SVV Rückfall nach 3 Jahren

  • Hey, ich benutze zum ersten Mal ein Forum und bin dementsprechend nicht ganz so vertraut damit, aber ich erhoffe mir Einschätzungen, wie ich mit folgenden umgehen könnte.

    zu meiner Vorgeschichte: vor einigen Jahren litt ich unter einer Depression und habe selbstverletzendes Verhalten betrieben. Bis heute weiß ich nicht, ob ich wirklich „abhängig“ war, oder ob es eher ein ungesunder coping Mechanismus war, aber egal wie, es war eine regelmäßige Sache. Ich war in einer Klinik und in Therapie und es ging mir die Jahre danach wirklich gut. Vor einigen Monaten war ich noch einmal in Therapie aus einem anderen Grund.


    Ich war über 3 Jahre clean von SVV und vor ein paar Monaten war der Drang es zu tun auf einmal extrem stark- eigentlich fast stärker als zu der Zeit, als es mir wirklich schlecht ging. Das hat mich gewundert, denn es ging mir eigentlich sehr gut. Der Drang ist allerdings nicht besser geworden und hat nun dazu geführt, dass ich es getan habe. Jetzt bin ich mir allerdings unsicher, wie ich damit umgehen soll. Ich fühle mich nicht schwer traurig wie damals, sondern eher nüchtern und leer. Es ist fast Gleichgültigkeit. Die letzten Monate haben mich eher fühlen lassen, als würde ich wirklich wahnsinnig werden, weil all die Gedanken die mein Kopf gedacht hat einfach nicht auf meine Gefühle gepasst haben. Ich bin mir einfach nicht sicher, ob ich deshalb doch zurück zu meiner alten Therapeutin gehen sollte. Ich habe erst vor ein paar Monaten mit Therapie aufgehört und es wäre mir dementsprechend etwas peinlich, nun schon wieder anzutanzen.

    Mit meinen Freunden möchte ich nicht darüber sprechen, da die Gespräche natürlich sehr schnell triggernd werden können- deshalb schreibe ich es hier.

    Hat jemand Erfahrungen mit einer ähnlichen Situation und hat eine Idee, wie ich am besten vorgehen könnte?

  • zu meiner alten Therapeutin

    Genau das solltest du!

    Und ich wünsch dir, dass du doch etwas offener mit Freunden sein kannst. Alles mit sich selbst ausmachen, klappt meist nicht ...

    Was sagen die Gedanken, für nicht zu deinen Gefühlen passen?

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Hey 😊


    ich bin Betroffene von SVV

    Meine Erfahrung damit ist (knapp und Laienhaft ausgedrückt 😊 ) , das wenn man das Selbstverletzen einmal (also über lange Zeit, immer wieder ...) als "die Lösung" gelernt hat, dann greift das Gehirn einfach schnell und ohne gross zu reflektieren auf diese Idee zurück.

    Da muss dann gar nicht wieder eine schlimme Depressive Episode oder ein Tragisches Ereignis oder starker Stress oder oder oder vorher gewesen sein, es reicht ein kleiner "Stich" und das Gehirn schlägt automatisch das SVV als schnellste und beste Lösung vor.

    Und dann ist es natürlich total schwer sich selbst so spontan und überrascht eine bessere, passendere Alternativ Lösung anzubieten.

    Ich war schon oft in Situationen wo der Wunsch und der Drang zum Verletzen "einfach so " wieder da war, nach langer Zweit ohne und je länger der da war, desto stressiger wurde es damit und desto anstrengender war es "es" nicht zu machen, also wurde die Anspannung immer mehr und am Ende hab ich mich doch Verletzt.


    Das ist zumindest die für mich passende und logische Erklärung für solche Phasen die auf einmal kommen, obwohl man doch schon so lange "drüber hinweg" war bzw das jedenfalls dachte 😊

    Ich finde die Idee die bisherige Therapeutin zumindest nochmal zu kontaktieren ziemlich gut. Und auch Stückweise mehr Offenheit mit den nächsten Menschen fand ich wahnsinnig entlastend.

    drei normale Brötchen,
    und zwei verrückte, Bitte!

    :de:

  • Hey Franz
    Danke dir für deine Antwort. Mir der Aussage, dass meine Gefühle nicht zu meinen Gedanken passen meine ich impulsive, dunklere Gedanken. Ich möchte dass hier gar nicht im Detail ausführen, aber es ist, als würde mein Kopf mich mir gruseligen Ideen anschreien, obwohl ich mich gut fühle. Ich glaube, diese impulsiven Gedanken haben viele Menschen und sind in einem gewissen Ausmaß normal, aber sie werden in letzter Zeit einfach immer mehr und deshalb fühle ich mich teils so, als würde ich wirklich wahnsinnig werden.

    Ich hoffe, das ergibt Sinn :,)


    Hey PixelDiebin , danke dir für deine Antwort und Einschätzung. Ich fühle mich wirklich gesehen und sicherer. Vielleicht überwinde ich mich tatsächlich dazu, meiner alten Therapeutin eine Mail zu schreiben

    Einmal editiert, zuletzt von Vita (16. Juni 2026 um 22:29) aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Vita mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Vielleicht überwinde ich mich tatsächlich dazu, meiner alten Therapeutin eine Mail zu schreiben

    Jepp, ein guter Gedanke und das wäre wirklich ein erster Schritt, dass es nicht total eskaliert.

    Für mich hört es sich eher so an, als wenn dich da versteckt etwas aufbauscht - hinsichtlich dieser komischen Gedanken. Wie PixelDiebin schon schreibt, es muss nicht immer eine krasse Depri sein - dich die könnte es werden, wenn man gar nichts macht.

    Wenn du dich schwer tust, dich in deinen Umfeld zu öffnen, dann solltest die Mail schreiben 😎

    Fange nie an aufzuhören höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

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