf jeden Fall ab. Langeweile habe ich bisweilen immer noch, aber auch das verbessert sich bzw. arbeite ich daran keine zu haben. Grübeln ist bei mir noch ein Thema. Und zwischendurch auch immer wieder Craving, aber konnte bisher Wiederstehen. 27 Jahre täglicher Konsum ist halt echt eine Hausnummer. Bin am 27.04 genau 90 Tage abstinent. Ist echt krass, man denkt immer das ist nur Weed, kann ja alles nicht sein das man so struggled... Aber ist bei mir leider so.

    Ich habe mir auf jeden Fall deine Aussage zum Thema Sport zu Herzen genommen und mir ein Rudergerät gekauft damit ich regelmäßig in der Mittagspause Sport machen kann. Das hilft schon ganz gut, Bewegung ist allgemein zu empfehlen. Positiv ist auf jeden Fall, ich habe die Motivation lange liegengebliebene Aufgaben anzugehen.

    Wie sieht es bei dir aus?

    LG
    Jan

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