Medikamentenentzug Mischkonsum läuft nicht wie erwartet

  • Hallo zusammen im Forum,
    ich bin mitten in einem Entzug von legal verschriebenen Medikamenten hängen geblieben und habe große Fehler beim Absetzen gemacht.
    Da ich keine richtige Drogenerfahrung habe und auch nie H oder andere harte Drogen eingenommen habe fehlten mir einfach die Kenntnisse und durch mein Alter (60+) auch der Bezug zu einer Szene die etwas darüber wüsste.

    Der Entzug begann mit folgenden Medikamenten die ich täglich eingenommen habe:

    Zopiclon 7,5 mg (in der Endphase 1,5 Tabletten täglich) leider über 3 Jahre lang

    Tramadol 100mg Retard (in der Endphase 5-6 Tabletten täglich verteilt über den Tag)

    Paracetamol Comp (hießen früher Gelonida), also mit 30mg Codein ca. 6-8 Tabletten am Tag über 6 Monate

    Später dann im Entzug Diazepam pro Tag in 3x Viertel Stücke (3x2,5mg) über den Tag verteilt.


    Es begann dann im Februar 2026 mit dem absetzen. Das Paracetamol Comp (Codein) sofort auf 0 gesetzt, die Tramal Retard auf 4x 100mg und der Reduzierung vom Zopiclon auf eine halbe 7,5mg in 24 Stunden.

    Es lief zunächst gut an, hat in der ersten 4xTage wenig Probleme gemacht.

    Ab den 5. Tag begann dann wohl der richtige Entzug mit Angstzuständen/Panik/Krämpfen der Muskulatur und richtig massiven Schmerzen.

    Da ich auf den Zopiclon wohl eine Resistenz entwickelt habe, war der Psychische teil nicht mehr einzufangen, die massiven Schmerzen vom Codein konnte ich aber aushalten.

    Nun kam wohl der große Fehler:
    statt der Zopiclon habe ich auf 3x 2,5mg Diazepam über 24 Stunden umgestellt und es war psychisch besser auszuhalten. Es waren dann noch etwa 20 Tage vom Codein richtig schmerzhaft aber dann waren die massiven Codein Schmerzen weg.

    Auf dem Papier wirkte es jetzt schon erheblich abdosiert und ich habe ab der vierten Woche
    die verbliebenen 4x Tramadol Retard 100mg komplett schlagartig abgesetzt und zunächst 2xTage viel geschlafen, ab Tag 3 kamen wieder Angstzuständen/Panik/ Schlaflosigkeit.

    Ich habe dann 4x 2,5mg Diazepam genommen und es wurde wieder psychisch besser auszuhalten.
    Nach etwa weiteren 20 Tagen war auch die schmerzen und Unpässlichkeiten vom Tramal überstanden und ich hatte nur einzig noch die 4x2,5mg Diazepam am Tag und wollte nun weiter reduzieren.

    Ich hatte keine Vorstellung was die anrichten oder für Probleme mitbringen, denn ich glaubte es ist ja nur 1 Tablette Diazepam in 24 Stunden.

    Man merkte auch das die Diazepam ein völliger Matsch im Kopf machten, besonders wenn die gerade eingenommen wurden.

    Ich habe dann begonnen wieder auf 3x 2,5mg zu reduzieren alle 8 Stunden ein Viertel, das hat erstmals nicht so richtig geklappt. Nach 10 Tagen habe ich es dann hinbekommen.

    Da mich dann irgendwie der Übermut geritten hat und ich diese Denkausfälle, die Lethargie von Diazepam nicht mehr ertragen konnte habe ich gedacht ich könnte switchen zu Bromazepam (Lexo).

    Das habe ich getestet, hat mich auch sofort nach dem Tausch 3 Tage wieder richtig klar gemacht, konnte wieder besser am Leben teilnehmen, wieder Pläne schmieden.

    Aber irgendwie ist es dann heute 4xTag richtig schlecht geworden, so dass ich die Meinung gewonnen habe das es wohl doch eine schlechte Idee war wegen der kurzen Halbwertzeit der Bromazepam.

    Was kann ich tun?

    Wieder zurück zu Diazepam eventuell und dann langsam Abdosieren wie in dem Ashton Protokoll beschrieben alle 2 Wochen 1mg reduzieren?

    Bisher kein Carving oder verlangen nach Substanzen oder irgendetwas einzuwerfen, nur halt wenn der Benzo rausgeht wird es sehr ungemütlich.

    Ich freue mich über jede Antwort von euch

  • Knut Knutzen 27. April 2026 um 21:10

    Hat den Titel des Themas von „Medikamentenentzug Mischkonsum läuft nicht nicht wie erwartet“ zu „Medikamentenentzug Mischkonsum läuft nicht wie erwartet“ geändert.
  • Wieder zurück zu Diazepam eventuell und dann langsam Abdosieren wie in dem Ashton Protokoll beschrieben alle 2 Wochen 1mg reduzieren?

    Ja, wenn du das kannst ...
    Wobei keine starre Reduzierung alles kaputt machen soll, bei Bedenken lieber noch langsamer.

    Ich weiß, man will immer schnell und am besten alles auf einmal erledigen.
    Wenn man aber zuvor Monate oder gar Jahre solche Substanzen nimmt, dann kann man keine Gesundung in wenigen Tagen/Wochen erwarten.

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Hallo Franz,

    danke für deine Antwort, ich habe schon befürchtet das es keinen interressiert und deshalb die Antwort ausbleibt.

    Ich habe tatsächlich intuitiv wieder das Bromazepam gegen Diazepan getauscht, weil die abdosierung mit Broma zu schwierig gewesen wäre.
    Vorher beim Arzt gewesen, der sagte er stütz das mit dem Diazepam und würde auch Tropfen verschreiben.
    Wie du schon sagtest, wenn man sich Zeit dabei läßt, muss auch der Nachschub stimmen.
    Bomazepam wollte er nicht unterstützen.

    Gestern habe ich dann mit dem Diazepam begonnen, der seehr holperig verlaufen ist, aber heute ist es zum Nachmittag besser geworden.
    Leider ist zu beginn die Dosis etwas höher ausgefallen, nicht viel in 24 Stunden, etwa 5mg mehr zu beginn, also ein halbe Tablette mehr.

    Ich will morgen etwas strikter vorgehen.


    Meine eigentliche Frage dazu ist,
    auf wieviel täglicher Einnahme muss ich jetzt gehen,
    2x mal täglich oder tatsächlich nur 1x Mal am Tag zur Abendzeit, was mir im Moment fast unmöglich erscheint.
    Mir fällt es extrem schwer von dem 4x mal 2,5 mg wegzukommen und auf 3x oder 2x mal die Einnahme zu reduzieren bei selber Wirkstoffmenge.
    Alle 6x Stunden bricht derzeit die Hölle los und ich brauche dann 2,5mg, dann wird es erträglicher.
    Das ist ja kein wirklich gutes Ergebnis und macht dich auch richtig fertig immer was über den Tag parat zu haben oder etwas dabeizuhaben.

    Wie habt ihr das gemacht:
    die Dosis also von den 10mg am Tag (24 Stunden) etwas zu erhöhen und es zu erzwingen mit 2 Einnahmen klar zu kommen und dann weiter runter Dosieren?
    oder geht tatsächlich nur eine Einnahme abends?
    Oder ist es nicht so wichtig, wieviel einnahmen am Tag eingenommen werden Hauptsache die Tagesdosis wird weiterhin gedrückt?

    Danke schonmal, schön das mir jemand weiterhelfen könnte

    LG:
    K. Knutzen

  • Ich würde eher die Dosis reduzieren, nicht die Häufigkeit. Aber das muss man für dich herausfinden.

    Über eine Wasserlösemethode könnte ja eine sehr feine Reduzierung erreichen. Zu Beginn können viele ja schneller runter gehen, zum Ende sehr sehr langsam.

    Wenn man ehrlich ist, geht es nicht nur um die Dosis, auch der Akt der Einnahme ist tief verwurzelt.

    Clean werden, ist oft nicht soo schwer, Clean bleiben ist ne ganz andere Nummer. Es ist mehr als NUR Entzug ...

    Viel Erfolg:!:

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Hallo,

    das ist der Momentane Stand der Dinge (Entzug)

    Ich habe jetzt Momentan einen Neurologen gefunden, der den Benzo/Dia-Entzug stützt.
    Leider nicht mit Bromazepam, das war die Bedingung, die fand der Arzt garnicht gut.
    Er hat das auch erklärt, warum die Broma für den Entzug nichts für mich sind, obwohl die Wirkung viiieeeel besser war, man war einfach viel klarer.

    Ich habe jetzt Diazepam Tropfen bekommen und muss nicht weiter die Tabletten vierteln.

    Ihr hattet recht, die Umstellung von Bromazepam wieder zurück zu Diazepam war sehr holperig, die erst 2x Tage richtig ekelig, dann wurde es besser.

    Das ist jetzt eine Woche her und ich würde sagen ich habe zumindestens den richtigen Tagesspiegel erreicht.
    Was von beginn an wieder zurück auf Diazepam negativ war, ich hatte einen direkten Mehrgebrauch von 5mg und liege etwa bei 15mg am gesamten Tag (24 Stunden)

    Gestern und heute habe ich auf 12,5 mg am Tag (24 Stunden) runterdosiert. Hoffe das wird sich nicht rächen, wegen der langen Halbwertzeit von Diazepam

    Es ist leider so geblieben das ich alle 5-6 Stunden etwas einnehmen muss, ansonsten kommen alle Erscheinungengen als Entzugsymtom zurück.

    Ab beginn der nächsten Woche möcht ich gerne wieder reduzieren, wenn es denn Möglich ist ohne gravierende Entgleisungen.
    Ich hatte an 1-2mg über 24 Stunden gedacht.

    Ich hatte es schon vorher geschrieben, die Opiate bin ich definitiv los, die Zopiclon wohl auch, schlafen geht sogar auch Momentan noch.
    Keine Schmerzmittel, keine Gabapentin, kein Pregabalin, nicht zusätzliches, nur das fucking Diazepam.

    Oooops doch eins habe ich doch dazugetan, einen Betablocker "Nebivolol" (abends 2,5mg)

    Was sehr häufig durchschlägt sind extreme Rückenschmerzen entlang der Wirbelsäule, frage mich ob die Diazepam jetzt als Schmerzmittel wirken.
    Denn das geht nach der Einnahme immer zurück, kommt aber ab 3 Stunden wieder, als difuser Rückenschmerz.

    Ich würde sagen gestern und heute war alles auszuhalten, ist aber ebend eine Momentaufnahme.

    Ich würde sagen, es läuft den Umständen entsprechend ganz gut und ich bin weiterhin motiviert.

    Werde nochmal berichten wie es dann weiterläuft, wird ja sicher noch etwas dauern, aber Zeit habe ich genug.

    LG

  • Hallo,

    aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass bei mir der seeehr geduldige Entzug (von Bromazepam) der Schüssel war. Zu schnell war für mich Gift. Was zu schnelles Tempo ist bzw. das richtige, liegt auch am jeweiligen Suchtmittel. Da mein Arzt nicht für das Umstellen auf Diazepam war, blieb mir nur das selbständige Entziehen in kleinsten Mengen und über etliche Monate, hat bisher (dürfte im nächsten Monat auslaufen seit Okt. 25) dann gut funktioniert.

    Dein Entzug ist wieder anders. Das sog. ausschleichende Absetzen ist aber bei allen Psychomedikamenten nicht falsch, denke ich. Bedeutet, Antidepressiva mindestens einige Wochen zu geben, Benzos brauchen in der Regel Monate, einige setzen Diazepam sogar über Jahre ab.

    Also, ich kann aus meiner Erfahrung nur empfehlen, da nicht allzu ehrgeizig zu ein. Ich würde auch so vorgehen, die einzelnen Medikamte bei Mischkonsum nacheinander abzusetzen, schon damit man weiß, wie man auf was reagiert.

    Grüße und viel Erfolg von Nini

  • Hallo,

    es ist jetzt eine späte Antwort von mir, aber ich wollte dir nochmal für dein Statement zu der Sache danken.
    Ich persönlich wäre mit Bromazepam wohl einfach besser klar gekommen.
    Die lange Halbwertzeit von den Tropfen ist sehr merkwürdig abzusetzen, man merkt es erst das es zu schnell war nach ein paar Tagen.

    Ich finde es immer sehr motivierend wenn auch jemand seine Erfahrungen dazu schreibt, auch wenn die Gründe und Medikamente unterschiedlich sind.
    Seit ein paar Tagen bin ich bei 10mg Diazepam in 24 Stunden angekommen, das läuft noch in einem erträglichen Rahmen.
    Mann spürt es sofort, das etwas fehlt, bei den Diazepam leider erst sehr spät nach 2-4 Tagen.

    Wie du es geschrieben hast, ist mehr absetzen nicht immer der richtige Weg.
    Wollte in der nächsten Woche wieder ein 1mg absetzen, mal sehen wie das dann tatsächlich läuft.

    Ich werde es nochmal hier schreiben.

    LG

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!