Hilfe durch nicht-hilfe???

  • Hallo...

    Ich bin neu hier und freue mich sehr dieses Forrum gefunden zu haben.

    Mein Freund ist seit vielen Jahren H abhängig. Wir sind seit ca 8 Jahren zusammen, mit vielen Unterbrechungen. In dieser Zeit war er bestimmt 10 mal in Entgiftung und 3 Mal zur Langzeitthera . Die er aber nicht zu ende gemacht hat, sondern meist kurz vorher geflogen ist, aus unterschiedlichen Gründen. Natürlich folgten immer wieder Rückfälle, was ich schon garnicht mehr als rückfall bezeichnen mag.
    Im Moment ist es so, das er wieder zur Entgiftung war und nun wieder zur Therap ist.
    Ich hatte mich bevor er diesen schritt getan hat sehr zurück gezogen. Und nun ist es so, dass er langsam "klar" wird und ich nicht mehr weiß wie ich mich verhalten soll:confused:
    Ich fühle mich immer noch sehr hingezogen obwohl so verdammt viel mist passiert ist und ich natürlich null vertrauen hab und rießige Angst, dass es nur mal wieder "so" ist.

    Ich selbst hab natürlich auch meine Probleme. emotional abhängig-co-abhängig? Keine Ahnung. Er ist mir sehr wichtig und ich möchte ihm auch weiterhin zur seite stehen und hoffe auf ein paar Ratschläge von Euch :thx:

    DeVita

  • Hilfe durch nicht-Hilfe?
    Hallo,
    ich habe deine frage und dein Thema gelesen und fühlte mich gleich angesprochen. Ich habe das ca. 12 Jahre durchgemacht. Mein freund damals 20 war Heroin abhängig und ich dachte damals es wäre möglich das er davon weg kommt. Er hat es auch schon mal geschafft ca. 1 Jahr clean zu bleiben aber auch diese zeit war nicht schön. Ich hatte durch viele, viele Dinge die damals passiert waren immer den kranken Menschen im Kopf. Ich habe mich dann nach 12 Jahren getrennt und weiß heute das es das Beste war was man sich vorstellen kann. Es ist wie ein Befreiungsschlag man kann wieder frei Atmen und kann sein Leben wieder selber leben ohne Gedanken an einen süchtigen. Ich weiß dass sich das evtl. hart anhört aber gerade du wirst wissen was ich meine, denke ich.
    Es ist sehr schwer und ich hätte es auch nicht gedacht wen ich nicht damals meinen heutigen Mann getroffen hätte der mich so akzeptiert wie ich bin.
    Ich habe mich komplett von den Heroin süchtigen getrennt weil ich ein ganz anderes leben, leben wollte und auch heute noch wen ich daran zurück denke mich schäme so lange daran gehangen zu haben.

    Schreib ruhig nochmal was würde dir gerne helfen.

  • Hallo DeVita,

    erstmal natürlich ein herzliches willkommen hier im Forum! Ich hoffe, du fühlst dich bald wohl hier und findest, wonach du suchst. :winking_face:

    Du schreibst

    Zitat von DeVita;76067

    Ich hatte mich bevor er diesen schritt getan hat sehr zurück gezogen. Und nun ist es so, dass er langsam "klar" wird und ich nicht mehr weiß wie ich mich verhalten soll :confused:

    Was meinst du mit, du hattest dich vorher schon zurückgezogen?
    Dass du nun nicht mehr weißt, wie du dich verhalten sollst - wie ist das gemeint? Worauf .. naja.. bezieht sich das? Weißt du nicht, ob oder wie du mit ihm über die Suchtzeit reden sollst? Oder weißt du an sich nicht, wie du mit ihm reden oder umgehen sollst?

    Ehrlich gesagt, ich denke, ich kann dir nicht wirklich einen Ratschlag geben - Vielleicht auch ein wenig deswegen, weil ich 'Angst habe dir etwas Falsches zu raten. :winking_face:
    Aber ich kann dir vielleicht ein wenig von mir und meinen Erfahrungen erzählen, vielleicht hilft dir das ja auch ein bisschen weiter. :winking_face:

    Ich persönlich tue ich mich sehr schwer mit dem Thema 'Co-Abhängigkeit, ich sehe bestimmte Dinge einfach anders als es geschrieben steht, und die Dinge, die für mich bei diesem Thema unverständlich sind, konnte mir irgendwie noch keiner erklären, und deshalb scheue ich mich auch ein wenig davor, diese Begriffe zu benutzen, weil ich nicht sicher bin, was sie bedeuten. Egal, das ist eine andere Sache und würde jetzt vom Thema hier wegführen.

    Ich kenn' die Probleme, die man als Partner eines Abhängigen so hat, auch. Ich weiß also auch, wie schwer es sein kann, welches Chaos viele Dinge in einem hinterlassen...
    Ich glaube mittlerweile einfach, dass man nicht pauschal sagen kann, was der bessere Weg wäre mit dem Ganzen umzugehen. Ob es nun besser/einfacher ist/würde, wenn man sich trennt, oder doch lieber zusammenbleiben sollte. Man steckt da als Angehöriger wahrscheinlich öfter in der Zwickmühle als der Konsumierende selbst. Denn eigentlich will man ja wahrscheinlich nicht gehen um aus der Situation rauszukommen, sondern man will, dass das Gift geht. Irgendwann kommt sicherlich mal der Punkt, an dem man nicht mehr kann und/oder nicht mehr will, und dann eben entscheidet, dass man zum eigenen Wohl besser geht - und dann sollte man das auch tun.
    Ich hab' da schon auch drüber nachgedacht, aber mehr auch nicht. Das heißt, mir war klar, dass ich gehen werde, wenn dieser Punkt erreicht ist. Im gleichen Moment war mir aber auch klar, dass der Punkt noch nicht erreicht war. Schwer zu sagen, woran ich das festgemacht habe, aber wahrscheinlich einfach am Gefühl. Zur Situation, zur 'Sucht, zu meinem Partner..

    Du schreibst, du hast kein Vertrauen - Glaubst du denn, er wird die Therapie beenden? Kannst du daran glauben, dass er es diesmal durchzieht? Oder willst du eher daran glauben, hoffst du sozusagen mehr darauf?


    Vielleicht bin ich auch die falsche um Ratschläge zu geben, und es ist passender, wenn jemand Betroffenes antwortet?! Weil es die Gegenseite ist und es da wahrscheinlich einfacher ist zu sagen, inwiefern Unterstützung nötig, erwünscht und gut ist? Was man denkt? Was man braucht? Wie man am besten unterstützt wird? :21:
    Einen Teil davon kann dir natürlich nur dein Freund selbst sagen, ganz klar, aber ich denke, zumindest ein wenig die Richtung können Betroffene besser ... andeuten (?)..


    Okay, ich hoffe, du bist durchgestiegen bei meinem Beitrag. *lach*
    Ich hab so oft was geschrieben und wieder rausgelöscht oder neu geschrieben, dass vielleicht irgendwas mal keinen Zusammenhang hat. Falls dem so sein sollte, frag halt einfach nochmal :winking_face:
    Ich kann vor lauter Kopf-Chaos den Beitrag grad nich nochmal durchlesen..

  • @ Manuela

    Hallo... Vielen Dank für Deinen Beitrag.

    Ja ich denke auch das du gut nachvollziehen kannst was in mir vorgeht.
    Ich hab noch ein paar Fragen?(
    Wann genau kam bei Dir der Punkt wo Du gegangen bist? Hattest Du keine Gefühle mehr für Ihn oder ein schlechtes Gewissen? Du schreibst auch, das Dein neuer Mann Dir da sehr geholfen hast...inwiefern? Ich habe große Probleme mich emotional auf einen anderen Mann einzulassen.

    Ich würde mich sehr freuen ein wenig in Kontakt zu bleiben.
    Lg

    Vielen dank für eure antworten... muss mich hier erstmal zurecht finden:o

    @ fibra

    Auch Dir vielen Dank für Deine Zeilen!

    Mit zurückgezogen war gemeint, dass ich nicht mehr pausenlos an ihn gedacht habe, nicht mehr alles für ihn erledigt hab und angefangen hab an mich zu denken. Natürlich hab ich nicht immer nein sagen können, wenn er etwas wollte,aber es gelang mir schon öfter.
    in bezug auf wie ich mich verhalten soll ist alles gemeint. Ich weiß nicht wie ich ihn auf die Suchtzeit ansprechen soll ( was ich gern möchte) ich weiß überhaupt nicht wie ich mit ihm über die ganzen Problematiken reden soll. Er empfindet alles als Vorwurf, was es nicht ist, ich möcht ihm eigentlich nur mal meine Seite klar machen. Alerdingst stellt sich mir auch die Frage, ob das so "richtig" ist,wenn er nun gerad dort ist. sollte er sich da nicht voll auf sich und seine Therapie konzentrieren? Allerdings gehöhre ich ja zum Leben und zur Vergangenheit :61: mhhh das ist so ein starkes Kopfkino

    Ob ich glaube oder hoffe das er es durchzieht ist schwer zu beantworten, denn ich kann keinen Unterschied fühlen. Natürlich wünsche (hoffe) ich es mir, aber nach so vielen Rückschlägen glauben? mhhh... allerdings wenn ich nicht mal dran glaube,wie soll er es dann vermittelt bekommen...

    Du hast sicher recht damit,das es gut wäre,wenn sich Betroffene dazu äußern könnten,denn sie wissen schließlich ganz genau was gewünscht bzw benötigt wird. es würde mich auch sehr freuen, wenn sich hier dazu jemand äußern kann,der sich etwas in die Situation einfühlen kann!!!

    Vielen Dank für eure Mühe!

    [ta=Franz]Bitte nicht 3 Beiträge in Folge, wenn man die auch zusammenfassen könnte! 3 Beiträge zusammen gefasst![/ta]

  • Hi DeVita!

    Zitat

    Ich weiß nicht wie ich ihn auf die Suchtzeit ansprechen soll ( was ich gern möchte)

    Genauso könntest Du das ja dann auch formulieren. In Beiseite nehmen und ihm sagen, dass Du gern mit ihm über seine Suchtzeit reden möchtest. Dass Du ihn gern besser verstehen würdest, Du Dir Gedanken machst und ob es für in ok ist, Dir darüber ein wenig zu erzählen.

    Zitat

    Alerdingst stellt sich mir auch die Frage, ob das so "richtig" ist,wenn er nun gerad dort ist. sollte er sich da nicht voll auf sich und seine Therapie konzentrieren? Allerdings gehöhre ich ja zum Leben und zur Vergangenheit

    Das hast Du nun im Grunde auch für Dich selber schon beantwortet. Du gehörst zu seinem Leben und Vergangenheit. Die Frage ist dann nicht mehr, ob Du ihn fragst, sondern wann denn der "richtige" Zeitpunkt ist. Und was für ein Gefühl hast Du, ist nun der Zeitpunkt richtig oder irgendwann später?

    Zitat

    Ob ich glaube oder hoffe das er es durchzieht ist schwer zu beantworten, denn ich kann keinen Unterschied fühlen. Natürlich wünsche (hoffe) ich es mir, aber nach so vielen Rückschlägen glauben? mhhh... allerdings wenn ich nicht mal dran glaube,wie soll er es dann vermittelt bekommen...

    Ist es also wichtig, dass Du dadran glaubst und Du ihm das dann vermittelst? Warum mußt DU ihm das vermitteln? Bist Du, oder wer ist dafür verantwortlich, wie er sich fühlt oder ob ers durchzieht?

    lg

    eternal

  • hallo Devita,

    ich bin selbst auch süchtig und war einige Jahre auf allen möglichen Drogen. Demnächst bin ich 4 Jahre clean. Ich würde sagen, dass man deine Frage nicht pauschal beantworten kann, denn jeder (Süchtige) braucht etwas anderes, das ihm helfen kann. Ich weiss, dass allgemein gern der Ratschlag "Hilfe durch Nicht-Hilfe" bei uns Süchtigen gegeben wird, halte das aber nur bis zu einem gewissen Grad für richtig. Man sollte da sehr genau unterscheiden, ob es eine wirkliche Hilfe ist, oder ob man durch eine "falsche" Hilfe die Sucht des Anderen nicht noch unterstützt. Damit meine ich z.B. finanzielle Dinge. Wenn ein Süchtiger aus seiner Abhängigkeit raus will, sollte man nicht versuchen, ihm bestimmte Wege abzunehmen, wie z.B. Termine vereinbaren, Beratungsstellen suchen, etc. Es ist nämlich ein großer Schritt aus der Abhängigkeit, für sich selbst Verantwortung zu übernehmen.

    Da das Thema Sucht sehr komplex ist, kann man nicht einfach sagen, man solle einfach mal mit den Drogen aufhören. Der Konsum ist ja nur eine Begleitsymptomatik der Erkrankung. Es geht hier viel mehr darum, als erstes Sucht als Krankheit anzusehen, die man zwar nicht heilen, aber lindern kann. Mit jeder Form von Abhängigkeit wird ausgedrückt, dass dem Süchtigen etwas fehlt und er nicht in der Lage ist zu sehen, wo genau das Defizit besteht, bzw. wie man es anderweitig gesund ersetzen kann.

    Du siehst also, dass Reden eigentlich das A und O ist, damit ein Süchtiger dahinter steigen kann, was ihm eigentlich "wirklich" fehlt und wie er mit dem Defizit gesund umgehen kann.

    LG, alive

  • Hallo Devita,

    eigentlich sollte das Ganze auch Bestandteil der Therapie werden, wenn er denn das auch will.

    Drum rum reden ist sicher der falsche Weg, man sollte immer klar zum Ausdruck bringen, was einen berührt - ob süchtig oder eben nicht.
    Rücksicht ist da nicht der richtige Weg, es geht schließlich um 2 Menschen, die einen Weg suchen.

    Manche brauchen 1 Anlauf, andere 20 oder wie ich um einiges mehr, man kann es nicht an bestimmten Aktionen oder Voraussetzungen fest machen. Zum clean werden muss alles passen, beim Süchtigen.

    Nach einer Therapie ist ein kompletter Neuanfang angesagt, weil wenn man es nicht aus dem Kopf bringt, was ein Süchtiger alles verbockt hat, dann macht es wenig Sinn. Das soll nicht heißen dass man achtet, vor allem auf sich, aber viele Vorwürfe muss man nicht aussprechen - die merkt unser Gegenüber :winking_face:

    Sprich mit ihm, vielleicht zusammen mit einem Therapeuten, das natürlich in Absprache mit der Einrichtung.
    Dort könntest ja auch mal deine Bedenken ansprechen, Rat suchen, denn Therapie sollte eben Angehörige auch mit einbinden.
    Sicher muss der Betroffene erstmal dort seinen Weg gehen, aber dafür ist in der Regel auch die Kontaktsperre und wenn die gefallen ist, dann spricht nichts dagegen, wenn du dich mal drum bemühen würdest.

    Aus "Hilfe aus Nicht-Hilfe" da entspringt auch der Spruch, ein Süchtiger muss erstmal richtig am Boden sein.
    Nur wer schon mal so richtig am Ende war, der würde so einen Rat nie geben. Ich habe durch solch dumme Aussagen einige Menschen verloren. Sicher muss ein Süchtiger mal spüren, hey so gehts nich weiter, nur wenn man es mit dem Leben bezahlt, dann is ja wohl irgendwas fehlgeschlagen.

    Für mich bedeutet das, klare Grenzen ziehen, das zusammen absprechen und dann auch konsequent durchziehen, auch wenn es denn mal Trennung bedeuten sollte.
    Zuerst musst immer auf dich achten, eine 'Co-Abhängigkeit hast ja selber schon angesprochen.

    Nur noch eines, versuch nicht zu tief einzusteigen, weil nicht mal die Süchtigen erfahren je den wirklichen Hintergrund einer 'Sucht. Manchmal geht Therapie eben nicht so weit!

    Viel Glück für euch beide!

    LG Franz

  • Ich danke nochmal für eure Antworten und werde mich gern hier im Forrum "niederlassen".

    Ich bin sicher noch durcheinander, aber ich versuche jeden Tag erneut zuerst mal an mich zu denken :21: was sich als super schwer herausstellt.

    Leider find ich zum Thema co- Abhängigkeit nicht so viel im Netz zumindest keine Betroffenen.

    Lg DeVita

  • Hallo DeVita,
    ich habe das seit Jahren durchgemacht mit einem Heroin süchtigem Freund. Ich kann dich verstehen. auch was die anderen hier schreiben ist richtig wird dir aber so auch nichts nützen. Ich wen ich das mal so sagen darf gehe davon aus das du seit Jahren ausgenutzt und betrogen und belogen wirst. Von Fremd gehen bis hin zum Geld klauen.
    Ich denke und ich sag es mal so alles was dich da raus holen kann sind nicht unbedingt die Therapien (habe 6 durch gemacht) und außenstehende Ratschläge alles was dir hilft so hart wie es sich anhört ist die Flucht nach vorne. Überlege dir ob du mit diesem Bild von Mann deine Zukunft aufbauen willst. Was du erwachten kannst usw. und dann beende endlich diese Beziehung oder lebe damit. Ich habe mich nach 8 Jahren getrennt und keinen Kontakt mehr zu heroinsüchtigen Und siehe da ich habe auch keine Therapie mehr und kann ohne Angst einschlafen und Leben.
    Das ist mein Rat er ist hart aber ehrlich und aus Erfahrung geprägt.

    Viel Glück
    :blume:

  • Hallo Manu...

    Vielen Dank für Deine klaren Worte. Mich würde noch interessieren, wie es dir anfangs damit ging, als du gegeangen bist. Und hat er Dich einfach so gehen lassen?

    Lg :blume:

  • Hallo DeVita,
    zu deiner ersten frage möchte ich mal sagen das es ein Gefühl war wie Weihnachten und Geburtstag zusammen. Ich bekomme heute noch, so wie jetzt gerade, Gänsehaut und Glücksgefühle wen ich daran denke. Ich habe ja schließlich auch mein Leben dadurch zurück bekommen.
    Zu deiner zweiten frage folgendes. Er hat versucht mich zu halten aber das war ja nur Rutine. Er versucht halt wie jeder suchtkranke seine Bezugsperson zu halten. Das versucht er ja auch genauso mit seiner sucht auf Heroin und das hat keinerlei Bedeutung.
    Er hat mich ja auch immer nur ausgenutzt, haste mal, kannst du mal, mach mal und sein Standard Spruch das kannst du mir nicht antun, das habe ich nicht verdient, warum, weshalb du bist ein Arsch usw. Der einzige Arsch war eindeutig er. Er hat mich jahrelang ausgenutzt und benutzt um seine Sucht so angenehm wie möglich zu halten und das konnte er nur weil er wusste, ich Liebe ihn. Das ist eigentlich auch das schlimmste das er es getan hat weil ich ihn liebte und er wusste ich sage nicht nein. Selbst als er mal Wochen lang vollkommen nüchtern war, war ich der dumme und konnte mit oder für ihn alles organisieren und erledigen. Nie wieder. Wen ich ihn heute treffe möchte ich ihm eine reinhauen, für das was er mir Jahre lang angetan hat.
    Vielleicht mal ein Tipp, hat mal ein Therapeut mit mir gemacht. Erstelle eine Tabelle und trage auf einer Seite ein was du für ihn getan hast die letzten Jahre und was er für dich getan hat. Sei dabei ehrlich zu dir und erschrecke dich nicht. Es ist einfach nicht mehr möglich mit dem was die dir antun sein Leben glücklich zugestallten. Das ist ja auch nicht deine Schuld das ist seine. Ja ja, er ist krank ok aber er war gesund und das er Heroin nimmt weiß er und das wusste er auch beim aller ersten mal und das man damit nicht leben kann oder eine Beziehung führen wusste er damals schon mit 16 und angefangen hatte er mit 20. Da kann mir keiner erzählen dass es eine Krankheit ist. Sucht ist die Krankheit und das hat nichts mit, jetzt nehme ich Heroin zu tun.
    lg und viel Glück
    Frage ruhig, wen ich was weiß oder helfen kann gern :5:

  • Hallo Manu....

    Danke für Deine Zeilen!

    Ja ich muss sagen, dass Deine Worte zum Teil auch in meinem Kopf sind...doch es sagt in mir immer noch eine Stimme ABER...
    aber ich bin vielleicht auch nicht immer einfach, und ja schließlich ist er ja krank und würde ich ihn verlassen wenn er z bsp Diabetes hätte und und und... dieses ständige gedanken hin und her lässt mich verzweifeln.
    Grundsätzlich ist es bei klarem Verstand natürlich alles richtig was Du sagst obwohl ja nicht "nur" er schuld ist-immerhin lasse ich es seit Jahren zu.

    Diese Liste werd ich mal erstellen, das ist eine gute Idee!

    Hast Du eine Therapie wg Co-Abhängigkeit gemacht?

    Liebe grüße und ein schönes We

    :blume:

  • Hallo DeVita,
    da bin ich aber schon erstaunt das du Diabetes und Heroin in einen Topf schmeißt für Diabetes kann man ja nichts, Heroin wächst oder entsteht ja nicht in einem sondern muss man bewusst ohne Rücksicht auf seine Mitmenschen einnehmen. Da ist schon ein unterschied, oder?
    Und das du nicht „einfach“ bist ist ja auch nicht von ungefähr. Du kümmerst dich seit Jahren um einen Suchtkranken und dein Leben dreht sich ja auch fast nur um diesen. Überlege dir mal wie komisch (nicht einfach) er ist.
    Er ist alleine schuld das du so lebst und so an ihm hängst nur ER den er hat es genommen das Heroin oder hast du ihn gezwungen??!!??
    Mach dir nicht immer Gedanken um ihn kümmer dich mal um dich. Er überlebt so oder so aber du…..?

    LG

    P.S.
    Ja ich war in vielen Therapien aber jetzt kommt es mir alles überflüssig vor. Was nicht heißen soll das sie nichts taugen. Aber das man Jahre in Therapien verbringt wegen einem der Heroinsüchtig ist, ist weiß Gott nicht nötig und schon irgendwie ein Wiederspruch in sich. Verlasse ihn mal dann weißt du was ich meine. Er braucht die Therapie nicht du, du brauchst den Mut ihn zu verlassen.

  • Hallo Manu...

    Ja natürlich kann man das nicht vergleichen, aber ich denke auch dass es ja gründe gibt um sich so zu betäuben. Doch Du hast völlig Recht, ich muss kapieren,dass es nicht meine Schuld ist und es auch nicht in meinen Händen liegt. Was wirklich nicht so einfach ist :12:
    Da er sich je auch gerad auf Therapie befindet und (scheinbar) den richtigen Weg einschlägt, macht es das ganze nicht einfacher Ihn genau in dieser Situation "hängen zu lassen".

    An mich denken ist wirklich ein guter und wichtiger Punkt und ich muss mich jeden Tag erneut daran erinnern!!!

    Ich danke Dir sehr für Deine Antworten, denn dadurch das du WEISST wie es ist, fällt es mir auch leichter dies anzunehmen.

    Lg DeVita:20:

  • Also meiner Meinung kann man nicht alle Süchtigen über einen Kamm scheren und behaupten, ein Junkie wäre nicht mehr Beziehungsfähig.
    Zudem ist 'Sucht doch etwas komplexer, als "man hätte es ja nicht nehmen müssen" oder so!
    Klar weiß jeder was er da tut, nur kaum jemand wird absichtlich süchtig, macht seinem Umfeld extra Probleme.

    Das soll nicht heißen es gäbe keine Grenzen und generell muss man immer zuerst auf sich achten - also als Partner eines Abhängigen (natürlich gernerll immer ;)).

    Hier höre ich aber zuviel Vorwurf und der ist zwar berechtigt, aber in der Regel nicht gegen einen Menschen, sondern gegen dessen Sucht!
    Aber man hat es in der Hand, man kann sich trennen und soll es auch, wenn es keinen Sinn mehr macht oder man sogar in eine 'Co-Abhängigkeit reinrutscht oder das zu erwarten ist!!

    Trotzdem, ich habe immer gewusst was ich meinem Umfeld antue, wenn ich es auch manchmal nicht steuern konnte. Oft passiert ja dann der größte Fehler, man will clean werden, weil man für sein Bezugsfeld nicht mehr so scheiße sein will. Nur so klappt es nicht, es gibt miest bloß kurze Momente in denen man es schaffen kann, doch die kehren immer wieder mal. Es muss viel passen, die richtige Hilfe, Therapie, aber auch Bezugspersonen sind sehr wichtig.

    Also DeVita, geh es so durch wie Manu es vorgeschlagen hat - wäge ab was für dich dabei raus kommt, was dir das alles bedeutet, DU bist wichtig!
    Aber bitte entscheide dich bald, weil nichts ist schlimmer, als wenn man auf jemand baut und das dann nichts ist. Das aber ist dann ganz klar nicht dein Ding, weil jeder Süchtige muss auch für sein tun gerade stehen und so schlimm es ist, auch Menschen verlieren.

    Aber eines behaupte ich ganz fest, auch Junkies können lieben, nur das scheiß 'Heroin lässt da nicht viel Spielraum.

    LG Franz

  • Hallo DeVita,

    bedenke nur auch das es das Xte mal ist das er sich scheinbar auf dem richtigen weg befindet. Ob es dann noch so ist wen er aus der Therapie kommt weiß keiner in der Therapie sind sie ja immer so und wen sie draußen sind ist wie du weißt alles vergessen. Vergiss bitte auch nicht das du deine Erinnerungen an die Drogensucht nicht einfach ausschalten kannst und du immer wieder wen du ihn anschaust daran erinnert wirst.

    LG

  • Seit zwei Tagen überlege ich, ob ich mich einmischen möchte oder nicht. Nun, nachdem Franz mir da schon sehr aus der Seele gesprochen hat, hab ich mich dazu entschieden auch nochmal in meinen Worten etwas beizusteuern.

    DeVita: Ich finde es schön, dass Du einen Weg suchst, Dir darüber klar zu werden, ob es eine Chance für Eure Beziehung gibt oder nicht. So wie Franz schon sagte: Auch Junkies können lieben! Wenn Dein Partner gerade in einer Therapie ist wird es hoffentlich auch Paargespräche geben, wo Du offen darüber sprechen solltest, was seine Sucht Dir schon angetan hat. Ich denke das das offene Gespräch die einzige Möglichkeit ist um einen gemeinsamen Weg zu finden. Dafür musst Du Dir aber im Klaren sein, ob ein gemeinsamer Weg überhaupt noch für Dich in Frage kommt. Wenn es zuviel ist, was seine Sucht bei Dir angerichtet hat, wenn Du das Gefühl hast, dass es Dinge gibt, die zu schwer wiegen und immer zwischen Euch stehen werden, dann wird die Beziehung vermutlich nicht mehr funktionieren. Die von manu vorgeschlagene Liste find ich auch sehr gut.

    @manu: Mein Grund mich an dieser Stelle auch zu Wort zu melden, sind eigentlich Deine Beiträge. Ich möchte Dir nicht Deine schlechten Erfahrungen absprechen und in keinem Fall die Richtigkeit Deiner eigenen persönlichen Entscheidung in Frage stellen. Ich lese allerdings aus Deinen Beiträgen eine sehr undifferenzierte Generalisierung aller Süchtigen heraus und das muss ich einfach (genau wie Franz) auch nochmal kommentieren.

    Du schreibst:

    Zitat

    Er versucht halt wie jeder suchtkranke seine Bezugsperson zu halten. Das versucht er ja auch genauso mit seiner sucht auf Heroin und das hat keinerlei Bedeutung.

    Ich verstehe nicht so ganz, was Du sagen willst? Wenn ein Mensch mit einer Sucht seine Bezugsperson halten möchte, tut er das ohne das es eine Bedeutung für ihn hat? Oder hatte es persönlich für Dich keine Bedeutung? Vielleicht könntest Du das nochmal erklären?

    Es gibt nicht "den Suchtkranken", es gibt Menschen mit einer Sucht. Die Sucht überschattet oft viele Eigenschaften desjenigen, aber er bleibt ein Mensch. Ein Mensch mit einer Persönlichkeit, ein Mensch der aus mehr besteht als aus seiner Sucht!

    Du schreibst:

    Zitat

    Ja ja, er ist krank ok aber er war gesund und das er Heroin nimmt weiß er und das wusste er auch beim aller ersten mal und das man damit nicht leben kann oder eine Beziehung führen wusste er damals schon mit 16 und angefangen hatte er mit 20. Da kann mir keiner erzählen dass es eine Krankheit ist. Sucht ist die Krankheit und das hat nichts mit, jetzt nehme ich Heroin zu tun.

    Auch dazu möchte ich nochmal eine Erklärung weil ich nicht verstehe was Du sagen willst. Willst Du damit sagen, dass Sucht keine Krankheit ist oder ist es Deiner Meinung nach doch eine oder was oder wie? Würde das wirklich gerne nachvollziehen, was Du geschrieben hast.

    So als letztes (auch wenn ich mir mal wieder keine Freunde machen werde :winking_face: ) möchte ich noch sagen, dass ich es als provokant empfinde wie herablassend Du über Süchtige (und ich meine nicht Deinen Ex-Partner, sondern generelle Aussagen von Dir über Sucht...über deinen Ex-Partner kannst Du schreiben wie Dir der Schnabel gewachsen ist) hier schreibst, wo Dir bewusst ist, dass es hier viele Betroffene gibt. Dazu gehört auch, dass Du Dich in keinster Weise zum Beitrag von Franz äusserst, der ja nun auch Bezug zu Deinen Beiträgen genommen hat.
    Möglicherweise bin ich da empfindlich, dennoch musste ich das nun so ungefiltert mal rauslassen.

    LG Kitsune

    edit: DeVita: Ich denke man kann unterscheiden lernen zwischen "Wann unterstütze ich die Sucht meines Partners" und "Wann unterstütze ich meinen Partner hinter der Sucht". Ich denke aber auch, dass man dazu Hilfe benötigt und auf jeden Fall den schwierigeren Weg wählt.

  • Hallo Kitsune,

    Nur kurz da ich keine zeit habe.

    Zu deiner ersten Frage.
    Ich habe seit nun fast 10 Jahren nur mit Heroinsüchtigen Umgang. Und beziehe mich auch nur auf diese Sucht. Das es andre süchtige gibt(Spiel, Hasch oder Fresssucht usw.) beziehe ich nicht ein und erlaube mir da auch kein Urteil da ich mich da nicht auskenne. Was aller Dings Heroinsüchtige betrifft behaupte ich einfach mal dass ich mich da bestens auskenne. Und das ich weiß das bei einer Heroin sucht die sucht gar nicht das Problem in einer Beziehung ist, sondern das was daraus entsteht….Diebstahl, Betrug, Lügen, Schläge, Vertrauensbruch….. was man ja nun bei einer z.B. Fresssucht nicht so extrem hat. Ein Heroinsüchtiger entwickelt sich teilweise extrem schnell zu einem Arschloch. Und er wird zu 80% nie davon los kommen oder geheilt sogar nie. Das sage nicht ich das ist so ...Wissenschaftlich....

    Zu deiner zweiten Frage.
    Sucht ist eine Krankheit. Das ist keine Frage das ist so. Aber es sind da große Unterschiede z.B. Fresssucht die passiert so nach und nach auf einmal ist sie da und man hat halt ein Problem (Süchtigen) in der Beziehung. Dieser wird aber sich nicht so sehr vom Wesen her ändern. Er wird heimlich essen. Nachts sich an den Kühlschrank schleichen usw. aber im groben war es das. Ein Heroinsüchtiger macht das und es passiert ihm so nicht. Er sitzt da und weiß wen er jetzt Heroin nimmt wird er süchtig. Er weiß wen er es tut ist seine Beziehung zerstört. Er weiß weil er den Umgang vorher schon hatte wie es bei seinen Kumpels ist. Er weiß alles und tut es bewusst. Und wen er süchtig ist wird er auch nachts aufstehen aber er klaut dir dein Geld. Er wird heimlich Heroin nehmen und dich belügen wen du es nicht glaubst gibt es was aufs Maul und das immer und immer wieder. Bis du so weich bist und glaubst du bist schuld und du musst ihn retten.

    Nicht alle süchtigen sind gleich stimmt. Aber Heroinsüchtig ist es leider doch zu 95%. Ich war mit vielen zusammen und kenne viele. Die meisten davon unterscheiden sich nur durch die Haarfarbe.

    So muss los bis später evtl.

    LG

  • yay, die Diskussion geht weiter und wieder fühle ich mich empfindlich berührt. Ich habe mich auch auf Heroinsucht bezogen. Du magst Dich als "Angehörige" auskennen, ich rede von mir als Betroffene, als Ex-Junkie und glaub mir: Es unterscheidet mich mehr als nur meine Haarfarbe von vielen anderen Menschen die gejunkt haben. Mit Fresssucht kenn ich mich leider nicht so aus :winking_face:

    Wieso hast Du seit 10 Jahren fast nur Umgang mit Heroinabhängigen
    , wenn alle Heroinabhängige Deiner Meinung nur Arschlöcher sind?

    Meine Fragen finde ich auch noch nicht so wirklich beantwortet. Wieder schreibst Du Sucht ist eine Krankheit und wieder nimmst Du Heroinsucht davon aus....

    Ich kapiers ehrlich nicht...

    mfg Kitsune

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