Doppelleben mit Kokain & Alkohol – wie lernt man, wieder zu vertrauen?

  • Hallo zusammen🌼

    ich lese hier schon eine ganze Weile mit und traue mich jetzt nochmal, einen Beitrag zu schreiben, weil ich im Moment einfach nicht mehr so richtig weiß, was normal ist und was nicht.

    Meine Partnerin hat mir vor ein paar Monaten gestanden, dass sie über ein Jahr lang ein Doppelleben geführt hat. Aus einer “Partydroge” wurde irgendwann regelmäßiger Kokainkonsum, bis sie sich immer mehr zurückgezogen und hauptsächlich isoliert & alleine konsumiert hat. Ich habe von alledem nichts gewusst und im Nachhinein ergeben plötzlich ganz viele Dinge Sinn...

    Seitdem ist viel passiert. Es gab mehrere Rückfälle, dazwischen aber auch immer wieder Phasen von mehreren Wochen Abstinenz. Sie ist inzwischen in Suchtberatung und wir gehen beide in Selbsthilfegruppen – sie als Betroffene, ich als Angehörige. Ich sehe, dass sie kämpft. Trotzdem habe ich das Gefühl, ständig zwischen Hoffnung und Angst hin- und herzupendeln😔

    Nach dem letzten Rückfall ist es auch zu einem heftigen Streit gekommen, der mein Sicherheitsgefühl ziemlich erschüttert hat. Seitdem merke ich, wie misstrauisch ich geworden bin. Ich hinterfrage vieles, habe Angst vor dem nächsten Rückfall und frage mich ständig, ob ich ihr wieder vertrauen kann.

    Eigentlich wollten wir in ein paar Monaten gemeinsam unser Leben komplett umkrempeln, Jobs kündigen, die Wohnung aufgeben und ins Ausland gehen. Im Moment fühlt sich das aber riesig an, weil mein Vertrauen einfach noch nicht wieder da ist.

    Deshalb meine Fragen an euch:

    • Gibt es hier Angehörige, bei denen nach mehreren Rückfällen irgendwann wieder Vertrauen entstanden ist?
    • Wie schafft ihr es, verständnisvoll zu sein, ohne euch selbst dabei zu verlieren?
    • Woran habt ihr gemerkt, dass die Veränderung wirklich nachhaltig war und nicht nur eine gute Phase?

    Ich freue mich über jede Erfahrung❤️‍🩹

    Im Moment fühlt sich das alles manchmal ziemlich einsam an

  • Hallo silverlining ,

    ich kann leider nichts hilfreiches beitragen, aber ich habe ähnliche Schwierigkeiten, allerdings mit meinem Vater, und kann das Gefühl der Einsamkeit , die Trauer über den Vertrauensverlust und die Angst davor, dass sich das nicht mehr aufbauen kann, sehr nachempfinden.

    Ich hoffe und drücke euch die Daumen, dass ihr einen guten Weg für euch finden könnt. Und falls jemand hier deine Fragen beantworten kann, bin ich auch sehr interessiert daran. ❤️‍🩹

  • Liebe Sonnensuche ,

    Danke für deine lieben Worte und warmherzige Antwort, ich freue mich wirklich sehr drüber ❤️

    Allein zu lesen, dass jemand diese Gefühle nachvollziehen kann, tut grade wirklich gut. Der Vertrauensverlust und die Angst, dass es nie wieder richtig zurückkommt, belasten mich momentan am meisten…

    Es tut mir leid, dass du Ähnliches mit deinem Vater erleben musst. Ich hoffe, wir bekommen hier beide noch ein paar Erfahrungen von Menschen, die diesen Weg schon ein Stück weiter gegangen sind.

    Alles Liebe für dich🫂

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