Beiträge von RunningFree

    Hallo Igraine,

    Respekt für Deine Entscheidung. Wünsche Dir den Mut und die Kraft, dabei zu bleiben. Im Stich gelassen muss er sich nicht fühlen - Du hast ihm ja klargemacht, dass er sich melden kann, wenn er sich Hilfe gesucht hat, das ist doch gut so. Du kannst das nicht leisten und seine Mutter auch nicht. Der Schmerz wird mit der Zeit weniger, auch wenn man sich das erstmal nicht vorstellen kann. Bin selbst leider immer wieder zu wenig konsequent, aber weiß, dass alle Halbherzigkeit und jedes Hintertürchen, das man offen lässt, nix bringt und einen nur in diesem Dilemma festhält. Wie Franz schon schrieb: wenn ihm was an Euch liegt, wird er es sich überlegen. Mein Rat wäre, Dich dann nur von Taten überzeugen zu lassen, nicht von wolkigen Plänen, aufzuhören. Hast Du für Dich mal über Selbsthilfegruppe für Angehörige nachgedacht? Das kann ganz hilfreich sein.

    Liebe Grüße,

    RF

    Hallo Anni,

    finde gut, was Du für Dich erreicht hast. Du hast Dir professionelle Hilfe gesucht und er wird ausziehen. Und Du hast ihm klargemacht, dass es so für Dich nicht weitergeht.

    Ist bestimmt nicht leicht, mit seinen Ausfällen und tagelangem Verschwinden zurechtzukommen. Auch wenn Du, wie Du schreibst, härter geworden bist - ohne Sorgen geht das bestimmt nicht ab. Letztlich hat nur er es in der Hand, sich erneut Hilfe zu suchen. Wie geht es denn Eurem Sohn mit der Situation?

    Liebe Grüße RF

    Naja, alleine im Keller oder der abgedunkelten Wohnung zu konsumieren spricht doch eigentlich vor allem dafür, dass er ziemlich drinhängt, nicht will, dass andere was mitbekommen und dass er Kontakte zu seinem Umfeld gerade kaum noch hinbekommt. Kenne ich von meinem Freund, der auch von paranoiden und depressiven Phasen während/nach Konsum erzählt hat. Mit Party machen hat das eh nix mehr zu tun. AdHS war da auch während Therapie im Gespräch, wurde aber ziemlich bald ad acta gelegt. So eine Diagnose bringt ehrlich gesagt auch nicht viel weiter.

    Dein Bruder hat auch noch den Druck mit Frau und Kindern, denen er sich so bestimmt nicht zeigen will. Da schottet er sich halt ab, so lange er was hat, wo ist ihm vermutlich egal, Hauptsache mehr oder weniger versteckt. Kenne das so gut, ist traurig. Wie lief denn der Auszug, hat Deine Schwägerin das hinbekommen, Besorgtsis ?

    Hab jetzt einige Gespräche für mich geführt und sehe manches klarer. Was bleibt ist die Angst, dass er hinter verschlossenen Türen kollabiert oder sich was antut. Das nimmt einem kein Gespräch, da steckt man als einzig nahestehender Mensch in nem riesen Dilemma. Klar ist letztlich alles seine Entscheidung - das kapiert auch mein Verstand. Aber damit zurechtkommen ist eine andere Hausnummer. Hab ihn auch zwischendurch kurz gesehen, weil ich ihm seine Sachen gebracht hab. Nach fast zwei Wochen mit Konsum und Rumlungern in der verbarrikadierten Wohnung. Er sah schlimm aus und stand ziemlich neben sich. Alles noch seine Entscheidung? Oder doch Fall für den Notarzt? Ich weiß es nicht...

    Danke, Franz, für Deine klaren und ehrlichen Worte. Ich habe gestern kurz mit seinem Bezugstherapeuten telefoniert, der mir geraten hat, ihm zu eine Frist zu setzen und dann den Notarzt zu verständigen, wenn er gar kein Lebenszeichen von sich gibt. Es könne ja auch sein, dass ihm was passiert ist oder er suizidal ist. Darauf hat er dann mit einer knappen Nachricht reagiert - kurz nach Ablauf der Frist. Es tue ihm leid, ich solle mir keine Sorgen machen, sein Kopf... Ich bin auch sicher, dass es ihm Scheiße geht, genau so wie Du es beschrieben hast - er hat mir oft genug von seinem Selbsthass erzählt. Aber hilft ja nix.

    Ich habe ihm jetzt dringlich gebeten, sich Hilfe bei Drogenberatung, Klinik oder Telefonseelsorge zu suchen und nicht damit zu warten. Hab ihm heute auch noch die Durchwahl des Therapeuten gegeben - alles schriftlich, mit mir reden will er ja nicht, und vielleicht ist es gerade auch besser so. Damit lasse ich es jetzt bewenden. Die Sachen stelle ich ihm morgen vor die Tür.

    Mich gegen ihn abschotten muss ich im Moment nicht - er vergräbt sich ja eh. Wie das in einigen Tagen aussieht, werde ich dann sehen. Klar ist, dass es für mich kein Zurück in die "alte" Beziehung gibt. Das ist echt kein Leben.

    Hallo,

    gestern früh habe ich meinen Freund nach fast zehn Monaten Entgiftung, Langzeittherapie und Adaption aus der Klinik abgeholt. Er hat die Zeit "unfallfrei" überstanden und nach meinem Eindruck viel für sich mitgenommen. Unser Umgang miteinander war in der Zeit offen und ehrlich wie nie. Wir haben endlich Probleme angesprochen, zusammen Lösungen gesucht, statt sie zu verdrängen. Wir haben Paar-Gespräche wahrgenommen. Ein neues Kennenlernen - ich dachte, das haben wir geschafft.

    Wir sind guter Dinge dort gestartet gestern morgen. Das Abschlussgespräch mit der Therapeutin, an dem wir gemeinsam teilnehmen wollten, fiel leider flach, weil sie sich krank gemeldet hatte. Macht nix, sagte er, er werde es telefonisch nachholen.

    Auf der Heimfahrt haben wir die Zeit mit allen Höhen und Tiefen Revue passieren lassen und darüber gesprochen, wie es weitergeht. Er hat Termine bei ambulantem Therapeuten ausgemacht und sich um Nachsorge bei Drogenberatung gekümmert. Ich hab ihn bestärkt wo ich nur konnte. Gestern und all die Monate davor.

    Ich habe ihn dann bei ihm daheim abgesetzt, weil er kurzfristig was fürs Jobcenter erledigen wollte. Nachmittags wollte er bei bestem Wetter eine Fahrradtour zu mir machen. Wir haben vormittags nochmal kurz telefoniert und er schrieb mir später noch zwei liebevolle Nachrichten. Nachmittags kam er nicht und war auch nicht telefonisch erreichbar. Bin spät abends mit mulmigem Gefühl zu ihm. Er ging nicht an die Tür, der Schlüssel steckte von innen, die Klingel war abgestellt. Alles wie früher. Und so ist es bis jetzt.

    Er hat bis zum Tag seiner Entgiftung gekokst und ich befürchte, er hat gestern nahtlos weitergemacht. Willkommen in der Wirklichkeit. Ein Happy End ist nicht in Sicht.

    Vermutlich gibt es nicht viel dazu zu sagen, aber ich bin trotzdem für jedes aufbauende Wort dankbar. Und ich hab es trotzdem aufschreiben wollen, um mit diesem eisigen, leeren Gefühl fertig zu werden. Mein ganzes Auto ist noch voll mit seinen Sachen, die ich ihm abends eigentlich bringen wollte.

    Sein Therapeut sagte mal zu mir, wenn er rückfällig wird, entscheidet er sich für die Droge und gegen die Beziehung. So hart und so einfach ist es.

    Macht's gut und passt auf Euch auf,

    RF

    Liebe Pseudonym29,

    die Frage hast Du Dir glaube selbst schon beantwortet.... Ich kann gut nachvollziehen, wie Dich das belastet und kann Dir nur nochmal raten, Dir persönlich bei einem Profi Rat zu holen - am besten Drogen- bzw. Angehörigenberatung und/oder Selbsthilfegruppe. Hast Du so jemanden in der Nähe? Du kommst da alleine nicht weiter, wenn er nicht mitzieht, und Du kannst das Thema nicht durch klärende Gespräche mit ihm lösen.

    Hallo,

    das sind sehr schwierige, kräftezehrende Erfahrungen, die Du gemacht hast pseudonym29, mein Mitgefühl dafür. Gerade deshalb solltest Du aber besonders gut auf Dich achtgeben.

    Dein Partner scheint Deine durchaus nachvollziehbaren Sorgen und Verlustängste recht genau zu kennen und nutzt sie leider auch für sich, ob nun bewusst oder unbewusst. Wenn Du ihm diesen Spielraum lässt aus Sorge, dass er sich abwendet, wird sich nichts bewegen. Wie summa schon schreibt: Gemeinsamer Nenner ist da nicht in Sicht, eher steht zu befürchten, dass Du und Deine Kinder nach seinem Nenner lebt und er weiter konsumiert - auch unter Eurem gemeinsamen Dach.

    Hast Du mal was zu Co-Abhängigkeit gelesen? Ich habe mich lang gegen den Begriff gewehrt, aber zu Unrecht. Jede Beziehung ist etwas anders gestrickt, trotzdem rutscht man verdammt schnell in so eine Situation, dass man die Sucht des anderen durch eigenes Verhalten noch fördert. Aus der Sorge heraus, den anderen zu verletzen oder ganz zu verlieren, nimmt man allen möglichen Mist in Kauf und setzt ihm keine klare Grenze - hab ich auch erlebt. Damit ist man weder ihm noch sich selbst eine Hilfe, pseudonym29. Im Gegenteil, man rutscht nur immer weiter hinein in eine hilflose Situation.

    Sieh es doch mal so: Ihm ein Ultimatum zu stellen muss doch nicht heißen, dass er gleich weg ist. Wenn er, wie Du selber schreibst, ja einsieht, dass er ein Problem hat und auch will, dass Du an seiner Seite bleibst, dann kann er es ja angehen! Aber dann bitteschön auch ernsthaft ohne Versprechungen ins Blaue hinein.

    Liebe Pseudonym, Du kommst bisher nicht weiter, und es liegt nach wie vor daran, dass Du nur ein ganz kleines zaghaftes bisschen möchtest, dass er was ändert. Aber auch nur, wenn er Dir dann weder böse ist noch weint. Aber so läuft der Hase nicht. Du lässt Dir total was vormachen, so leid es mir tut. Von wegen bis Ostern und er will das alleine machen und Du machst ihm Suchtdruck, das ist doch ein Witz. Er hat Suchtdruck weil er gerade kein Pep hat, nicht weil Du irgendwas ansprichst! Da wälzt er schön die Verantwortung auf Dich ab.

    Wenn Du willst, dass das anders wird, dann solltest wach werden und raus aus der Lethargie und den Streits, die nur in der Sackgasse landen. Du kannst das mit ihm nicht ausdiskutieren. Setz ihm lieber ein Ultimatum, genau wie Franz schreibt. Was rät denn Psychologe/in? Und warst Du inzwischen bei der Drogenberatung?

    Liebe Grüße!

    Hallo Amanda,

    wenn Du magst, kannst ja mal berichten, wie Euer Gespräch lief. Allerdings: Wie schon Double schrieb, würde ich vermuten, dass er erstmal vorgeben wird, was zu verändern, wenn Du ihm sagst, dass gemeinsame Wohnung vorläufig nix wird. Und dass er versucht, Dich umzustimmen - er braucht Dich und Deinen guten Willen im Moment ja, da er wohl aus der Wohnung seiner Eltern raus muss, wenn ich Dich richtig verstanden habe.

    Es wird wichtig sein, dass Du einen klaren Kopf behältst, und Dich nicht so schnell umstimmen und ausnutzen lässt. Wie Double schon schrieb, zeigt Dein Freund einige schwierige Verhaltensweisen, handelt unreif und auch gelegentlich verletzend. Das solltest Du in Deine Entscheidungen mit einbeziehen und auch dann im Blick behalten, wenn er Dir erstmal Stein und Bein schwört, was zu verändern. Was aber zählt, sind Taten.

    Und noch zu dem Bruder: Das ist ja nur zweite Hand, was er Dir erzählen kann. Sein Bruder scheint in seinem Denken und Handeln anders und vielleicht auch etwas weiter zu sein. Warum soll er Dir erklären, wie es für ihn ist, breit zu sein? Ich kenne den Wunsch, sowas verstehen zu wollen, aber es bringt Dich nicht weiter. Wichtig ist nur, wie Dein Freund mit seiner Kifferei umgeht, ob er dauerhaft bereit ist, sie zu lassen, und wenn nicht, was Du für Konsequenzen daraus für Dich ziehst.

    Hey Amanda,

    eigentlich hast Du in Deinen beiden Eingangsbeiträgen ja schon deutlich gemacht, dass Du kein richtig gutes Gefühl beim Projekt "Zusammenziehen" hast. Auch wenn Du ihn magst - vertrau auf dieses Gefühl. Klar könnte es schön sein, in einer gemeinsamen Wohnung durchzustarten. Aber mal ehrlich, die Voraussetzungen dafür sind im Moment nicht die besten. Zuerst sollte er sein Leben einigermaßen in den Griff kriegen. Das ist nicht Deine Aufgabe. Wenn Dir viel an ihm liegt, sei ehrlich zu ihm und mach ihm deutlich, dass es Dir mit seinem Konsum nicht gut geht. Vielleicht bringt es ihn ja zum Nachdenken und er fängt an, was zu ändern, wenn Du die Pläne, zusamnenzuziehen, auf Eis legst. Wenn nicht, ist das seine Entscheidung und, ja, auch ne Antwort auf die Fragen, die Du Dir stellst...

    Liebe Grüße, RF

    Naja, Du teilst dieses Leben ja mit ihm, insofern bekommst auch die Folgen seines Konsums zu spüren. Aber klar, Du kannst es auch hinnehmen. Deine Kids müssen dann halt auch damit leben. Schön und gut.

    Denke, Du brauchst dringend jemanden, der mit Dir überlegt, was Du - und nur Du - willst. Klar scheint mir nur: Dieses Wunschkonzert, dass alles wieder heile Welt wie am Anfang wird und Du bei ihm nicht aneckst und er zugleich Deine Wünsche respektiert und friedlich nur ganz ab und zu mal konsumiert und es Dir dann auch noch beichtet - das wird so nicht stattfinden. Es dürfte eher schwieriger werden.

    Liebe Pseudonym,

    bitte denk dran, zum verbieten gehören immer Zwei, einer der es tut, ein zweiter, der es mit sich machen lässt. Es ist Deine Sache, was Du Deinem Psychologen erzählst. Lass Dich nicht unter Druck setzen. Und auch wenn Du vielleicht irgendwie mit seinem Konsum klarkommst, das Thema Kinder ist wirklich kritisch, aber das haben ja schon viele hier geschrieben.

    Ich habe auch einen Sohn. Ich spreche jetzt nur für unsere Situation und vielleicht läuft es bei Euch oder anderen besser, aber mein Freund hat bis heute Probleme, einen guten, gelassenen Umgang mit ihm zu finden. Er sagt selbst, dass das K ihn verändert hat, und das stimmt, ich kenne ihn schon sehr lange. Er hat das Ganze auch in der Therapie zum Thema gemacht.

    Mal ganz grundsätzlich denke ich, dass bei Euch alle Themen auf den Tisch gehören - um rauszukommen aus Heimlichkeit, Vorwürfen, Schuldgefühlen - und das möglichst mit Hilfe Dritter. Hast mal über Drogenberatung mit ihm gesprochen? Wenn nicht, mach doch bald einen Termin aus, und wenn es nur für Dich ist. Und keine Geheimnisse beim Psychologen, der hat doch Schweigepflicht!

    Nur kurz zur Erklärung: So war das nicht gemeint. Ich wollte Pseudonym empfehlen, ihrem Freund klarzumachen, wie schlecht es ihr mit seinem Konsum geht, statt aus Furcht, ihn vielleicht in die Heimlichkeit zu treiben, immer wieder zu schonen. Er sollte erfahren, dass er ihr damit massive Probleme bereitet. Ich habe die Erfahrung nämlich genau so gemacht wie sie: mein süchtiger Freund hat lange alles geleugnet oder krass heruntergespielt und wenn ich das Thema ansprach, wurde er schnell pampig - klar, er wollte seine Droge ja weiter konsumieren unbehelligt von mir. Folge war, dass ich ihn viel zu lange geschont und das Thema nur vorsichtig auf den Tisch gebracht oder ganz umschifft habe, um Ärger zu vermeiden. Einerseits aus Sorge, dass er sich völlig zurückzieht. Andererseits wohl auch, weil ich selbst das Offensichtliche nicht wahrhaben wollte. Aber das war falsch. Schonung hilft nicht, denn genau das gehört ja zur Co-Abhängigkeit. Nur das wollte ich sagen. Und niemanden ablenken.

    Okay, aber diese Nichthilfe heißt nicht, dass Du einfach alles hinnehmen sollst. Du wirst schon raus müssen aus dem zahmen Dulden, dass er kifft, säuft und regelmäßig S und ab und zu K konsumiert. Ich meine das eher so, klare Kante zu zeigen im Sinne von mit mir nicht und in meiner Gegenwart nicht, und nur wenn er sein Problem ernsthaft angeht bist Du da, ansonsten muss er selbst zusehen. Wie gesagt, nur mal Augen rollen wird nix bringen.

    Warum musst Du unbedingt zu Deinen Eltern? Wie wäre es möglich, sich nach eigener Wohnung in der Nähe umzugucken, wo auch Deine Kinder mit Dir zusammen wohnen können? Natürlich sollst Du die nicht zurücklassen!

    Hallo,

    es gibt ja so etwas wie "Hilfe durch Nichthilfe" - das spricht dieser Experte in dem Vortrag an, den Du mal hier eingestellt hattest, @summa . Heißt nicht unbedingt, dass man sich umgehend und für immer von dem anderen abwendet. Aber, wenn ich es richtig verstehe, dass man ihn in die Verantwortung nimmt und gleichzeitig auf sich selbst achtet, weil sonst das Beziehungsgeflecht ja die Sucht noch fördert.

    Ich denke, Dein Freund muss

    wissen, wie es Dir mit seinem Konsum geht, pseudonym29. Aber es wirkt ein wenig, als weißt Du selbst noch nicht so recht, was Du davon halten sollst. Sprich bald mit einem Berater darüber und lass Dich stärken. Ich war in der Suchtklinik mit bei mehreren Therapeutengesprächen, was mir sehr geholfen hat. Da ging es, grob gesagt, unter anderem darum, sich abzugrenzen. Ist nämlich nicht immer leicht. Einen Ansatzpunkt sehe ich in Eurem Fall darin, dass Dein Freund ja offenbar immer wieder in Deiner Gegenwart (oder zuletzt sogar mit Dir) konsumiert, das würde ich als erstes mal nicht mehr dulden. Und nochmal die Frage: Bist Du finanziell auf ihn angewiesen?

    Hallo Pseudonym,

    schließe mich Summa an, Du hast einen guten ersten Schritt gemacht und hier geschrieben. Such Dir zusätzlich persönliche Ansprechpartner bei der Beratung oder auch therapeutische Hilfe für Dich selbst, das bringt wirklich was. Man braucht einen neutralen Dritten, der einem das Ganze sortieren hilft, gerade wenn man wenig oder keine Erfahrung mit dem Thema hat. Ich war auch sehr blauäugig und unsicher. Sich mit Freunden über das Thema konstruktiv austauschen geht auch nicht bei jedem - meine jedenfalls haben sich nur aufgeregt, dass ich meinen Freund nicht einfach sofort in den Wind geschossen habe, als rauskam, was er macht. Daraufhin hab ich mich selbst umso mehr zurückgezogen.

    Veränderung ist wichtig, wie summa schon schreibt. Ihr seid da auf einer recht eingefahrenen Schiene unterwegs, und Dein Freund verhält sich ziemlich manipulativ. Er kündigt Dir an, wütend zu sein, wenn Du gehst, nun gut. Nimm Dir das nicht so zu Herzen. Ich denke, es braucht eine klare Grenzsetzung und Ansage, vielleicht eine Art Ultimatum. Aber das sollte man nur stellen, wenn man es auch durchzieht, und ich weiß nicht, ob und wie sehr Du finanziell auf ihn angewiesen bist.

    Den Gedanken, lieber nix zu sagen oder jedenfalls nur wenig und ganz sanft, weil man Angst hat, der andere konsumiert dann nur noch mehr und heimlich, kenne ich auch. Aber das führt nach meiner Erfahrung auch nicht weiter. Du ermöglichst ihm so nur, dass er relativ unbehelligt weitermacht.

    Mal abgesehen vom K: die Kifferei und Trinkerei ist ja auch nicht das Wahre. Du sagst, das macht er täglich? Dann auch zu Hause? Jedenfalls: Such Dir Rat. Frag doch Deinen Freund mal, ob er bereit wäre, mit zur Beratung zu gehen. Du schriebst ja weiter oben, dass er sieht, dass er ein Problem hat. Ist doch schon mal etwas. Ich drück Euch die Daumen!

    Hallo,

    glaube Dir, dass das eine schwierige Situation ist und dass es gute Gründe dafür gibt, dass Du ihn so magst. Wichtig ist erstmal, Dass Du das Selbst-ausprobieren abstellen willst - nicht nur aus Selbstschutz, sondern auch, weil Du mit ihm ja schlecht übers Aufhören sprechen kannst, wenn Du jetzt auch noch anfängst.

    Er möchte mir beweisen das er ohne die harten Sachen klar kommt, deswegen habe er es auch weg gemacht um nicht in Versuchung zu kommen.

    Was genau meinst Du damit? Er hat es aufgebraucht, damit er nicht in Versuchung kommt? Klingt irgendwie nicht logisch...

    Denke es ist wichtig, erstmal genau zu überlegen, was Du selbst willst und womit Du leben kannst und womit nicht. Du möchtest nicht von vorn anfangen mit ü 40, okay, nachvollziehbar. Aber reicht Augenrollen, wenn er sich was besorgt und nach Hause mitbringt, wenn Ihr zusammen mit zwei Kindern in einer Wohnung lebt?

    Zu Deiner Frage: Mein Freund ist seit einem halben Jahr in Therapie und ich hab erst ca acht Wochen, bevor er in die Klinik ist, richtig realisiert, was los ist. Wir lebten und leben nicht zusammen. Er hat heftigst konsumiert, bestimmt mehr als Dein Freund, hat sich sehr oft abgeschottet für Tage oder war phasenweise depressiv, gereizt, genervt, unter Strom. Ich mag ihn auch sehr, aber mir ging es sehr schlecht damit, und ich möchte das so nicht mehr erleben. Und weil Du fragst, ja, er hat sich von sich aus um Therapie bemüht. Er konnte einfach nicht mehr. Und ohne eigenen Willen geht es ja eh nicht.

    Drogenberatungen stehen glaube allen offen, die sich Sorgen ihren eigenen oder den Konsum eines anderen machen. Frag da doch bald mal an. Hoffe, die können Dir helfen.

    LG, RF

    Hallo Pseudonym29,

    in der Überschrift fragst Du, ob Dein Freund süchtig ist, aber auch mir scheint, Du rennst gerade mit Vollgas in die gleiche Richtung wie er. Willst Du das? Und wenn ja, warum willst Du es - aus Furcht vor Einsamkeit?

    Ich kann bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen, dass Du verstehen willst, was er an dem Zeug findest. Das ging mir auch oft so. Lass es doch trotzdem lieber bleiben. Du hast Kinder, die Dich mit klarem Kopf brauchen. Wem ist geholfen, wenn Du selbst in eine Abhängigkeit rutschst? Mit einem Partner, der täglich gleich mehrere Substanzen konsumiert und dessen Konsum Du einfach übernimmst, finde ich diese Gefahr ziemlich real.

    Du siehst ja die Folgen von dem ganzen Mist an Deinem Freund und daran, wie widersprüchlich er sich Dir gegenüber verhält und wie die Konflikte mit ihm zunehmen. Er hängt, wie Krawallfee schrieb, voll drin mit verleugnen und allem was so dazugehört.

    Und ja, ich kenne die Situation, nie zu wissen, ob das Gegenüber nun drauf und deshalb so gesprächig oder aufgedreht ist oder nüchtern. Ich hab meinen Freund monatelang im Wechselbad zwischen drauf sein und runterkommen erlebt und wusste nie, woran ich jetzt gerade bin. Und ein gutes halbes Jahr nach K-Konsumstopp hat er noch immer ziemlich mit den Folgen zu kämpfen. Überleg Dir gut, ob Du Dir sowas auch geben willst.

    Liebe Grüße,

    RF