• Hallo,

    ich muss das jetzt los werden. Vor Jahren war ich hier schon einmal, aber ich kann mich nicht mehr an die Zugangsdaten. Also dann nun so.

    Wie vor Jahren stecke ich mitten in einem Tramadol Sumpf. Damals habe ich das überwunden aber da war es meiner Meinung nach lange nicht so schlimm wie jetzt. Aber dieses mal finde ich keinen Absprung.

    Ich glaube das es schon um die 10 Jahre her ist meine ich, als ich erneut mit dem Zeug anfing. Es war das allseits berühmte "Einmal ist kein mal". So fing das Drama an. Anfangs reichte 1 100ml Flasche Tramal Tropfen für ungefähr 6 Wochen. Jetzt reicht eine 100ml für 3 oder 4 TTage

    Von meinem Hausarzt bekomme ich alle 4 Wochen eine was daran liegt das ich wirklich nach einem Unfall Ärger mit dem Rücken habe und im Jahr 2016 noch mal eine schwere OP hatte und er alle Berichte hat.

    Die zweite Bezugsquelle ist ein Arzt der jetzt im Ruhestand ist. Schon während er noch praktiziert hat war es kein Problem an die Tropfen zu kommen. Irgendwann dann aber nicht mehr auf Rezept, sondern ich muss für jede Flasche 35 Euro bezahlen.

    Die 100ml Flasche kostet auf Rezept irgendwas um die 22 Euro meine ich. Den rest steckt er sich ein und oder gibt was an die Apotheke weiter. Da ich nicht der einzige bin dem er was verpasst glaube ich das er einen schwunghaften Medikamentenhandel betreibt.

    Interessanter Weise sind sogar 1 oder 2 Cops darunter was ich jedoch nicht genau belegen kann. Im laufe der Zeit kam es aufgrund der Einnahme schon 5 oder 6 mal dazu das mir die Lichter ausgehen und ca. um die 2 oder 3 Stunden später wieder wach wurde. Vor 7 Jahren sogar zweimal während meine damalige Freundin da war. Die dachte jedes mal ich würde sterben und hat jedes mal den Rettungsdienst und Notarzt gerufen.

    Jedes mal war ausgerechnet der der Novarzt der mir das Zeug zur damaligen Zeit verschrieben hat. Da niemand, auch im Krankenhaus nicht, keiner auch nur annähernd auf die Idee kam das mit Tramadol zu haben könnte, ging der Spaß munter weiter. Je mehr ich nahm je kreativer wurde ich was die Ausreden betrifft, damit ich das Zeug irgendwoher bekam.

    Eine Zeitlang - und da hielt ich mich schon für durchaus genial - hatte ich 4 Ärzte gleichzeitig die mich regelmäßig alle 4 Wochen "versorgt" haben. Aufgefallen ist keinem etwas. Wenn ich mal gar nichts hatte fuhr ich ins Krankenhaus in die Notambulanz. Dank meiner wirklich kreativen Ausreden und Begründungen war es da auch kein Problem eine große Flasche zu bekommen, obwohl die da ja nur die kleinste Größe verschreiben dürfen.

    Zwischendurch habe ich sogar mal was ohne Rezept aus der Apotheke bekommen. Geschickt wie ich bin habe ich das entweder Freitags nach 14 Uhr und oder Samstags gemacht. Da ich die Apotheke kannte durfte ich das Rezept nach reichen.

    Weil alles nicht schon lustig genug war bekam ich 2013 eine schwere Depressionen mit allem drum und dran. Zu der Zeit habe ich das Zeug, sagen wir mal, übersichtlich genommen. Also nicht so viel und größeren Abständen.

    Gemerkt habe ich das plötzlich am 3 Sonntag im Mai 2013. Da fällt mir auf das ich heute Jahrestag habe. Als ich an diesem Morgen in meiner Wohnung aufstand, war irgendwas absolut anders wusste aber nicht was. An Depressionen habe ich nicht im entferntesten gedacht.

    Den ganzen Sonntag über und die nächsten 3 Tage danach waren nicht unbedingt Katastrophal aber wirklich nicht besonders gut. An einem Donnerstag ging ich morgens zu meiner Ärztin, die mich beruhigt hat. Sie wusste das ich viel Arbeite, zu allem ja sage und noch mehr Arbeit am Hals hatte und sie wusste das ich 3 Jahre vorher die lebenserhaltenden Maßnahmen meine Alkoholkranken Mutter abgestellt habe.

    Einzige Rettung wäre eine neue Leber gewesen aber da bekannt war das sie eine Alkoholikerrin war is das nicht in Frage gekommen. Da ich zu diesem Zeitpunkt noch 2 kleine minderjährige Brüder hatte, fühlte ich mich Schuldig ihnen die Mutter genommen habe. Das hat mich wahnsinnig belastet und völlig Irre gemacht.

    Als ich also an diesem Morgen bei meiner Ärztin gewesen bin, war ich das am Mittag und Nachmittag noch einmal, weil ich einfach nicht wusste was ich tun sollte. Ihr sind dann sofort alle roten Lampen angesprungen und sie hat mir umgehend eine Einweisung ins Krankenhaus verpasst. Da ich ebenfalls zu diesem Zeitpunkt einen Therapeuten wegen diesem ganzen Mutterkram aufgesucht habe, hat der schließlich dafür gesorgt das ich über seine Kontakte einen Platz in einer Psychiatrie bekommen habe.

    Ich hatte da also zwei Sachen am Hintern, die Tropfen und die Depressionen. Während ich dort war ist meine Beziehung zerbrochen weil sie einfach nicht mehr konnte. An dem Tag bevor ich zum ersten Mal bei meiner Ärztin war, kamen sie und ich vom Einkaufen. Sie wusste was los ist, kam einigermaßen damit zurecht und half mir. Während wir die Einkäufe verstaut haben rutschte mir heraus das ich mich am liebsten auf die Schienen stellen möchte.

    Das hat sie gehört und voller Panik die Tüte Nudeln durch die Küche geworfen. Monate später sagte sie mir das ich das so gesagt hatte als würde ich einen Kassenbon vorlesen. Sie wusste das wenn ich etwas sage auch mache was ich sage und war in Panik.. Sie flippte völlig aus und am nächsten Tag war ich wie oben erwähnt bei meiner Ärztin. Meine Freundin ist absolut Wahnsinnig geworden konnte damit aber irgendwann nicht umgehen.

    Noch während ich in der Psychiatrie war hat sie die Beziehung beendet was natürlich nicht sonderlich Hilfreich war. Aber, ich hatte ja meine Tropfen denn auch in der Psychiatrie habe ich das Zeug genommen. Aufgefallen ist das keinem. Letztlich kam ich nach 6 Wochen raus und war stabil. Ich hatte die Depressionen, von mir liebevoll "meine grauen Herren genannt" wirklich im Griff. Es war nicht einfach, es gab im laufe der Zeit schlechte Tage aber letztlich gilt das bis heute.

    Was die Tropfen betrifft war es im übrigen finanziell nie ein Problem. Also läuft das bis heute so. Ich weiß das ich was tun muss, ich weiß das sich was verändern muss und das nicht morgen oder übermorgen sondern heute jetzt und sofortige. Aber das schaffe ich nicht. Ich bekomme es nicht hin. Zwar habe zwischendurch mal mehrfach versucht davon los zu kommen, was aber am Ende gescheitert ist.

    Zur Zeit lebe ich allein und habe mich von allen Freunden zurück gezogen. Es gibt niemanden dem ich bislang davon Erzählt habe oder Erzählen könnte. Bis eben jetzt hier und heute. Und wer von dem langen Text nicht gelangweilt oder abgeschreckt wurde, Tapfer durchgehalten hat, kennt nun die Story und hat sich ein Sternchen verdient. Im übrigen war das was ich geschrieben habe nur die Highlights.

    Zwischendurc gab es äußerst finstere Tage die wirklich schlimme waren, aber auch so bekloppt es klingt lustige, Es aber alles noch ausführlicher zu schreiben würde wahrscheinlich in einem Buchmanuskript enden. Ich weiß nicht was ich nun erwarte, ich Denke ehrlich gesagt nichts da ich weiß das es keine spontane Heilung gibt. Aber ich musste es raus hauen sonst wäre ich geplatzt.

    Das war es im großen und ganzen. Jetzt nehme ich noch mal was. Wobei es ja völlig bekloppt ist das jetzt zu erwähnen. Aber so ist eben die Situation. . .

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