Esssucht/Fressattacken

  • Hallo zusammen!

    ich leide seit einiger Zeit an immer wiederkehrenden Fressattacken (ohne danach zu erbrechen) und nehme natürlich auch dementsprechend viel zu. ich bekomme das irgendwie alleine nicht unter Kontrolle leider. Kann mir jemand sagen, woran diese Attacken liegen könnten und was man dagegen tun kann?

  • Hey du,

    nach einer 11-jährigen Essstörung mit abwechselnden Phasen von Magersucht, Bulimie und Bing-eating kann ich von deinem Problem ein Liedchen singen...

    Momentan leide ich genauso wie du an Essattacken und habe nach meinem langjährigen Untergewicht nun so weit zugenommen, dass ich aus medizinischer Sicht zwar normalgewichtig bin, doch meines Erachtens viel zu dick.

    Was man dagegen tun kann? Nun, ich fang in solchen Momenten immer an wie eine Gestörte Wasser in mich reinzukippen, um meinem Magen zu simulieren, dass er voll ist.

    Ist nicht der richtige Weg und auch nicht unbedingt der Ratschlag, den ich dir geben will.

    Vielleicht solltest du einmal darüber nachdenken, welches "Loch" du mit Essen so vergeblich zu füllen versuchst. Meistens steckt hinter solchen Fressfilmen so etwas wie eine ungelebte Sehnsucht.

    Denk mal drüber nach, was dir so sehr fehlt.

    Ich hoffe, ich konnte dir etwas helfen.

    Lieben Gruß,
    stella

    Ich glaube an das Leben solange noch irgendein Mensch ein Lächeln für mich bereithält.

  • Hallo Stella!

    Vielen Dank für deine Nachricht. Oh je, ja das hört sich aber auch schlimm an! Bei mir ist es auch so... ich esse so lange, bis ich übergewichtig bin und dann nehme ich innerhalb kurzer Zeit 20 bis 25 kg ab, bis dann die nächste Depri-Phase kommt, in der ich nichts mehr hinkriege und dann fress ich mich wieder übergewichtig, obwohl ich weiß, dass es der falsche WEg ist.

    Ja, ich denke, ich verbinde Essen mit wohlfühlen. WEil ich sehr mit mir zu kämpfen habe, ist essen ein sehr guter Ersatz, damit man sich wenigstens während dem Essen gut fühlt. Aber danach... ja, du weißt was ich meine. Schuldgefühle, Panik und und und

    Ich möchte einfach wie jeder andere meine Emotionen auch ohne fressattacken zu ertragen

  • Hallo Paindrop,

    diese Art Fressanfall kenne ich auch nur zu gut. Bei mir war es verbunden mit Fernsehen oder Lesen. Hauptsache Wohlbefinden, ein guter Geschmack auf der Zunge und was Interessantes zu sehen. Eben die Sinne "beschäftigen". Leider hält das gute Gefühl nur bis zur Sättigung an, dann fängt es an mit Bauchkrämpfen usw.

    Seit ich diesen Fressattacken nicht mehr nachgebe, lese ich viel weniger als früher. Stattdessen sitze ich am PC und lese und schreibe hier, oder mache Spaziergänge bzw. Hausarbeiten. Bis ich erkannt habe, dass ich süchtig bin nach bestimmten Inhaltsstoffen, hat es über 10 Jahre gedauert, und dann noch weitere 10 Jahre, um herauszufinden, was mir wirklich fehlt und wie ich davon weg komme.

    Geraucht hab ich früher auch und hörte von einem Tag auf den andren damit auf. Auch beim Fressen bin ich so vorgegangen. Als ich zur Medizinischen Fußpflege musste, weil ich meine Zehennägel nicht mehr erreichte, habe ich den Entschluss gefasst, diese Sachen nicht mehr einzukaufen, und bis heute nicht bereut.

    Was du jetzt herausfinden musst, ist, was du stattdessen lieber tun würdest. Gegen den Hunger hilft meist Wasser mit Kohlensäure oder solche Hilfsmittel vom Arzt bzw. der Apotheke. Alternativ viel Obst und Gemüse essen, z. B. Kartoffeln statt Pommes und Bananen statt Schokolade.

    Das Fatale an Diäten ist, dass man hinterher alles plus Zinsen wieder drauf hat. Mit 20 bis 25 kg fing bei mir auch alles an. Da schnaffte ich 15 kg runter, dann blieb das Gewicht stecken und der Heißhungeranfall auf bestimmte Speisen überfiel mich wieder, ich gab der Sucht nach und nahm 20 kg zu, dann wieder mit Sport und Ernährungsumstellung 15 kg runter... das läpperte sich derart zusammen, dass ich mich quasi verdoppelte.

    Was ich dir unbedingt ersparen möchte. Den ersten Schritt hast du getan: Erkannt, ich bin süchtig. Nun musst du nur noch herausfinden, wonach. Dort kannst du ansetzen bei der Lösung des Essproblems.

  • Mir geht s ganz geanu so. Das Gefühl der Machtlosigkeit ist manchmal lähmend.
    Hast Du auch so Tage an denen Du Dir nichts sehnlicher wünschst als einfach aufhören zu können an Essen zu denken? Aber irgendwie geht's immer im Kopf rum. Zum Verrücktwerden!

  • Das macht einen total fertig einfach. Ich weiß einfach, okay ich habe keinen Hunger oder bin satt und esse trotzdem weiter... es ist wie alle anderen Süchte auch, man ist ihnen erstmal hilflos ausgeliefert bis man gegen sie ankämpfen kann!

  • Ja, und wenn du wieder dagegen ankämpfst füht es sich an, als ob es dir nie wieder passieren könnte. Du bist so optimistisch und stark als könntest du die ganze Welt mit einem Hops in die Tasche stecken könntest! Yeah!
    Heute ist so ein Tag für mich. Habe wieder angefangen aufzuschreiben was ich esse. Bis jetzt hilft nichts andees.

  • Hallo Pain,


    immer wenn ich diese Fressattacken hab, (meistens dann, wenn ich gefrustet bin, oder mein Nochmann Stress macht) könntte ich alles in mich reinstopfen.
    Mittlerweile hab ich immer Obst und Gemüse im Haus, über das ich mich dann hermache. Ich kaufe bewusst keine Süssigkeiten, da ich sonst mit Sicherheit diese in mich rein stopfen würde.
    Dazu trinke ich viel Wasser mit wenig Kohlensäure und natürlich sind Kaugummis immer im Haus.


    LG


    Kathy

  • Hallo Kathy!

    Komisch wie äussere Umstände (die überhaupt nichts mit Nahrungsaufnahme zu tun haben) Esslust triggern können. Mir geht es oft genau so.
    Der Trick mit dem Obst, Gemüse und Wasser verwende ich auch manchmal, bin aber nicht so recht glücklich damit. Denn: das Essverhalten ist dann bei mir noch immer das selbe. Wenn ich ein ganzes Körbchen Nektarien vor dem Schlafengehen verdrücke schlafe ich genau so schlecht und fühle mich ebenso beschi***** als wäre es Schokolade gewesen. Es sind vielleicht weniger Kalorien, aber die Reaktion ist die gleiche; Es ist und bleibt Frustfrass!
    Seit 3 Tagen habe ich es ganz gut in der Hand (dank des Ernähungstagesbuches) und bin darüber überglücklich.

  • hey kathy, ich finde da hast du eine gute Alternative gefunden mit dem Obst und GEmüse, den Kaugummis und dem Wasser. besser kann man sich gar nicht vor Süßem schützen :) momentan habe ich keine Freßattacken und bin sehr froh darüber, aber ich weiß wie heimtückisch das Verlangen einen überfallen kann und ich bleibe auf der Hut! Trinke viel Wasser und Pfefferminztee, das hilft mir ganz gut!

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